The Walking Dead 10x02

The Walking Dead 10x02

Die Episode We Are the End of the World der US-Serie The Walking Dead zeigt zum einen, wie sich Alpha und Beta kennenlernten. Darüber hinaus gibt es Einblicke in den Alltag der Whisperers und ebenso in Richtung Alphas Geisteszustand.

Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge We Are the End of the World (c) AMC
Szenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge We Are the End of the World (c) AMC
© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge We Are the End of the World (c) AMC

In der Folge We Are the End of the World der US-Serie The Walking Dead erfahren wir, wie sich Alpha (Samantha Morton) und Beta (Ryan Hurst) vor rund sieben Jahren kennenlernten und zum Anführerduo der Whisperers wurden. Die Folge teilt sich dabei in Flashbacks und Teile, die die Gegenwart der Whisperers zeigen. Der Einfachheit halber fassen wir zunächst die Vergangenheit zusammen.

Damals war Alpha noch allein mit ihrer Tochter Lydia (im Flashback Havana Blum) unterwegs und kannte schon den Trick, sich mit Zombieschleim innerhalb der Untoten zu maskieren. Ein Autounfall einer Frau sorgt dafür, dass Lydia direkt mit einer schrecklichen Zombieattacke auf besagte Frau konfrontiert wird und die Nerven verliert. Alpha sucht also dringend in der Nähe Unterschlupf und findet diesen in einem Krankenhaus, in dem sich allerdings schon Proto-Beta breitgemacht hat, der schon damals sein Gesicht mit einer Maske bedeckte. Er lässt sie zumindest für die Nacht dort bleiben, will jedoch klare Grenzen ziehen. Lydia möchte aber zunächst den ekligen Schleim von sich waschen. Bald stellt sich heraus, dass Alpha und die Zufallsbekanntschaft einiges verbindet, auch wenn sie es anfangs nicht zugeben wollen.

We're all monsters now

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Beide scheinen große Regelfreaks zu sein. Und so soll Alpha auch das Summen respektive Singen in seiner Nähe unterlassen, denn Beta mag nur noch die Geräusche, die die Untoten machen - das sei der einzige Song, den er ewig hören könnte. Beide sind also ziemlich eindeutig durchgedreht und alles andere als konventionell normal. Da passt es auch, dass man wohl in einem Krankenhaus mit einer Nervenheilanstalt untergekommen ist, was die Kissen an den Wänden erklärt, die Lydia entdeckt.

Während Lydia nicht begreift, was Beta darstellt und ihn einfach für ein Monster hält, meint die durchgedrehte Mutter, dass das für alle gilt, die in dieser Welt noch übrig sind. Weil die Toten keine Namen haben, verzichtet sie auch auf einen konventionellen Namen und geht lieber wieder über zum Anfang. Zum A und B oder Alpha und Beta.

Nach dem traumatischen Erlebnis scheint Lydia ohnehin bereit zu sein, etwas mutiger zu werden und so möchte sie auf ihren Plüschhasenbegleiter verzichten und mehr wie ihre Mutter werden, womit sie für diese einen kleinen Traum wahr werden lässt. Allerdings ist die Alternative auch nicht gerade schön: Wenn sie nämlich keine Stärke zeigt, dann ist Alpha dazu bereit, das eigene Fleisch und Blut zurückzulassen, wie sie Lydia unmissverständlich ins Gesicht sagt und Mama soll sie sie auch nicht mehr nennen. Man möchte wahrlich nicht mit Lydia tauschen und wundert sich nicht, warum Henry (Matt Lintz) sie doch recht schnell davon überzeugen konnte, das alte Whisperers-Leben hinter sich zu lassen.

Alpha scheint in Beta derweil einen Traumpartner gefunden zu haben. Beiden macht es eine perverse Freude, die Untoten zu zermatschen, was Beta aufgrund seiner enormen Körpergröße auch sehr leicht und mit bloßen Händen gelingt. Er erfährt von ihr von der Tarntechnik mit dem Blut und Gestank. Dennoch ist er zu diesem Zeitpunkt weiterhin nicht gewillt, Alpha und Lydia zu beherbergen.

Kurze Zeit später schmiert sich Lydia mit dem Zombie-Goo ein und löst eine kleine Panik bei Alpha aus. Dabei tötet Alpha auch endgültig einen Untoten, der Beta offenbar am Herzen lag, über den wir aber kaum etwas erfahren. Da Beta nun nichts mehr an diesem Ort hält, können sie auch gemeinsam in der Wildnis das Ende der Welt zelebrieren. Das Gesicht des Menschen mit dem „Have a Happy Day“-Shirt schneidet er ab und integriert es in sein Outfit, genauso wie besagtes Shirt. Der Beta-Look ist geboren.

Wir sind das Ende der Welt

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In der Gegenwart diskutieren Alpha und Beta ihre nächsten Schritte. Beispielsweise auch, ob sich Michonne (Danai Gurira), Carol (Melissa McBride), Daryl (Norman Reedus) und Co wirklich aus ihrem Gebiet fernhalten oder nicht, denn sonst ist man für weitere Exempel bereit. Immer wieder in der Gegenwartshandlung wirkt es dabei so, als wolle Beta Alpha infrage stellen. Doch auf Rückfrage macht er immer wieder einen Rückzieher.

Die Whisperers beschäftigt eine junge namenlose Frau, die wir als die Person kennengelernt haben, die einst ihr Baby zurücklassen musste, weil es geschrien und die Gruppe in Gefahr brachte. Damals wurde es von Connie (Lauren Ridloff) gerettet und an Tammy Rose (Brett Butler) weitergegeben. Tammy gehörte allerdings zu den Pfahl-Opfern der Whisperers und so muss die Waise wohl von jemand anderem betreut werden.

Wie sich heraustellt, hat sie den Verlust nicht so gut verkraftet und erleidet einen Rückfall, als man versucht, die Walker-Herde wieder zusammenzutrommeln oder gar auszuweiten. Neben Beta wird sie auch von ihrer eigenen Schwester (?) kritisch beäugt, die sie ermahnt, nicht den Zorn Alphas auf sich zu ziehen. Weil sie bei der Mission Schwäche zeigt und weint, soll sie ihre von Alpha erdachte Strafe erhalten. Doch zur Verwunderung aller lässt sie sie am Leben und zeigt so etwas wie Verständnis für ihren Verlust. Man kann es auch eine zweite Chance nennen. Die Mutter ist sichtlich erleichtert und will versuchen, wieder ein mit anpackender Teil der Gruppe zu sein. Beta hinterfragt derweil wieder Alphas Entscheidung, wird jedoch von ihr zurechtgewiesen. Er merkt, dass auch etwas an Alpha nagt und dass sie sich in der Nacht wohl manchmal vom Camp entfernt.

Wenig später aber meint die unglückliche frühere Mutter, eine Untote mit einer Babytrage zu sehen und bricht zusammen. Diesmal ist es der Moment, als der Satellit abstürzt, den wir im Auftakt gesehen haben und sie geht auf Alpha los, so dass die Untoten in ihre Richtung schlürfen. Sie selbst wird diesmal gefressen, weil ihre eigene Schwester dazwischengeht und Alpha aus der Situation zieht.

I see greatness in you

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Alpha zeigt sich dankbar und macht ihre Retterin zur dritten im Bunde: Gamma (Thora Birch). Man könnte fast meinen, dass sie sich jemanden heranzieht, falls Beta einmal nicht mehr ist oder sich doch entscheidet, gegen sie aufzubegehren oder den Führungsanspruch für sich zu pachten. Denn seine Fragen werden immer kritischer. Beim Vorfall sind gleich drei Whisperers und einige Untote, die man für die eigenen Zwecke braucht, verlorenen gegangen. Alpha fühlt sich aber trotz der eigenen Lebensgefahr offenbar klarer denn je. Gleichzeitig zeigt sie gegenüber Beta ihre Schwachstelle. Denn sie hat auch vor ihm verborgen, dass Lydia noch am Leben ist - und sie hat den Stoffhasen aus sentimentalen Gründen behalten. Er hält ihr vor, dass ihre Tochter allerdings niemals zurückkehren wird und die Lücke auch nicht durch den Gamma-Ersatz geschlossen werden kann. Alpha will vermeiden, dass der Rest ihrer Gruppe davon erfährt und Beta verspricht ihr, das für sich zu behalten. Das zeigt, dass sie ihr altes Leben wohl doch nicht ganz hinter sich lassen kann, auch wenn sie händeringend nach etwas sucht, um ihre Stärke vor dem Rudel zu beweisen. Passenderweise berichtet Beta ihr von den Grenzüberschreitungen durch Carol und Co und wir sehen kurz danach auch das zufällige Blickduell zwischen Carol und ihr.

Es ist sicherlich angebracht, mehr Hintergrund zu den Whisperers zu liefern, dennoch ist manches, was in dieser Folge gezeigt wird, mir persönlich noch etwas zu wenig. Ich finde es durchaus gut, dass man Alpha nicht jegliche Menschlichkeit nimmt, weil sie sonst sehr schnell drohen würde, zu eindimensional zu werden, und Hurst und Morton spielen die Rollen weiterhin sehr bedrohlich und in meinen Augen auch überzeugend. Dennoch nimmt man eine ganze Menge Abkürzungen, die ich persönlich etwas unbefriedigend finde.

Wie schon in der Comicvorlage spielt man damit, dass Beta offenbar mal eine bekannte Persönlichkeit war und vermeidet es, sein echtes Gesicht zu zeigen, was ich konsequent und irgendwie sogar witzig finde. Nach der Folge könnte man meinen, dass er eine musikalische Vergangenheit hat, aber vielleicht irre ich mich auch. Wenn Alpha nicht über den Verlust von Lydia hinwegkommt, ist das natürlich eine Motivation, wieder den Konflikt mit Daryl und Co zu suchen, wobei die Grenzüberschreitung da natürlich nicht ganz ungelegen kommt. Das wirkt dann wiederum etwas sehr zufällig, was die Serienmacher aber ja gerne mal so konstruieren. Denn nach den internen Regeln der Whisperers könnten sie ja im Prinzip auch einfach irgendwo anders ein neues Lager aufschlagen und müssten den anderen nicht in die Quere kommen, oder? Wie seht Ihr das?

Fazit

Eine Hintergrundfolge zu den Whisperers und besonders Alpha und Beta ist zwar sicher nicht verkehrt, aber dennoch blieb sie etwas hinter meinen Erwartungen zurück. Das Ganze ist etwas zu nichtssagend in meinen Augen und kann auf das Thema „verrückte Seelenverwandte“ heruntergebrochen werden. Gleichzeitig werden Alpha und die Whisperers etwas vermenschlicht, weil Muttergefühle eben doch nicht so einfach abzuschalten sind, auch wenn man sich einem unheimlichen Todeskult anschließt.

Hier abschließend noch der Serientrailer zur nächsten Episode der US-Serie The Walking Dead namens Ghosts (10x03):

Verfasser: Adam Arndt am Montag, 14. Oktober 2019

The Walking Dead 10x02 Trailer

Episode
Staffel 10, Episode 2
(The Walking Dead 10x02)
Deutscher Titel der Episode
Wir sind das Ende der Welt
Titel der Episode im Original
We Are the End of the World
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 13. Oktober 2019 (AMC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Montag, 14. Oktober 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Montag, 14. Oktober 2019
Autor
Nicole Mirante-Matthews
Regisseur
Gregory Nicotero

Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x02

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