The Walking Dead 8x13

© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Do Not Send Us Astray“ (8x13) (c) AMC
Der „All Out War“ ist in The Walking Dead in der Episode Do Not Send Us Astray weiterhin in vollem Gange. Simon (Steven Ogg) hat in der Abwesenheit von Negan (Jeffrey Dean Morgan) die Gunst der Stunde genutzt und den Angriff auf Alexandria erklärt. Dabei hält er sich an die Taktik, die Waffen mit Zombieinnereien zu beschmieren, in der Hoffnung versteckten Schaden anzurichten, ohne dass explizit jemand gebissen werden muss und damit erst später klarwird, was passiert ist. Dass die Saviors kommen, bemerkt die AHK-Koalition und gibt sich diverse Hupsignale, um sich darauf vorzubereiten. Dennoch wartet Simon bis nach Sonnenuntergang, ehe er sich bei Maggie (Lauren Cohan) meldet. Maggie versucht, mit den 38 Geiseln zu verhandeln, was Simon jedoch reichlich egal ist. Ihm ist der Sinn nach Mord und Totschlag und er will alle von Ricks Verbündeten auslöschen. Auch der junge Henry möchte mitmischen, wird jedoch sowohl von Ezekiel (Khary Payton) als auch Carol (Melissa McBride) zurechtgewiesen. Die Kinder in der Welt von TWD haben leider einen Hang zum Ungehorsam...
Zur Sturheit neigt auch Dr. Dana (Peggy Sheffield), die wir in dieser Folge zum ersten Mal sehen, was normalerweise kein gutes Zeichen ist. Siddiq (Avi Nash) möchte sich eigentlich nur nützlich machen und wird von ihr dabei so schroff behandelt, dass er ihr deutlich macht, dass er handeln und helfen und nicht nur Däumchen drehen und aufräumen will. Dabei gilt nicht, dass es ihm an Erfahrung mangelt, sondern, dass er dazu bereit ist, Verletzten nach bestem Wissen und Gewissen zu helfen. Bevor Simons Savior-Gruppe angreifen kann, hinterfragt Dwight (Austin Amelio) kurz Simons Taktik, was aber nicht allzu lange geht, da Daryl (Norman Reedus) schon auf dem Motorrad angreift und das Überraschungsmoment ausnutzen möchte. In der anschließenden, durchaus chaotischen Schlacht kommen sowohl Pfeil und Bogen als auch weitere Überraschungsangriffe zum Einsatz. Maggie fragt sich derweil, wo Negan selbst ist, weil sie ihn mit dem Sarg zum Hilltop locken und erledigen wollte.

Es gibt Verluste auf beiden Seiten, wobei es Tobin (Jason Douglas) und Tara (Alanna Masterson) von den uns bekannten Gesichtern am schlimmsten erwischt. Letztere trifft ein Pfeil von Dwight, was Daryl beobachtet und wieder einmal an dessen Loyalität zweifeln lässt. Allerdings hat Dwight keinen plausiblen Grund, die Taktiken der Saviors gutzuheißen. Eine Comicentwicklung lässt mich hier erst einmal abwarten. Denn es könnte sein, dass wichtig ist, wer Tara angegriffen hat - im Gegensatz zu Tobins Wunde, die andere, schnellere Folgen hat.
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Dickköpfe
Im Falle Tobins ist die Sache recht klar. Die Wunde scheint ziemlich tief zu sein. Da hilft es auch nicht, dass zuerst seine Exgeliebte Carol und später der Mediziner Siddiq sich um die Wunde kümmern. Der Blutverlust ist hier auch größer als bei Tara. Bevor er ins Krankenlager kommt, gilt es noch, die Saviors zu vertreiben, wobei Rick (Andrew Lincoln) und andere ihren Beitrag leisten. Dabei werden sie sowohl aus dem Haus als auch von einer zweiten Flanke beschossen, obwohl sie denken, dass sie leichtes Spiel haben. Auch wenn alles wieder im Dunkeln abläuft, erkennt Rick noch rechtzeitig, dass sich Siddiq nur um den schwerverletzten Tobin kümmert, während Morgan (Lennie James) die ganze Folge über von Visionen von Gavin heimgesucht wird, der ihm unterstellt, dass er irgendetwas wisse. Womöglich die dreckige Taktik, die zum Einsatz kommt - oder doch etwas anderes?

Tara hat wieder einmal einen Sinneswandel und erinnert sich nach ihrem Beschuss, dass sie selbst einmal als Teil einer gegnerischen Gruppe angefangen hat, was sie nicht automatisch zum Bösewicht macht. Nach vielen Folgen Hass gegenüber Dwight kommt sie also langsam zur Vernunft, nur will ihm nun wieder Daryl an den Kragen, weil er meint, gesehen zu haben, dass Dwight Tara umbringen wollte. Ein vorerst nicht endender frustrierender Kreislauf. Zumal auch sein Bruder Merle zur Truppe des Governors gehörte, den er trotz seiner jahrelangen (teils traumatischen) Erfahrungen ebenfalls nicht hatte aufgeben wollen...
Ricks Umgang mit dem Verlust seines Sohnes (und geliebter Personen allgemein) führt dazu, dass er sich zurückzieht und auch von Freundin Michonne (Danai Gurira) abschottet, die zwar bekanntlich ebenfalls nicht die größte Quasselstrippe ist, aber doch gerne wüsste, was in ihm vorgeht. Statt zu essen oder seine Wunde zu versorgen, kümmert sich Rick um die Balken an den Fenstern, was wieder für die Hausbewohner mehr Normalität innerhalb der Schlacht suggerieren soll. Schließlich kommt er doch aus sich heraus und gibt ähnlich wie Michonne, Daryl, Tara und andere Gruppenmitglieder vor ihm zu, dass er seine Chance gesehen hat, Negan außer Gefecht zu setzen und es einfach probieren musste. Negan ist wahrscheinlich diejenige Person in dieser Apokalypse mit dem größten Glück überhaupt. Er sollte überlegen, Lotto wieder einzuführen, er würde sicherlich gewinnen - auch ohne Manipulation.
Eine gute Anführerin?

Maggie hört in der Folge mehrere Male, dass sie eine gute Anführerin ist, wobei sie selbst das anders sieht. Immerhin hat sie mit relativ wenigen Verlusten die Saviors zurückgeschlagen und den Ort so erhalten. Genugtuung würde ihr allerdings aktuell erst ein toter Negan bringen, der zuvor das Grab ihres Mannes gesehen hat. Die zweite Person, die mit ihr über das Thema Anführerschaft spricht, hat in dem Punkt recht, dass Gregory (Xander Berkeley) wohl das Verderben der Gruppe bedeutet hätte. Was für ein selbstsüchtiger Mensch das Exoberhaupt des Hilltop ist, sieht man, als Henry sich herausschleicht und wissen möchte, wer seinen Bruder auf dem Gewissen hat. Abgelenkt durch die Kranken, die sich zu Untoten wandeln, können einige, darunter Jared (Glückspilz Nummer zwei der Saviors), entkommen und auch Gregory sucht das Weite. Später fehlt von Henry jede Spur.
Der „freundliche“ Savior Alden (Callan McAuliffe) macht sich in dieser Folge nicht nur im Arbeitseinsatz nützlich, sondern versucht auch, Henry beim Zwischenfall an den Außenzellen zur Vernunft zu bringen und bleibt tatsächlich zurück, als sich die Möglichkeit zur Flucht anbietet. Ob er sich damit nur bei Maggie einschmeichelt oder wirklich auf einen Neuanfang hofft, weil Simon deutlich gemacht hat, wie unwichtig die Gefangenen sind, muss sich zeigen. Ich werde den Verdacht eines trojanischen Pferdes nicht los, aber warum sollte sich dann die Gruppe spalten und ihr Leben einsetzen, um das Tor wieder dichtzumachen?
RIP Tobin

Tobins Wandlung - völlig ohne Biss - macht deutlich, dass der Infektionsplan geklappt hat und dass es manchmal eben nur ein paar Untote braucht, um für großes Chaos und Verluste zu sorgen. Denn die Krankenstation ist ein optimaler Ort, um viele Menschen auf einen Schlag aus der Schlacht zu nehmen, auch wenn man dabei nicht unbedingt die Krieger, sondern eher Normalos trifft. In dem Podcast witzelte ich gerne darüber, dass bloß nichts Tobin, einem Charakter aus der dritten Reihe geschehen sollte - nun ist es doch passiert. Immerhin hatte er eine emotionale Bindung zu Carol und die beiden kurz Zeit, um in Erinnerungen zu schwelgen. So ist es auch nur passend, dass sie diejenige ist, die ihn aus der Misere befreit. Während kurz danach ein weiterer Verletzter realisiert, dass ihm Ähnliches droht... Diese kleinen Momente gehören für mich zu den Gründen, warum ich The Walking Dead gerne schaue. Es sind die, in denen die Vergänglichkeit und Menschlichkeit durchscheint. Auch wenn es zuletzt dabei häufig um Nebenfiguren oder Statisten geht.
Entsprechend bleiben die restlichen wichtigen Figuren, wobei ich aus bereits genannten Gründen auch Tara einschließe, sehr wahrscheinlich verschont. Das mindert in meinen Augen aber nicht unbedingt den Effekt der Krankenlagerszene. Denn unsere Protagonisten sind überrascht und eingeschüchtert und dadurch wird ihnen eine empfindliche Schwäche aufgezeigt. Sie selbst müssen eigentlich annehmen, dass es Tara treffen könnte, weil sie keine passenden Gegenindizien - bis auf Dwights Wort - haben. Erwartet die geübten kritischen TV-Zuschauer und die Comicleser also das nächste fake out (nach Dwight, Glenn und wahrscheinlich noch einigen anderen)? Oder dünnt man den vollen Cast doch noch vor dem Kriegsende etwas aus? Diese Schlacht jedenfalls dürfte die Versorgungssituation zumindest etwas entspannt haben, auch wenn es zynisch klingt. Aber die Toten und die Geflüchteten sorgen dafür, dass die knappen Rationen zumindest etwas länger halten. PS: Ein Guilty Pleasure-Moment aus der Episode meinerseits: Jesus nagelt einen Zombie mit seinem Bein an der Wand fest, während Michonne mit dem Katana zusticht. Mehr Jesus bitte!
Fazit
Die The Walking Dead-Episode Do Not Send Us Astray setzt den Aufwärtstrend von The Walking Dead weiter fort. Das liegt daran, dass das Augenmerk wirklich mehr auf die Figuren, denn auf das Ballern und Bekriegen gesetzt wird. Wahrscheinlich könnte man bei der Kriegsszene wieder einwenden, warum keine Seite ordentlich trifft und die Leute in den Häusern die Saviors verfehlen, aber lassen wir das an dieser Stelle am besten. Aus dem fragwürdigen Einsatz der infizierten Waffen ist eine stellenweise spannende Folge geworden, die Verluste mit sich bringt und ein paar moralische Fragen aufwirft, welche interessante Entwicklungen versprechen. Derweil bleibt offen, was eigentlich mit Negan ist und wie dieser überhaupt auf die jüngsten Ereignisse reagieren wird...
Ich würde mir vielleicht noch ein paar mehr Indizien dafür wünschen, warum Maggie in der TV-Serie (im Comic ist das besser gelungen) eine bessere Anführerin sein soll als Rick, wozu in meinen Augen nur kleine Stellschrauben angepasst werden müssten. Rick ist vor allem emotional gerade kompromittiert, wobei für Maggie der Verlust von Glenn auch noch nicht sehr lange her ist. Ich bin gespannt, ob der Showdown vielleicht sogar auf den Konflikt zwischen Negan und ihr und nicht auf den zwischen Negan und Rick hinausläuft. Denn immer, wenn Rick es direkt versucht hat, ist er dabei gescheitert oder er kann es nicht zu Ende bringen. Vielleicht ist es an der Zeit, Maggie ranzulassen...
Trailer zur Episode Still Gotta Mean Something (8x14) der US-Serie The Walking Dead:
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 26. März 2018The Walking Dead 8x13 Trailer
(The Walking Dead 8x13)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 8x13
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