The Walking Dead 10x05

The Walking Dead 10x05

Die The-Walking-Dead-Folge What It Always Is zeigt mehrere Figuren bei Alleingängen mit unterschiedlichen Ausgängen. Außerdem wird in dieser Woche die Frage beantwortet, wer Negan aus der Gefangenschaft befreit hat.

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge What It Always Is (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge What It Always Is (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge What It Always Is (c) AMC

Alleingänge gehen in The Walking Dead selten ohne Komplikationen aus und mehrere davon sehen wir in der Episode What it Always is. Ganz zu Beginn der Folge ist es Kelly (Angel Theory), die allein im Wald versucht, mit ihrem schlechter werdenden Gehörsinn klarzukommen. Schnell wird jedoch klar, dass das eine gefährliche Idee ist. Sie kann zwar ein Wildschwein mit ihrer Schleuder erlegen, doch die Untoten erscheinen dennoch auf der Bildfläche und kommen ihr zuvor. Bei der panischen Flucht mit gezogenem Messer stolpert sie und verletzt sich und überlebt eigentlich nur wegen einer gigantischen Portion Glück.

Ihre Schwester Connie (Lauren Riddloff) macht sich bald schon Sorgen um sie und sucht zusammen mit Daryl (Norman Reedus) und Dog nach ihr.

Alarm in Hilltop

Connie macht sich natürlich Vorwürfe, weil sie sie allein hat gehen lassen und weil sie von der Verschlechterung ihres Zustands weiß, aber Daryl versucht, ihr mit dem Erzählen einer Angelgeschichte über seinen Bruder Merle (Michael Rooker) zu verdeutlichen, dass Geschwister manchmal eben unbelehrbare Sturköpfe sind. Tatsächlich muss ich sagen, dass ich Daryl schon lange nicht mehr so putzig gesehen habe, wie beim Versuch, seine Geschichte per Gebärdensprache zu erklären, wobei sein Freundschaftsband-Dialog mit Carol natürlich auch ganz süß war. Daryl und Connie erhalten derweil bald Gesellschaft von Magna (Nadia Hilker), die in Hilltop nicht weiter tatenlos rumsitzen will.

Nach einer Weile findet man die verletzte Kelly und wir erfahren auch noch etwas anderes. Denn immer mal wieder ist in der Folge etwas von gestohlenen Vorräten die Rede. Wie sich herausstellt, haben Magna und Co Hilltop bestohlen und im Wald ein Versteck aufgebaut. Connie scheint davon ebenso wenig gewusst zu haben wie Yumiko (Eleanor Matsuura). Diese scheint sich seit den Toden von Jesus und Tara mit um die Führung und Organisation vor Ort zu kümmern.

Eugene (Josh McDermitt) schlägt eine Lösung vor, bei der alle natürlichen Ressourcen genutzt und so wenig Müll wie möglich zur Reparatur der Mauer genutzt werden und kann dabei auf die fähigen Hände von Alden (Callan McAuliffe) und Earl (John Finn) setzen. Der alte Schmied lässt dabei kaum eine Gelegenheit aus, um zu betonen, dass die Whisperers hinter dem Baumvorfall stecken müssen und dass man wachsam bleiben soll - und natürlich denkt Alden auch ständig an das, was die Whisperers ihnen angetan haben...

Später, als der Suchtrupp Kelly zurückbringt, wird Yumiko zwar eine falsche Geschichte aufgetischt, sie weiß allerdings, dass das eine Lüge ist und die Szene wird genutzt, um den Zuschauern mehr über ihre Beziehung zu Magna zu verraten. Demnach kennen sich die beiden schon seit 13 Jahren und, wie in der vorherigen Folge angedeutet, war Yumiko die Anwältin von Magna. Diesmal gesteht Magna, Rache genommen zu haben, weil ihre junge Cousine von einem Mann missbraucht wurde, der mit der Tat davongekommen war. Yumiko war davon ausgegangen, dass sie unschuldig war, aber das alles spielt ohnehin kaum noch eine Rolle, denn seitdem haben beide schon zahlreiche Menschenleben genommen, wenn es ums blanke Überleben geht. Dennoch scheint Yumiko erst einmal eine Pause von ihrer Partnerin zu brauchen, die in letzter Zeit eine schwere Phase durchzumachen scheint. Wahrscheinlich hat ihr die Alpha-Begegnung vor Augen geführt, wie schnell es vorbei sein kann und nun fehlt ihr die Motivation, sich für die Gemeinschaft zu engagieren. Die Schutzwand scheint wieder oben, denn Daryl traut sie offenbar auch nicht und macht daraus auch kein großes Geheimnis.

Schilddrüsenkrebs

Einen Realitätscheck gibt es derweil auch von Ezekiel (Khary Peyton), der mit Siddiq (Avi Nash) spricht und sich dabei zunächst nach einem verdächtigen Husten, das auf eine potentielle Rauchvergiftung geschoben wird, nicht von ihm durchchecken lassen will, dann aber doch sein Tuch lüftet und seine geschwollene Drüse zeigt. Der König leidet wohl unter erblich bedingtem Schilddrüsenkrebs und macht sich über seine Überlebenschancen in dieser Welt keine Illusionen. Das erklärt nun auch deutlich besser, warum er jüngst mit Suizidgedanken Michonne (Danai Gurira) begegnet war.

Tatsächlich kommen vermeintlich normale Krankheiten in der Welt von „TWD“ recht selten vor und so wirkt diese Offenbarung ungewöhnlich, aber auch passend. Nicht jeder stirbt durch Untote, Dummheiten oder Unfälle. Manchmal ist es auch der eigene Körper oder ein Erbe, das einen Dahinraffen kann. Siddiq vertraut sich ihm ebenfalls wegen seiner PTSD-Schübe an, weswegen er kurzzeitig aus Alexandria geflohen ist. Er will aber wieder zurückkehren, sicherlich auch, weil Rosita sich etwas eingefangen hat, wie Aushilfe Dante per Funk meldet.

Ezekiel steht derweil kurz davor, seiner Ex Carol (Melissa McBride) über seinen Zustand zu berichten, doch ihn verlässt der Mut dann doch wieder.

The man with the metal arm

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AMC - © AMC

Aaron (Ross Marquand) ist ebenfalls auf eigene Faust unterwegs und bemerkt dabei, dass Gamma (Thora Birch) aktiv ist. Sie ist nämlich damit beschäftigt, Untote in der Nähe von Wasser aufzuschlitzen und somit die Gegner zu sabotieren.

So erfahren wir auch offiziell, was man schon länger vermutet hat: Die Whisperers stecken hinter den kleinen Attacken der letzten Zeit: der Baum in Hilltop, das besagte Wasser, aber wahrscheinlich auch die Wellen an Untoten in Alexandria. Während Alpha (Samantha Morton) die langsame Zermürbungstaktik Freude bereitet, sieht es ein Untergebener in ihrer Gruppe anders und schlägt einen großen Schlag vor. Doch die Anwesenden stimmen ab und lehnen ab, was in seinem Tod endet und Gamma einen weiteren Untoten zur Kontaminierung des Wassers gibt. Diese scheint mit ihrer Ernennung zur Gamma zu kämpfen, denn wir sehen, wie sie selbst eine Form von PTSD-Flashback hat zum Tod ihrer Schwester und anderen grausamen Whisperers-Momenten der jüngeren Vergangenheit. Deswegen sticht sie sich in die eigene Hand. Zufällig ist Aaron da und wirft ihr etwas zum Verbinden der Wunde zu. Wenig später berichtet sie Alpha von der Begegnung und statt eine Strafe zu erhalten, sieht die Anführerin dies als Chance. Gamma hat ganz klar eine Sonderstellung und scheint Alphas Tochterersatz zu sein, ob sie es will oder nicht.

Jedenfalls soll sie womöglich eine neue Maske (im übertragenen Sinn) aufsetzen und wahrscheinlich das Vertrauen von Aaron gewinnen. Man fragt sich, ob Aaron hierbei naiv dargestellt wird, oder begreift, dass die Whisperers durch ihre Aktionen Schaden anrichten - immerhin erwischt er sie ja auf frischer Tat. Aber aktuell heißt es abwarten, wie sich die Situation entwickelt.

Damn! Classic Negan!

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AMC - © AMC

Die Autoren verlieren auch im Fall von Negan (Jeffrey Dean Morgan) keine Zeit und zeigen, dass Brandon (Blaine Kern III) für seine Befreiung verantwortlich zeichnet. Brandon ist dabei der junge Mann, der davor immer wieder Wache geschoben und ihn in Alexandria im Auge behalten hatte.

Denn, wie sich herausstellt, ist Brandon ein waschechter Negan-Fanboy, der von seinem Vater wilde Geschichten über den mächtigen Anführer der Saviors und seinen Konflikt mit Rick Grimes (Andrew Lincoln) oder Carl (Chandler Riggs) hörte und somit offenbar nachhaltig beeindruckt wurde. Die Idee ist durchaus spannend und passt auch dazu, dass Negan immer wieder einen guten Draht zu Kindern und Jugendlichen zu haben scheint. Empfindlich reagiert er aber nach wie vor darauf, wenn man Unwahrheiten über Carl verbreitet, den Negan bekanntlich respektierte. Brandons blinde Heldenverehrung geht so weit, dass er seinem Idol eine neue Lucille bastelt und seine schwarze Lederjacke präsentiert. Negan zeigt sich sichtlich bemüht, die Schmeicheleien möglichst schonend abzuwehren und meint, dass er lieber nicht erkannt werden will.

Brandon erinnert ihn aber immer wieder an Dinge, die er wohl lieber hinter sich lassen möchte. Etwa das oberflächliche Bewerten von Frauen, in diesem Fall Zombies, und bald bemerkt er einen Hilferuf einer Frau, dem er auch nachgeht. Dabei erntet er von Brandon Beifall, weil er einen von den Beißern überaus martialisch mit der Bustür aus dem Verkehr zieht. Negan hört sich die Geschichte der Mutter und ihres Sohnes interessiert an und will Brandon eigentlich gerne loswerden. Weil Brandon das zunächst nicht versteht und nicht weiß, wie er seine Abwesenheit in Alexandria erklären soll, muss Negan ihm eine verbale Kostprobe seines klassischen, gemeinen Ichs geben und glaubt, damit Erfolg zu haben.

Negan nutzt die Zeit, um sich um den Sohn der Frau zu kümmern, der mit einem Flugzeug spielt, aber überhaupt keine Vorstellung darüber hat, wie eine Flugreise eigentlich war, weil seit seiner Geburt keine Flugzeuge mehr abheben. Bildlich, wie es fast nur Negan kann, entführt er ihn also auf eine kleine Lektion darüber und spricht dabei auch kurz über seine Exfrau Lucille, die Flugzeugessen nicht ausstehen konnte. Außerdem meint Negan noch, dass er den Jungen in die hohe Kunst des nut tapping einweisen muss. Dabei geht es darum, dem Gegenüber in die Weichteile zu schnippen, wenn dieser einem dumm kommt. Negan hat vor, die beiden in Sicherheit zu lotsen, doch dazu kommt es nicht.

Denn Brandon, der Negans Pfiff nachahmt und wider Erwarten erneut auftaucht, glaubt, dass das alles nur eine merkwürdige Prüfung für ihn war und hat die beiden kaltblütig ermordet. Die Vergangenheit holt Negan also ein, ohne dass er es möchte. Er sieht sich gezwungen, Brandon aus dem Verkehr zu ziehen und erschlägt ihn mit einem großen Stein. Nun, da ihm die Hoffnung geraubt wurde, legt er auch seine Maske in Form von Lucille und der Jacke wieder an und betritt das Whisperers-Gebiet, auf dem er einige Untote mit dem Schläger ausschaltet, ehe sich Beta (Ryan Hurst) zu erkennen gibt. Sehen wir also bald den Kampf der Titanen?

Fazit

Die zehnte Staffel von The Walking Dead ist und bleibt an der Verletzlichkeit und der menschlichen Seite der Überlebenden interessiert, von denen viele mit der eigenen Vergänglichkeit konfrontiert werden - ob nun durch Krankheit, psychische Leiden oder andere Traumata. Dazu kommen auch noch eine gute Portion Paranoia und keine klare Linie für den wohl unvermeidlichen Konflikt mit den Whisperers, was sich noch rächen dürfte.

Körperliche Krankheiten gehören zum Alltag hinzu und es ist durchaus - so merkwürdig das wohl klingt - eine nette Abwechslung, dass solche Themen auch angeschnitten werden, wie es im Fall von Ezekiel oder Kelly passiert.

Negan versucht alles, um sein altes Leben irgendwie hinter sich zu lassen, schafft es aber auch Jahre später nicht - und dafür zahlt nicht nur er, sondern es zahlen auch völlig unbeteiligte Personen. Auf einer kleineren Ebene geht es Magna ähnlich, denn ihre Beziehung zu Yumiko wird durch die weit zurückliegende Vergangenheit belastet, die man trotz aller Veränderung offenbar nicht auf sich beruhen lassen kann.

Und irgendwo lacht sich Alpha ins Fäustchen, weil sie ihren Feinden immer wieder kleine Nadelstiche verpasst, die diese zwar nicht sofort verbluten lassen, aber ihnen doch wehtun und vom Wesentlichen ablenken, ehe der nächste große Schlag ansteht.

Der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie The Walking Dead, Bonds (10x06):

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 4. November 2019

The Walking Dead 10x05 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 5
(The Walking Dead 10x05)
Deutscher Titel der Episode
Diebstahl und Lügen
Titel der Episode im Original
What It Always Is
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 3. November 2019 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 4. November 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 4. November 2019
Autor
Eli Jorne
Regisseur
Laura Belsey

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x05

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