The Walking Dead 11x01

The Walking Dead 11x01

It's the final countdown! Mit der Episode Acheron: Teil 1 beginnt der wahre Anfang vom Ende bei The Walking Dead. Die elfte Staffel wird die letzte sein. Was haben Angela Kang und Co für die Zuschauer parat? Wie wäre es mit Tunnel-Action?

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Acheron : Part 1 (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Acheron : Part 1 (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Acheron : Part 1 (c) AMC

Wenn man The Walking Dead nun schon seit über zehn Jahren verfolgt, dann ist man irgendwann für jede Abwechslung dankbar, besonders wenn man ein Waldsetting verlässt. Genau das macht der zweiteilige Staffelauftakt Acheron: Part 1. In Deutschland endet damit auch eine Ära, denn nun läuft die Zombieserie nicht mehr abends im FOX Channel, sondern via ProSieben Fun und dem Star-Bereich von Disney+ noch kürzere Zeit nach der US-TV-Premiere. In den USA gibt es noch AMC+ als besonderen Premiumbonus, bei welchem die Folge sogar eine Woche vorher schon zur Verfügung steht, aber diesen Luxus erhält man als Zombiefan hierzulande noch nicht.

24 Folgen in drei Achterpacks warten noch auf alle, die der Beißer und der Überlebenden nicht überdrüssig sind und einen begleitenden SERIENJUNKIES.DE®-Podcast und sowie Reviews wird es abermals geben.

Zero Dark Maggie

AMC
AMC - © AMC

Was ist die von mir angedeutete Abwechslung? Zunächst mal eine Aktion im Militärstützpunkt namens Fort Connors, in welchem Teil die Gegner, die die Macher Reapers nennen, wohl stationiert waren. Es geht darum, die Essensreserven von Alexandria aufzustocken. Denn die Whisperers und die wachsende Gruppenstärke lassen die Vorräte schwinden. Die Herren geben den Damen den lautlosen Vortritt, da es am Zielort vor ausgemergelten Untoten nur so wimmelt. Man weiß ja nie, welcher Reiz (ob Laut oder Bewegung) hier zu einem plötzlichen Erwachen führen könnte. Neben Maggie (Lauren Cohan) sind auch Magna (Nadia Hilker), Kelly (Angel Theory) oder Carol (Melissa McBride) beteiligt. Die rund zehnminütige Actionsequenz ist ein guter Einstieg in die elfte Season, der deutlich macht, dass man die etwas langweiligen Bonusepisoden hoffentlich hinter sich gelassen hat und irgendwie auch wieder die gesamte Ensemble-Stärke einsetzen kann. Die Idee einer „Zero Dark Thirty“-Stealth-Mission finde ich jedenfalls recht nett und auch die Stille, die man sich vielleicht von „A Quiet Place“ abgeschaut hat, führt zu Anspannung und Suspense, deren Kreation sonst bei „TWD“ selten geworden ist.

Die Nahrung wird also bald gefunden und per Seilzug zu Daryl (Norman Reedus), Jerry (Cooper Andrews), Alden (Callan McAuliffe) und einigen anderen Gefährten weitergegeben. Leider ist dieser oder besser gesagt das Seil an sich nicht belastungsfähig genug, so dass es droht, Krach anzurichten. Zumindest, wenn Daryl mit seinen Katzenreflexen nicht dabei wäre und den Beutel fängt. Dabei verletzt er sich jedoch durch einen Schnitt am Arm und blutet. Besagtes Blut tropft wie bei Sam Raimis erstem „Spider-Man“-Film in Zeitlupe runter und weckt einen Untoten, so dass aus der leisen Aktion ein Kampf ums Überleben wird. Das ist deswegen kritisch, weil nicht nur Futter knapp wird, sondern auch Munition.

Also müssen die Damen Hand anlegen. Dabei geht Maggie die Munition aus und Carol muss sie retten, während Daryl an einer Stelle wiederum die Rettung für Carol ist. Diese ist derweil die letzte, die in dieser Situation das Weite sucht.

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Zu viele hungrige Mäuler in Alexandria

Alexandria ist für die Überlebenden nach dem Fall von Hilltop und Kingdom bekanntlich der einzige halbwegs sichere Zufluchtsort. Dort gibt es viel zu tun. Die Nahrung reicht für eine Woche, die Wände sind auch nur semisicher und dann gibt es durch Maggie und die Leute von ihrer vorherigen Gruppe noch mehr Personen, die Essen wollen, auch wenn es sich dabei um fähige Kämpfer halten soll.

Bisher war sie nicht besonders gesprächig, was ihre temporäre Heimat angeht. Doch bei einem Meeting des Rats der Gemeinschaft erfährt man endlich einmal mehr. Zum einen hieß der Ort, in dem sie mit Sohn Hershell war, Meridian. Die Feinde sind die Reapers, die zugeschlagen hatten, als Maggie und Co gerade kurz ausgeflogen waren. Es sind wohl Ex-Militärs, die allein agieren und die man kaum oder zu spät kommen sieht. Außerdem schlagen sie gerne nachts zu. Daryl und sie waren einem von ihnen beim #Granatengate bereits begegnet.

Nun wird diskutiert, ob die Nahrungssuche oder die Instandsetzung der Mauern von Alexandria Priorität genießen sollten. Doch ohne Essen nutzt auch die schönste Heimat wohl nichts. Wer sich fragt, was eigentlich aus den Tieren wurde: Die letzte Horde habe sie vertrieben und zuvor hatten die Whisperers ja schon angebaute Nahrung sabotiert. Also steht man sehr unter Zugzwang. Aaron (Ross Marquand) mahnt dennoch zur Vorsicht. In Meridian soll es jedenfalls noch genug Vorräte geben, um Alexandria über die Runden zu bringen, doch dazu müsste man erst einmal dort hinkommen. Neben Aaron zweifelt auch Rosita, die bei der späteren Mission auch nicht zu sehen sind. Dafür sind Daryl, Negan (Jeffrey Dean Morgan) und Gabriel (Seth Gillian) zum Beispiel dabei, wenn es durch die Tunnels von DC geht...

AC/DC!

Die Gruppe hat sich für ihren Ausflug nach DC nicht das beste Wetter ausgesucht und wir sehen ein Donnerwetter, was bei „TWD“ selten auftritt. Auch hier können die Macher also tatsächlich noch ein wenig Frische in das alte Zombieschlachtschiff bringen. Wer ist in dem Ganzen die Stimme der Vernunft? Nein, nicht Maggie, die erstaunlich schroff, impulsiv und hart ist, sondern Negan, der mehrfach und wiederholt vorschlägt, dass man vorsichtig sein sollte oder gar ein Nachtlager aufschlägt und den Sturm abwartet, ehe man ziellos drauf losläuft. Doch, weil der Konflikt mit Maggie in den Bonusepisoden wieder aufgewärmt wurde, der in der Serie schon sechs Jahre her ist und obwohl Negan seither jedem einzelnen wahrscheinlich mehrfach den Hintern gerettet hat, ist die Stimmung mehr als angespannt, was auch Negan verärgert und alte Seiten wieder aufflammen lässt. Die Aggros sind aber auch hauptsächlich Maggies Leute, die natürlich relativ frisch ihre Bleibe, Gefährten und Hab und Gut verloren haben. Trotzdem ist das beim Anschauen bisweilen etwas anstrengend...

If there is a God, he will have to beg for my forgiveness

Vielleicht ist die Negan-Situation in The Walking Dead, aber auch etwas, das gegen den Trend geht, bei dem Schurken plötzlich in den Reihen der Helden akzeptiert werden (siehe „Dragon Ball“, andere Shonen-Anime oder auch „Fast and the Furious“). Für mich als Zuschauer ist die Sympathieverteilung jedoch ziemlich klar: Ich bin im Team Negan, denn so frech und direkt er seine Argumente manchmal vorträgt, so sehr Recht hat er auch damit. Das sieht man im Lauf des Zweiteilers (ich habe schon beide Teile sehen können, aber bespreche erst einmal nur den ersten) gleich mehrfach.

Auch Daryl steht Negan sehr ablehnend gegenüber. Hier möchte ich meinen, dass man eigentlich schon weiter sein könnte. Aber irgendwie hat er doch wenig Freunde, die älter als 18 Jahre als sind. Kids wie Judith (Cailey Fleming) und Lydia (Cassady McClincy) können gut mit ihm, die alten Recken sind nachtragend. Sicherlich ein Stück weit zu Recht, aber irgendwie auch nicht. Weil ohne ihn gäbe es die Gruppe ja vielleicht gar nicht mehr...

Talking Heads

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Auch die Gruppe, die der Stimme aus dem Funkgerät auf der Spur ist, wird in dieser Folge gezeigt. Eugene (Josh McDermitt), Ezekiel (Khary Payton), Yumiko (Eleanor Matsuura) und Princess (Paola Lazaro) machen Fortschritte und sprechen nach den maskierten Soldaten nun mit einigen Bürokraten der neuen Gemeinschaft, die sich später als Commonwealth vorstellt.

In einer Talking-Heads-Szene, die sehr typisch für Robert Kirkmans Comicvorlage, aber etwas seltener für die TV-Serie ist, erleben wir das Verhör respektive die Befragung. Der Fragebogen geht dabei von normalen Auskünften bis hin zu Testfragen und provokativen Maßnahmen nach Stuhlgängen aufs Ganze. Wie bereits andere Aufnahmesituation mancher Community (man denke an Alexandria oder Ricks drei Fragen) will man damit natürlich die menschliche Spreu vom Weizen trennen bei den Personen, die ans Ortstor klopfen und etwas möchten. Was im Comic mit dem Multi-Grid funktioniert, ist hier in der TV-Serie etwas merkwürdig, aber auch eine leichte Abwechslung. Denn der Fragenhagel hat eben auch etwas Abstruses und Konfuses, so dass dieses Stilmittel reinpasst.

Die Zuschauer werden daran erinnert, dass Yumiko in ihrem früheren Leben einmal Anwältin war. So haben wir sie schließlich in ihrer Beziehung zu Magna kennengelernt. Hier erfahren wir etwas zu ihren Abschlüssen, die sich sehen lassen können, wenn so etwas in der Zombiewelt noch eine Rolle spielen würde. Auch Fragen nach Postleitzahlen, Gesundheitszustand und Krebs (Ezekiel!) kommen auf. Doch nicht alle werden ehrlich beantwortet. Besonders zurückhaltend ist man bei der Frage nach dem Standort ihres Zuhauses, was man sicherlich nachvollziehen kann, wenn man jahrelang schon überleben konnte.

Offenbar geht dieser Befragungsmarathon ganze sieben Stunden, was Ezekiel auslaugt und aufregt, so dass er den zuhörenden Mercer (Michael James Shaw) verbal angreift, weil er ihn für den Mann hält, der hier etwas zu sagen hat. Ein paar Beleidigungen unter die Gürtellinie hat der Ex-Zoowärter und Möchtegernkönig ebenfalls dabei, während er bald so stark zu husten beginnt, dass man sich Sorgen um ihn machen muss...

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Anschließend überlegt das Quartett, was man so unternehmen sollte. Eugene will die lange, beschwerliche Reise und sein Ziel - die Zusammenkunft mit Stephanie - nicht aufs Spiel setzen und wirkt die ganze Zeit über sehr nervös. Zumal er von ihr weiß, dass ihre Community viele Vorkehrungen getroffen hat, um ihren Status zu erhalten.

Die Empfangshalle erinnert derweil an die Bilder der US-Immigrationsstelle, in welcher Kinder und Familien in Käfigen zum Warten gesteckt werden. Auch im Commonwealth gibt es diverse Schattenseiten der Bürokratie direkt zu sehen, wenn manche Neuankömmlinge wohl schon seit Monaten auf Asyl warten. Immerhin scheint es ihnen nicht super schlecht zu gehen...

Wenig später stellt sich heraus, dass Princess manchmal zwar etwas sonderlich wirkt, aber ihre Auffassungs- und Beobachtungsgabe doch erschreckend präzise ist. Denn sie erkennt Muster und Verhaltensweisen, wenn andere nichts sehen. Das könnte der Gruppe vielleicht einen taktischen Vorteil bringen, wenn man denn die Flucht probieren möchte. Doch dann sieht Yumiko an der sogenannten „Wall of the Lost“ etwas, mit dem sie nicht gerechnet hatte. Ist sie das auf einem Bild? Denn plötzlich will sie doch noch bleiben...

Good Guy Negan

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Bei Maggies Gruppe hört man doch auf Negans Warnung und geht zumindest die Leichensäcke durch, die herumliegen, weil sich dort doch unerwartete Gefahr verbergen könnte. Als der junge Gage (Jackson Pace) fast von einem aufgedunsenen Beißer erwischt wird, rettet Negan ihm das Leben, macht aber deutlich, dass er keine Lust mehr auf die Situation hat. Er bringt zur Sprache, dass er glaubt, dass Maggie ihn nur mitgenommen habe, um ihn unauffällig bei erster Gelegenheit umzubringen. Alden möchte ihm einen Knebel verpassen, doch Negans Ausführungen zu Maggie als Möchtegerndiktatorin, die nicht für Vernunft und Argumente empfänglich ist, scheinen auch beim Ex-Savior Alden zu fruchten.

Negan ist derjenige, der sich in den Tunneln und der Stadt auskennt, weswegen er wohl Teil dieser Truppe ist. Er warnt, dass man die Lage bezüglich der Ausgänge momentan nicht kennt und zieht auch Daryl bei seinem Rant mit rein. Doch offenbar ist zumindest er von Negans Vorwürfen überrascht. Negan treibt es allerdings zu weit, als er Glenn (Steven Yeun) erwähnt und fängt sich damit eine von Daryl. Maggie stellt daraufhin klar, dass sie wegen eines Votums die Führungsverantwortung trägt und weil viele Kinder sonst verhungern, wenn die Mission keinen Erfolg hat.

Gefühlt finde ich die Dialoge in dieser Episode etwas besser als in manch anderer „TWD“-Ausgabe. Allerdings bleibt es dabei, dass man solche wichtigen Gespräche vielleicht nicht führen sollte, wenn man in tödlichen Situationen steckt, sondern vielleicht eine Aussprache vorher anstrebt, aber dann hätte die Serie wohl zu wenige sehenswerte Konflikte für die Zuschauer...

Gage und ein weiterer grauhaariger Gruppenteilnehmer ergreifen nach der angespannten Situation die Flucht und haben außerdem Nahrung und Munition im Schlepptau. Genau dann bricht natürlich das Chaos, sprich die Untoten, aus. Der Weg ist versperrt. Daryl kann zwar durch ein Loch krabbeln, doch der Rest muss sehen, wo er bleibt. Besonders Maggie steckt in Gefahr, doch anstatt von Negan gerettet zu werden, lässt er sie in ihrer Lage zurück und geht weg, womit zwar die Episode endet. Der Konflikt der beiden aber noch längst nicht...

Fazit

Etwas Abwechslung im Setting tut „TWD“ immer gut. Der elfte Staffelauftakt schafft dies mit einem Tunnelszenario, wobei der Konflikt zwischen Negan und Maggie teilweise etwas anstrengend ist und zum völlig falschen Zeitpunkt ausgetragen wird. Allerdings ist das etwas, worauf es die Autoren liebend gerne ankommen lassen. Immerhin spielt sich das ganze nicht zum x-ten Mal in einem Waldstück ab.

Auch beim Commonwealth gibt es Fortschritte, die gewohnt merkwürdig sind, aber zur Notsituation der Überlebenden passen oder vielleicht auch nicht. Besonders viel zu verlieren haben sie nicht, wenn sie nicht irgendwie expandieren oder sich weiterentwickeln, denn Alexandria hat schon deutlich bessere Tage gesehen. Wie in der Comicvorlage ist diese Storyline nun der letzte große Einschnitt. Man kann gespannt sein, welche Entwicklungen hier wie genau repräsentiert oder eben doch geremixt werden.

Hier geht es direkt zum Angebot von Disney+ mit allen Filmen, Serien und Specials.

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 23. August 2021

The Walking Dead 11x01 Trailer

Episode
Staffel 11, Episode 1
(The Walking Dead 11x01)
Deutscher Titel der Episode
Acheron: Teil I
Titel der Episode im Original
Acheron: Part 1
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 15. August 2021 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 23. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Mediathek
Montag, 23. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 23. August 2021
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Montag, 23. August 2021
Autoren
Frank Darabont, Robert Kirkman, Tony Moore
Regisseur
Kevin Dowling

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 11x01

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