The Walking Dead 9x02

The Walking Dead 9x02

Bei The Walking Dead vergeht die Zeit inzwischen wie im Flug und die Folge Die Brücke setzt offenbar mehr als einen Monat nach dem Auftakt ein. Gemeinsam soll eine Brücke wieder in Stand gesetzt werden, aber das läuft nicht so wie geplant...

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Die Brücke“ (c) AMC
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Die Brücke“ (c) AMC
© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Die Brücke“ (c) AMC

Nachdem zwischen Staffel acht und Staffel neun von The Walking Dead schon rund 18 Monate vergangen waren, springen wir in The Bridge munter weiter in die Zukunft. Seit Maggie (Lauren Cohan) Gregory (Xander Berkeley) zum Tode verurteilt hat, ist noch etwas mehr als ein Monat vergangen, wie man einigen Dialogzeilen in der Folge entnehmen kann.

Außerdem wird die Folge durch ein Gespräch zwischen Rick (Andrew Lincoln) und Negan (Jeffrey Dean Morgan) gerahmt, wobei Rick ihm vor Augen führen möchte, wie gut sich die neue Gemeinschaft und der Aufbau für eine bessere Zukunft ohne ihn entwickelt haben.

Neben dem bereits bekannten Paar Carol (Melissa McBride) und Ezekiel (Khary Payton), die sich zudem als Adoptiveltern um Henry kümmern, sehen wir auch beispielsweise Jerry (Cooper Andrews) und Nabila (Nadine Marissa), die offenbar schwer verliebt sind, und auch andere, die die Zweisamkeit genießen.

Ein wichtiges Projekt ist die kaputte Brücke, die mithilfe der Arbeitskräfte aus dem Sanctuary wieder repariert werden soll. Nebenbei weiß die Gruppe aber auch um eine Herde, die sich in der Nähe befindet. Dafür hat man aber auch Vorsichtsmaßnahmen getroffen und hat verschiedene Aussichtsposten und Kommunikation per Funk etabliert. Ein Nebenproblem gibt es rund um die Saviors, denn davon verschwinden immer mehr. Die genauen Gründe sind offen, werden aber zunächst mit der fehlenden Nahrungsversorgung begründet. Es dürfte aber auch noch etwas anderes dahinterstecken...

Siddiq (Avi Nash), der inzwischen der Arzt der Truppe ist, bildet derweil Enid (Katelyn Nacon) aus, wird jedoch von Rick abberufen. Cyndie (Sydney Park) aus Oceanside ist eine ihrer Patientinnen, die sich beim Kartoffelschälen verletzt hat, und Eugene (Josh McDermitt) versorgt Rick mit einer Bestandsaufnahme des arbeitsintensiven Projekts.

Ohne Regeln keine neue Zivilisation

Michonne (Danai Gurira) wird von Rick nach Hilltop entsendet und soll mit Maggie verhandeln. Denn eine Ethanol-Lieferung aus dem Sanctuary ist nicht angekommen, obwohl versichert wurde, dass sie losgeschickt wurde. Es ist ein Teufelskreis: Ohne den Treibstoff wird es schwierig, die Felder zu bestellen und Schmied Earl (John Finn) sitzt wegen seines Anschlags hinter Gittern, was gewisse Arbeitsprozesse ausbremst. Da es zumindest ein paar Nahrungsreserven gibt, kann man zumindest Hilltop davon ernähren, für das Sanctuary bleibt im Zweifel nichts übrig. Weswegen Michonne ja überhaupt erst den langen Weg der Diplomatie angetreten ist...

So kann sie Maggie aber zumindest einmal über ihre Grundidee einer Charta einweihen. Tammy Rose (Blair Butler) wartet nun auch schon über einen Monat darauf, ihren Mann einmal sprechen zu dürfen. Jesus (Tom Payne) kann sie zwar verstehen, muss aber auch Maggies Entscheidung respektieren. Er legt dann aber nach einem Gespräch mit Michonne dennoch ein gutes Wort für sie ein.

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Wer bestimmt die Regeln?

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke - © AMC

Interessant ist, dass Tammy an einer Stelle von Rechten spricht, die sie noch hat. Aber gelten die alten Rechte überhaupt noch? Oder hat Maggie einfach das Hausrecht? Immerhin wurde sie gewählt. Dementsprechend leistet sie mit einer Sitzblockade Widerstand, bis sie ihren Partner sehen darf. Wir werden daran erinnert, dass die beiden jüngst ihren Sohn Ken (AJ Achinger) verloren haben und deswegen noch trauern. Ebenso erfahren wir, dass Earl seit 20 Jahren trockener Alkoholiker war, was Gregory sich für seinen feigen Plan zunutze gemacht hatte. Aufmerksame Zuschauer von „TWD“ merken, wohin die Reise geht, denn Maggies Vater Hershel (Scott Wilson) hatte selbst mit der Alkoholsucht zu kämpfen und weil ihm damals eine zweite Chance gegeben wurde, konnten viele Menschen überleben, darunter auch Rick und seine frühere Gruppe. Also ändert Maggie ihre Meinung zum Wohl der Gruppe und lässt Earl unter Aufsicht wieder seinen Job ausüben. Ironisch ist, dass er derjenige ist, der die Zellen gebaut hatte und nun als Erster darin gelandet war...

So sehr man sich auch darüber amüsieren kann, dass die Autoren sich entschieden haben, bisher Unbekannte in eine solche Storyline zu quetschen, das Schauspiel von Finn und Butler gefällt mir doch ganz gut. Die älteren Darsteller tun der Glaubwürdigkeit der Storyline gut und lassen auch Maggie wieder an alte Tugenden denken, ohne aber alles zu verzeihen. Denn, wie sie ganz richtig sagt: Eine zweite Chance ist okay, aber, wenn man wie Gregory immer und immer wieder aneckt und für Unruhe sorgt, dann hat man seine Chance irgendwann verwirkt. Wobei vielleicht eine Haftstrafe in den Zellen auch hätte erörtert werden sollen (außer Maggie glaubt, dass seine Haft unter den Savior-Gefangenen schon Warnung genug war). Natürlich ist das Ganze auch ein Seitenhieb auf den Gefangenen Negan...

Ganz auf einer Wellenlänge sind Michonne und Maggie aber in dieser Episode noch nicht. Da müsste die Charta wohl schon etwas greifbarer sein. Was in der Folge ebenfalls vorangetrieben wird, ist die Verbindung zwischen Maggie und Georgie, die einst Pläne für Windmühlen und Ackerbau im Austausch gegen Schallplatten dagelassen hatte und einen etwaigen temporären Abgang von Maggie in die Wege leiten könnte - ohne sie direkt den Serientod sterben zu lassen.

Anne und Gabriel

Anne fka Jadis (Pollyanna McIntosh) und Gabriel (Seth Gilliam) verbringen in der Folge ebenfalls Zeit miteinander. Beide haben gemeinsam, dass sie als Außenseiter und Quasi-Antagonisten in die Gruppe integriert wurden. Gabriel hat sich mit der Zeit zum verlässlichen Verbündeten entwickelt und seine Feigheit überwunden. Anne fühlt sich derweil noch nicht vollkommen angenommen. In Gabriel findet sie immerhin eine verwandte Seele, für die sie ein Bild zeichnet. Es stellt sich heraus, dass es die frühere Orgelspielerin aus seiner Gemeinde ist, die er sehr mochte. Außerdem ist Gabriel als Presbyterianer nicht an den Zölibat gebunden und kann durchaus eine Frau lieben. Später sieht man die beiden auch Küsse austauschen, wobei er eigentlich Wache schieben sollte. Nettes Detail: Die Werke von Anne verschönern die Wände von Hilltop.

Die Brücke

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke - © AMC

Viele Ressourcen werden in den Wiederaufbau der Brücke gesetzt, womit auch Daryl (Norman Reedus) und Aaron (Ross Marquand) beschäftigt sind. Aaron zieht derweil das verwaiste Kind auf und erzählt von explodierten Windeln. Henry spielt den Wasserjungen und zieht wegen knapper Rationierung die Wut von Savior Justin (Zach McGowan) auf sich, der den kleinen Jungen attackieren will. Justin schnappt sich den Wasserbehälter, wird aber von Henry mit seinem Bo auf den Boden der Tatsachen geholt. Das führt zu einem Handgemenge mit Daryl und vielen Umstehenden Beteiligten, bis Rick die Sache auflöst. Im Nachgespräch zweifelt Daryl wieder einmal an, ob alle auf der gleichen Seite sind, was Carol mithört. Sie glaubt, Rick solle einmal mit Daryl sprechen. Doch richtig Zeit dafür bleibt zunächst nicht wegen der Herde und der Problematik rund um die kleiner werdende Anzahl von Saviors. Ex-Savior Alden (Callan McAuliffe) berichtet nämlich, dass einige von ihnen nicht mehr nach Hause zurückgekehrt seien, darunter auch manche frischgebackene Väter. Es liegt also etwas oder jemand im Busch. Das Vertrauen in die Saviors ist ohnehin nach dem Krieg nicht wiederhergestellt und sie sind deswegen ohne Waffen unterwegs. Ein Satz von Rick klingt deswegen in Aldens Ohren verdächtig nach Negan: Man werde sie schon verteidigen, wenn sie denn ihre Arbeit erledigen...

Das Umleiten der Untoten klappt derweil nicht wie geplant und sorgt für Chaos auf der Baustelle. Aaron ist der Leidtragende und sein Arm wird unter massiven Baumstämmen eingeklemmt. Daryl kann zwar etwas Luft verschaffen, aber erst, als Rick, Carol, Ezekiel und einige andere hinzukommen, beruhigt sich die Lage. Eine durchaus kurzweilige Idee stammt von Rick. Er benutzt die Baumstämme, um die Untoten damit aus dem Weg zu schaffen. Für mich eine der unterhaltsamsten Szenen der Folge.

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke - © AMC

Aaron kann zwar befreit werden, doch sein Arm muss durch Azubi-Ärztin Enid amputiert werden, weil der Schaden bereits zu groß ist. Der Schuldige für den Zombieangriff ist bald gefunden: Justin hatte sein Funkgerät nicht eingeschaltet und kassiert dafür heftige Prügel von Daryl, die nur nicht schlimmer enden, weil Carol ihn abhält. Später wird Justin von Rick rausgeworfen, weil er sich völlig uneinsichtig zeigt, wie die Menschen, die Rick früher bei seiner Arbeit als Polizist häufig über den Weg gelaufen waren und lieber andere für ihre Fehler beschuldigt hatten. Rick entschuldigt sich derweil dafür, dass Aaron nie wieder wie früher sein kann, doch der ist dankbar, überhaupt so lange haben zu können und Teil der neuen Welt zu sein, die Rick aufbaut. Justin wird am Ende der Folge von jemandem verfolgt, den er vielleicht sogar kennt. Bringt also jemand gezielt Saviors um?

Ein kleines Stück Normalität

Trotz der tragischen Ereignisse und der Herausforderungen rund um die Brücke lässt sich die Gruppe nicht demotivieren und kommt abends zusammen. Carol überlegt es sich wegen des Verlobungsrings von Ezekiel noch einmal anders und will ihn zumindest anprobieren, während er seine vorbereitete Rede im Privaten vortragen kann. Für Rick ist das ein Zeichen, dass es in der Natur der Menschen liegt, an einem gemeinsamen Strang zu ziehen und aufzubauen, statt miteinander zu kämpfen. Negan bleibt fatalistisch und glaubt, dass eine Katastrophe unvermeidlich sein wird und er bereit ist zu übernehmen, wenn Ricks Projekt scheitern sollte.

Fazit

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Episode Die Brücke - © AMC

Mir gefällt die Richtung, die The Walking Dead gerade einschlägt. Mehr Fokus auf die Charaktere und die Zivilisationsbildung sowie eine Pause von megalomanischen Schurken und eindimensionaler Gefolgschaft. Natürlich gibt es immer noch interne Streitigkeiten und böses Blut, weil Konflikte nicht sauber gelöst und Regeln festgelegt worden sind, aber das macht im Grunde gerade die Faszination aus. Es kommen recht viele Figuren vor, die auch trotz begrenzter Screentime gut eingesetzt werden.

Ich bin überrascht, mit welchem Tempo jetzt hier teilweise Zeit übersprungen wird und frage mich, ob es einen Plan dahinter gibt und ob dieser etwas mit den bereits bekannten anstehenden Abgängen zu tun haben könnte. Angela Kang macht in den ersten beiden Folgen als Showrunner ein paar richtige Schritte und kann das hoffentlich weiterhin durchziehen. Gerade macht es wieder mehr Spaß, The Walking Dead zu schauen als beispielsweise noch während der gesamten vorherigen Staffel.

Trailer zur Episode Warning Signs (9x03) der US-Serie The Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 15. Oktober 2018

The Walking Dead 9x02 Trailer

Episode
Staffel 9, Episode 2
(The Walking Dead 9x02)
Deutscher Titel der Episode
Die Brücke
Titel der Episode im Original
The Bridge
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 14. Oktober 2018 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 15. Oktober 2018
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 15. Oktober 2018
Autoren
David Leslie Johnson-McGoldrick, David Leslie Johnson-McGoldrick
Regisseur
Daisy von Scherler Mayer

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 9x02

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