The Walking Dead 8x11

© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Episode „Dead or Alive Or“ (8x11) (c) AMC
Anders als ihr Vorgänger zeigt sich die The Walking Dead-Episode Dead or Alive Or weniger experimentell, was die zeitlichen Abläufe angeht. Dennoch gibt es eine Art Thema, das die einzigen Handlungsstränge verbindet: Hoffnung, Glaube und Reue.
Daryl (Norman Reedus), Rosita (Christian Serratos) und Tara (Alanna Masterson) sowie der Rest der ehemaligen Alexandria-Bevölkerung sucht einen Weg nach Hilltop, doch auf der Straße zu bleiben dürfte mit der großen Gruppe zu gefährlich sein, weil die Saviors genau dort nach ihnen suchen. Dwight (Austin Amelio) teilt sein Saviors-Insiderwissen und meint, dass der Sumpf von Negan (Jeffrey Dean Morgan) als zu riskant eingestuft wurde, weswegen es einen Versuch wert wäre, ihn zu durchqueren. Das bedeutet aber auch, sich mit den Sumpf-Untoten anzulegen, die überall lauern können. Besonders Tara ist nicht begeistert von der Vorstellung, Dwight zu vertrauen, da sie weiterhin einen tiefen Hass für ihn empfindet, weil wegen ihm Denise gestorben war. Darum möchte sie auch von Daryl wissen, warum er noch lebt. Sein Wissen in dieser Situation ist wertvoll genug, um ihn am Leben zu lassen, auch wenn es scheint, als würden Rosita und Daryl ihn nach dem Carl-Vorfall nicht mehr um jeden Preis umbringen wollen.
Obwohl Tara und Tobin ihre Bedenken hervorbringen, durch die Sümpfe zu waten, beschließt Daryl, dass es dennoch die beste Option in der Lage ist. Es liegt hauptsächlich an Siddiq (Avi Nash) und ihm, die sumpfigen Angreifer zu eliminieren, wobei auch Rosita mithilft.
Tara will derweil zurückbleiben, nutzt jedoch die Gelegenheit, als Daryl und Co weg sind, um Dwight eine Strafarbeit zu geben. Denn er soll einige weitere Untoten mit einem Messer aus dem Weg räumen, damit sie ihn vom Rest der Gruppe weglocken und ihre verspätete Rache nehmen kann. Bevor sie das tun kann, entschuldigt er sich für den Denise-Vorfall und fragt sie, was es ändern würde, wenn sie ihn umbringt. Tara verhält sich hier - mit Abstrichen - so unlogisch und wutgetrieben wie zuletzt Rick (Andrew Lincoln).

Ihre Tötungsabsichten sind eindeutig, denn sie verfehlt nur knapp ihr Ziel, so dass Dwight um sein Leben rennt. Kurz darauf bemerken sie eine Gruppe von Saviors, die zur Gefahr für alle werden könnte. Dwight beschließt - nachdem er Tara zu verstehen gegeben hat, wie sehr er Negan hasst -, sich zu erkennen zu geben. Seine erste Frage gilt Laura (Lindsley Register), die weiß, dass er ein Verräter ist. Doch von ihr habe man noch nichts gehört, was Dwight zu seinem Vorteil nutzt und für eine Ablenkung sorgt und so wieder in die Sanctuary zurückgekehrt. Daryl ist zwar ziemlich sauer darüber, aber Dwights unmittelbares Verhalten in der Situation scheint sie überzeugt zu haben, dass er auf ihrer Seite ist. Denn trotz des fast sicheren Todes, hat er die Seite nicht gewechselt. Auch sonst scheint er mit seinem Leben fast schon abgeschlossen zu haben und arbeitet weiter verdeckt am Fall von Negan.
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Blinder Glauben

Gabriel (Seth Gilliam) und Dr. Carson (R. Keith Harris) befinden sich derweil auf der Flucht, was auch die Saviors und Negan erfahren haben und sie somit in Alarmbereitschaft versetzt. Gabriels Infektion hinterlässt eindeutige Spuren, denn sein Augenlicht baut rapide ab, doch sein Glaube ist so stark, dass er an den Erfolg der Mission glaubt und hofft, dass er den Arzt zu Maggie bringen kann. Dass er sein Augenlicht schleichend verliert, ist dabei ein durchaus interessanter Twist, der allerdings von einer Reihe von passend konstruierten willkürlichen Zufällen begleitet wird. Dazu gehört, dass Gabriel eine Art Glocke hört, die sich als Schild entpuppt, das gegen einen Funkmast schlägt, der zu einer Station gehört. Das Funkgerät selbst funktioniert schon länger nicht mehr und der Funker hat sein Leben auch mit einer Plastiktüte über den Kopf beendet, aber die Zufälle hören noch lange nicht auf. Neben Antibiotika, die Gabriels Leben und Augenlicht retten oder ihn zumindest vor totaler Blindheit bewahren können, wirft er nämlich auch ein Sparschwein herunter, in dem sich Autoschlüssel und die Postion einer Karte befinden, was die beiden Flüchtigen retten könnte.
Dass das laute Schild allerdings gleichzeitig eine Warnung vor den Fallen auf dem Grundstück ist, sieht der nahezu blinde Geistliche aber leider erst, als der gute Doktor schon fast in eine Falle getreten ist, die auch Untote anlockt. Mit mehr Glück als Verstand und seinem Glauben gelingt es Gabriel dann auch ohne Sehkraft, seinen Gefährten per Pistolenschuss zu retten und kurz darauf ins Auto zu steigen. Da hört das Glück aber dann auch auf und einige Saviors entdecken sie. Insgesamt ist der Handlungsbogen wieder einmal eine Variante von Wissenschaftler trifft auf Geistigen, denn immer wieder stellt Carson Gabriels Naivität in Frage, wird aber durch besagte glückliche Zufälle Lügen gestraft. Dennoch endet die Situation nicht gut für die beiden, sondern mit einer Situation, die eigentlich öfter in „TWD“ zutreffen sollte, weil es ein schöner Tiefschlag ist. Carson wird nach der Reihe von Minitriumphen von einem namenlosen Savior im Affekt erschossen - und das, obwohl er der einzige Arzt ist und sich inspiriert durch Gabriels Glauben zur Wehr setzen wollte. Die bittersüße Bilanz ist, dass Gabriel tieftraurig ist, dass alle Mühen doch umsonst waren. Er kann ja noch nicht ahnen, dass Siddiq auf dem Weg zum Hilltop ist und Maggie wahrscheinlich wird helfen können...
Henry im Hungerstreik
Henry (Macsen Lintz), Morgan (Lennie James) und Carol (Melissa McBride) sind derweil ebenfalls im Hilltop angekommen und haben die Wache der Savior-Gefangenen übernommen. Darunter ist auch der stets provozierende und vorlaute Jared, der wieder einmal aneckt und Sonderbehandlung fordert. Er ist auch derjenige, der mit dem Tod seines Bruders zu tun hatte, was Henry jedoch nicht weiß, es aber gerne wüsste. Morgan und Carol diskutieren, ob man es ihm mitteilen sollte, wobei Morgan anfangs dafür plädiert, Carol aufgrund seines Alters dagegen. Weder er noch Morgan sind allerdings in der geistigen Verfassung, darüber zu reden, darum will sie auch die Wache übernehmen, bevor es zur Eskalation kommt und Henry noch jemanden ersticht. Durch die Gefangenen hat das Hilltop, das immer mehr Leute aufnehmen muss, ein Vorratsproblem. Denn neben den normalen Bewohnern gilt es nun auch, die Gefangenen durchzufüttern. Also muss strenger rationiert werden, während Jesus (Tom Payne), der das Gefängnis erst etabliert hat, auf Nahrungssuche ist. Doch damit noch nicht genug, die Gefangenen, darunter auch Gregory (Xander Berkeley) wollen Freigang und mehr Essen, weil sie ihr gutes Benehmen demonstriert haben. Aber haben sie das wirklich? Manche sind mehrfach weggelaufen und provozieren immer wieder. Na ja. Maggie lässt sich das durch den Kopf gehen, auch wenn sie eigentlich keine Lust darauf hat.
Volles Haus im Hilltop
Dann kommen auch Daryl und Co im Hilltop an und fallen mit der Tür direkt ins Haus. Denn die erste Botschaft gilt dem Tod von Carl, der natürlich besonders Enid (Katelyn Nacon) schwer trifft, was auch Siddiq bemerkt. Der möchte sich für die Gastfreundschaft bedanken und bietet alsbald seine Dienste als Mediziner an. Das alles scheint Maggie zur Entscheidung zu bewegen, die Knastis doch wieder wie Menschen zu behandeln oder es zumindest zu versuchen. Paarweise erhalten sie Freigang und sollen sich etwa am Ausmisten beteiligen. Die Ration bleibt aber für alle knapp. Enids Zusammenbruch hat mich berührt. Es ist schade, dass sich die beiden nicht persönlich voneinander verabschieden konnten, aber so ist das gefährliche Leben in der Zombiewelt eben manchmal. Von ihrem Abenteuer in der Oceanside haben wir allerdings in der Folge nichts weiter gehört. Später entschließt sich auch Morgan dafür, Henry ein bisschen Frieden zu geben und sagt einfach, dass es der bereits tote Gavin war, der seinen Bruder auf dem Gewissen hat. Einem Toten schiebt auch der Gefangene Gabriel die Schuld zu, als er wieder in der Sanctuary abgeladen wird, nämlich Carson.
I Brought You My Bullets, You Brought Me Your Love

Negan will von Eugene (Josh McDermitt) wissen, wie es überhaupt zur Flucht kommen konnte. Doch geschickt und verschroben wie immer redet sich Eugene heraus. Negan ist überzeugt davon, dass man die Entflohenen zurückholt und wendet seine Aufmerksamkeit stattdessen der Schlacht zu. Eugene soll die Munitionsherstellung fortsetzen und erhält dafür seinen eigenen Posten, auf dem er das Sagen hat - inklusive Masseuse Frankie (Elyse DuFour) und den Diensten von Exköchin Tanya (Chloe Aktas). Negan betont wieder einmal, dass das massenweise Erschießen von Menschen der letzte Ausweg sein sollte, will sich aber durch Eugene darauf vorbereitet wissen. Allerdings ist es wohl die Wein-und-Sandwich-Flatrate, die Eugene begeistert - eine Wahl hat er, wie so oft bei Negan, aber ohnehin nicht.
Als er in seinem Element und Herr der eigenen Domäne ist, führt er sich kurzzeitig wieder recht hochnäsig auf, beharrt darauf, dass Frankie einen Sichtschutz trägt und benimmt sich wie ein Macho, der die Frau herumkommandiert. Allerdings nur so lange, bis Negan mit besagtem Gabriel einmarschiert und Eugene klarmacht, dass Widerstand oft genug von Negan und Co niedergerungen wird. Die Produktion selbst läuft Negan nun allerdings nicht schnell genug und Eugene muss improvisieren, um seinem Chef etwas zu bieten. Also kommt er auf die Idee, zum Mittelalter zurückzukehren, was Katapulte und biologische Kriegsführung mit Köpfen, Blut und Gedärmen bedeutet. Eine Idee, in die sich Negan Hals über Kopf verliebt. Seine Ansprache lässt jedoch vermuten, dass er nicht genau weiß, wie die Infektion abläuft. Oder habe nur ich den Eindruck, dass er hier nicht weiß, dass alle auch ohne Biss beim Tode zum Beißer werden?
Stellt sich die Frage, wie Dwight mit dem Wissen umgeht und ob Gabriel versuchen wird, Eugene zu bekehren und wieder Rick zu helfen.
Fazit

Manche Ideen in der Folge Dead or Alive Or sind durchaus spannend, allein an der passenden Ausführung mangelt es. Gabriels Hans-im-Glück-Strähne etwa wird zu weit ausgereizt, um dann eine mehr als scharfe Kurve zu nehmen. Allerdings ist das Material, mit dem Gilliam da arbeiten muss, auch stellenweise sehr undankbar und zu dick aufgetragen (und manchmal auch unfreiwillig komisch). Bei der biologischen Kriegsführung wundert es fast, dass es acht Staffeln gedauert hat, bis jemand auf die Idee gekommen ist, auch wenn es direkt aus dem Comic stammt. Wie immer gilt es hier abzuwarten, wie das im Endeffekt umgesetzt wird.
Dass die Ressourcen im Hilltop knapp werden und das erst auf den letzten Drücker angesprochen oder problematisiert wird, ist ein Zeugnis davon, wie ungeeignet die sogenannten Anführer für ihre Rollen sind. Der Krieg könnte hier als Ausrede genannt werden, dennoch dürfte die Versorgung und Ernährung trotz allem höchste Wichtigkeit genießen und auch die nachhaltigen Mittel für Verpflegung müssen eindeutig bald entschieden verbessert werden. Wir werden sehen, wie die Gemeinschaft mit dem Bevölkerungswachstum insgesamt zurechtkommen wird und auch, wo es für Morgan und Carol hingeht.
Kein allzu großer Fan bin ich von Taras Verhalten, zumal es zu sehr an Dickkopf Rick erinnert und stellenweise jeglicher Logik entbehrt, genau in diesem Moment jemanden, der auch noch von taktischem Vorteil sein kann, umbringen zu wollen...
Trailer zur Episode The Key (8x12) der US-Serie The Walking Dead:
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 12. März 2018The Walking Dead 8x11 Trailer
(The Walking Dead 8x11)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 8x11
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