This Is Us 1x09

This Is Us 1x09

In The Trip geht das Drama Thanksgiving im Hause der Familie Pearson weiter. Randall rettet sich schließlich in die Urlaubshütte, da bleibt jedoch die Idylle der Einsamkeit nicht lange erhalten. In Rückblicken versuchen wir Verständnis für Rebecca zu finden.

Kate (Chrissy Metz) und Kevin (Juston Hartley) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC
Kate (Chrissy Metz) und Kevin (Juston Hartley) in der Serie „This Is Us“ / (c) NBC

In der neunten Episode der Serie This Is Us sehen wir das Nachspiel der großen Offenbarung eines Familiengeheimnisses. The Trip bringt die drei Geschwister in die einsame Urlaubshütte und dank einer bewusstseinserweiternden Droge, nimmt die Lösung überraschende Formen an.

Das traurige Ende eines Feiertags

Randall (Sterling K. Brown) ist entsetzt darüber, dass seine Mutter ihm seit seiner Geburt die Wahrheit über seinen Vater vorenthalten hat. Und das können auch die Geschwister mit einigen vergilbten Kindheitsfotos in der Hütte nicht mehr retten. Und er hat gute Argumente. William (Ron Cephas Jones) hätte ihn gerne gesehen, wollte alles andere als ihn als Sohn zu verstoßen und das hätte in der Tat den großen Unterschied gemacht. Er hat jedes Recht, sauer zu sein und stößt damit wohl flächendeckend auf Verständnis. Das bedarf keiner großen Erklärung.

Doch die Autoren nutzen die Episode „The Trip“, um uns auch die andere Seite zu präsentieren. Wir sehen, wie Rebecca (Mandy Moore) darunter leidet, dass sie Randall wieder verlieren könnte. Das wussten wir auch schon, das ist in den Episoden zuvor mehr als deutlich geworden. Doch nun kommt ein weiteres Element dazu. Denn hinter der Angst ihn zu verlieren, steckt das Bedürfnis Jack (Milo Ventimiglia) zu schützen. Wie der halluzinierende Jack selbst bestätigt: Rebecca hat sich der Sache gewidmet, ihre Familie zu beschützen. Und dazu gehört auch der lebenslustige aber auch verletzliche Ehemann. Sie erkennt, dass William ein guter Mensch ist, fürsorglich, gebildet, interessiert und warmherzig. Er macht sofort Pläne für das Wiedersehen mit seinem verlorenen Sohn, den er aus Verzweiflung abgegeben hat, um ihm ein besseres Leben zu ermöglichen. Für Rebecca wäre es einfacher gewesen, wenn Randalls leiblicher Vater weiterhin unter Drogensucht leiden würde, wenn er ein Taugenichts wäre, von dem Randall enttäuscht wäre. Dass er ein liebenswerter Mensch ist, stellt eine Gefahr für die wunderbaren Vater-Sohn-Augenblicke zwischen Randall und Jack dar, wie wir es in der Karatestunde sehen. Und der Moment der Einschwörung in die Gruppe ist in der Tat ergreifend. So einen Karatelehrer findet man nicht alle Tage. Rebecca schützt ihren Mann mit der unbegreiflichen Tat, Randall sein Leben lang anzulügen.

Doch auch wenn das Ende der Episode einem wieder mal die Tränen in die Augen treibt, fühlt man sich zunehmend gelenkt von den This Is Us-Autoren. Sie nutzen auch optisch jede Möglichkeit, uns in die Emotionalität zu stürzen. Zum Beispiel als Rebecca in Randalls Vision verzweifelt versucht einen Ausweg zu finden. Wer bekommt da nicht automatisch Mitgefühl, auch ohne zu wissen, worum es eigentlich geht, es sieht furchtbar aus, es tut weh, zuzusehen. Das ist aber nicht gleichbedeutend mit einer starken Story. Und langsam stoßen die Serienmacher an die Grenzen. Das ist eine natürliche Entwicklung bei einer Serie, die mit jeder Episode das ganz große Familiendrama rüberbringen will.

Was ist eigentlich echt?

Und die Frage greifen sie auch gleich selbst auf. Zumindest kann man das so interpretieren. Kevin (Justin Hartley) und seine neue Theaterwelt stoßen bei Kate (Chrissy Metz) auf Unverständnis. Und das will wohl etwas heißen, wenn man bedenkt, dass sie mit ihm durch Hollywood gegangen ist. Doch bei Olivia (Janet Montgomery) und den anderen steht eine besondere Frage im Vordergrund: Was ist authentisch? Doch die Antwort führt im Kreis, denn was ist eigentlich echt? Olivia bestellt ihre Autorin zu dem kleinen Kammerspiel in der Hütte und das ist damit alles andere als authentisch, andererseits ist es echt so, wie die egozentrische Schauspielerin halt eben ist. Und echt ist letztendlich, was man selbst als solches anerkennt. So zum Beispiel ist Randalls Drogentrip eine echte Erfahrung für ihn und hat Auswirkungen auf das reale Leben auch wenn sein Vater eine Vision seiner eigenen Phantasie ist.

Und was ist eigentlich rührend? Wie sehr sollten Gefühle in der Story wurzeln, um noch als authentisch zu gelten? Und ist es nicht mehr authentisch, wenn man die Zuschauer mehr über Optik und Musik leitet als über Charakterentwicklung? Auch die Antwort kann nur lauten: Es ist das, was man draus machen will.

Im Moment bewegt die Serie für mich sich auf einer Grenze. Ich leide mit Randall und der Weg zum Verzeihen ist gut ausgearbeitet. Auf der anderen Seite ist es schwierig, wenn man sich fühlt als würden die Autoren uns Zuschauer fernsteuern wollen, wir sollen das fühlen, was sie wollen, wann sie es wollen. Dass das nicht funktioniert, muss auch Kate schmerzhaft bei einem Anruf mit Toby (Chris Sullivan) erkennen..

Fazit

Die Episode The Trip bringt uns mit den Geschwistern in eine einsame Hütte, wo sich alle ihren Konflikten stellen müssen, auf die eine oder andere Art und Weise. Das ist wie immer rührend, aber ist es noch im Rahmen oder schon zu viel?

Trailer zur Episode „Last Christmas“ (1x10) der US-Serie „This Is Us“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 30. November 2016
Episode
Staffel 1, Episode 9
(This Is Us 1x09)
Deutscher Titel der Episode
Der Trip
Titel der Episode im Original
The Trip
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 29. November 2016 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Mittwoch, 19. Juli 2017
Autor
Vera Herbert
Regisseur
Uta Briesewitz

Schauspieler in der Episode This Is Us 1x09

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