The Vampire Diaries 7x09

Immer wieder tischen die The Vampire Diaries-Macher uns Storys über Heretics auf und erwarten, dass wir emotional mitgehen. In vielen Fällen ein Trugschluss. Ich zumindest bin schon lange vor der Beerdigung von Lily (Annie Wersching) stehengeblieben. Dass die Autoren vergessen haben, Tickets zu verteilen, rächt sich jetzt und lässt einen Böses für den Rest der Staffel erahnen.
Goodbye, Mama Salvatore
Wir starten in die Episode Cold as Ice mit einer Trauerfeier, die so aufgemacht ist, als wenn jemand begraben wird, den wir gut kannten, den wir mochten oder den wir zumindest vermissen werden. Dabei handelt es sich um eine Figur, die kaum eine große Rolle gespielt und in erster Linie einem Zweck in der Story gedient hat. Deswegen ist es vermutlich sogar schwierig, immerhin mit denen mitzufühlen, die wir schon lange kennen und mögen. Doch Damons teenagerhafter Trotz und Stefans plötzliche Rührung wegen Valerie (Elizabeth Blackmore) wirken weitgehend befremdlich.
Besonders, als sich herausstellt, dass auch diese Reaktionen nur dazu da sind, die Geschichte in die gewünschte Richtung voranzutreiben. Alles, was die The Vampire Diaries-Macher uns im Moment servieren, verfolgt einen Zweck und lässt oft Emotionalität vermissen. Das setzt sich in der Story um die Brüder auch fort, als sie auf Julian treffen, einen Bösewicht, der sich seinen Platz auf der Gegnerseite durch die Behandlung von Lily und Valerie verdient hat. Schwierig, wenn einem die beiden da schon egal sind.
Doch im Grunde sollte es ja auch in der siebten Staffel um die Brüder gehen. Endlich befreit von dem zuletzt verfluchten Ballast, der Elenas Liebe war, sollten sie sich auf sich selbst konzentrieren, doch irgendwie funktioniert das nur selten. Weder der Streit noch der gemeinsame Kampf wecken bei mir die alten Gefühle für die Salvatores.
Und dann das: Letztendlich sollte es alles darauf hinauslaufen, dass Damon (Ian Somerhalder) in einer Art Parallelwelt gefangen wird. Moment, ist das hier ein Review zur sechsten Staffel? Nein, Ihr seid hier schon richtig, der Glückspilz entzieht sich der Realität in Mystic Falls schon wieder. Und dieses Mal hat er nicht einmal Bonnie (Kat Graham) dabei, die ihm Gesellschaft leistet und die ganze Sache interessant macht. Die erste Reaktion darauf kann sehr gut als Enttäuschung und Unglauben beschrieben werden. Das können sie doch nicht ernst meinen!
Wieso gibt es kein Wort mehr von Matt (Zach Roerig)? Keine Frage mehr, was aus den Gemini geworden ist und was sie mit den Babys vorhaben.
Eine Trennung
Stattdessen werden wir in ein Beziehungsdrama gezogen, um das wir nicht gebeten haben. Mary Louise (Teressa Liane) und Nora (Scarlett Byrne) an und für sich sind ja sogar spannend als Träger ihres eigenen Plots. Daher macht es auch Spaß, zuzusehen, wie Bonnie versucht, Nora über die Trennung hinwegzuhelfen und wie Valerie sich mit Mary Louise auseinandersetzen muss. Doch der Grund ihrer Trennung und die Debatte darüber fällt dagegen sehr ab, denn schließlich ist auch hier wieder der Aufhänger Julian und in Erweiterung auch Valerie. Wenn man sich nicht für die Geschichte dieser beiden erwärmen kann, gibt auch die ganze Trennung nicht viel her.
Und schließlich begleiten wir Caroline (Candice King) durch verschiedene Arten der Schwangerschaftspanik. Das könnte lustiger sein, reicht für den Moment aber aus. Vor allem im Vergleich zu dem, was sonst noch da ist. Die Szenen mit Alaric (Matthew Davis) erinnern an früher, an die guten alten Zeiten, in denen die recht markanten Charaktere der beiden alleine schon Auslöser für eine starke Episode waren. Doch das ist nicht mehr so, denn sowohl die Story als auch die Figurenentwicklung scheinen ins Nichts zu führen.
Dank der unseligen Idee, uns immer mal wieder in die Zukunft blinzeln zu lassen, wissen wir ja bereits, dass die beiden als idyllische Familie zusammenleben werden. Wir wissen auch, dass Bonnie und Enzo (Michael Malarkey) etwas verbindet und seit der Episode Cold as Ice ist auch klar, mit wem Stefan (Paul Wesley) zusammen ist: Valerie. Das fühlt sich immer mehr an, als hätte man eine harmoniebedürftige Clique 13-jähriger Freundinnen die Zukunftsstory schreiben lassen. Das Wichtigste scheint zu sein, dass alle einen Partner abbekommen, der jetzt schon auf die eine oder andere Weise Teil der Story ist.
Fazit
Dieses seltsame Gefühl von Irrelevanz kann nicht einmal die Szene von Caroline am Grab ihrer Mutter vertreiben. Wo läuft The Vampire Diaries hin? Veränderungen sind nicht unbedingt schlecht, aber im Moment sieht es so aus, als wenn die Serienmacher sich übernommen haben und die Ansprüche nicht stemmen können.
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 11. Dezember 2015The Vampire Diaries 7x09 Trailer
(The Vampire Diaries 7x09)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 7x09
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