The Walking Dead 7x06

The Walking Dead 7x06

Als Zuschauer der siebten Staffel von The Walking Dead fragt man sich so langsam, wie viele Gemeinschaften es wohl noch da draußen gibt. In Swear lernen wir noch eine kennen, die ein Ă€hnliches Schicksal wie manch andere teilt.

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „Swear“ (7x06) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „Swear“ (7x06) / (c) AMC

Sehr lange ist es her, seit wir in The Walking Dead die Figuren Tara (Alanna Masterson) und Heath (Corey Hawkins) gesehen haben. Die hatten sich zum Ende der sechsten Staffel fĂŒr einen ausfĂŒhrlichen suppy run verabschiedet, der circa zwei Wochen dauern sollte. In der Episode Swear gibt es nun das Wiedersehen und die schnelle Gewissheit, dass es kaum noch etwas zu „looten“ gibt.

DarĂŒber hinaus ist die Stimmung bei Heath am Tiefpunkt - sowohl moralisch wegen des eiskalten Mordes an den Saviors als auch wegen der geringen Ausbeute bei ihrem Ausflug, denn außer Ocra und einer mickrigen Flasche Aspirin ist kaum etwas zu finden.

Tara will die Hoffnung nicht aufgeben und denkt, dass durch den Deal mit dem Hilltop fĂŒr Nachschub gesorgt wird - weiß dabei aber natĂŒrlich noch nicht, wie dramatisch sich alles fĂŒr Alexandria geĂ€ndert hat. Heath zweifelt durch die Blume wohl auch den Zusammenhalt der Gruppe an, denn, wenn es hart auf hart kommt, steht sich jeder wohl nur selbst am nĂ€chsten.

Doch sie machen weiter und suchen jeden möglichen Fleck ab. Hoffnung macht ein kleines Fleckchen inklusive Zelten und Sandberg. Doch der Berg ist nicht ohne Grund aufgetĂŒrmt, sondern verbirgt Untote, die Tara und Heath angreifen. Die beiden werden getrennt, weil Tara von der BrĂŒcke fĂ€llt und am Strand wieder aufwacht. Da finden wir sie dann am Episodenanfang.

Chronolo-Wie?

Wieder einmal haben sich die Autoren entschieden, mit der Chronologie zu spielen und auch mit der LauflĂ€nge, denn diese Episode lĂ€uft rund 50 Minuten und widmet sich dabei vordergrĂŒndig Tara, die nach der Trennung von Heath Bekanntschaft mit einer neuen Gruppe macht. Eine Regel dieser Gruppe besagt, dass Fremde, die sich in ihr Gebiet verirren, getötet werden, da Erfahrungen aus der Vergangenheit ein großes Trauma hinterlassen haben.

GlĂŒcklicherweise fĂŒr Tara ist eine davon Cindy, die nicht unbedingt viel von dieser Regel hĂ€lt. Ihre jĂŒngere Begleitung Rachel, die wohl noch nicht ĂŒber so viel AbstraktionsfĂ€higkeit verfĂŒgt, muss sie demnach etwas bremsen. Das Geheimnis der ĂŒberlebenden Tara bleibt also erst einmal ihres und die beiden bringen sie in den Schatten.

Doesn't Matter. We're supposed to.

Doch Cindy kann es nicht lassen und kehrt spĂ€ter mit Verpflegung (Wasser, frischer Fisch) und einem Speer zu ihr zurĂŒck. Tara stellt sich jedoch bewusstlos und folgt alsbald Cindy in ihre Heimat. AuffĂ€llig ist dabei, dass hier nur Frauen anwesend sind, die aber allesamt anpacken und sich augenscheinlich selbst sehr gut versorgen können. Dabei löst Taras Anwesenheit bald die Alarmbereitschaft der Frauen aus, die dann schnell zur Waffe greifen und sie ausfindig machen, wobei sich Tara zunĂ€chst ganz gut behauptet kann. Bis sie der kleinen Rachel begegnet, die auf der Lizzie-Judith-Skala eher in Richtung Lizzie tendiert. Wieder einmal - und nicht das letzte Mal - rettet Cindy Tara vor dem sicheren Tod, als Psycho-Rachel auf sie zielt. Doch ganz so kaltblĂŒtig wie gedacht ist die Gruppe dann doch nicht.

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Willkommen in Oceanside, Virginia!

Szenenfoto aus der %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Swear%26ldquo; (7x06) © AMC
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Tara wird von Natanya, der AnfĂŒhrerin, sowie Katie und Beatrice zu ihren HintergrĂŒnden befragt, wobei auch zur Sprache kommt, dass die Glocken, die man stĂ€ndig hört, dafĂŒr sorgen, dass die Untoten hier kein allzu großes Problem darstellen, weil sie so aufgestellt sind, dass sie sie immer wieder fortlocken.

Tara selbst ist durch Ricks harte Bullshit-Schule gegangen und tischt den Damen ein schönes MĂ€rchen auf. NĂ€mlich, dass sie zuvor jahrelang auf einem Fischerboot gearbeitet hatte, kann aber kaum drei glaubhafte SĂ€tze aneinanderreihen, ohne dass sie sich selbst entlarvt, denn ihr fehlt schlichtweg das Fachvokabular. Darum rĂŒckt sie mit einer AnnĂ€herung der Wahrheit heraus, bleibt aber noch so vage, dass die Gruppe nicht unbedingt zur Gefahr fĂŒr Alexandria werden kann. Eigentlich möchte sie nur Heath finden und verschwinden, doch das kann die Gruppe, die sĂ€mtliche MĂ€nner ĂŒber zehn Jahren an die Saviors verloren hat, nicht - ohne sich selbst zu gefĂ€hrden - zulassen.

Deswegen gibt es auch besagte Regel, dass Fremde ausgeschaltet werden und dass man lieber vorsichtig als nachsichtig ist.

Es war eigentlich fast nur eine Frage der Zeit, bis man auch solch einer Gruppe begegnet, deren Vorsicht man aufgrund des erlebten Traumas sehr gut nachvollziehen kann. Durch ihre NĂ€he zum Ozean können sie sich gut selbst versorgen, wenn denn geheim bleibt, wo und wie sie leben. Dazu konnten sie sich eine ausreichende Zahl von Waffen sichern, die zumindest zur Selbstverteidigung gegen kleine Gruppen genug sein sollten und fĂŒr den Kampf gegen Untote gibt es die bewĂ€hrten Speere, die auch fĂŒrs Fischen benutzt werden können. Ebenfalls sehr schlau: Man sagt sich vorher Bescheid, wo man hingeht (woran sich Cindy nicht immer hĂ€lt), damit Wege nachvollzogen werden können und Suchtrupps wissen, wo eine potentiell vermisste Person sein könnte.

Das GesprĂ€ch scheint sich in die Richtung zu drehen, dass es eine Kooperation zwischen Oceanside und Alexandria geben könnte, denn Tara glaubt, dass durch den outpost der Saviors diese kein Problem mehr darstellen, weswegen sie schĂ€tzt, dass sie zwei guides zur BrĂŒcke bringen, wo sie Heath verloren hat. Doch es ist nur ein weiterer Hinterhalt. Von Beatrice erfĂ€hrt sie, dass die Saviors nĂ€mlich nicht nur ein outpost, sondern eine schier unberechenbare Streitkraft mit multiplen Posten, der man offenbar nur schwer entkommen kann, sind.

Die meisten der Gruppen mussten fĂŒr eine Begegnung mit ihnen teuer bezahlen und, wie es scheint, sind Rick und Co mit zwei bis (wenn man Denise dazu zĂ€hlt) drei Opfern noch gut davongekommen. Bei der Oceanside wurden alle (!) MĂ€nner systematisch hingerichtet und auch andere Verluste, etwa eine Tochter, werden von Natanya erwĂ€hnt. Tara soll das Geheimnis rund um die Organisation und den Standort mit ins Grab nehmen, kann aber flĂŒchten und wird kurze Zeit spĂ€ter erneut von Cindy gerettet.

The Last of Us

Cindy unterscheidet sich stark von den sonst verstörten und verĂ€ngstigten Frauen und erinnert an die Frauen aus Alexandria, die die Unterjochung durch Negan nicht so einfach auf sich sitzen lassen wollen. Ich könnte mich hier weit aus dem Fenster lehnen und vermuten, dass sie vielleicht lesbisch sein könnte, aber Hinweise darauf gibt es in der Episode eher keine. Außer der Frage, warum sie so anders als der Rest ist - also warten wir lieber noch etwas ab...

In einer Sequenz, die auch vom Aufbau an einen Abschnitt aus dem Videospiel „The Last of Us“ erinnert, kĂ€mpft sich Tara dann durch die BrĂŒcke, wĂ€hrend die begabte SchĂŒtzin Cindy sich um die Sand-Walker kĂŒmmert. Zumindest, bis ihr die Munition ausgeht. Die SchĂŒtzenhilfe ist genug und Tara kann den RĂŒckweg nach Alexandria antreten.

Kurz darauf glaubt sie, den toten Heath zu sehen, doch es handelt sich - zufÀlligerweise - nur um eine Frau mit Rastafrisur, wÀhrend frische Reifenspuren andeuten, dass Heath davongekommen sein könnte. Vielleicht ist er auch in Richtung 24: Legacy unterwegs - sein Schicksal bleibt jedenfalls offen, womöglich auch, weil die Autoren nicht schon wieder eine Figur afroamerikanischer Herkunft töten wollen. Beim Schnitt zwischen Rettung in der Gegenwart und der Auflösung in der Vergangenheit musste ich jedenfalls zweimal schauen. Das hÀtte man sicherlich auch etwas eindeutiger gestalten können.

Relativ sorgenfrei lotet Tara noch ein wenig allein und findet einen Bobble-Head und eine fesche Sonnenbrille, ehe sie in Alexandria von Eugene (Josh McDermitt) weinend empfangen wird und wahrscheinlich alle schlechten Neuigkeiten der jĂŒngeren Vergangenheit auf einmal erfĂ€hrt. Nebenbei gesagt frage ich mich, warum stets der nur begrenzt fĂ€hige Eugene Wache schiebt. ErklĂ€ren kann man das in diesem Fall wohl damit, dass er und Tara vor kurzem durchaus eine Freundschaft aufgebaut haben, aber rein aus SicherheitsgrĂŒnden sollte man eine besser geeignete Wache postieren.

Es ist ziemlich bitter fĂŒr Tara, dass sie die gesamten Strapazen auf sich genommen, ihr Leben riskiert und kaum verwertbare VorrĂ€te gefunden hat und dann noch von dem Tod ihrer Freundin erfahren muss. Als die rachgierige Rosita sie sieht, möchte sie erfahren, ob sie irgendwelche Waffenlager gesehen hat, doch sie hĂ€lt sich an Cindys Versprechen und hĂ€lt die Oceanside-Community geheim - vorerst. Sie kennt es einfach zu gut, wenn man eine andere Gruppe ĂŒberrascht, nur weil jemand (beispielsweise der Governor) etwas behauptet. Zum Schutz von Cindy dĂŒrfte sie sich wohl daran halten. Auch Heath hatte ja Andeutungen in eine Ă€hnliche Richtung gemacht.

Fazit

Szenenfoto aus der %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo;-Folge %26bdquo;Swear%26ldquo; (7x06) © AMC
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Ich war zunÀchst skeptisch, als aus dem Ausflug von Heath und Tara eine Tara-bezogene Episode wurde - und ja, wahrscheinlich hÀtte man insbesondere den Anfang etwas dynamischer gestalten können. Ich hÀtte in Swear auch das Spiel mit der chronologischen Abfolge nicht unbedingt gebraucht.

DafĂŒr finde ich das Konzept der Oceanside-Community, auch wenn es wie so vieles in „TWD“ auf tragischen Ereignissen basiert, relativ interessant. Beachtenswert ist, dass die von Frauen organisierte Gruppe wohl mit die striktesten Regeln hat und dass verstĂ€ndlicherweise nicht jeder Interesse hat, sich gegen Negan aufzubĂ€umen, wenn man auch so - also vor allem durch den Fischfang - gut ĂŒber die Runden kommen könnte.

Die Episode bestĂ€rkt wieder einmal den Trend, den man in dieser StaffelhĂ€lfte zu sehen bekommt: Die Widerstandsimpulse gegen Negan kommen vordergrĂŒndig von den Damen. Tara reiht sich bei Maggie, Sasha, Rosita, Michonne, Enid und vielleicht noch Carol ein. Wobei bei Tara abzuwarten ist, wie der Tod von Denise sich auf ihr GemĂŒt auswirken wird und wie lange sie Oceanside wirklich geheim halten kann.

Bemerkenswert ist außerdem, dass die Macher tatsĂ€chlich so viele neue Gruppen eingefĂŒhrt haben und die Welt von „TWD“ immer grĂ¶ĂŸer wird. Nun mĂŒssen sie nur noch die Kurve kriegen und fĂŒr das Halbstaffelfinale auf einen kleinen Höhepunkt zusteuern. Ich habe ein paar Zweifel, dass die schiere Anzahl von Figuren dabei gut balanciert eingesetzt wird, werde mich aber gerne eines Besseren belehren lassen, wenn es dazu kommt.

Trailer zur nÀchsten Episode, Sing Me a Song (7x07), der US-Serie The Walking Dead:

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 28. November 2016

The Walking Dead 7x06 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 6
(The Walking Dead 7x06)
Deutscher Titel der Episode
Der Schwur
Titel der Episode im Original
Swear
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 27. November 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 28. November 2016
Autor
David Leslie Johnson-McGoldrick
Regisseur
Mike Satrazemis

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 7x06

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