The Walking Dead 7x03

The Walking Dead 7x03

Die The Walking Dead-Episode The Cell stellt erneut nur einen kleinen Figurenkreis in den Fokus und beleuchtet dabei aber eine uns bisher nur wenig bekannte Gruppe. Im Mittelpunkt stehen Negan, Daryl und Dwight.

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) / (c) AMC
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) / (c) AMC
© zenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) / (c) AMC

Willkommen in Negans Sanctuary! Die The Walking Dead-Episode The Cell zeigt uns zum ersten Mal, wie der AnfĂŒhrer der Saviors so haust und stellt einige Regeln vor, nach denen er lebt und leben lĂ€sst. Ganz oben steht: Der Herrscher bin ich.

Wer ist hier der Boss?

Diese rhetorische Frage stellt sich eigentlich nicht, denn alles hat sich Negan unterzuordnen. Dwight (Austin Amelio) hat diese Botschaft verinnerlicht wie kein zweiter, genießt dafĂŒr aber auch gewisse Privilegien, wie immer reichhaltiger werdende Sandwiches (mit Senf, Gurken, Tomaten - und sogar Eiern). Da kann man auch jedes Mal auf die Knie gehen, wenn Negan vorbeikommt, oder? Der Soundtrack mit dem Lied „Town Called Malice“ von The Jam passt herrlich in diese merkwĂŒrdige Situation, genauso wie der Rest der Songs, die diesmal im Angebot sind.

Gefangene bekommen dagegen die Sparversion des Essensangebots. Einer davon ist Daryl, der ein Brot mit Hundefutter bekommt, mit fröhlicher Musik bombadiert („Easy Street“ von The Collapsable Hearts Club) wird und zunĂ€chst nackt in seiner Zelle schlĂ€ft, mit der Absicht, seinen Kampfgeist zu brechen. Einem Mann wie Daryl, der auch WĂŒrmer oder Eichhörnchen isst, wenn nichts anderes da ist, dĂŒrfte das Hundefutter auch nicht weiter stören, auch wenn die ErnĂ€hrung auf Dauer sehr einseitig ist.

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03)
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) - © AMC

So wiederholt sich das Spiel wieder und wieder. Doch wÀhrend Daryl nicht weich wird, scheint die Gegenseite zumindest ein bisschen nachzugeben, denn immerhin kriegt er Kleidung. Negans Interesse, ihn am Leben zu erhalten, ist also tatsÀchlich da. Nicht vergessen darf man, dass Daryl noch an einer Schussverletzung laboriert, die nie richtig behandelt wurde, ehe ihn Dwight in Gefangenschaft genommen hatte und er Teil des Todes-Line-ups geworden war.

Nach einigen Tagen darf er sich Dr. Carson (Tim Parati) prĂ€sentieren, der meint, dass Negan ihm gestattet, sich um die Verletzung zu kĂŒmmern, wenn er zu kooperieren beginnt. In der Sanctuary wird jedenfalls wenig dem Zufall ĂŒberlassen, nicht nur ist alles und jeder Negan, sondern die Wachen sind minutiös um strikte Übergaben bemĂŒht.

Einzig Sherry (Christine Evangelista), Dwights Exfrau, scheint eine gewisse Narrenfreiheit zu genießen und kommt immer wieder in Kontakt mit Daryl, dem sie in der Folge Always Accountable zuerst begegnete, dabei ausnutzte und seine Sachen klaute. SpĂ€ter in der aktuellen Folge erfahren wir noch ihre genauen HintergrĂŒnde.

I am Negan

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03)
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) - © AMC

Dwight ist so sehr indoktriniert, dass er glaubt, es wĂŒrde Daryl entgegenkommen, wenn er sich Negan hingibt. Denn es gibt drei Optionen in Negans Reich: Zombiefutter, ein Punktesystem (das noch genauer erklĂ€rt werden muss, aber sicherlich nichts mit Abnehmprogrammen zu tun hat) oder man wird treu ergebener Diener. Daryl weigert sich weiter und versucht alles, um seine ZellentĂŒr zu zerstören.

Eine weitere Regel in Negans Etablissement: Es herrscht freiwillige Polygamie, damit einhergehen dann natĂŒrlich auch gewisse Privilegien fĂŒr die Teilnehmerinnen, wie man wohl deutlich an Sherry sieht. Dabei ist die vorherige Einwilligung ein zentrales Wort, was man im Hinterkopf behalten sollte.

Dennoch lehnt Dwight das Angebot, sich zu bedienen, ab und verfolgt lieber einen einkommenden Auftrag bezĂŒglich eines entlaufenen Bewohners.

FĂŒr Daryl bedeutet Dwights Fortbleiben, dass sich am stĂ€ndig wiederholenden Prozess etwas Ă€ndert und er wittert seine Chance zur Flucht. Doch genau darauf scheint Negan gesetzt zu haben und es handelt sich um einen weiteren Test. Daryl versucht direkt, auf einem Motorrad davonzukommen, doch daraus wird nichts, weil die Savior sofort da sind - und auch Negan ist nicht weit.

Negan ist enttĂ€uscht und stellt noch einmal die drei Optionen klar und dass Daryls Leben sehr viel cooler hĂ€tte werden können. Daryl jedoch bleibt standhaft und kann selbst Lucilles Schwung abwehren, bevor es schmerzhaft wird, was Negan auf kranke Weise imponiert. Andere Menschen in Daryls Position wĂ€ren wahrscheinlich schon lange tot, doch hier zeigt er sich großzĂŒgig, lĂ€sst den Rest aber dennoch auf ihn einprĂŒgeln, damit er nicht ungestraft davonkommt.

Everything is or will be his

Dwight riskiert derweil sein Leben, um den FlĂŒchtigen einzukassieren. Zwar wird einmal gesagt, dass er inzwischen einer der besten MĂ€nner ist, aber dennoch scheint es fahrlĂ€ssig, einen einzigen loszuschicken. So fĂ€llt auch fast ein Untoter, wohl ein Opfer eines Verkehrsunfalls, wie die kaputte BrĂŒcke suggeriert, auf ihn.

Einige Schrammen und ein kaputter Drahtesel spĂ€ter findet Dwight sein Ziel, der selbst fast ein Bissopfer wird. Der Mann hĂ€lt es in seiner alten Heimat nicht mehr aus, was Dwight sicherlich nachvollziehen kann, schließlich war er exakt in der Situation, als er auf Daryl traf. Der Unterschied: Er hat niemanden mehr, denn seine Frau ist tot und ein Leben fernab der Regentschaft von Negan, der seine Finger ĂŒberall zu haben scheint, entbehrt sich seiner Vorstellungskraft. Darum lohnt sich das Leben fĂŒr ihn nicht mehr.

Die ganze Aktion scheint ohnehin nur eine Dominanzdemonstration Negans zu sein. Frei nach dem Motto: „Wenn ich ihn nicht haben kann, dann niemand.“ Sicherlich dĂŒrfte es die Möglichkeit auf Vergebung geben, aber ein solches Leben findet der FlĂŒchtige nicht erstrebenswert. Das sieht auch Dwight irgendwann ein und erschießt ihn doch. Zu denken sollte ihn die Aussage bringen, warum sie nichts an den ZustĂ€nden Ă€ndern, wenn sie so viele sind - und Negan nur eine Person.

WĂ€hrend Dwight seine Schuld so verarbeitet, bringt Sherry ihre Gedanken in Worten zu Daryl und fĂŒhlt sich fĂŒr alles schuldig. Beim Rauchen beteuert das Expaar aber, dass sie beide glĂŒckliche Leben fĂŒhren. Möglich, dann aber wohl nur wegen des Wissens, dass es dem jeweils anderen den UmstĂ€nden entsprechend gut geht.

I am Daryl

Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03)
Szenenfoto aus der „The Walking Dead“-Folge „The Cell“ (7x03) - © AMC

Dwight erinnert Daryl, warum er ĂŒberhaupt erst mitgenommen wurde und klebt ein Foto der Überreste Glenns an seine Zelle und spielt nun den Song „Crying“ von Roy Orbinson, der viele aufgestaute GefĂŒhle und Emotionen aus Daryl befreit. Die SchuldgefĂŒhle fĂŒr Glenns Tod dĂŒrften sein Antrieb sein, nicht nachzugeben, wo andere bereits gebrochen sind. Am nĂ€chsten Tag wird er Negan vorgefĂŒhrt, weil Dwight glaubt, er knickt ein.

Durch die Audienz in Negans privaten GemĂ€chern erfahren wir die HintergrĂŒnde zu Dwight, Sherry und ihrer Schwester Tina. Wie in Always Accountable aus der sechsten Staffel schon angedeutet, gehörten sie einer andere Gruppe an. Diese war Negans Gruppe.

Dwight, Sherry und Tina gehörten damals der Punktefraktion an. Da Tina Medikamente brauchte und diese in der Beschaffung in der Zombieapokalypse kostspielig und rar sind, hatte Negan angeboten, sie zu heiraten, weil das Privilegien mit sich bringt. Bevor sie jedoch einwilligte, hatte Dwight die Medikamente geklaut und war abgehauen. Negan schickte einige seiner MĂ€nner los und im Endeffekt kehrte Dwight zurĂŒck, bat um Verzeihung, erhielt sein Brandmal und ist seitdem treu ergeben (wobei er sich da vielleicht nicht so sicher sein sollte...).

Selbst nach Dwights Geschichte lÀsst sich Daryl jedoch nicht bekehren und bleibt hart. Er ist weiterhin nicht Negan, sondern Daryl und wird wieder in die Zelle geworfen. Daryl versteht, warum Dwight sich auf den Deal mit dem Teufel eingelassen hat, doch, da er momentan niemanden hat, fÀllt es ihm leichter, hart zu bleiben. Droht ihm jetzt ein Schicksal im KÀfig und eine Art Wiederholung von Staffel drei, nur ohne GladiatorenkÀmpfe?

Fazit

Zwischen der Sancturary und dem Kingdom liegen in der Ausrichtung Licht und Schatten. Der eine, Ezekiel, ist ein nobler und gutmĂŒtiger Herrscher. Der andere, Negan, ist ein egomanischer Despot, dem es oft nur um seinen Stolz geht und der sich ĂŒber so gut wie alle anderen stellt. Wer nach seiner Pfeiffe tanzt oder sich ihm unterwirft, wird belohnt, der Rest leidet oder kriegt nur das Nötigste - aber eben bei weitem kein auch nur ansatzweise erfĂŒlltes Leben.

Daryl will partout nicht in eine der drei vorgegebenen Optionen passen. Doch bis jetzt hat er mit mehr GlĂŒck (und der tatkrĂ€ftigen AugenzudrĂŒcktaktik der Autoren) als Verstand ĂŒberlebt. Jetzt bleibt abzuwarten, wie lange das andauern kann. Allerdings wĂ€re das nicht das erste Mal, dass sich Daryl einer Gruppierung anschließen muss, eher er eine Chance wittert, sich gegen diese zu stellen...

Negan lenkt jedenfalls eine gut geölte Maschine der Unterjochung, wobei eigentlich fast nur seine eigene Selbstsicherheit und Überheblichkeit zum VerhĂ€ngnis werden könnte. Entweder Daryl oder Dwight dĂŒrften dabei sicherlich ein Wort mitzusprechen haben...

Trailer zur nÀchsten Episode, Service (7x04), der US-Serie The Walking Dead:

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 7. November 2016

The Walking Dead 7x03 Trailer

Episode
Staffel 7, Episode 3
(The Walking Dead 7x03)
Deutscher Titel der Episode
Die Zelle
Titel der Episode im Original
The Cell
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 6. November 2016 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 7. November 2016
Autor
Angela Kang
Regisseur
Alrick Riley

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 7x03

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?