The Walking Dead 10x19

The Walking Dead 10x19

In der The-Walking-Dead-Folge One More stehen die beiden Väter Aaron und Gabriel im Mittelpunkt. Sie befinden sich auf Nahrungssuche für Alexandria, geraten dabei allerdings in eine tödliche Zwickmühle...

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge One More (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge One More (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge One More (c) AMC

Die dritte Bonusfolge der zehnten Staffel der Dramaserie The Walking Dead heißt One More, was auch gleichzeitig das Motto von Gabriel (Seth Gilliam) und Aaron (Ross Marquand) bei der Suche nach immer knapper werdender Nahrung fĂŒr die Kameraden in Alexandria wird. Denn die beiden wollen immer noch eine Chance mehr nutzen, um etwas zu finden, auch wenn die Kinder zu Hause auf ihre VĂ€ter warten. Nahrung ist natĂŒrlich immer ein wertvolles Gut in der Welt von „TWD“, wobei ich allerdings dachte, dass man inzwischen vielleicht so nachhaltig aufgestellt sei, dass man selbst das Wichtigste anbauen oder produzieren könnte. Wenn sich nun aber alle hungrigen MĂ€uler in Alexandria bĂŒndeln, braucht man wohl mehr...

Aaron und Gabriel gehören fĂŒr mich persönlich - ich glaube das ist kein Geheimnis - nicht zu meinen Lieblingscharakteren, wobei die Autoren meiner Meinung nach besonders bei Gabriel selten einen guten Job gemacht haben, das zu Ă€ndern. Es ist eine Figur, die einfach mal da ist und sich irgendwie in der Struktur nach oben gearbeitet hat, auch weil es viele Ausstiege und Abschiede gab. So richtig verdient hat sich das die Figur durch ihre Leistungen innerhalb der Community aber nicht wirklich. Auch die Beziehung zu Rosita (Christian Serratos) gehört eher nicht zu meinen Highlights. Darum hĂ€tte ich eine Episode mit ihm im Zentrum auch nicht unbedingt gebraucht.

Gabriel und Aaron haben, wie sich im Verlauf der Folge herausstellt, eine Landkarte von Maggie (Lauren Cohan) erhalten, die sie abarbeiten, in der Hoffnung, dort Nahrung oder VorrĂ€te zu finden. Sie sind nun schon eine Weile (circa zwei Wochen) unterwegs und man sieht ihnen an, dass sie mĂŒde sind. Die Untoten bekĂ€mpfen sie fast schon automatisch und weil es eben sein muss. Zudem kommen sie offenbar auch an den toten Kameraden von Maggie vorbei, die von den Reapers verbrannt wurden.

In dieser Folge darf sich das Team von Special-Effects-Guru Greg Nicotero bei diverse Zombies wieder einmal etwas austoben und prĂ€sentiert mehrere Exponate, die diverse Körperteile verlieren dĂŒrfen. Darunter ein Untoter, dessen GedĂ€rme an einem Baum hĂ€ngen bleiben. Mit einer Zeitschaltuhr werden außerdem einige mĂŒde Beißer aufgeschreckt.

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All you can loot

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Zumindest am „Loot“-Aspekt der Folge und der Tatsache, dass die Figuren RucksĂ€cke tragen, dĂŒrfte Kollegin Hanna ihre Freude haben. Gabriel und Aaron untersuchen eine Reihe von Autowracks, ohne jedoch den Jackpot zu finden. In einem verbarrikadierten GebĂ€ude finden sie bis auf einige Zombies, Leichen und Skelette auch nicht das, was sie suchen. Derweil frage ich mich bei dieser Folge wieder mal, wie alltagstauglich der Morgensternarm von Aaron ist. Immerhin hilft er ihm an einer Stelle, die Absperrungen zu durchbrechen. WĂ€hrend er jedoch die Suche aufgeben und nach Alexandria und Tochter Gracie zurĂŒckkehren will, möchte Gabriel einen weiteren Ort abklappern, ehe es ein Wiedersehen mit Töchterchen Coco geben kann. Dabei bleibt es aber wohl doch nicht...

Die Autoren der Folge bringen die beiden Protagonisten in einige Slapstick-Situationen. Beim Waten durch Matsch fĂ€llt Gabriel etwa direkt hinein, als ihn ein Schlamm-Walker attackiert. Aaron kĂŒmmert sich zwar um den Angreifer, wird jedoch von Gabriel dann auch mit Matsch eingeschmiert. Wenig spĂ€ter beginnt dann der Platzregen, der offenbar stark genug ist, um sie zu sĂ€ubern (oder die anschließende Szene hat einen Anschlussfehler). Jedenfalls macht der Regen ihnen einen Strich durch die Rechnung, ihre eigenen Spuren zurĂŒckverfolgen zu können. Wohl auch Ironie des Schicksals, wie es scheint und ebenfalls ein Humor-Versuch, der eher so mittelmĂ€ĂŸig bei mir ankommt. NatĂŒrlich ist die Landkarte hin, denn Landkarten an sich wurden in den Bonusepisoden offenbar zu Erzfeinden erklĂ€rt (siehe die Daryl-Folge letzte Woche), aber schon kurz danach findet man einen Ort, der nicht auf der Karte verzeichnet war.

Boar, Booze and Beanie Babies

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Allerdings setzt sich auch hier der Slapstick fort, denn Aaron findet beim Durchsuchen ein Wildschwein, das ihn zum Kreischen bringt, was Gabriel unglaublich witzig findet. Aus der Not wird dennoch eine Tugend gemacht und das Tier wird im Eilverfahren zum Abendessen verarbeitet. Zumal Gabriel auch einen edlen Tropfen Whisky gefunden hat. Wir nehmen einfach mal hin, wie schnell man das erlegte Tier in einer völlig fremden Umgebung verzehrfertig auf den Grill legt.

Die Autoren sind ohnehin eher daran interessiert, die Figuren an frĂŒher denken zu lassen und Gabriel als Whisky-Profi zu outen. ZunĂ€chst schenkt er den beiden nur einen kleinen Shot aus, denn eine solche Flasche wurde frĂŒher wohl fĂŒr mehr als 2000 Dollar verkauft. Man soll das rare Gut also wertschĂ€tzen und genießen. Das macht Aaron zunĂ€chst auch, doch schnell wird die Situation zum Saufgelage inklusive Poker-Spiel mit Flaschendeckeln.

Die betrunkenen MĂ€nner kommen ins Philosophieren und so fragt Aaron Gabriel, was wohl Gott vom Betrinken und GlĂŒcksspiel halten wĂŒrde. Der Geistliche erzĂ€hlt einen Schwank aus der Jugend respektive seiner Ausbildung. Das Wichtigste in seinem Job ist dabei nicht das Predigen, sondern das Kennenlernen der Leute und ihrer Probleme im EinzelgesprĂ€ch, denn so hat er viel ĂŒber sie lernen können. Offenbar glaubt der betrunkene Gabriel aber nicht daran, dass die Welt je wieder wie frĂŒher werden könne. TatsĂ€chlich sind böse Menschen nicht die Ausnahme, sondern die Regel, was Aaron allerdings scheinbar etwas anders sehen möchte und sich zum Pinkeln verabschiedet. SpĂ€testens in diesem Zustand möchte ich erneut auf die Alltagstauglichkeit von Aarons Waffenarm aufmerksam machen... Betrunken dĂŒrfte die Gefahr immens sein, sich damit aus Versehen zu verletzten.

Als Gabriel einige Stunden spĂ€ter wieder nĂŒchtern aufwacht, fehlt von seinem Begleiter jede Spur. Allerdings wird er von einem bewaffneten Fremden angesprochen, der nach einer Portion Wildschwein verlangt.

Russisches Roulette

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Der Fremde heißt, wie man spĂ€ter noch erfĂ€hrt, Mays (Robert Patrick) und er ist offenbar der Besitzer respektive Bewohner des GebĂ€udes - und somit natĂŒrlich auch des Wildschweins und des Whiskys. Er hat zudem Aaron ĂŒberwĂ€ltigt und ihm seinen Waffenarm abgenommen. Gabriel droht Mays mit dem Rest der Gruppe, die sie suchen wird, sollte ihnen etwas passieren. Doch der vernarbte Mann hat die beiden beobachtet und glaubt an einen Bluff. Gabriel denkt, dass seine Waffe nicht geladen ist, weil Munition immer knapper wird, doch Mays scheut sich nicht davor zurĂŒck abzudrĂŒcken und dorthin zu schießen, wo er Aaron eingesperrt hĂ€lt. Es gibt also gute GrĂŒnde, ihn nicht auf die Palme zu bringen...

Mays möchte wissen, warum Gabriel weiterhin seine Priesterrobe trĂ€gt. Letzterer gibt ihm aber eine erwartbare Antwort ĂŒber das Gute im Menschen und versucht, eine gemeinsame Grundlage zu finden, weil er wohl die vielen Ausgaben der Bibel in Mays' Besitz gesehen hat. Doch die nutzt Mays offenbar als Klopapier... Das Buch der BĂŒcher hat er zwar gelesen, hĂ€lt aber eben nichts davon. Auch Gabriels Aussage zu schlechten Menschen hat er gehört und glaubt, dass der Alkohol die Wahrheit aus ihm gelockt hat. Weil Aaron in Gefahr schwebt, bemĂŒht sich Gabriel weiterhin, ihn zu besĂ€nftigen und will ihn verbal davon ĂŒberzeugen, dass es immer noch gute Menschen in dieser dĂŒsteren Welt gibt.

Mays bringt den auf einem Drehstuhl gefesselten Aaron zurĂŒck und verdonnert die beiden zu einer Partie Russisches Roulette. Dabei lĂ€sst er ihnen pro Zug die Wahl, ob sie auf sich selbst oder ihren GegenĂŒber zielen. Er selbst hat sein Gewehr derweil auf sie gerichtet, damit sie keine Dummheiten begehen. Der vernarbte Mays glaube nicht an das Gute im Menschen und erzĂ€hlt, dass sein eigener Bruder, den er jahrelang beschĂŒtzt habe, ihn angegriff, als es um Essen ging. Er nimmt an, dass Gabriels Auge und Aarons Arm aus Ă€hnlichen GrĂŒnden zu Schaden gekommen sind. Doch bei Aaron war es ein Unfall auf einer Baustelle und bei Gabriel eine Infektion... Drei Runden gehen gut, doch die vierte Kugel im Lauf hört sich deutlich anders an und so versuchen die beiden Spieler Mays weiter davon zu ĂŒberzeugen, dass sie keine Kriminellen oder Diebe sind. Nachdem Mays allerdings die Geschichte rund um seinen Bruder erzĂ€hlt, konfrontiert Gabriel ihn damit, dass er sich die Sache so zurechtspinnt, wie es ihm gerade passt. Bevor Aaron abdrĂŒcken kann, hĂ€lt Mays ihn auf (warum auch immer) und befreit ihn von seinen Fesseln. Aaron glaubt das, was er ihm sagt wirklich, doch Gabriel zögert nicht, ihn mit seinem Arm zu erschlagen, weil er offenbar nicht mal vor Mord an seiner eigenen Familie zurĂŒckschreckte.

Allerdings gibt es eine Überraschung, als sie anschließend sein privates Reich nach VorrĂ€ten durchsuchen. Denn sie finden einen Zwillingsbruder (ebenfalls Patrick), der verwahrlost und angekettet ist. Eigentlich möchten Gabriel und Aaron ihn befreien und mitnehmen, doch er klaut sich die Pistole und tötet sich damit selbst. Somit ist er nun wohl wieder mit seiner Familie vereint, deren Leichen ebenfalls noch im GebĂ€ude sind. Auch wenn es wohl nicht so gemeint war, musste ich bei diesem „Twist“ erneut lachen, denn irgendwie wirkt das ganz ziemlich abstrus. Was sagt das alles ĂŒber Gabriel aus? Dass seine Menschenkenntnis zu wĂŒnschen ĂŒbrig lĂ€sst? Dass er das Beste fĂŒr die Gruppe im Kopf hat? Dass er falsch liegt damit, dass die meisten Menschen böse sind? Familie geht doch ĂŒber alles? Ich bin etwas ratlos, was die Autoren uns damit sagen möchten außer... Isn't it ironic...?!?

In der letzten Szene der Folge kehren die beiden natĂŒrlich nicht direkt nach Alexandria zurĂŒck, sondern wollen doch noch zum vorher angesprochenen Wasserturm.

Fazit

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Ich mochte diese Folge nicht sonderlich. Das liegt einerseits an den Figuren im Mittelpunkt, aber auch an den Humorversuchen, die bei mir nicht zĂŒnden wollten und ebenso an gewissen „Botschaften“, die in meinen Augen nicht so richtig zusammenpassen wollen. NatĂŒrlich ist die Welt an sich nicht schwarz und weiß und moralisches VerstĂ€ndnis ist stĂ€ndig im Wandel, dennoch habe ich mich grĂ¶ĂŸtenteils eher gelangweilt, denn unterhalten gefĂŒhlt und auch nicht wirklich was Neues ĂŒber die Charaktere erfahren. Da kann in meinen Augen auch Gaststar Robert Patrick wenig ausrichten.

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Hier abschließend schon mal der Trailer zur Premiere der nĂ€chsten Episode der US-Serie The Walking Dead, Splinter (10x20):

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 15. MĂ€rz 2021
Episode
Staffel 10, Episode 19
(The Walking Dead 10x19)
Deutscher Titel der Episode
Das eine noch
Titel der Episode im Original
One More
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 14. MĂ€rz 2021 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 15. MĂ€rz 2021
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 15. MĂ€rz 2021
Autoren
Erik Mountain, Jim Barnes
Regisseur
Laura Belsey

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x19

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