The Vampire Diaries 8x01

Auf den achten Staffelauftakt der Serie The Vampire Diaries schauen wir mit einer Masse an angestauten Emotionen, in jeder Hinsicht. Um eines gleich klarzustellen: Die finale Staffel, die von Hello Brother eingeläutet wird, soll die Chance haben, einen runden und zufriedenstellenden Abschluss zu liefern. Dazu müssen sich viele Zuschauer von den Ärgernissen der letzten Zeit in Mystic Falls freimachen. Und wir sind dabei, aber nicht ohne vorher einen Blick darauf zu werfen.
Goodbye, Altlasten
Auf den ersten Blick ist der Staffelauftakt genauso gestrickt wie die sieben anderen vor ihm, die uns aus der TVD-Schmiede erreichten. Ein Teil der Mystic-Falls-Clique hat die Staffelpause dazu genutzt, glücklich zu sein und sich karrieretechnisch zu entwickeln, ein anderer Teil ist damit beschäftigt, die Folgen des letzten Finales zu überwinden, in diesem Fall bedeutet das die Suche nach Damon (Ian Somerhalder) und Enzo (Michael Malarkey). Außerdem wird uns ein neues Übel vorgestellt, das alle anderen bisher dagewesenen in den Schatten stellt. Auch in dieses Kästchen darf man am Ende der Episode Hello Brother einen Haken machen.
Und doch ist so einiges anders bei diesem Auftakt. Und das liegt nicht nur an Elenas Abwesenheit. Es liegt daran, dass die Vampirserie sich in die Abschiedsrunde begibt, und das nach einer sehr schwachen Staffel. Wer aber weiter daran festhält, die Story zu Ende zu schauen, für den ist es eine Option, sich von den Ärgernissen der jüngeren Vergangenheit freizumachen um den Abschluss wenigstens genießen zu können. Zum Beispiel kann man sich vornehmen, Enzo und Bonnie (Kat Graham) als passendes Paar zu akzeptieren. Denn wenn man sie nun so sieht, dann sind die beiden genau das. Versuchen wir also den ziemlich holprigen Weg dahin zu vergessen und uns für die beiden zu freuen, was dank der Chemie zwischen den beiden Darstellern gelingen kann.
Ähnliches soll laut Wunsch der Drehbuchautoren offenbar für Caroline (Candice King) und Stefan (Paul Wesley) gelten. Caroline darf ihre saubere Weste behalten und wir legen einfach mal den Schleier des Vergessens darüber, wie unverhältnismäßig mies sie Alaric (Matthew Davis) behandelt hat und zählen leise bis zehn als ausgerechnet der ihr sagt, dass sie aus Rücksicht auf seine Gefühle offenbar nicht in Stefans Haus gezogen ist. Wir konzentrieren uns auf die Zukunft und nehmen die drei als rücksichtvolles Liebesdreieck hin.
Hallo, Abschiedstournee
Wenn man all das bedenkt, dann wirkt die Auftaktepisode vielversprechend. Wie bereits beschrieben, haben die Autoren sich nicht nur mit dem nächtlichen Unfalltrick auf die Vergangenheit der Serie besonnen. Für den Moment haben sie den Grundstein für eine Staffel gelegt, die aus dem Besten schöpft, was The Vampire Diaries zu bieten hat. Der Kern der Original-Clique hat eine MIssion, nämlich Damon und Enzo zu retten während die anderen sich bereits unbewusst in dieselbe Story verstricken. Caroline dadurch, dass sie herausfindet, dass das Böse es auf ihre Kinder abgesehen hat und Alaric dadurch, dass er nun Hüter der sagenumwobenen Armory geworden ist. Wie er das geworden ist, werden wir vielleicht erfahren oder auch nicht, spielt letztendlich keine Rolle mehr wenn man sich erst einmal dafür entscheidet, in Sachen Vergangenheit nicht so genau hinzuschauen. Vom Charakter her ergibt es Sinn, dass er die Bruchsteine der Mythologie, die noch da sind, zu seiner Forschung zur Verfügung hat und das muss reichen.
Denn viel Mythologie steht ja verglichen mit anderen, vom Thema her ähnlichen Serien nicht mehr aus. In Mystic Falls hat man im Grunde mit jeder Staffel eine neue Seite aufgeschlagen statt Grundlegendes auf der Vergangenheit aufzubauen. Wenn dann versucht wurde, das Neue auf Biegen und Brechen in das Bestehende zu integrieren, dann wurde es oft holprig. Dabei wäre das ja auch gar nicht notwendig. Daher sollte man der eigenen Tradition nun treu bleiben und eine neue Seite aufschlagen.
Und das scheinen die Autoren auch zu tun, denn als aktuelles Übel sieht die Clique sich einer Sirene gegenüber. Die ist aus der griechischen Mythologie abgekupfert, zumindest im Grundbau. Sie singt und sie lockt andere ins Verderben. Statt Seefahrer hat die Sirene aus der Höhle es jedoch auf Menschen abgesehen, die etwas zu sühnen hätten und statt mit dem eigenen Gesang lockt sie ihre Opfer dank einer noch etwas undurchschaubaren Willenskontrolle, die sie über Enzo und Damon hat.
Auch wenn wir noch nicht wissen, wie sie sich entwickeln wird und ob sie überhaupt der letzte Gegenspieler sein wird, darf man sich zunächst freuen weil die Vorstellung einer rätselhaften Gegenspielerin etwas Gutes ist im Vergleich zur letzten Staffel, wo es oft nicht einfach war, den Überblick über die Allianzen zu behalten.
Fazit
Nun haben wir also eine Gegnerin, die für Stimmung sorgt während die Clique sich dem eigentlichen Ziel der finalen The Vampire Diaries-Staffel zuwenden kann: Alle Beziehungen zu sortieren bis die Richtigen einander gefunden haben und ein Reigen an bekannten Charakteren ein letztes Mal Schaulaufen zu lassen während Damon in alter Coolness und neuer Emotionalität glänzen darf. Hoffentlich legt er dazu das „Fifty Shades of Grey“-Buch aus der Hand.
Verfasser: Serienjunkies.de am Samstag, 22. Oktober 2016The Vampire Diaries 8x01 Trailer
(The Vampire Diaries 8x01)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 8x01
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