The Walking Dead 3x16

The Walking Dead 3x16

Hier ist es also: Welcome to the Tombs, das große Finale der dritten Staffel von The Walking Dead. Kommt es zu der Konfrontation, auf die alle gewartet haben? Für welchen Weg entscheiden sich die jeweiligen Gruppen-Anführer aus Woodbury und dem Gefängnis? Flucht, Kampf oder beides?

Szenenfoto aus der Episode „Welcome to the Tombs“ der US-Serie „The Walking Dead“ / (c) AMC
Szenenfoto aus der Episode „Welcome to the Tombs“ der US-Serie „The Walking Dead“ / (c) AMC

Im Vorfeld der Episode Welcome to the Tombs, dem Finale der mittlerweile dritten Staffel der Horror-Survival-Serie The Walking Dead, konnte man auf verschiedenen Quellen über Opferzahlen lesen, die einen stutzig machten: Mehr als 20 Figuren sollten das Zeitliche segnen. Das klingt zunächst nach sehr - vielleicht zu - vielen Opfern. Wenn man aber bedenkt, wie viel Kanonenfutter allein in Woodbury zur Verfügung steht... Aber auch einige Verluste in Ricks Reihen könnten sicherlich solche Zahlen erklären. Was dann folgt, ist jedoch ein lupenreines Spiel mit den Erwartungen der Zuschauer.

Ein einseitiger Kampf

Wie ein richtig einseitiger Kampf aussieht, das muss Milton (Dallas Roberts) am eigenen Leib erfahren. Wie bereits in den letzten Folgen wird zum Episodeneinstieg von Welcome to the Tombs mit den Zuschauererwartungen gespielt, indem gewisse Ereignisse zunächst einfach ausgelassen und erst später aufgeklärt werden. Diesmal betrifft es die Konfrontation des Governors (David Morrissey) mit Milton. Man sieht den Governor auf jemanden einprügeln. Und es handelt sich hierbei nicht - wie man vermuten könnte - um Andrea (Laurie Holden), die wir noch immer gefesselt auf dem Stuhl des Grauens vermuten, sondern - wie sich herausstellt - eben um den Wissenschaftler. Doch auch auf Andrea wartet noch eine besondere Konfrontation...

Warum ist der Governor zunächst allerdings so sauer? Wir erinnern uns, dass ein zunächst Unbekannter eine gefangene Walker-Gruppe mit Benzin überschüttet, verbrannt und damit ihren „Einsatz“ verhindert hat. Der Governor hat - wie die Zuschauer auch - Milton der Tat verdächtigt, der hier nun als Schuldiger bestätigt wird und somit endgültig den Governor hintergeht.

Dumm nur, dass der Governor ihm einen Schritt voraus ist. Zunächst soll Milton das unbenutzte Folterwerkzeug einsammeln. Dabei lässt er jedoch, taktisch klug, dicht am Stuhl etwas für Andrea fallen. Doch der Governor ist bekanntlich sadistisch veranlagt und möchte zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen. Er befiehlt Milton, Andrea umzubringen, nur so könne dieser selbst am Leben bleiben. Dazu reicht ihm der Governor ein Messer, das Milton dann prompt gegen seinen Boss einsetzt. Allerdings sieht der den Verrat kommen, weicht aus und sticht mehrfach selbst zu. Er überlässt es dem sterbenden Milton, der somit ja unweigerlich zum Walker wird, Andrea umzubringen - ohne von dem heruntergefallenem Objekt zu wissen. Nun beginnt der Wettlauf gegen die Zeit. Schafft es die gefesselte Andrea die Zange mit ihren Füßen aufzuheben und sich zu befreien, bevor Milton zum Walker wird?Zunächst zu den anderen wichtigen Figuren der Episode.

Goodbye Gefängnis?

Carl mit seinem Sheriffstern auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
Carl mit seinem Sheriffstern auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC

Im Gefängnis packen Rick und seine Crew inzwischen ihre Siebensachen zusammen. Carl darf noch einmal einen Blick auf das Foto mit seinen Eltern in glücklicheren Zeiten werfen, während Michonnes persönliche Sachen beispielsweise in eine kleine Kiste passen. Die Gruppe scheint das Gefängnis zu verlassen.

Das erweist sich dann auch als der sehr viel schlauere Schritt, als den großen Kampf zu wagen. Denn der Governor und die Bewohner Woodburys, die seine Propaganda glauben, greifen das Gefängnis mit voller Feuerkraft an. Die Aussichtstürme werden weggesprengt und die Walker, die sich im Areal befinden, schnell und gnadenlos umgenietet.

Offenbar wundert sich niemand über die fehlende Gegenwehr. Der Governor meint wohl, dass ein Überraschungsangriff zwei Mal in kurzer Folge gelingt. Doch als man dann die Tür zum gesicherten Trakt öffnet, findet man bis auf eine Bibel mit einem markierten Ausschnitt reichlich wenig vor. Die Sturmtruppe trennt sich um nach Ricks Gruppe Ausschau halten. Ein wenig beleuchteter Gang wird von den Gefängnisbesetzern genutzt, um Rauchgranaten einzusetzen und den Alarm auszulösen. Das stiftet Verwirrung, lockt weitere Untote an und die Woodburyaner hinaus in den Hof - und damit genau dorthin, wo Ricks Gruppe sie haben wollte. Dort werden sie von Glenn (Steven Yeun) und Maggie (Lauren Cohan), die sich hinter erhöhten Absperrungen verstecken und mit Gewehren und Schutzkleidung der ehemaligen Gefängnis-Wachmänner ausgestattet sind, erwartet. Tatsächlich gelingt es der kleinen Gruppe, den Governor und seinen Stoßtrupp zum Rückzug zu drängen.

Man kann zwar nicht sagen, dass das Gefängnis nicht gelitten hätte, aber zumindest ist keiner von Ricks Verbündeten zu Schaden gekommen. Die Kämpfer wurden taktisch klug räumlich von den nicht ganz so kampferprobten - wie Hershel, Beth, Baby Judith und Carl - getrennt.

Diese vermeintlich schwächere Gruppe trifft bald auf einen Deserteur des Governors. Ein junger Mann mit Gewehr wird von Carl dazu aufgefordert, seine Waffe zu übergeben. Obwohl dieser Carls Weisung zögernd befolgt, aber dennoch näher kommt, wird er dennoch vom jungen Grimes erschossen. Hershel kann das nicht fassen. Während Carl zu seinem Vater gegenüber behauptet, dass er eine Gefahr ausgeschaltet hat, besteht Hershel darauf, zu betonen, dass die Gefahr bereits gebannt war. Carl, der immer mehr Verhaltensweisen nachahmt, die er bei seinem Vater sieht, lässt jedoch so nicht mit sich sprechen. Er hat aus seinem Versagen in der zweiten Staffel gelernt, als er den Walker nicht umbringen konnte, der später Dale getötet hat, und bringt als Argumente für sein Verhalten den Umgang mit dem Ex-Gefängnisinsassen Andrew ins Spiel, sowie, dass sein Dad die Chance hatte, den Governor während ihres Gesprächs zu erschießen, es aber nicht getan hat. Punkt für Carl? Ob Rick so stolz auf seine Taten ist? Hat ihm die Interaktion mit dem Governor nicht gezeigt, zu was Lügen und fehlendes Vertrauen führen?

Die Figuren Rick und Carl auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
Die Figuren Rick und Carl auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC

Er scheint, als mache Rick im Verlauf dieser Episode - wie auch schon in der gesamten Staffel - einen Wandel durch. Denn nicht nur die Lori-Visionen verändern sich - von Lori im weißen Kleid, über Lori in normaler Kleidung, bis hin zu gar„keiner Lori“ mehr -, sondern auch Ricks Einstellung Fremden gegenüber. Aber dazu später noch mehr.

Trotzdem stellt sich generell die Frage: Lohnt es sich eigentlich noch, das Gefängnis zu halten? Die Schäden sind nicht zu verachten, außerdem schreit es förmlich: „Zielscheibe“. Es muss nur eine starke Gruppe kommen, die man nicht auf dem Schirm hat und schon sind alle in Gefahr.

Der Teilsieg beflügelt: Rick, Michonne und Daryl wollen den Job beenden und nun zum Gegenschlag gen Woodbury ansetzen. Derweil sollen Maggie, Glenn und Co. zurückbleiben, falls der Govornor doch noch einmal angreifen sollte.

Governor: Offiziell Unzurechnungsfähig und am Point-of-no-return vorbei

Die Figuren Tyreese; Sasah und der Governor auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
Die Figuren Tyreese; Sasah und der Governor auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC

Tyreese (Chad Coleman) und seine Schwester Sasha (Sonequa Martin) haben vor dem Angriff auf das Gefängnis freundlich darum gebeten, aussetzen und stattdessen auf die Kinder und die Schwachen achtgeben zu dürfen. Denn sie siehen es zwar ein, sich gegen die Beißer zur Wehr zu setzen, aber nicht, dass es notwendig ist, gegen lebende Menschen ins Feld zu ziehen. Sollte der Governor damit bei seiner Rückkehr ein Problem haben, bieten sie außerdem an, die Stadt in Frieden zu verlassen (Tyreese weiß natürlich nicht, dass das eher keine Option ist).

Diese Einsicht kommt für den untrainierten Rest der Woodbury-Sturmtruppe zu spät. Als Mitglieder der Gruppe nach dem Rückzug ihre Unzufriedenheit über die Ziele des Angriffs deutlich machen, brennen beim Governor die Sicherungen durch: Er feuert sehr methodisch und gezielt in die Menge. Alan (Daniel Thomas May), der in der letzten Folge durch Merles (Michael Rooker) Angriff seinen Sohn Ben verloren hat, war von dieser Gruppe noch am ehesten bereit, den Rachefeldzug fortzusetzen. Aber als der Governor dann die eigenen Leute erschießt, ist auch er kurz davor, sich gegen ihn zu stellen. Nur leider zögert er: Der Governor fackelt nicht lange und schießt ihm in den Kopf.

Am Ende stehen außer dem Governor lediglich Martinez (Jose Pablo Cantillo) und Shupert (Travis Love), während Karen (Melissa Ponzio) sich unbemerkt unter einer anderen Leiche versteckt. Nach einigem Zögern steigen Martinez und Shupert in das Auto des verrückten Kleinstadt-Dikatoren und fahren mit ihm davon. Dies ist gleichzeitig das letzte Mal, dass man diese Figuren im Staffelfinale sieht. Der Governor lebt also. Und es wird mit Sicherheit ein Wiedersehen geben - frühestens in der vierten Staffel. Wer ihn also für den sichersten Todeskandidaten gehalten hat - und das dürften nicht wenige gewesen sein -, wird vertröstet.

Andreas Kampf

Die Figur Andrea auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
Die Figur Andrea auf einem Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC

Wer außerdem damit gerechnet hat, dass Andrea die Genugtuung bekommt, den Governor zu töten, wird ebenfalls enttäuscht. Denn ihr Kampf darum, die befreiende Zange zu erreichen, bevor Miltion zum Walker wird, ist letztendlich vergeblich.

Denn am Ende ihres langen Kampfes wird erneut mit den Erwartungen der Zuschauer gespielt. Im letzten Moment schafft es Andrea, die Zange mit ihren Füßen zu greifen und damit einen Arm zu befreien. Dann kommt ein klassisches Horrorfilmszenario zum Einsatz: das Wegblenden auf eine Tür, während man nur die Geräusche hört, als es am spannendsten wird. Nun könnte man erwarten, dass Andrea tatsächlich über sich hinaus wächst, sich ganz befreien und Zombie-Milton rechtzeitig beseitigen kann. Aber die Wahrheit ist düsterer. Doch erneut springen wir zunächst zu einer anderen Situation.

Rache oder Vergebung?

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
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Während Michonne (Danai Gurira), Rick (Andrew Lincoln) und Daryl (Norman Reedus) - gleichzeitig die drei kompetentesten Krieger der Gruppe - die Fährte des Governors aufnehmen und den Despoten endgültig ausschalten wollen, finden sie auf dem Weg nach Woodbury die Folgen seiner Zerstörung vor: Die Leichen der Bewohner Woodburys, die inzwischen zu Walkern wurden. Nun werden sie durch die Gruppe von ihrem Schicksal erlöst (etwa durch sehr lapidare Schwertschwünge von Michonne). Es ist durchaus interessant, wie nebensächlich und natürlich das Walkertöten für sie geworden ist.

Karen konnte dem Tod, wie erwähnt, entgehen. Sie hat es hat es bei der Erhebung der Walker geschafft, sich in einem der Autos zu verschanzen und weiht Rick und Co. in die schrecklichen Taten des Governors ein. Die blinde Lust auf Rache ist ihnen vergangen, wobei der Governor immer noch büßen sollte. Doch in Woodbury ist dieser nicht zu finden. Einzig Tyreese und Sasha halten die Stellung und reagieren auf die ankommende „Bedrohung“. Karen kann vermitteln und so werden die Waffen niedergelegt. Während Tyreese annahm, dass Andrea die Flucht ins Gefängnis gelang, macht Rick deutlich, dass sie dort nie angekommen ist. Also muss sie noch in Woodbury sein, lautet die Schlussfolgerung. Nun offenbart sich auch Tyreese und Sasha einiges - allen voran Dinge wie der Folterraum des Governors. Das Trio aus dem Gefängnis rechnet mit dem Schlimmsten, als sie den Foltersaal näher kommen, aus dem eine Blutlache herausläuft.

Zombie-Milton ist ausgeschaltet, aber es hat auch Andrea schwer erwischt, was vor allem Michonne, immerhin ihre Begleiterin für fast ein Jahr, sichtlich mitnimmt und für eine seltene emotionale Reaktion sorgt.

Andrea macht sich keine Illusionen über ihre Überlebenschancen und bietet an, selbst mit einer Pistole die Verantwortung für ihren „dauerhaften Tod“ zu übernehmen. Dabei wollte sie eigentlich nur, dass keiner sterben muss. Good job! Nach einer sehr Andrea-zentrierten Staffel findet die Figur nun also ihr Ende - wieder eine starke Abweichung vom Comic, aber dazu vielleicht an einer anderen Stelle mehr. Andrea hat sich in der TV-Version sicherlich nicht zum Fan-Favoriten entwickelt, aber das die Figur dann so endet, ist sicherlich auch nicht die optimale Lösung.

Schade eigentlich, auch wenn es etwas schizophren klingt, wenn man bedenkt, wie oft man sich über die Figur und ihre Entscheidungen beschwert hat. Trotzdem hätte man sich wohl gewünscht, dass die Figur sich zumindest - ähnlich wie Merle - an ihrem Ende noch einmal durch eine besondere Tat auszeichnen kann. Schade auch um Milton, dem einzigen Mann der Wissenschaft. Damit ist dieser nun nach Dr. Jenner aus dem CDC in der ersten Staffel nun schon der zweite Wissenschaftler, der frühzeitig dahingerafft wird.

Was bringt Andreas Tod also?

Der Verlust sollte die Gefängnisgruppe wieder mehr zusammenschweißen, vor allem Michonne sollte nun endgültig ein vollwertiges Mitglied der Gruppe sein, was sie sicherlich auch schon dadurch war, dass Rick sie nicht dem Governor übergeben wollte. Außerdem platzt bei Rick ein Knoten. Er nimmt die Alten und Schwachen in einem Schulbus mit aus Woodbury. Erst einmal sicherlich ohne über die Konsequenzen zu denken. Diese Münder wollen schließlich auch gestopft werden. Immerhin sind Tyreese, Sasha und Karen sicherlich wertvolle Neuzugänge. Ist im Gefängnis allerdings genug Platz und wie sicher und intakt ist es überhaupt? Überlegt man vielleicht, Woodbury einzunehmen und dort ansässig zu werden? Das wäre sicherlich eine Option. Trotzdem weiß man nicht, was mit dem Governor passieren wird. Der kennt sowohl das Gefängnis, als auch Woodbury und wüsste sicherlich, wo Schwachstellen liegen. Aber was kann er mit zwei Mann anrichten?

Hoffentlich verzetteln sich die Autoren von „TWD“ nicht mit so einem großen Cast, denn die Vergangenheit und andere Serien haben gezeigt, dass große Casts oft dafür sorgen, dass für den Einzelnen weniger Zeit bleibt. Und The Walking Dead hat erst in dieser Staffel so richtig gelernt, dass man mit einem Fokus auf kleinere Gruppen oder weniger Figuren, deutlich bessere und zufriedenstellendere Momente erschaffen kann.

Die größte Überraschung der Folge ist allerdings, dass in Ricks Gruppe bis auf Andrea niemand gestorben ist. Gerade, wenn man davon gelesen hat, wie viele Figuren im Serienfinale sterben sollen.

Fazit

Welcome to the Tombs endet so hoffnungsvoll wie keine andere Staffel der Zombieserie zuvor. Fast alle sind glimpflich davon gekommen, auch wenn die Gefahr durch den Governor immer noch wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Überlebenden schwebt. Die Gruppe um Rick ist ebenfalls so groß wie nie, was kein gutes Zeichen sein sollte. Denn man kann mit Sicherheit davon ausgehen, dass hier noch kräftig ausgemistet wird.

Dennoch enttäuschte das Staffelfinale auf hohem Niveau. Es war sicherlich nicht eine der stärksten Episoden, sondern nur eine gute unter mehreren. Ihren Höhepunkt hatte die Staffel allerdings klar in der ersten Hälfte der 16 Episoden. Vielleicht war die Erwartungshaltung auch einfach zu hoch, denn im Kopf malt man sich ja schließlich immer etwas anderes aus, als dann Schlussendlich eintritt. Vielleicht ist es aber auch besser so, denn positive Überraschungen sind besser, als bereits Bekanntes noch einmal aufgetischt zu bekommen. Wie es weitergeht, erfahren wir wohl frühestens im Oktober. Bis dahin kann man ja noch einmal die Comics lesen.

Auf der letzten Seite: Ein paar Worte zu Abweichungen zur Comicvorlage.

Comicspoiler! Abweichungen von TV-Serie zur Vorlage!

Ein paar Worte noch zu den Abweichungen vom Comic. Alle, die das Comics noch lesen wollen, sollten ab jetzt aufhören zu lesen. Letzte Warnung!

Szenenfoto aus der Episode %26bdquo;Welcome to the Tombs%26ldquo; der US-Serie %26bdquo;The Walking Dead%26ldquo; © AMC
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Natürlich sind die Comics und TV-Serie inzwischen sehr weit auseinander, was die Handlung und die Figuren angeht. Es gibt Figuren, die es in der Vorlage nicht gibt, und einige Charaktere sterben früher oder später oder werden gänzlich anders dargestellt als in der Comicserie.

Das prominenteste Beispiel ist nun sicherlich Andrea, die im Comic noch immer eine der zentralen Figuren ist und dort auch eine völlig andere Rolle spielt. Als ausgezeichnete Schafschützin hat sie der Gruppe schon oft aus brenzligen Situation geholfen. Nun ist sie also aus der TV-Serie ausgeschieden, wohl auch aus dem Grund, weil sie ein letztes Überbleibsel der Castmitglieder war, die eigentlich sehr loyal zu Frank Darabont eingestellt waren und darum - ähnlich wie der Dale-Darsteller (Jeffrey DeMunn) und Shana aka Jon Bernthal - irgendwann deutlich gemacht hat, dass sie aussteigen möchte.

Es ist darum schade, dass das Potenzial der Figur für Comicfans nicht ausgereizt wurde, aber womöglich übernimmt eine andere Figur einige Eigenschaften des Comic-Gegenstücks. Ohnehin bietet die TV-Serie ja einige reizvolle Figuren, die die Comicreihe nicht kennt. Allen voran Daryl und Merle, die deswegen auch so erfrischend waren/sind, weil man eben nicht im Ansatz weiß, wohin die Reise hinführt.

Tyreese hingegen kann nach dem etwas dürftigen Einstieg hoffentlich in Staffel vier ein paar Momente im Scheinwerferlicht erhalten. Im Comic ist er vor allem wegen seinem Hammer, seinem Ehrencodex und weil er Rick ordentlich Paroli bietet, eine sehr interessante Figur.

Zum Schicksal des Governors im Comic wird hier nicht eingegangen, denn was nicht ist, kann ja noch werden. Dinge, die diese Figur allerdings im Comic getan hat, werden zweifach in der Serie angedeutet (einmal mit Maggie und zuletzt mit Andrea im Zahnarzt-Stuhl), aber nie in die Tat umgesetzt. Das wird natürlich gemacht, um mit den Erwartungen der Comicleser zu spielen. Es ist allerdings auch nur schwer vorstellbar, dass die wirklich sehr, sehr düsteren Taten Einzug in die TV-Serie finden. Allerdings sieht es ja so aus, als bliebe die Figur noch erhalten...

Auch wenn das Ende dieser dritten Staffel hoffnungsvoll gestaltet war, ist nun reichlich unklar, wohin die Reise führt, anders etwa als in Staffel zwei als man schon das Gefängnis im Hintergrund sah. Bleibt man tatsächlich noch dort oder geht es auf zu neuen Ufern/Gipfeln...?

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 1. April 2013
Episode
Staffel 3, Episode 16
(The Walking Dead 3x16)
Deutscher Titel der Episode
Stirb und töte
Titel der Episode im Original
Welcome to the Tombs
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 31. März 2013 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 5. April 2013
Autor
Glen Mazzara
Regisseur
Ernest R. Dickerson

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 3x16

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