The Walking Dead 10x16

The Walking Dead 10x16

Viele Monate mussten die Zuschauer von The Walking Dead auf die Auflösung des Whisperer War warten. In A Certain Doom aka Unter Feinden kommt es nun zur wohl finalen Schlacht zwischen Überlebender-Allianz und den Whisperers rund um Beta.

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Unter Feinden
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Unter Feinden
© AMC

Anfang April 2020 lief die letzte frische Folge von The Walking Dead. The Tower war eigentlich die vorletzte Folge der zehnten Staffel, ehe das große Staffelfinale A Certain Doom diese abschließen sollte. Dann kam eine echte Pandemie dazwischen und die Entertainmentwelt stand erst mal still. Das Finale konnte so nicht fertiggestellt werden und die Serie, so wie wir sie kannten, nicht weitergedreht werden. Vielerorts wechselte man ins Home-Office oder etablierte nach einigen Monaten neue Sicherheitsregeln, um weiterdrehen zu können.

Bei der Comic-Con@Home wurde derweil die zehnte Season der Zombieserie um sechs Folgen verlängert und das Ende der eigentlichen Zombie-Saga nach der elften Staffel beschlossen, die mit 24 Folgen XXL-Länge haben wird.

Da kann auch schon einmal etwas in Vergessenheit geraten, was zuletzt passiert ist. Die Kurzfassung: Die Überlebenden - eine Allianz aus Alexandria, Hilltop (plus Kingdom) und Oceanside - halten sich an einem neuen Ort versteckt und warten auf den Angriff der Whisperer. Beta (Ryan Hurst) gelingt es, eine gewaltige Horde zu versammeln und er macht seine Mischung aus Untoten und Zombie-Cosplayern bereit.

Doch Daryl (Norman Reedus), Gabriel (Seth Gilliam), Carol (Melissa McBride) und Co sitzen natürlich nicht untätig herum, es gibt einen Plan, um sich den Beißern zu entledigen. Auf die Frage von Gracie (Anabelle Holloway), wie das denn nun überhaupt funktionieren soll, antwortet Gabriel damit, dass man sich de Gruppe wie eine Hand vorstellen muss. Denn zur Faust geformt kann sie letztlich ihre eigentliche Stärke präsentieren. Denn die Gemeinschaften, die gemeinsame Sache machen, können alles schaffen. Und wie immer in The Walking Dead gibt es abseits des eigenen Mikrokosmos immer noch mehr. Eine Maggie (Lauren Cohan), die etwa die tragischen Nachrichten in Briefen liest und so aussieht, als würde sie bald in die alte Heimat zurückkehren. Derweil stimmt sich der Totenchor in die üblichen „We are the end of the world“-Klänge ein und glaubt wohl, den Sieg schon in der Tasche zu haben.

Fahrradpanne mit Folgen?

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Eugenes (Josh McDermitt) Gruppe - bestehend aus ihm, Yumiko (Eleanor Matsuura), Ezekiel (Khary Payton) und Princess (Paola Lazaro) - war zuletzt auf Fahrrädern in Richtung Treffpunkt mit Stephanie unterwegs. Wie wir nun sehen, gab es einen kleinen Unfall, der die Weiterfahrt unmöglich macht. In Eugenes Kopf rattert es bereits und er glaubt nicht, dass man die Verabredung so noch einhalten kann, zumal der Exkurs mit Princess sicherlich schon Zeit gekostet hat. Doch statt die Hoffnung aufzugeben, will nun der Rest Eugene Mut machen, dass man die Reise durchzieht und sich dann vor Ort Sorgen machen sollte. Doch bleibt Stephanie auch bis zum Sonnenuntergang?

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Was ist der Plan gegen die Beta-Horde?

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Wie man bereits annehmen konnte, lautet der Plan nun, die Horde umzuleiten. Doch Oceanside fällt dafür flach, also muss Plan B her. Luke (Dan Fogler) hat einige mechanische Teile gesammelt, die einige Kleingruppen jetzt nur noch zu einem Wagen bringen müssen, der dann den entsprechenden Lärm macht.

Doch trotz der immanenten Lebensgefahr herrscht Uneinigkeit, weil Lydia (Cassady McClincy) Teil der Überlebenden ist und ihr nicht alle vertrauen. Gerade aus dem Oceanside-Lager gibt es hier Bedenken. Zudem muss sich auch Carol Kritik von Dianne (Kerry Cahill) bezüglich Negan als Maulwurf unter den Whisperers anhören. Lydia spricht ebenfalls noch einmal mit Carol und beteuert, dass sie sie wegen des Mordes an Alpha (Samantha Morton) nicht hasst, weil sie ohnehin schon lange nicht mehr ihre Mutter war. Carol rät Lydia derweil, dass sie sie selbst sein sollte und für sich einen eigenen Weg zum Überleben finden müsse.

Während sich alle für die gefährliche Lebensrettungsaktion bereitmachen, meint Negan (Jeffrey Dean Morgan), dass er eine wandelnde Zielscheibe wäre, weswegen er besser nicht nach draußen gehen sollte. Doch davon will Daryl nichts hören und meint, dass er wie alle anderen seinen Hintern riskieren sollte.

Große Teile der Gruppe wagen sich also heraus, um den Lärmwagen flottzumachen. Mit Whisperer-Taktiken mischt man sich unter die Untoten und probiert die Maskenträger auszuschalten, wobei Dianne und andere Schützen helfen. Das klappt zunächst ganz gut, muss dann aber abgebrochen werden und Verluste gibt es ebenfalls einige, jedoch kaum jemand, dem die Zuschauer nachweinen werden.

Tighten the herd...

Beta befielt seiner Gruppe, die Lücken zu schließen und die Herde wieder in den Griff zu bekommen. Derweil spricht Negan mit Lydia und gibt ihr die Wahl, sich davonzuschleichen, indem er ihr eine Maske, die verdächtig nach der von Alpha aussieht, überreicht.

Im Versteck versuchen namenlose Whisperer derweil mit einer Axt, zu Gabriel, Judith (Cailey Fleming) und Co durchzubrechen. Judith flieht mit einer Botschaft für Rosita, während Gabriel mit einer Schrotflinte die Stellung hält. Als mehrere Whisperer Gabriel angreifen, wird er gerettet, denn Maggie (Lauren Cohan) ist mit einem maskierten Helfer zur Stelle, der zu Beginn der Episode bereits Aaron (Ross Marquand) und Alden (Callan McAuliffe) begegnet war. Sehr viel mehr zu Maggies Rückkehr oder ihrer Begleitung erfahren wir allerdings noch nicht.

Another one bites the dust

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Daryl, Caryl und Co ist es derweil gelungen, den Ablenkungswagen startklar zu machen. Allerdings leisten die Whisperer Widerstand. Die Bemühungen der Bogenschützen werden mit Untotenleichen abgefangen und auch der Wagen bald zum Stoppen gebracht. Die Überlebenden müssen die Flucht antreten. Doch schon bald wird der Plan gefasst, die Maskenträger gezielt zu jagen. Mit Lydias Hilfe wird ein Plan erdacht, der auf Beta abzielt und seine Aufmerksamkeit auf sich lenken sollt. Ohne den Anführer fällt dann eventuell auch der Rest der Horde zusammen und man hätte leichtes Spiel. Tatsächlich sind es dann Daryl und Negan, die den Riesen im Zusammenspiel endgültig den Garaus machen und so die Whisperer-Bedrohung ausschalten. Hier bemühen die Autoren wieder einen der inzwischen berühmten Remixe, denn in den Comics darf eine andere Figur Beta ausschalten. Dort ist es tatsächlich Aaron, dem diese Ehre gebührt, aber es ist in der TV-Serie wohl einfach der coolere Moment, dass dieses besondere Team-up dafür ausgewählt wurde.

Beta wird anschließend demaskiert, was leider aber verdeutlicht, dass dieses Element in der Serie einfach nicht so gut funktioniert wie im Medium Comic. Negan scheint Beta nämlich von früher zu kennen, während Daryl vollkommen egal ist, wer er einmal war. Im Comic wurde derweil damit gespielt, dass er wohl eine Sportpersönlichkeit war. In der TV-Serie wurde daraus nun ein Musiker, der aber eben nur in der Welt von „TWD“ bekannt ist.

Bleibt aber noch die große Horde übrig, die - wie ursprünglich geplant - zu einer gewaltigen Klippe gelockt werden soll. Das sieht aber schwer nach Selbstmord-Mission aus. Zu der sich - wie sollte es auch anders sein - Carol freiwillig meldet. Mit einem Blut-Poncho bekleidet lockt sie die Beißer ins sichere Verderben. Doch statt mit ihnen herunterzuspringen, zieht Lydia sie im richtigen Moment fort, während der Rest wie Lemminge weiter ins Verderben springt. Als dann alle fort sind, freut sich Lydia, dass sie ihren eigenen Weg gefunden hat, der die Rettung von Carol einschließt und das Whisperer-Kapitel damit nun wohl sein Ende hat.

Wie geht es weiter?

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Die Episode endet mit Teasern in zwei Richtungen. Zum einen taucht Connie (Lauren Ridloff) völlig beschmutzt und verwirrt wieder auf. Ausgerechnet Virgil (Kevin Caroll), den wir zuletzt zusammen mit Michonne (Danai Gurira) gesehen hatten, findet sie. Versucht er auch Connie zum Opfer zu machen oder hat er eingesehen, dass seine Lügen nichts bringen?

Der zweite Teaser handelt von Eugenes Truppe. Denn diese ist beim Treffpunkt, einem alten Eisenbahndepot, angekommen. Von Stephanie fehlt jedoch jede Spur und man diskutiert, ob man einen der alten Waggons als Nachtlager nutzen könnte. Doch dann wird das Quartett von Soldaten in weißen Rüstungen umzingelt. Comicleser wissen, was diese Aufmachung zu bedeuten hat: Das Commonwealth ist hier. Damit folgt man relativ nah, aber mit einigen anderen Protagonisten, der finalen großen Storyline aus den Comics.

Fazit

A Certain Doom ist nun also das ziemlich endgültige Ende des Whisperer-Kapitels. Man kann wegen der gewaltigen Menge an Untoten verstehen, warum die Fertigstellung der Folge eine Herausforderung war. Aus dramaturgischer Sicht gibt es sicherlich einige nette Momente, etwa rund um Carol und Lydia, die Beta-Lösung oder Maggies Rückkehr, die natürlich exakt im passendsten Moment erfolgt. Gleichzeitig verdeutlicht das Jetzt-nicht-mehr-Staffelfinale, bekannte Probleme der Serie. Das Ensemble ist sehr groß und man muss schon ein gutes Namensgedächtnis haben, um etwa alle Nebenfiguren ansatzweise nach so langer Zeit wiederzuerkennen. Wer etwa die Frauen aus Oceanside ohne Hilfe erkennt, kann sich wohl Superfan nennen. Dazu kommen immer wieder Fragezeichen bei geografischen Set-Pieces und manchmal unnötig komplizierten Plänen oder Charakterentscheidungen. Musste Gabriel etwa tatsächlich zurückbleiben? Was hat das nun verändert, außer, dass es ein Wiedersehen mit Maggie gab?

Nun wartet also das wahrlich letzte Kapitel der Mutterserie, auf dessen Umsetzung man schon gespannt sein kann. Zum einen, weil gewisse Protagonisten aus den Comics einfach nicht dafür zur Verfügung stehen und die TV-Autoren rund um Showrunner Angela Kang improvisieren müssen. Das kann klappen, muss es aber nicht. Zum anderen bietet der letzte Abschnitt nicht mehr ansatzweise das Spektakel, was Saviors oder Whisperer an sich boten. Das ist natürlich noch Zukunftsmusik, aber die Serie wird sich allein durch COVID-19-Veränderungen neu erfinden müssen, womit kleinere und intimere Geschichten sicherlich nicht verkehrt wären. Noch hat man mehr als 30 Folgen Zeit, um das alles abzuschließen.

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 5. Oktober 2020

The Walking Dead 10x16 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 16
(The Walking Dead 10x16)
Deutscher Titel der Episode
Unten Feinden
Titel der Episode im Original
A Certain Doom
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 4. Oktober 2020 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 5. Oktober 2020
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 5. Oktober 2020
Regisseur
Gregory Nicotero

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x16

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