The Walking Dead 7x08

© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „Hearts Still Beating“ (7x08) / (c) AMC
Die The Walking Dead-Episode Hearts Still Beating schließt das erste Negan-Kapitel ab, was aber nicht bedeutet, dass der wahnsinnige Anführer der Saviors bereits besiegt ist. Weit gefehlt: Aktuell fehlen den Überlebenden rund um Rick (Andrew Lincoln) weiterhin jegliche Mittel, um ihm Einhalt zu gebieten. Von Waffen, über Munition und bis hin zu Kampfkraft - in allem ist er haushoch überlegen. Auch Alleingänge nützen wenig, wie manche Figur in der aktuellen Folge lernen muss.
Maggie for President
Im Hilltop steigt das Ansehen von Maggie (Lauren Cohan) nach der Rettungsaktion gegen die Saviors rapide an, auch wenn Gregory (Xander Berkeley) das nicht wahrhaben will und Maggie rät, sich das nicht zu Kopf steigen zu lassen. Alle andere scheinen voll auf den Maggie-Zug aufgesprungen zu sein und drücken ihre Wertschätzung in Geschenken sowie in frischem Apfelkuchen aus. Enid (Katelyn Nacon) merkt derweil ziemlich schnell, dass Sasha (Sonequa Martin) Maggie anflunkert und erfährt von ihrer Absprache mit Jesus.
Gleichzeitig macht sie deutlich, dass sie nicht die einzige ist, die ihn loswerden will. In gewisser Weise legt sie ihr nahe, einen Alleingang hintanzustellen. Ihre Unterstützung will Sasha nicht, weil sie überzeugt ist, dass Maggie in einer Anführerposition wichtiger ist und man sie deswegen beschützen müsse, wobei Enid hilfreich sein könnte.
Eine Bootsfahrt, die ist gruselig...

Rick ist mit Aaron (Ross Marquand) damit beschäftigt, das Hausboot auf seine Güter zu untersuchen. Doch zunächst muss der See der Untoten erfolgreich überquert werden, wozu nur ein löchriges Boot und die Warnschilder des Bewohners als Ruder zur Verfügung stehen. Rick bietet Aaron einen Alleingang an, doch bekanntlich sitzen alle im selben löchrigen Boot (sorry, der musste sein).
Die ganze Exkursion dient eigentlich nur für einen kurzen Panikmoment und dafür, dass Aaron Rick seine volle Rückendeckung gibt und zeigt, wie sehr er bereit ist, sich für das Wohl der Gruppe zu opfern - anders als etwa ein gewisser Spencer (Austin Nichols). Immerhin gibt es eine Wagenladung Waffen ohne Munition und die beiden werden von einer mysteriösen Figur beobachtet, die auch noch einmal am Ende der Folge in Erscheinung tritt und ihnen bis nach Alexandria gefolgt ist.
Daryl liebt Erdnussbutter und die Freiheit

Daryl (Norman Reedus) wagt den Fluchtversuch, den ihm in der letzten Folge jemand ermöglicht hat, wobei Dwight (Austin Amelio) oder Sherry (Christine Evangelista) wegen der Ortskenntnis wohl die Hauptverdächtigen sein dürften. Zwischenzeitlich versteckt er sich in Dwights Zimmer, in dem er nicht nur ein neues Shirt und köstliche Erdnussbutter findet, sondern auch die Figuren aus Always Accountable, die wohl eine tiefere Verbindung für Negans rechte Hand haben.
Wegen eines Spieleabends mit reichlich Zigaretten und Alkohol kommt Daryl ungesehen davon. Allerdings trifft er draußen auf Fat Joey (Joshua Hoover), der verspricht, ihn nicht zu verpfeifen, weil er selbst nur versucht, sich durchzuwieseln. Doch Daryl zeigt keine Gnade, lässt seiner Wut freien Lauf und schnappt sich nach dem Mord an Joey Ricks Waffe, die der Savior bei sich hatte. Glücklicherweise ist Jesus (Tom Payne) ebenfalls zur Stelle, so dass Daryl diesmal auch tatsächlich entkommen kann.
Richards Bitte
Obwohl Carol (Melissa McBride) in ihrem neuen Zuhause nahe des Kingdoms eigentlich ungestört bleiben will, bringen ihr immer wieder Leute Verpflegung, um nach ihr zu schauen. Nach Ezekiel schauen nämlich noch Morgan (Lennie James) und Richard (Karl Makinen) vorbei. Während es bei Morgan so scheint, als wolle er nur schauen, ob Carol noch da ist, hat Richard eine ernsthafte Bitte.
Er will die beiden zum Widerstand gegen die Saviors aufrufen. Zwar hat Ezekiel damals einen friedlichen Deal ausgehandelt, doch Richard ahnt, dass dieser Frieden irgendwann vorbei sein wird und das Kingdom dann teuer dafür bezahlen muss. Doch weder Morgan noch Carol wollen sich in die Auseinandersetzung einmischen (und wissen immer noch nicht, dass es auch Opfer aus ihren Reihen gab). Auch, als es darum geht, ihren Einfluß auf Ezekiel auszuüben und ihn zu überzeugen, winken sie ab, was Richard sichtlich enttäuscht.
Find a way to win

Michonne will gar keinen Alleingang, sondern bezweckt mit der Entführung der Saviors-Frau den Fund einer Schwachstelle - und den Fund einer Möglichkeit, wie man die Oberhand gewinnen kann. Ihre Geisel jedenfalls möchte nicht mehr weiterleben und rät ihr, das Auto zu zerstören und sie mit einem Schalldämpfer zu erschießen, nachdem sie ihr zeigt, was sie wollte: den Weg zur Sanctuary.
Spaghetti und Lemonade
Negans (Jeffrey Dean Morgan) psychotische Ersatzpapanummer für Carl (Chandler Riggs) geht damit weiter, dass er ihm zeigt, wie man sich rasiert. In Wirklichkeit hatte Morgan den Bart, weil er damals noch für die Serie The Good Wife drehte und ihn nicht rasieren konnte, um auszusehen wie sein Comicgegenstück. Nun tut er es also.
Die Geiselhaft geht auch für Olivia (Ann Mahoney) weiter, die Rick verprochen hatte, Baby Judith im Auge zu behalten. Sie lehnt deswegen auch Taras Hilfe ab. Negan möchte eigentlich mit dem „Festessen“ warten, bis Rick kommt und lässt Carl ein Extragedeck auflegen, doch der lässt auf sich warten. Lucille hat übrigens einen eigenen Platz und hungert, weswegen Negan dann ohne Rick loslegt.
One bullet
Rosita (Christian Serratos) lässt sich auch von Pater Gabriel (Seth Gilliam) nicht von ihren Racheplänen abhalten und zählt auf, wer alles kämpfen könnte, sollte sie scheitern. Der Schmerz über den Verlust von Abraham und Glenn sitzt tief und sie hat, weil sie nur eine Patronenhülse gefunden hat, nur die eine Chance.
My name is Spencer Monroe
Spencer plant seinen großen Coup und möchte Negan die von ihm gefundenen Vorräte als Aufmerksamkeit zukommen lassen. Die Saviors inspizieren dabei alles genau. Später übt er vor dem Spiegel, wie er am besten mit Negan spricht. Obwohl sie zugibt, ihn nach der Beziehung mit Abraham ausgenutzt zu haben, versucht Spencer erneut, bei Rosita zu landen und ringt ihr ein Abendessen ab. Läuft bei ihm? Nur bedingt.
Mit einem guten Tropfen wird er bei Negan vorstellig und versucht, ihm das Projekt „Spencer Monroe, neuer Anführer“ zu unterbreiten. Negan hört ihm dabei erst einmal zu und genießt den Gratisalk. Allerdings scheint er die Vorzüge von Alexandria mehr zu genießen als Spencers Gesellschaft. Wie der Zufall es will, hat Spencer einen Pooltisch bei sich zu Hause, der jedoch wegen des schönen Tages ins Freie versetzt wird. Ganz Alexandria kommt dazu und beobachtet, wie Spencer Ricks Kontributionen schlechtmacht und ihm die Schuld für seine persönliche Misere (immerhin hat er alle Verwandten verloren) zuschiebt.
It takes guts

Doch anders als Rick, der sein Leben riskiert, damit Negans Quote erfüllt wird, macht es sich Spencer einfach und schleimt sich ein, was Negan überhaupt nicht mag. Denn er habe einfach keine guts, was im Englischen ja neben den Innereien auch so etwas wie Mut oder Schneid bedeutet. Weswegen er ihn vor versammelter Mannschaft ersticht und sein Innerstes in einer ziemlich ekligen, aber aus den Comics bekannten Szene, nach außen kehrt. Insgesamt ist vieles, was Negan in dieser Episode sagt, wieder sehr nah am Comic dran (minus F-Wörter), weswegen es für Comickenner vielleicht nicht ganz so spannend ist, was hier passiert.
Beim Poolspiel gibt es einige Änderungen. Zunächst, dass es überhaupt stattfindet und dass die Szene im Freien spielt und alle Bewohner bei der Unterhaltung zuschauen. Hier geht man von Autorenseite wohl einfach davon aus, dass sich ohnehin niemand traut, bei der Überzahl der Saviors Gegenwehr zu leisten. So verschmilzt man direkt mehrere Szenen aus der Vorlage. Rosita zieht danach nämlich ihre Waffe und versucht, Negan zu erschießen, erwischt aber nur Lucille (im Comic ist die Situation anders, weil andere Figuren involviert sind).
Ähnlich wie im Staffelauftakt bei Daryl, der sich aufbäumt, wird auch Rosita verschont, aber jemand anderes umgebracht, nämlich Olivia. Rosita kommt mit einer Narbe an der Wange davon.
Nach Spencers Ermordung kehrt auch Rick zurück, der sich um einen von den Saviors verprügelten Aaron kümmern musste, weil die einen Zettel missverstehen. Er fragt Negan, was das Ganze soll. Allerdings wird er schnell darüber aufgeklärt, was Carl und Spencer sich geleistet haben und kann sich laut Negan glücklich schätzen, dass er so einfach davonkommt.
Der Anschlagsversuch schürt Negans Interesse, weil er bemerkt, dass die Kugel Marke Eigenbau ist. Er gibt so lange keine Ruhe, bis er weiß, wer sie hergestellt hat. Er kann sich denken, dass es nicht Rosita selbst ist. Als Tara sich opfern will, gesteht Eugene (Josh McDermitt) und soll mit Negan in die Sanctuary mitgehen. Während Spencer zum Untoten wird, kassiert Rick also eine weitere Niederlage und muss Verluste in den eigenen Reihen hinnehmen.
March of the Resistance

Rick merkt, dass viele seiner Begleiter bereit sind, Widerstand zu leisten. Die Aktionen rund um Aaron, Spencer, Eugene, Olivia und Carl haben ihm vor Augen geführt, dass Negan immer auftauchen und Forderungen stellen kann. Als Michonne ihn in der von Morgan gebauten Zelle anspricht, appelliert sie an seinen Kampfgeist. Sie betont zwar, dass die Saviors in der Überzahl sind, aber bemerkt, dass sie diejenigen sind, die sonst alles schaffen können und für alle kämpfen müssen, um die Schreckensherrschaft zu beenden. Das weiß Rick nun auch. Gemeinsam mit allen, die sich aktiv aufgebäumt haben - Carl, Tara, Michonne und Rosita -, besucht er die Hilltop-Kolonie, um Maggie zu sehen, die bereits nach Glenns Tod den Kampf aufnehmen wollte. Der alte Rick ist wieder da.
Nach einigen freudigen Wiedersehen und viel anerkennendem Zugenicke soll also ein Plan gefasst werden. Mindestens Sasha, Enid, Maggie, Jesus und auch Daryl sind dabei. Letzterer hat Ricks Colt für ihn dabei. Ein Zeichen, dass einige Schlachten zwar verloren wurden, der Krieg aber gerade erst anfängt.
Außerdem entschuldigt er sich bei Maggie, denn er hätte direkt auf sie hören sollen. Wird sie nun zum neuen Mastermind und Anführer im Kampf gegen Negan? Es sieht fast so aus, als würde Rick abdanken. Taktisch gar nicht mal so unklug, solange Negan denkt, dass Maggie tot ist und man sie versteckt hält, wobei Gregory und sein Plappermaul hier das größte Risiko darstellen - und die Saviors sind ihn auch als Anführer gewöhnt. Wir werden sehen, wie der Plan aussieht...
Fazit
Auf einer versöhnlichen Note des erweckten Widerstands endet also die erste Staffelhälte der siebten Staffel, die sehr stark von zwei Dingen geprägt ist: Negan und der immer größer werdenden Welt mit ihren verschiedenen Ortschaften und Führungsstilen. Allerdings gibt es momentan keine Community, die nicht schon mit den allgegenwärtigen Saviors zu tun hatte, weswegen es auf der Hand liegt, dass ein Bündnis und ein offener Krieg kommen müssen.
Zwar gibt es wieder einige Verluste in Ricks Reihen, doch als Staffelfinale mit Überlänge hat die Folge nur bedingt beeindruckt, weswegen ich etwas härter in der Bewertung mit ihr ins Gericht gehe.
Ich bin enttäuscht über Carols Entwicklung und die wenige Screentime für die Leute im Kingdom, wobei ich mir hier vorstellen kann, dass man sie auf Standby halten will und sie noch als Ass im Ärmel verkauft. Irgendetwas muss bei Carol noch passieren, dass sie aktiviert wird, sonst wäre dieser Exkurs verschenkt.
Dass die „Arbeit“ für Negan ein Kampf gegen Windmühlen ist, zeigt die Story rund um Rick und Aaron, die ihr Leben für nichts und wieder nichts riskieren, wenn ihnen ihre Beute ohnehin sofort abgeknüpft wird und zum Dank noch einer verprügelt wird. Dass Rick etwas versteckt hat, scheint unwahrscheinlich, da sein Sinneswandel erst nach dem Gespräch mit Michonne vollständig vollzogen ist.
Daryl entkommt nach so langer Zeit der strengen Bewachung und Demütigung durch eine ziemlich Lappalie, wobei man davon ausgehen kann, dass Dwight nach der erneuten Bestrafung durchs Eisen langsam ebenfalls genug von Negans Methoden hat.
Positiv ist, dass die einzelnen Gruppenmitglieder nach ihren gescheiterten Einzelgängen merken, dass eine Absprache nötig ist, um Negan und seiner Streitmacht auch nur ansatzweise gefährlich werden zu können. Ebenso merken sie, dass sie dann erfolgreich sind, wenn sie an einem Strang ziehen. Nur reicht eine Gruppe allein eben nicht aus. Ein großes Bündnis muss her.
Negan ist aktuell übermächtig, weswegen es eine Herausforderung wird, seine Schwachstellen auszumachen. Vielleicht weiß Daryl nun mehr, er müsste nur auch mal den Mund aufkriegen.
Trailer zur zweiten Hälfte der siebten Staffel der US-Serie The Walking Dead (ab 7x09):
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 12. Dezember 2016The Walking Dead 7x08 Trailer
(The Walking Dead 7x08)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 7x08
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