The Vampire Diaries 7x22

Das Staffelfinale Gods & Monsters zeigt, dass The Vampire Diaries es doch noch können: packende Storys erzählen von Figuren, die uns wichtig sind. Was als Hoffnung für die achte Staffel sehr willkommen ist, macht dennoch nachdenklich. Denn vom Ende her gesehen ergeben viele Aspekte der vergangenen Episoden noch weniger Sinn als vorher.
The Good
Konzentration auf den Stammcast, eine stringente Story (größtenteils) und nur einen, gut platzierten, Zeitsprung: Die Episode Gods & Monsters konzentriert sich auf das, was die Autoren gut können. Und landet damit einen emotionalen Überraschungshit.
Bonnie (Kat Graham) und Enzo (Michael Malarkey) haben viele Fanherzen mittlerweile damit erobern können, dass sie sich gegenseitig treu sind und dass sie wissen, was sie wollen. Na gut, außer wenn einer der beiden gerade unter dem Einfluss von vampirhassenden Jägern steht. In einer Serie, in der die schöne Liebesbezeugung zwischen Caroline (Candice Accola) und Alaric (Matthew Davis) gerade mal zwei Episoden lang gehalten hat, sollte man zu schätzen wissen, wenn man zwei Figuren hat, die sich füreinander entschieden haben und daran festhalten.
Das führt uns im Staffelfinale nun also zu emotionalen Szenen, die seit Elenas Abschied selten geworden sind. Enzos Opfer, Bonnies Leiden, weil sie die Angriffe nicht unterdrücken kann: Alles in dieser Storyline wirkt aufrichtig und entwaffnend. Michael Malarkey verleiht seiner Figur eine unterhaltsame Badass-Note, die auf die manchmal übertriebene Selbstdarstellerei eines Ian Somerhalder verzichtet. Gepaart mit Bonnies leidvoller Vergangenheit kann man sich für die beiden eigentlich nur noch freuen - auch wenn es nach wie vor ärgerlich ist, dass die Autoren so wenig in den Aufbau dieser Beziehung investiert haben.
Auch das andere Paar der Episode kann mit Gefühlen und schöner Musikuntermalung punkten. Nein, nicht Stefan und Caroline, zu denen kommen wir noch. Den zweiten Platz als Paar haben sich Matt (Zach Roerig) und Penny (Ana Nogueira) verdient.
Die Verlobung, der Tod, der Abschied, der Hass auf Stefan - das alles war ziemlich dick aufgetragen. Die Tatsache, dass wir Penny gar nicht kennen und Matt oft nur als Zaungast gesehen haben, hat da nur begrenzt Emotionen aufkommen lassen. Das holen die Serienautoren nun nach. Matts Versuch, sich aus dem Auto zu befreien, ist realistischer inszeniert als so mancher Todeskampf in der Vampirserie und schlägt damit in eine Kerbe, die dem Polizisten schon von Anfang an zu Eigen war. Matts Leben ist nicht leicht und seine Verluste treffen dort, wo es weh tut. Wenn Elena einen Angehörigen verliert (und das ist ja nicht selten vorgekommen), dann leidet sie; aber am Ende geht es dann doch wieder nur darum, ob Stefan oder Damon sie trösten. Bei Matt ist das anders. Seine Trauer um Schwester und Mutter war ernster, düsterer. Als letzter Mensch der Clique hat er sich diesen Realismus verdient und in diesem Staffelfinale wird ihm endlich auch einmal das Drehbuch gerecht. Leider ist diesen beiden kein Happy End vergönnt. Aber dafür erkennt Matt, dass ihn in Mystic Falls nichts mehr hält und das ist auch sehr viel wert.
The Bad
Keinen Passierschein bekommt in dieser Review das Liebesdreieck aus Caroline, Alaric und Stefan. Es ist story-intern kaum eine Woche her, dass Caroline Alaric ein schönes Liebesgeständnis gemacht hat. Und nun kramt dieser die Selbstlosigkeitskarte hervor und gibt die Mutter seiner Kinder frei, damit sie ihren Verflossenen jagen kann? Wirklich jetzt? Beide Szenen sind an und für sich gut und haben ihre Daseinsberechtigung. Auf der einen Seite die Beziehung als Partnerschaft, die Loyalität und Gemeinsamkeiten hochhält, auf der anderen Seite der Wunsch nach der Liebe als spontane Reaktion, gegen die Vernunft machtlos ist. Beide Szenen sind gut geschrieben, aber bitte nicht innerhalb von drei Episoden hintereinander.
In dieser Storyline treffen verschiedene Probleme aufeinander. Eine schwangere Darstellerin, die zwischenzeitlich kürzer getreten ist. Eine verfahrene Situation mit der letzten verbliebenen Heretic. Alarics mehr oder weniger sinnfreie Rückkehr in die Story. Und über allem das Bedürfnis der The Vampire Diaries-Macher, Stefan und Caroline als vorherbestimmtes Paar zusammen zu bringen. Was die Autoren daraus in dieser Staffel gemacht haben, darf man wohl getrost als Notlösung bezeichnen. Ein bisschen galanter wäre es sicher auch gegangen.
The Ugly
Und das trifft leider auf so einiges der vergangenen 20 Episoden zu. Rückblickend vom Finale aus werden viele Entscheidungen der Autoren immer noch nicht klarer. Wieso der verwirrende Fimmel um den Zeitsprung, den man auch einfacher hätte gestalten können? Auch die Vielzahl an Figuren, denen wir nicht besonders nahe kommen durften, hätte man sich sparen können - Gegner wie Verbündete. Und dann erst die Kehrtwenden in fast jeder Episode. Vor wenigen Tagen sah es noch so aus, als wenn Bonnies Übernahme des Jäger-Gens das Furchtbarste wäre, das passieren hätte können und keine ganze Episode später löst sich die ganze Bedrohung in Wohlgefallen auf.
Was war am Ende wichtig? Die verwickelte, gemeinsame Geschichte zwischen Stefan und Caroline, Matts Weggang und Enzos Opfer für Bonnie. Vieles andere hat nur unsinnigerweise abgelenkt. Wenn etwas nicht zur Story beiträgt, dann kann es sich über Unterhaltungswert eine Daseinsberechtigung erwerben, aber auf viele der Puzzlestücke in der siebten Staffel trifft das ebenfalls nicht zu.
Fazit
Für den Moment darf man sich jedoch über ein gelungenes Staffelfinale und die Aussicht auf eine bessere, achte Staffel The Vampire Diaries freuen. Gut, mit Damon und Enzo auf dem Jägertrip wiederholen die Macher sich in ziemlich durchschaubarer Art und Weise, aber was soll es. Hauptsache der restliche Quatsch aus der jüngeren Vergangenheit wird in gnädiges Schweigen gehüllt und ein Neustart gelingt.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 14. Mai 2016The Vampire Diaries 7x22 Trailer
(The Vampire Diaries 7x22)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 7x22
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