The Walking Dead 7x12

© zenenfoto aus der âThe Walking Deadâ-Episode âSay Yesâ / (c) AMC
Rick (Andrew Lincoln) und Michonne (Danai Gurira) sind in der The Walking Dead-Episode Say Yes diejenigen mit der gröĂten Screentime. Die beiden Turteltauben haben es sich zur Mission gemacht, Waffen und Nahrung fĂŒr ihren Deal mit den MĂŒllhaldenbewohnern zu finden, damit diese wie abgesprochen im Kampf gegen die Saviors mitmachen. DarĂŒber hinaus will auch Rosita (Christian Serratos) nicht auf der faulen Haut liegen und sucht in der unmittelbaren Umgebung von Alexandria nach SchieĂeisen, um ihre RacheplĂ€ne fortzusetzen.
Pimpern und plĂŒndern
Die Mission der beiden könnte unter dem Motto âPimpern und plĂŒndernâ zusammengefasst werden, denn zwischen der Suchmission gibt es wiederholt Zeit, um ein kleines SchĂ€ferstĂŒndchen einzulegen. Die beiden Frechdachse nehmen alles mit, was nicht angenagelt ist und klauen auch bei einigen golfspielenden Saviors ein paar - netterweise auch als solche ausgezeichnete - Batterien fĂŒr das Walkie-Talkie. Die beiden machen insgeheim den Anschein, als hĂ€tten sie keine Sorge auf der groĂen weiten Welt, etwas, was vor wenigen Wochen noch ganz anders war. Der Druck ist nun aber abgefallen und so können sie sich auch einander und ihrer Beziehung wieder hingeben.
WĂ€hrend Rick sich eine MĂŒtze Schlaf gönnt, erhascht Michonne einen wilden Hirsch, der ihr zwar entwischt, weil sie zu laut sind, aber sie auf ein Lager stoĂen lĂ€sst, das wie ein Jackpot in der PlĂŒnderolympiade erscheint. Irgendetwas ist hier vorgefallen, denn neben den Untoten in MilitĂ€runiformen und mit allerhand Schusswaffen sieht man auch andere Leichen in diesem verlassenen VergnĂŒgungspark, der wahrscheinlich nicht umsonst an „Zombieland“ erinnert. Um sich einen Ăberblick zu verschaffen geht es das Dach hoch, was sie nur motiviert, sich der Zombies zu entledigen und mit der Beute nach Hause zu fahren.
Allerdings beginnt dann die Slapstick-Partie dieses Handlungsbogens. Michonne ĂŒbt ihre ScharfschĂŒtzenfĂ€higkeiten an einer Bude und dann krachen sie durch das Dach - und freuen sich auch noch darĂŒber. Denn hier finden sie allerhand Nahrung. Palettenweise davon. „Guns and Jars indeed...“

Den Fund des Jahres zelebrieren die beiden mit einem Candle-Light-Dinner mit Truthahn und Rindfleisch aus der TĂŒte und besprechen kurz, was eigentlich der Plan ist, wenn Negan beseitigt ist. Wie wird die Welt dann gestaltet? WĂ€hrend Michonne es gut fĂ€nde, wenn Rick am Neuaufbau beteiligt wĂ€re, will er selbst eigentlich nicht, auĂer, sie hilft ihm dabei. „Awww! Get a room!“ Ach halt, ihr habt ja schon einen...
Aus Ricks Mund kommen ungewöhnliche Töne, denn er möchte den âUrlaubstripâ offenbar noch etwas ausdehnen und sich Zeit mit dem Fund nehmen. Er impliziert, dass er den anderen vielleicht nicht unbedingt von allem erzĂ€hlen muss, was sie gefunden haben. Michonne scheint zunĂ€chst zuzustimmen und lĂ€sst sich sowohl auf dieses Experiment, als auch auf Mac and Cheese mit Chili ein.
Rosita, die Renegatin
Rosita fĂ€hrt weiterhin ihre antisoziale Haltung und zieht sich selbst die FĂ€den bei ihrer Verletzung, statt Tara (Alanna Masterson) helfen zu lassen. Insgesamt will sie lieber auf eigene Faust nach Waffen suchen, statt auf die GruppenverstĂ€ndigung zu hören. Nervig an dieser Version von Rosita ist ihr Hang zum stĂ€ndigen AufzĂ€hlen von Dingen, dazu gehört etwa, wen die Gruppe verloren hat (das macht sie schon zum zweiten Mal in fast genau der gleichen Art und Weise). Liebe Autoren, etwas mehr Abwechslung, bitte! AuĂerdem ignoriert sie wieder einmal Taras Input und will alleine neue Waffen finden.
Allerdings ist sie dabei ĂŒberhaupt nicht erfolgreich und findet höchstens eine Signalpistole (oder ist es doch ein Spielzeug?) und hat nichts Besseres zu tun, als Gabriel (Seth Gilliam) dafĂŒr die Schuld zuzuweisen. Ich bilde mir hierbei eine kleine Transformation in Richtung Abraham ein („You know shit about shit!“)... Dann erhĂ€lt sie eine Lektion vom Geistlichen, der womöglich dafĂŒr gesorgt hat, dass sie jetzt noch lebt, sie aber bittet, auch an die Zukunft im Allgemeinen zu denken. Oder er bringt sie auf eine tödliche Idee mit seinem Satz âAlles ist möglich, bis dein Herz aufhört zu schlagenâ.
Tara hadert derweil merklich damit, ob sie ihr Wissen bezĂŒglich der Ocean-Side-Gruppe mit Rick und Co teilt. Sie fragt sich, was deren Leben wertvoller und schĂŒtzenswerter macht als ihres. Als GesprĂ€chspartner ist die inzwischen schon ziemlich groĂe Judith bei ihr. Somit wĂ€re ihr Verbleib, zumindest in dieser Folge, auch geklĂ€rt. TatsĂ€chlich entscheidet sie sich spĂ€ter, Rick einzuweihen.
Kommt mit mir ins Zombie-Abenteuerland, der Eintritt kostet den Verstand

ZurĂŒck zu Rick und Michonne: Die beiden sind verdĂ€chtig sorgenfrei bei ihrer PlĂŒnderungsaktion, was so natĂŒrlich nicht bleiben kann. Sie planen, die Untoten aus dem Weg zu rĂ€umen und sind sich ihres Planes, der das Umsetzen eines Autos beinhaltet, ein wenig zu sicher. Rick kĂŒmmert sich beispielsweise viel zu ungeschickt um den Walker in der Windschutzscheibe, womit wir aber immerhin die wöchentliche Splatterportion erhalten. Mit dem Beil und dem Katana sollen einige der Angreifer ausgeschaltet werden, bis die beiden nicht ganz freiwillig im Auto eingesperrt werden, weil doch nicht alles so rund lĂ€uft.
Plan B sieht eine Aufteilung vor und das Wetteifern um die Frage, wer mehr erledigt, geht weiter. Rick beim Riesenrad sieht jedoch plötzlich den Hirsch und lÀsst sich dadurch von der Hauptaufgabe ablenken, weil er seiner Freundin imponieren will (wie das eben so ist auf einer Kirmes...) und klettert das Rad hoch, um zum Schuss anzulegen. Er stellt sich aber wieder etwas tollpatschig an...
Michonne sieht das Ganze nur halb und macht sich Sorgen, dass ihm etwas Ernsthaftes passiert sein könnte. TatsĂ€chlich glaubt sie - und wir sollen es durch den Schnitt wohl auch -, dass Rick bei diesem Routineeinsatz von einer Walker-Truppe zerfleischt wird. Doch tatsĂ€chlich ist es der CGI-Hirsch (leider wieder zu deutlich als solcher zu erkennen), dem es ans Leder geht. Als Rick sich dann doch als lebendig erweist, wirft er ihr das zuvor fallen gelassene Katana zu, damit sie das Schnetzeln beenden kann. Allerdings, liebe Michonne: Schon im Kindergarten lernt man, dass man nicht mit offener Klinge auf jemanden zulĂ€uft, auch wenn man ĂŒberglĂŒcklich ist, dass diese Person noch lebt.
RIP Rick... natĂŒrlich nicht!

Zwar bin ich ein groĂer Fan von Richonne, aber die Autoren schaffen es - trotz aller MĂŒhen - nicht so ganz, die gewĂŒnschten emotionalen Effekte zu erzielen. Beziehungsweise schaffen das ab dem Plan nicht mehr. Die Szenen davor finde ich durchaus gelungen, allerdings habe ich zu keiner Sekunde geglaubt, dass das der Moment ist, in dem Rick umkommt, weswegen ein solcher meistens vergebene LiebesmĂŒh ist. Als Umdenkmoment bei Michonne im Kopf funktioniert das Ganze schon besser, denn bisher ist sie der festen Ăberzeugung, dass Rick und ihr nichts passieren könnte (etwas Ăhnliches gibt es tatsĂ€chlich auch im Comic).
Das GesprĂ€ch nach dieser Szene wiederum ist dringend nötig, weil es zeigt, dass Rick verstanden hat, auf den schlimmsten Fall mental vorbereitet zu sein. Das Verarbeiten, wenn dieser schlimme Moment eintritt, ist dann natĂŒrlich noch eine andere Sache (wir erinnern uns an Geister-Lori und das Telefon)...
FĂŒr Rick zĂ€hlt momentan im Kampf die Vision einer besseren Zukunft, die nicht unbedingt von ihm abhĂ€ngt, sondern auch durch Michonne angefĂŒhrt werden könnte, sollte es ihn erwischen. Die 63 Waffen bringen sie dann auch zu Jadis (Pollyanna McIntosh) und ihren VerbĂŒndeten, wo klargemacht wird, dass diese Zahl noch nicht reicht und die doppelte Menge benötigt wird. Schnelle Verhandlungen sorgen dafĂŒr, dass Rick und Co einige Waffen behalten, um weitere zu suchen, wĂ€hrend auch die hĂ€sslichste von ihm entwendete Katze zurĂŒckgegeben werden soll. Ja, manchmal sind die Autoren schon witzig drauf.
Rosita marschiert derweil zum Hilltop, wo sie Sasha (Sonequa Martin-Green) zielstrebig sucht und findet und mit ihr gemeinsam auf Kamikazemission gehen möchte, um Negan zu stĂŒrzen. Sasha stimmt unter der Bedingung zu, dass sie den Schuss abfeuern darf und genau dafĂŒr hat Rosita ein neues ScharfschĂŒtzengewehr dabei. Mit den Informationen von Daryl zur Sanctuary und der Karte von Jesus wollen sie ihr GlĂŒck also versuchen, wohl wissend, dass sie sich nicht erwischen lassen dĂŒrfen, weil sonst die Saviors sie als Geiseln und Informationsquelle ausnutzen wĂŒrden.
Fazit

Die The Walking Dead-Episode Say Yes dient dazu, die Beziehung von Rick und Michonne zu stĂ€rken und das Band der beiden enger zu schnĂŒren, aber auch, um zu artikulieren, dass die Zukunft nicht alleine an Rick hĂ€ngt. Interessant wĂ€re es, wenn die Autoren hier eine Welt nach Rick Grimes vorbereiten wĂŒrden. Aber, dass es je dazu kommt, ist zu bezweifeln. Mutig wĂ€re es allerdings...
Das Fake-out rund um Rick ist in gewisser Weise wieder Ă€rgerlich, ermöglicht aber erzĂ€hlerisch einige Entwicklungen, die das ganze Ărgernis verzeihen lassen. Denn niemand dachte hier wohl, dass dies wirklich das Ende von Rick wĂ€re...
Rositas Entwicklung ist an sich okay, aber die Autoren schreiben sie bisweilen leider wie ein One-Trick-Pony, dessen Eigenheiten - zumindest mir - gerade ein wenig auf den Nerv gehen. Sie sagt zwar nicht viel, aber diese stÀndigen AufzÀhlungen, die cool wirken sollen, verfehlen ihren Effekt. Immerhin ist das Team-up mit Abrahams anderer Ex als Racheengel vielversprechend, da wir Sasha bisher als sehr fÀhigen Sniper erlebt haben.
WĂ€hrenddessen ringt Tara sich dazu durch, Rick und Co zu helfen. Was genau sie sagen wird, erfahren wir wohl erst in der kommenden Episode und ebenso, ob es die richtige Entscheidung ist. Das Jonglieren der vielen Gruppen geht aktuell auf Kosten der Screentime der Savior, die wir dafĂŒr in der ersten Staffel schon ausgiebig gesehen haben. Ohnehin funktioniert Negan in kleinen Dosen offenbar besser als in 15-minĂŒtigen Monologen - zumindest in der TV-Version. Dennoch ist fraglich, ob es mehr als fĂŒnf Gruppen in diesem Konflikt braucht und ob man jeder von ihnen gerecht werden kann oder manche wieder nur als Kanonenfutter enden...
Trailer zur Episode Bury Me Here der US-Serie The Walking Dead (7x13):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 6. MĂ€rz 2017The Walking Dead 7x12 Trailer
(The Walking Dead 7x12)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 7x12
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?