The Vampire Diaries 6x13

The Vampire Diaries 6x13

Während Damon und Elena sich eine Flasche Bourbon im Geiste mit Bonnie teilen, kämpfen Caroline und Stefan um einen Flachmann. Glücklicherweise passiert aber auch noch etwas anderes in der Episode The Day I Tried to Live.

Ein kleiner übernatürlicher Ausflug in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW
Ein kleiner übernatürlicher Ausflug in der Serie „The Vampire Diaries“ / (c) The CW

Die Episode The Day I Tried To Live bringt wieder einmal einige emotionale Momente, präsentiert aber auch die Schwachstellen der Story. Doch solange Kai (Chris Wood) da ist, gibt es immerhin einen Blickfang, der noch dazu ziemlich amüsant aus der Masse der Mystic-Falls-Gutmenschen heraussticht.

Yum, cupcakes!

Der Oberböse hat ein Problem, er wird von Empathie befallen. Mitgefühl ist natürlich ungünstig, wenn man nebenbei mal eben seine Schwester umbringen will. Dafür kommen wir in den Genuss eines noch amüsanteren Kais als bisher schon. Dass das noch möglich ist, dürfen die The Vampire Diaries-Autoren und der Darsteller sich zu gleichen Teilen anrechnen.

Kai hat seinen Biss nicht verloren, was sehr gut ist, weil er ja die Eigenschaften des eher lahmen Lukes aufgenommen hat. Doch statt des Schmollgesichts des jüngeren Brüders hat er dessen Fähigkeit zum Mitgefühl abbekommen. Bisher ist nichts besonders Luke-Spezifisches in der neuen Version von Kai zu erkennen. Doch es wird wohl kaum jemand den ohnehin sehr vernachlässigten Zwillingsbruder vermissen. Seine größte Errungenschaft in seiner Zeit in der The Vampire Diaries-Story ist sein Märtyrertod, der immerhin einen quälenden Plot beendet hat.

Zum Thema Kai gibt es jedoch nicht nur Gutes zu sagen. Auf der anderen Seite bleibt seine Story erstaunlich löchrig. Er ist jetzt also der Anführer seines Hexenclans. Vor dem Zusammenschluss hatte es sich oft angehört, als wenn damit die gesamte Welt in Gefahr gerät. Doch was eigentlich ganz genau dann passiert, hat nie jemand erwähnt.

Und in der Episode The Day I Tried To Live stellt sich dann auch heraus, dass furs Erste nichts weiter passiert. Er ist ein Psychopath, der nun an Macht gekommen ist und, wie Liv (Penelope Mitchell) uns erklärt, bald seinen Weg durch die Story morden wird. Mit Kai haben die The Vampire Diaries-Autoren auf eine Art den realistischsten Bösen geschaffen, den sie je hatten. Er hat Zauberkräfte und er ist aus einem Hexengefängnis entkommen, aber im Gegensatz zu Silas ist er immer noch ein Mensch. Wieso kommt niemand darauf, immerhin den Versuch zu machen, ihn als Psychopathen einfach mal vor weltliche Gerichte zu bringen? Zum Beispiel für den Mord am Besitzer des Mystic Grills.

Doch wir sollten uns nicht beschweren, denn seine Anwesenheit zieht die ansonsten eher durchwachsene Story dieser Episode in den unterhaltsamen Bereich. Mit seiner neuen Empathie und seinen außerordentlichen Fähigkeiten fällt er in eine interessante Rolle zwischen Bösewicht und Helfer. Seinem Status als Psychopath macht er alle Ehre. Auf der einen Seite bemüht er sich teilweise redlich, den anderen bei Bonnies Rettung beizustehen, andererseits kennt er auf den Angriff seiner Schwester nach wie vor nur eine Reaktion: Mord. Zumindest würde er gerne morden.

Was wird jetzt weiterhin aus ihm? Und vor allem: Wieso kümmert es niemanden aus dem Hexenzirkel, dass sie jetzt einen Serienmörder als Anführer haben? Manchmal fällt halt doch arg auf, wie eng der Fokus der The Vampire Diaries-Autoren auf Mystic Falls und die Clique beschränkt ist. Das wird vor allem dann ärgerlich, wenn die Gefahr doch so groß ist, dass auch andere Anteil daran nehmen müssten.

I only know one way to turn it off.

Neben Kai dürfen in der Episode The Day I Tried To Live vor allem Jeremy (Steven R. McQueen) und Bonnie (Kat Graham) glänzen. Lange haben wir die beiden nicht gesehen und seit noch längerer Zeit spielen sie keine Rolle in der Geschichte. Es ist dementsprechend schwierig, emotional in die Handlung einzusteigen. Doch schließlich zahlt es sich aus, dass die beiden The Vampire Diaries-Figuren der ersten Stunde sind. Wir kennen sie schon so lange, dass sie ein bisschen wirken wie entfernte Cousins, mit denen man eine gemeinsame Vergangenheit hat, zwischendurch etwas den Kontakt verloren hat, aber immer nur das Beste für die beiden will.

Durch die Staffeln mussten die beiden so viel leiden, dass der Moment, in dem Bonnie entscheidet, dass sie doch nicht sterben will, wirklich tieftraurig ist, vor allem jedoch von Mitleid erfüllt. Das wäre kein schönes Ende für jemanden gewesen, der so viel für andere geopfert hat. Auch Jeremy macht in dem Moment einiges her. Doch schon kurze Zeit später stellt sich heraus, dass diese ganze Sache von den Autoren angelegt worden ist, um Jeremy den Abschied zu ermöglichen.

Das macht im Grunde auch nichts, denn eine tragende Rolle hat der Gilbert-Bruder schon seit einigen Staffeln nicht mehr gespielt. Doch ein bisschen Enttäuschung ist schwer zu unterdrücken, nachdem gerade die Hoffnung aufkeimte, dass er wieder mehr sein könnte. Doch wer gehen will, den soll man nicht aufhalten. Vielleicht macht Jeremy damit Platz für einen interessanteren Charakter. Schade ist es trotzdem, wenn man sich an die schönen, interessanten Zeiten erinnert, die wir mit dem Jäger wider Willen auch hatten.

I want to insinuate myself in her life

In einer weiteren Storyline der Episode The Day I Tried To Live haben die The Vampire Diaries-Autoren ganz einfach zwei problematische Figuren zusammengeschmissen. Doch was dabei rauskommt, ist ebenfalls nicht viel besser. Enzo (Michael Malarkey), der ewige Rächer, und Matt (Zach Roerig), das ewige Opfer, machen sich auf, einen Plot zu beginnen, der wohl niemanden hinter dem Ofen hervorlockt.

In der Vergangenheit hatten die The Vampire Diaries-Autoren kein gutes Händchen dabei, neue Frauenfiguren zur Geschichte hinzuzufügen. Angefangen bei der spektakulär gegen die Wand gefahrenen April (Grace Phipps) über eine unwichtige Hayley (Phoebe Tonkin, die in The Originals jedoch zeigt, dass sie auch mehr sein kann) bis hin zur ersten Betrügerversion von Sarah Salvatore (Tristin Mays) - niemand konnte gegen das Triumvirat aus Elena (Nina Dobrev), Caroline (Candice Accola) und Bonnie ankommen. Frauenfiguren werden nur toleriert, wenn sie entweder aus einer anderen Generation kommen, wie Sheriff Forbes (Marguerite MacIntyre) oder auch Jo (Jodi Lyn O'Keefe), oder aus anderen Gründen keine Konkurrenz zu den drei Urfreundinnen sind.

Die einzige, die es hätte schaffen können, ist Lexi (Arielle Kebbel). Sie war anders, cooler, härter als die drei Freundinnen und konnte als einzige glaubhaft eine enge Freundschaft zu Stefan aufbauen, die nicht Gefahr lief, in eine Romanze zu münden.

Nach den ersten, kurzen Szenen mit Sarah scheint sie nicht der Typ zu sein, der Lexi das Wasser reichen könnte. Wir müssen also eher eine neue April fürchten, als uns auf eine echte, interessante Figur freuen zu dürfen.

Is that an ear?

Selbst Liv ist trotz ihrer mittlerweile gar nicht mehr so kurzen Anwesenheit erstaunlich austauschbar. Als sie dann auch noch den chronisch vernachlässigten Tyler an die Seite gestellt bekommt, ist eigentlich ohnehin alles verloren.

Ihre Storyline in der Episode The Day I Tried To Live zeigt ein Problem, das sich schon seit einiger Zeit andeutete. Die The Vampire Diaries-Autoren wollen die Bedeutung des Tods zurückholen und nehmen ihn gleichzeitig selbst nicht ernst.

Gerade erst ist ihr Bruder umgebracht worden und Tyler (Michael Trevino) fällt allen Ernstes nichts anderes ein, als ihr eine Szene zu machen? The Vampire Diaries ist nicht die Serie für ausgiebige Trauerarbeit, aber einem Tod so wenig emotionale Konsequenzen anzurechnen, ist trotzdem nicht gut.

Dieses Problem stellt sich auch in dem letzten Plot der Episode. Caroline und Stefan (Paul Wesley) hängen ständig gemeinsam rum und schauen sich mit schöner Regelmäßigkeit tief in die Augen, der romantische Unterton ist nicht mehr zu übersehen.

Doch man kann nur hoffen, dass die The Vampire Diaries-Autoren einen Fehler nicht machen: Wenn sie die beiden in dieser Situation zusammenkommen lassen, muss man sich ernsthaft fragen, welche Probleme Stefan eigentlich hat.

Vor kurzem hat er Caroline zurückgewiesen. Und jetzt, wo sie traurig und verletzt ist, kommen sie sich doch näher? Auch auf Elena stand er in einer Zeit, als sie sich zur verletzten Seele stilisiert hatte. Schöner wäre es, wenn die Beziehung, die sie in dieser schwierigen Zeit aufbauen, sich erst später romantisch auszahlt, wenn Caroline wieder auf dem Damm ist.

Es ist gewisserweise dasselbe Problem bei Stefan und Caroline sowie bei Liv und Tyler. Auf einen echten Tod ohne doppelten Boden und Sicherheitsnetz à la andere Seite, aus der man zurückgeholt werden kann, können die Serienautoren offenbar nur mit Beziehungsdrama reagieren.

Fazit

Die Episode The Day I Tried To Live wird vor allem von Kais amüsanter Persönlichkeitserweiterung getragen. Daneben bekommen die seit Ewigkeiten vernachlässigten Figuren Bonnie und Jeremy ihren verdienten Auftritt. Schade nur, dass dieser sich zumindest für einen wie ein Abschied anfühlt.

Promo zur Episode „Stay“ (6x14) der US-Serie „The Vampire Diaries“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Freitag, 6. Februar 2015

The Vampire Diaries 6x13 Trailer

Episode
Staffel 6, Episode 13
(The Vampire Diaries 6x13)
Deutscher Titel der Episode
Der Todespakt
Titel der Episode im Original
The Day I Tried To Live
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Donnerstag, 5. Februar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Samstag, 20. Juni 2015
Autoren
Chad Fiveash, James Patrick Stoteraux
Regisseur
Pascal Verschooris

Schauspieler in der Episode The Vampire Diaries 6x13

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