The Walking Dead 10x20

The Walking Dead 10x20

Die Episode Splinter der US-Serie The Walking Dead nimmt sich die relativ neue Figur Princess vor. Dabei erfahren wir mehr aus ihrer Vergangenheit und erhalten einige mögliche Gründe für ihre recht exzentrische Seite.

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Splinter (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Splinter (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Splinter (c) AMC

Die Episode Splinter der US-Serie The Walking Dead widmet sich auf den ersten Blick der Gruppe von Eugene (Josh McDermitt), die sich mit Funkkontakt Stephanie treffen will. Princess (Paola Lazaro), Yumiko (Eleanor Matsuura) und Ezekiel (Khary Payton) gehören ebenfalls zu dem Reisetrupp, den wir zuletzt von Soldaten in weißer Schutzkleidung umzingelt sahen, die an die Stormtroopers aus „Star Wars“ erinnern. Beim zweiten Blick ist es aber eine verkappte Fokusepisode auf Juanita Sanchez, wie Princess eigentlich heißt.

Princess kann sich nicht beherrschen und greift einen der Soldaten an, was eventuell zu dem führt, was dann folgt. Das Quartett wird zunächst voneinander getrennt und in jeweils eigenen Waggons gesperrt. Treue „TWD“-Zuschauer werden vielleicht an Terminus erinnert, in welcher aber gleich die ganze Truppe in einen Waggon gesperrt wurde und zum Kannibalen-Abendessen werden sollte.

Es sieht ganz danach aus, als hätte Princess Klaustrophobie, denn sie versucht, sich mit diversen coping-Strategien abzulenken, etwa indem sie Hauptstädte der US-Staaten alphabetisch aufsagt. Außerdem schaut sie, ob es einen Ausweg gibt, indem sie Holzbalken entfernen möchte, wobei sie sich aber einen Splitter einfängt. Im Nebenwaggon wird Yumiko eingesperrt, die offenbar von den Wachen Prügel einstecken musste, weil Princess zu impulsiv war. Princess hat deswegen ein schlechtes Gewissen und merkt, dass ihre Begleiterin ihr Bewusstsein verlieren könnte, was im Fall einer Gehirnerschütterung natürlich schlecht wäre. Es wird darüber diskutiert, ob man Widerstand leisten oder die Flucht versuchen sollte. Doch man hatte ja ein Ziel und Yumiko mahnt zur Zurückhaltung...

Also erinnert sich Princess an den letzten Splitter, den sie im Finger hatte. Das ereignete sich, als sie 14 Jahre alt war. Das Holzstück bescherte ihr eine Infektion und eine Zeit schulfrei, was sie aber gar nicht so wollte. Also hat sie ihre Mutter überredet, bevor die Wunde verheilt war, zurück in die Schule zu gehen, was ihren Gesundheitszustand jedoch nur verschlechterte. Während es ihrer Mutter nicht aufgefallen war, wurde sie deswegen von ihrem Stiefvater verlacht und schließlich sogar geschlagen. Das verdeutlicht wohl, dass ihr Elternhaus ein Ursprung ihres Traumas darstellt, denn ihre Mutter zeigte wenig Verständnis für sie. Immer wieder versichert sie sich, dass Yumiko noch bei Bewusstsein ist, doch irgendwann scheint sie weggebracht zu werden.

Am nächsten Morgen kann sie eine Lücke im Waggon ausnutzen und mit Eugene sprechen. Doch der ist klar dafür, dass man keine Gegenwehr oder Fluchtversuche unternehmen sollte, weil er Stephanie zu kennen meint und sich von ihrer Gruppe einiges erhofft. Zudem checken die Wachen immer wieder die Gefangenen. Also zieht sie sich zurück in ihren Waggon. Immerhin ist es nicht mehr dunkel...

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Das Verhör

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Wenig später wird Princess verhört. Dabei ist man mehr als gründlich, denn sie muss sich nackt beäugen lassen, was wohl wegen möglichen Zombiebissen geschieht, dennoch ist es ein ziemlicher Griff in die Intimsphäre, der schon verwundert. Bei ihrem Splitter kann/will man ihr derweil nicht helfen. Sie muss sich einer Reihe von Fragen stellen, die jedoch nur halbherzig beantwortet werden, weil sich Princess um Yumikos Gesundheitszustand sorgt. Der Mann ihr gegenüber möchte ihren Namen, Alter und ihre Heimatstadt erfahren. Als er keine Antworten darauf erhält, warum ihre Gruppe gekommen ist, kassiert Princess einen Schlag, der Erinnerungen an ihren Stiefvater zu wecken scheint.

Wenig später sieht es so aus, als würde Ezekiel zu ihr in den Waggon steigen. Dieser berichtet über seine eigenen Interview-Erfahrungen und scheint völlig durchnässt. Princess meint, dass sie der Gruppe keinen Gefallen mit ihren Antworten getan hat. Relativ untypisch für den König schlägt dieser eine Flucht oder einen Angriff vor. Sie spricht mit ihm darüber, dass der Schlag eine alte Wunde erwischt habe. Princess zögert jedoch mit etwaigen Angriffsplänen wegen des Gesprächs, das sie mit Eugene hatte. Dann greifen die Autoren zu einem bewährten Thema dieser Bonusfolgen und lassen auch diese Figuren darüber diskutieren, ob alle Menschen schlecht sind. Diesmal ist es eben wieder die Familie, der man nicht trauen kann, weil einige schlechte Erfahrungen durchleben mussten.

Als ihr von einem Soldaten Essen gebracht wird, schlägt „Ezekiel“ zu und überwältigt so den Wachmann. Es folgt ein Verhör mit klassischer „Good Cop, Bad Cop“-Dynamik, bei dem man mehr über die Soldaten erfahren möchte. Insgesamt fällt „Ezekiel“ durch zu aggressives Verhalten auf, was auch seinen Grund hat.

For the benefit of all and for all who seek solace at our gates

Der Soldat probiert, den beiden das Motto seiner Heimat zu erläutern und beteuert, dass man keine üblen Absichten verfolgt, aber natürlich gewisse Dinge hat, die schützenswert sind, weswegen man eher vorsichtig handelt und sichergehen möchte, bevor man andere zu sich einlädt. Sicherlich nicht die schlechteste Idee, die ja auch in Alexandria etabliert wurde. Er meint auch, dass er sich nichts zu schulden kommen lassen darf, weil er nur auf Bewährung ist und die Waffe womöglich nicht mal geladen ist, was jedoch offenbleibt. Diese Antworten reichen „Ezekiel“ aber nicht aus und so beginnt er, auf den Befragten wie wild einzuprügeln. Der Twist des Ganzen: Ezekiel ist nur ein Hirngesprinst von Princess und war nie da. Princess scheint das alles selbst verantwortet zu haben, inklusive des Verprügelns.

Kurz danach überlegt sie, ob sie allein die Flucht antreten sollte, wird jedoch von ihrem imaginären Freund, der weiterhin die Form von Ezekiel hat, verhöhnt. Sie erinnert sich an schwierige Zeiten, aber auch an Weggefährten, die okay waren. Denn wie viele andere Überlebende musste sie auch einige Verluste hinnehmen.

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ADHD, PTSD, depression plus active imagination

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Sie entschuldigt sich beim Soldaten und versucht zu erklären, dass die Klaustrophobie in Verbindung mit allerhand anderen Traumata dazu führen kann, dass sie sich manchmal selbst verliert. Sie nimmt ihm die Handschellen ab (ein weiteres wiederkehrendes Motiv der Bonusfolgen), wobei ihr Splitter herauskommt (das erinnert mich an das Märchen vom Löwen mit dem Splitter in der Pfote), und gibt ihm seine Waffe zurück.

Der Soldat wird sich für den Vorfall wohl verantworten müssen. Doch Princess schlägt vor, dass man sich irgendwie einigt, so dass beide im Endeffekt etwas Positives davon haben. Also beantwortet sie nachträglich die Fragen und gibt einen kurzen Recap darüber, wie sie Eugene, Ezekiel und Yumiko kennengelernt hat und woher sie ursprünglich kommt. Die Fragen sind für die Gruppe des Soldaten nur Formsache und schon bald wird sie mit ihnen wiedervereint, jedoch mit schwarzer Maske auf dem Kopf. Auch das dürfte nur eine reine Vorsichtsmaßnahme sein, aber es ist natürlich nicht die vertrauenserweckendste Geste, die es gibt.

Fazit

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Splinter dreht sich wie die anderen bisherigen Bonusepisoden um nur wenige Figuren und wird dazu genutzt, um dem Zuschauer Teile der backstory von Princess etwas näher zu erläutern. Gleichzeitig erfährt man erste Infos zur Community von Stephanie, die in der letzten Staffel der Zombieserie eine große Rolle spielen wird, wie alle Comicleser schon wissen. Somit macht immerhin die Hauptstory einige kleine Fortschritte und die Zeit fühlt sich nicht so verschenkt an wie bei manch anderen Kammerspielfolgen der jüngeren Vergangenheit. Der Twist rund um den Geisteszustand von Princess ist ganz nett, aber auch nichts Herausragendes. Psychische Probleme wie Posttraumatische Belastungsstörung (PTSD oder PTBS) spielen natürlich immer wieder eine Rolle, zuletzt bei Carol (Melissa McBride) oder auch Siddiq (Avi Nash). Man hatte bereits bei ihrer Einführung ahnen können, dass diese Figur unter solchen Problemen leiden könnte, schließlich dürfte sich eine derartig lange Zeit in Isolation bei vielen auf die Psyche auswirken. Wahrscheinlich muss man bis zur elften Staffel im Sommer warten, bis es mehr zu dieser neuen Community zu sehen gibt.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie The Walking Dead, Diverged (10x21):

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Verfasser: Adam Arndt am Montag, 22. März 2021

The Walking Dead 10x20 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 20
(The Walking Dead 10x20)
Deutscher Titel der Episode
Splitter
Titel der Episode im Original
Splinter
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 21. März 2021 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 22. März 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 22. März 2021
Autoren
Julia Ruchman, Vivian Tse
Regisseur
Laura Belsey

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x20

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