The Walking Dead 10x01

© zenenfoto aus der The-Walking-Dead-Folge Lines We Cross (c) AMC
The Walking Dead geht nun also schon in die zehnte Staffel und in Lines We Cross gibt es sogar einen ersten Abstecher ins All, allerdings vielleicht nicht ganz so, wie man es sich vorstellen würde. Es geht vielmehr um einen Sowjet-Satelliten, der in die Erdatmosphäre stürzt und zufällig nahe Oceanside herunterkommt.
Training Day
Die Folge startet aber mit einer durchaus launigen Trainingssession der Überlebenden, die am Strand von Oceanside stattfindet. Mit dabei sind Ezekiel (Khary Payton), Michonne (Danai Gurira), aber auch Daryl (Norman Reedus), Aaron (Ross Marquand) und Judith (Cailey Fleming). Geübt werden Formationen mit altertümlichen Schilden, aber auch Bögen, Messern, Äxten und Schwertern sowie anderen Wurfgeschossen. Man probt taktische Manöver mit einigen Untoten, die man aus einem kleinen Häuschen am Strand befreit. Ob das im Ernstfall unter Stress funktioniert, steht aber auf einem anderen Blatt, ein schöner actionreicher Einstieg mit ein paar Taktik-Fingerübungen ist es jedoch allemal.
Besagte Figuren befinden sich in Oceanside, denn das Kingdom musste aufgegeben werden und übrig bleiben nun außerdem noch Alexandria und Hilltop. Letzteres sehen wir aber in dieser Folge noch nicht. Der Trip nach Oceanside ermöglicht einerseits nicht nur die Trainingseinheit, sondern auch etwas Ausspannen für die Kinder - so dachte Michonne zumindest, denn bald findet man eine Maske, die für erhöhte Alarmbereitschaft sorgt - und man setzt Alexandria per Funk über die aktuelle Sachlage in Kenntnis.
Aaron fragt Michonne, ob sie je daran geglaubt hat, dass die eigene Gruppe in den Augen anderer vielleicht böse sein könnte, was man sich zu Ricktator-Zeiten durchaus hätte fragen können - doch die sind lange her. Michonne ist der Meinung, dass die Gruppe aktiv entscheidet, Gutes zu tun, während Aaron kurz darauf wegen des angestauten Frusts leichtfertig sein Leben riskiert und von ihr gerettet werden muss. Manchmal hat er eben keine Lust mehr, den „Nice Guy“ zu spielen und sich an Regeln zu halten, denn das hat nur für den Verlust von Eric (Jordan Woods-Robinson), Jesus (Tom Payne), Rick (Andrew Lincoln) oder Carl (Chandler Riggs) gesorgt. Zu den besagten Regeln gehört auch, dass sie möglichst das Gebiet der Whisperers meiden, was Michonne weiterhin machen möchte, denn die Herde, die sie mit einer nuklearen Waffe vergleicht, ist eine gewaltige Gefahr für alles, was man sich aufgebaut hat. Darum mahnt Michonne, dass man wachsam und smart bleiben müsse und sich nicht auf Gefühlsausbrüche einlassen dürfe. Doch gewisse Ereignisse der Folge machen das nicht sonderlich leicht...
Watch their hands
Nach Alphas (Samantha Morton) Blutbad sind die meisten Überlebenden in ständiger Alarmbereitschaft, wenn Untote auftauchen und erinnern sich auch immer wieder gegenseitig daran, auf die Hände der Angreifer zu achten, die Waffen verbergen könnten. Wegen der gefundenen Maske soll die Gegend nach verdächtigen Vorkommnissen untersucht werden und Magna (Nadia Hilker) findet dabei ein Camp sowie eine abgetrennte Menschenhaut, die darauf schließen lässt, dass die Whisperers nah waren oder es weiterhin sind.
Für Michonne geht es darum, die Menschlichkeit nachhaltig zu bewahren. Beispielsweise für ihre Kinder Judith und RJ. Die große Schwester erzählt dem kleinen Bruder passenderweise die große Heldengeschichte von Rick Grimes und rührt Michonne deswegen sichtlich zu Tränen. Dann stürzt besagter Satellit auf die Erde und wir sehen, was derweil in Alexandria passiert.
Bird Wisdom
Wer es noch nicht ahnen konnte: Es hat einen weiteren Zeitsprung gegeben, denn Rositas (Christian Serratos) Baby Coco ist bereits auf der Welt und während Rosi sich mit Kickboxen wieder in Form bringt, kann sie sich auf ihre drei Lover Eugene (Josh McDermitt), Gabriel (Seth Gilliam) und Siddiq (Avi Nash) mehr oder minder verlassen. Eugene ist damit beschäftigt, genauestens Buch zu führen: über Wachstum, Schlaf- und Verdauungsverhalten und er stellt Statistiken und Pläne auf, die natürlich reichlich übertrieben sind, aber womöglich auch hilfreich, denn Baby Daddy Siddiq leidet als Überlebender der Begegnung mit Alpha unter PTSD. Immerhin wird er jetzt vom neuen Doctor-Kollegen Dante (Juan Javier Cardenas), der eine Vorliebe für abgedroschene Sprüche und Witze hat, unterstützt. Wobei ein neuer Arzt in der Serie oft bedeutet, dass der alte in Gefahr schweben könnte... Dante hält den gemeinsamen Berufsstand in dieser jungen Gesellschaftsform für gottgleich, weil Ärzte immer sehr gefragt sind.
Gabriel ist derweil mit der neuen Bedrohung beschäftigt und damit, wie man diese in der Gemeinschaft kommunizieren sollte - daher hat er aktuell keinen Kopf für Vaterpflichten. Dafür holt er sich Rat bei Negan (Jeffrey Dean Morgan), der nach vielen Jahren Haft sich nun als Erntehelfer nützlicher machen darf und dabei auch einiges aufschnappt. Weil Judith gerade nicht da ist, ist Lydia (Cassady McClincy) sein „Gossip Girl“. Beide haben weiterhin Außenseiterpositionen in Alexandria als ehemalige Feinde, was durchaus für eine spannende Dynamik sorgen könnte, wenn man das ausbaut. Negan ist sich sicher, dass man die Wahrheit ein wenig kreativ verbiegen sollte, um keine Panik ausbrechen zu lassen. Gleichzeitig gibt er zu bedenken, dass der Kampf wieder entbrennen könnte. Wird dieser Hund bald von der Kette gelassen?
Sea Dogs

Ebenfalls in Oceanside sind Kelly (Angel Theory) und Schwester Connie (Lauren Ridloff). Offenbar ist das Einbüßen der Hörfähigkeit erblich bedingt, denn auch Kelly droht, gehörlos zu werden. Sie hat Angst, dass dann niemand mehr für Connie übersetzen kann, doch die sorgt sich eher um das Wohl ihrer Schwester und glaubt, das ganz gut schaffen zu können. Sie nennt ihre Behinderung auch lieber eine Superkraft. Daryl sieht derweil mit Dog nach dem Rechten und beliest sich auffällig rund um das Thema American Sign Language.
Carol (Melissa McBride) kehrt derweil von einem Abenteuer zu See zurück, auf der sie einige Zeit als Fischerin zugebracht hat, um sich vom Geschehenen abzulenken. Daryl vermutet zwar, dass sie auch dort nach Alpha Ausschau gehalten habe, aber sie verneint das. Gemeinsam machen sie einen kleinen Ausflug auf seinem Bike und legen ein paar Untote um. Das Respektieren der Whisperers-Grenzen führt zu einem kleinen Streit zwischen den beiden, denn sie hat es auf einen Hirsch auf der anderen Seite der Grenze abgesehen, der 200 Leute hätte ernähren können, während Darly eingeschüchtert zu sein scheint von Alphas Drohungen.
Das führt im Anschluss zu einer altbekannten Trope zwischen Daryl und Carol, denn war es nach Ricks Verschwinden noch Daryl, der allein für sich sein wollte, ist es nun wieder Carol, die keine große Lust auf Gesellschaft hat. Man wechselt sich immer wieder damit ab. Und auch die Beziehung mit Ezekiel liegt wohl auf Eis, wie die kurze Begrüßungsszene suggeriert. Außerdem diskutieren die beiden BFFs eine Zukunft als Piraten, Sea Dogs oder Motorrad-Vagabunden in New Mexico. Als Daryl sie seine beste Freundin nennt, die er gerne bei sich haben würde, erntet er Spott und Carol schlägt gemeinsame Freundschaftsbänder vor und auch Dog soll eines erhalten. Dann erreicht auch diese Storyline den Punkt des abgestürzten Satelliten, der ein Feuer nahe Oceanside auslöst.
Lines We Cross
Die anschließende Löschaktion hat etwas vom klassischen The Walking Dead-Gruppenzusamenhalt zu bieten, der periodisch immer wieder auftaucht und auch seit der neunten Staffel gerne betont wird. Das Training zu Anfang lässt sich nämlich auch gut auf solche Krisensituation erweitern und weil Oceanside in Gefahr ist, wagt man auch die Grenzüberschreitung ins Whisperers-Gebiet. Also wird gegraben, gehackt und geschüttet, was das Zeug hält, um das Feuer in Grenzen zu halten. Aber natürlich lockt das auch einige Untote an, die auf die Geräusche und andere Reize reagieren. Ezekiel legt sich besonders ins Zeug, weil der Untergang des Kingdom mit einem Feuer startete, er wird aber von Jerry daran erinnert, sich nicht zu Tode zu rackern. Also werden sowohl Feuer als auch Untote irgendwie abgewehrt, bis Eugene und einige andere aus Alexandria erscheinen. Carol schafft es nebenbei, Zombieblut als Löschmittel zu benutzen und Daryl wirft eine Axt in einen Baum, der gleich mehrere Beißer aufhält.
Für Eugene birgt der abgestürzte Satellit wertvolle Technik, mit der er arbeiten könnte und er erhält von Michonne die Erlaubnis, ihn nach Alexandria zu bringen. Lukes (Dan Fogler) Frage nach gefährlicher Strahlung schmettert er derweil ab, weil ohnehin alle kontaminiert sind und irgendwann zu Zombies werden.
Daryl bittet Carol derweil noch einmal, zu bleiben und bringt sie auf eine Aussichtsplattform. Genau dort lässt sich unerwartet Alpha blicken, die sich einen stare down mit Carol liefert. Sieht sie das als Kriegserklärung? Muss Carol jetzt bleiben? Lodert das Rachefeuer wieder in ihr?
Fazit

Lines We Cross ist eine solide Auftaktfolge von The Walking Dead, die die gewohnte Mischung an Action, Slapstick (Eugene und Rosita) und Gefühlsduselei (Judith und Michonne) mitbringt. Es sind zwar wieder einmal einige Monate verstrichen, dennoch scheint eine erneute Konfrontation mit Alpha und den Whisperers unvermeidlich zu sein, auch wenn manche dem lieber aus dem Weg gehen würden und noch an der ersten richtigen Begegnung zu knabbern haben. Doch der Kampfgeist von Michonne, Daryl, Carol und Co ist noch längst nicht gebrochen und dürfte bald um die Zutat Negan bereichert werden. Man kann gespannt sein, wie Showrunner Angela Kang die Konfrontation gestalten wird und ob man aus den Fehlern der zu langgezogenen „All Out War“-Storyline gelernt hat.
Hier abschließend noch der Trailer zur Episode We Are the End of the World (10x02) der US-Serie The Walking Dead:
Verfasser: Adam Arndt am Montag, 7. Oktober 2019The Walking Dead 10x01 Trailer
(The Walking Dead 10x01)
Schauspieler in der Episode The Walking Dead 10x01
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?