The Vampire Diaries 6x14

The Vampire Diaries 6x14

In der Episode Stay hält für einen Augenaufschlag der Alltag Einzug in Mystic Falls. Doch die Normalität hat Risse, auch wenn die zentralen Figuren davon noch nichts mitbekommen haben. Für den Moment herrscht Trauer vor.

Vampirjäger mit übernatürlichen Freunden: Jeremy (Steven R. McQueen) in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW
Vampirjäger mit übernatürlichen Freunden: Jeremy (Steven R. McQueen) in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW

Elena (Nina Dobrev) und Jeremy (Steven R. McQueen) rauchen einen Joint, Liz (Marguerite MacIntyre) macht Sheriff-Arbeit, Damon (Ian Somerhalder) steht einer Freundin bei, während Stefan (Paul Wesley) Caroline (Candice Accola) beim Kistenschleppen hilft. In der Episode Stay kehrt eine ungewöhnliche Art von Normalität in Mystic Falls ein. Das scheint auch für die Autoren nicht besonders vertraut zu sein, denn sie bewerfen uns mit so vielen Klischees, dass es schwierig ist, die Emotionen aufrecht zu erhalten. Die sollten bei diesem Episodenende eigentlich im Vordergrund stehen.

Der Sturm erklärt alles.

Um zu zeigen, dass der Tod auch in Mystic Falls noch etwas bedeutet, haben die The Vampire Diaries-Autoren die traurige Geschichte um einen der letzten Menschen aufgebaut. Sterben soll in Mystic Falls nicht länger lediglich eine Veränderung der Lebensumstände sein. In letzter Zeit hat sich der Tod einer Serienfigur angefühlt, als bekäme derjenige eine rote Karte und würde zeitweise an den Spielfeldrand verbannt.

Doch an Sheriff Forbes soll nun ein Exempel statuiert werden. Dafür greifen die Serienmacher tief in die Alltagskiste und schenken Mystic Falls einen Tag voller Normalität, wie er schon lange nicht mehr erlebt wurde. Es sind die kleinen Probleme, die angefasst werden: Jeremys Schuldirektor muss vom frühzeitigen Abschluss seines Schützlings überzeugt werden. Was als gute Idee beginnt, endet jedoch in einer Klischeeschlacht.

Doch zunächst bekommen wir eine witzige Szene geschenkt, mit der Liz in schöner Erinnerung bleiben kann: Damon hilft ihr, die letzten offenen Fälle zu lösen, indem er schnell mal durchgeht, wen er alles auf dem Gewissen hat. Dann fassen die beiden ein emotional heißes Eisen an: den Tod von Elenas Eltern. Damit setzen die ersten Schwächen in der Story ein. Wie kann die Erklärung für die späten Ermittlungen sein, dass Liz befürchtete, Damon könnte seine Hand im Spiel gehabt haben? Wäre es nicht wichtig zu erfahren, ob der Freund der Tochter der Mörder ihrer Eltern ist? Hier können wir jedoch noch mal beide Augen zukneifen, denn das Resultat der Story entschädigt für den Anfang.

Liz und Damon stellen fest, dass hinter dem Tod der Gilberts keine groß angelegte Verschwörung und keine übernatürliche Kraft steckte: Sie hatten einen Unfall. Das Wetter und die Umstände waren schuld - alles furchtbar banal. Es gibt keinen Bösen, den man zur Rechenschaft ziehen könnte, es gibt nichts, was dem Tod zweiter Menschen einen tieferen Sinn verleihen könnte. Man muss einfach damit leben, dass etwas Trauriges passiert - und das ist wesentlich schwerer, wenn es nichts gibt, was man tun kann.

Diese Feststellung bereitet uns auf das nahende Ende von Liz selbst vor. Und es ist eine Lektion, die Caroline in der Episode Stay lernen muss. Diese Feststellung ist so simpel wie grausam. Doch statt sie wirken zu lassen, rudern die The Vampire Diaries-Autoren wieder zurück.

Alles, was mit dem Tod von Liz zu tun hat, ist gezeichnet von perfektem Timing. Sie bricht gleich nach der immerhin noch ein bisschen emotionalen Abschiedsszene mit Damon zusammen. Als Caroline feststellt, dass sie zu spät gekommen ist, zieht Stefan miit der Offenbarung, was Vampire so alles können, noch ein Ass aus dem Ärmel. Das Übernatürliche gewinnt also letztlich doch gegen die Normalität. Damit würde sich eine Serie wie The Vampire Diaries ja noch durchaus im grünen Bereich bewegen - wenn es immerhin etwas origineller verpackt wäre. Vielleicht wollen die Autoren uns aber auch einfach darauf hinweisen, dass Caroline entgegen Liz' vorherige Aussage doch durchschnittlich ist und sich als schönste Erinnerung an ihre Mutter ausgerechnet das Klischee vom Radfahren lernen aussucht. Auch das Timing für den Tod ist zu perfekt und zu oft gesehen, um noch echte Emotionen hervorzurufen. Mit nur wenig Aufwand wäre da mehr rauszuholen gewesen.

A social life is not as much fun as kicking vampire ass.

Unterdessen verabschiedet Elena sich von ihrem Bruder Jeremy, was ebenfalls starke Szenen hat. Sie sind schon lange keine normalen Geschwister mehr, sie sind ein Vampir und ein Vampirjäger, die sich trotz aller Gefahren und Ereignisse immer noch ziemlich nah sind. Doch die Figur Jeremy ist einfach zu sehr vernachlässigt worden. Immerhin haben wir ja noch die emotionale Szene mit Bonnie (Kat Graham) in der letzten Episode - denn mit Elena ist nicht viel zu holen.

Und dann werden die beiden auf ziemlich enttäuschende Art auch noch in Damons und Liz' Plot hineingezogen. Wieso ruft das Ermittlerduo Jeremy nicht direkt mit dazu? Wieso hat Liz die Geschwister niemals in all den Jahren gefragt, was es mit dem Anruf auf sich haben könnte? Und wieso finden die Geschwister selbst die neuen Ermittlungen ziemlich unwichtig?

Interessanter wird es bei Jeremy erst, als wir dank Alaric (Matthew Davis) feststellen, dass er eine doppelte Agenda hat. Doch auch hier scheint das Drehbuchkonstrukt einfach zu sehr durch. Sie wollen Jeremy eine spannende Rückkehr offenhalten, verpassen es jedoch, uns zu erklären, wie es zu dessen ungewöhnlicher Berufswahl gekommen ist. Ein, zwei Szenen zur Entwicklung hätten das untermauern können. Als Jeremy Alaric dann auch noch darauf hinweist, dass er ihn sofort anrufen solle, wenn Bonnie zurückkehrt, kann man sich nur noch schwer gegen das Gefühl wehren, dass die Autoren hier nur wenig Zeit und Mühe investiert haben. Das einzig Gute ist, dass Jeremys Abschied dem chronisch unterbeschäftigten Alaric endlich etwas zu tun gibt.

I think we both know, I never really hated you.

Den Kuss zwischen Caroline und Stefan konnte man kilometerweit kommen sehen. Und doch ist die Vorarbeit hier so gründlich gewesen, dass er zu einer der besten Szenen der Episode Stay zählt. Caroline und Stefan haben sich nicht gesehen und sich spontan ineinander verliebt. Sie haben sich kennengelernt, angefreundet, auch schwere Zeiten miteinander durchgemacht. Ihre romantischen Gefühle basieren nicht darauf, wie heiß sie sich gegenseitig finden, sondern auf ihrer Freundschaft, ihrer Vergangenheit und ihren charakterlichen Ähnlichkeiten und Unterschieden. Diesen beiden kann man das Liebesglück durchaus gönnen. Nur der Zeitpunkt hätte besser gewählt werden können.

Doch im Endeffekt war es ein Kuss, sogar ein sehr schöner Kuss. Jede weitere Entwicklung einer romantischen Beziehung sollte von nun an jedoch der Trauerarbeit um Liz untergeordnet werden. Eine neue Romanze sollte nicht die Lösung für Carolines Verlust sein - das würde charakterlich Elena gerecht werden, aber nicht Caroline.

Ebenfalls qualitativ in jede Richtung ausschlagen kann im Moment der Plot um Enzo (Michael Malarkey). Langsam, aber stetig zieht er Sarah Salvatore (Tristin Mays) in seinen offenbar teuflischen Plan. Doch was er vorhat, wieso er keine Angst hat, dass Stefan von der Anwesenheit seiner Verwandten in dieser doch recht überschaubaren Stadt erfährt, und was das Ganze eigentlich soll, wird bisher nicht deutlich.

Fazit

In der Episode Stay verabschieden wir uns von einer Figur, die sich über den Verlauf der Serie immer mehr zur Sympathieträgerin entwickelt hat. Einige der als Abschied gedachten Szenen sind großartig, doch das Ende der Episode fällt aufgrund der Vorhersehbarkeiten und Klischees emotional ab. Das ist schade, das hat Sheriff Forbes nicht verdient.

Immerhin Jeremy hat seine starken Szenen mit Bonnie ja bereits bekommen.

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 13. Februar 2015

The Vampire Diaries 6x14 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 14
(The Vampire Diaries 6x14)
Deutscher Titel der Episode
Bleib
Titel der Episode im Original
Stay
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 12. Februar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 20. Juni 2015
Autoren
Brian Young, Caroline Dries
Regisseur
Chris Grismer

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 6x14

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