The Vampire Diaries 7x08

Seit Beginn der siebten Staffel stellen die The Vampire Diaries-Macher unsere Geduld auf die Probe, indem sie immer neue, immer absurdere Wendungen in die Zukunftssequenzen einfügen, die stets in einem sehr billig gestrickten Zusammenhang zur Seriengegenwart in Mystic Falls stehen. Dieses Mal dreht sich alles um Lily (Annie Wersching), hoffentlich zum letzten Mal.
Der zweite Tod der Lily Salvatore
Mehrere Jahrhunderte wurde sie von ihren Kindern für tot gehalten, dann, zum Ende der sechsten Staffel tauchte Mama Salvatore dann plötzlich in der Gefängniswelt auf und hockt seitdem in Mystic Falls herum. In den letzten Episoden haben Damon (Ian Somerhalder), Stefan (Paul Wesley) und sie sich einander angenähert und spätestens seit dem Kuss mit Enzo (Michael Malarkey) in der Episode Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me war deutlich, dass es sich hier um eine Abschiedstournee handelt. Lily Salvatore leidet sich nun also durch ihren zweiten Tod und hinterlässt ihren Söhnen immerhin das zwiespältige Gefühl, sich am Ende für sie aufgeopfert zu haben.
Denn das ist es, worauf die Autoren hingesteuert haben: Lily hat ihre Söhne sich alleine überlassen, das hat zu Ablehnung und Enttäuschung geführt, doch nun erkennen sie, dass sie nicht anders konnte und, wenn es darauf ankommt, gibt sie gar ihr Leben für ihre Kinder. Damit das passiert, muss allerdings so einiges in der Story hingebogen werden und das stört an manchen Stellen der Episode.
Alles an der Storyline fühlt sich ein bisschen grob zusammengeschustert an. Julian (Todd Lasance) ist kaum da, zurückgeholt von Lily, da wendet sie sich auch schon gegen ihn. Er selbst gibt zu diesem Anlass den undurchschaubaren Psychopathen, der anschließend in jede Richtung gehen könnte. Der große Bösewicht ist er noch lange nicht, auch seine Motive sind seltsam absurd. Er verprügelt Valerie (Elizabeth Blackmore), damit die ihr Kind verliert, weil er unbedingt mit Lily nach Europa will. Über seine Bösartigkeit geht also seine Liebe zu Lily, die er aber trotzdem auszunutzen scheint.
Das Problem mit der Storyline der Heretics ist im Moment, dass sich jede Wendung ausschließlich plotgetrieben anfühlt. Und weil die Handlung um Julian sich dabei dann auch noch so lieblos hingeschrieben anfühlt, möchte man allen am liebsten zurufen: Könnt ihr Euch jetzt endlich mal um Caroline (Candice Accola), Alaric (Matthew Davis) und ihr Babywunder kümmern? Denn das ist die Geschichte, die die Mystic-Falls-Clique betrifft, die wir seit Jahren begleiten.
Die Sache um Lily und die Heretics fühlt sich nicht nur immer öfter recht bedeutungslos an, sondern fängt auch an, sich selbst zu zersetzen. Jetzt ist Lily fort, die den einzigen echten Anker in der The Vampire Diaries-Story darstellte und wir bleiben zurück mit der Story eines verlorenen Babys und einer Handvoll Hexenvampiren, in deren Leben wir mehr oder weniger involviert sind. Die einige, die sich im positiven Sinne hervortut, ist Valerie und das auch nur, weil sie nun fester Bestandteil der Story um Stefan und Caroline ist.
Ob Nora (Scarlett Byrne) und Mary Louise (Teressa Liane) sich trennen oder nicht, nimmt wohl kaum jemanden wirklich mit. Da haben die Serienautoren vergessen, uns emotional abzuholen. Und außerdem zeigen sie bisher eher das Bild eines Paares, das vielleicht auch einfach glücklicher wäre, wenn beide getrennte Wege gingen. Mit den anderen Heretics steht es noch schlimmer, sie fallen so wenig auf, dass man sich kaum an ihre Namen erinnern kann.
Der Trick, dass wir Lily in der Zukunft im Fernsehstudio sehen und daher wohl annehmen sollen, dass sie auf jeden Fall die Ereignisse der Episode überlebt, ist ärgerlich. Es ist ein billiger Kniff, der noch dazu ins Leere läuft, weil das Schicksal der Figur auch nicht gerade den emotionalen Sturm auslöst.
Die wundersame Schwangerschaft
Caroline trägt die Kinder von Jo und Alaric in sich und das erfährt sie mal so nebenbei von Valerie. Doch so richtig kümmern tut das im Moment noch niemanden. Das Zurückstellen von eigentlich äußerst interessanten Dingen zugunsten eines anderen Plots fällt im The Vampire Diaries-Universum öfter mal unangenehm auf. Dieses Mal wird es aber immerhin noch über Stefan und sein Gespräch mit Lily angenehm intelligent verbunden. Sie gibt dem werdenden Vater einen Ratschlag, der auch gleich ihr eigenes Schicksal vorwegnimmt. Im richtigen Moment ist seine lange verloren geglaubte Mutter für ihn da.
Doch abgesehen davon wird die Nummer mit den Zwillingen wieder auf Eis gelegt. Caroline selbst verkriecht sich, Alaric ist nicht zu sehen und Bonnie (Kat Graham) scheint das ebenfalls kaum zu interessieren. Besonders die Abwesenheit jeglicher Geminivertreter ist besorgniserregend. Sie haben alles getan, diese Kinder zu schützen und dann lassen sie sich einfach aus den Augen im Bauch eines Vampirs, der offenbar nur zufällig in der Nähe herumstand?
Fazit
Die Episode Hold Me, Thrill Me, Kiss Me, Kill Me zeigt uns dramatische Wendungen, den Tod von Stefans und Damons Mutter ist nur die größte darunter. Und doch bleiben die emotionalen Wellen ziemlich flach. So richtig mitnehmen tun die Ereignisse kaum jemanden.
Ärgerlich ist auch, dass Damons Vision seiner Mutter im Fernsehstudio nun also eindeutig gezeigt hat, dass die Serienautoren in Bezug auf die Zukunftshandlung mit billigen Tricks arbeiten. Es sah so aus, aber dann ist Lily doch nicht die Jägerin. Was von dem, was wir bisher gesehen haben oder noch zu sehen bekommen, wird sich ebenfalls als heiße Luft herausstellen?
Promo zur nächsten Episode, „Cold as Ice“ (7x09), der US-Serie „The Vampire Diaries“:
Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 4. Dezember 2015The Vampire Diaries 7x08 Trailer
(The Vampire Diaries 7x08)
Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 7x08
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