The Strain 2x05

The Strain 2x05

Die Vampirserie The Strain erholt sich in Quick and Painless nur leicht vom bisherigen Tiefpunkt der zweiten Staffel. Momentan reiht das Format einen Handlungspunkt an den nächsten, ohne verbindende Elemente zu schaffen. So rutscht es immer weiter Richung Trash ab.

Fet (Kevin Durand) sucht nach einer neuen Bedrohung - Kindervampire. / (c) FX
Fet (Kevin Durand) sucht nach einer neuen Bedrohung - Kindervampire. / (c) FX

Die Episode Quick and Painless fängt vielversprechend an und hört vielversprechend auf, verliert sich zwischendurch aber in all den sorglos konstruierten Handlungsbögen, die The Strain in dieser zweiten Staffel so zu schaffen machen. In Red Hook laufen zu Beginn die Evakuierungsmaßnahmen der handlungsfreudigen Stadträtin Feraldo (Samantha Mathis), wobei deren Truppen einen neuen, schwer greifbaren Feind ausmachen: Die später als Spider Kids betitelten Kindervampire erweisen sich als überaus flink und mit herkömmlichen Waffen kaum auszuschalten.

They'll grow back

Angeleitet werden sie weiterhin von Vampir-Kelly (Natalie Brown), die ihre Jünger wohl auf diverse Umwege schickt, um ihren Sohn Zach (Max Charles) ausfindig zu machen. Anders ist kaum zu erklären, dass diese Suche nun schon mehrere Episoden andauert. In The Silver Angel waren sie ihrem Ziel schon sehr nahe, nun gibt es wieder nur ein paar wenige Szenen, in denen Kelly mit ihren Zöglingen das tut, was sie bisher immer tat. Immerhin haben wir die teuflischen Krabbler nun einmal in Aktion erlebt. Sie gehören momentan zum Besten, was die Serie zu bieten hat.

Ihre Entdeckung durch Feraldos Einsatzkräfte fällt ungefähr mit der Verhaftung von Fet (Kevin Durand) zusammen, der in der Sammelzelle bereits neue Freunde gefunden hat. Nora (Mia Maestro) und Dutch (Ruta Gedmintas) lassen ihre Beziehungen spielen, um ihren Kollegen aus dem Gewahrsam zu holen, und erweisen sich hernach als wirkungsvolle Alliierte für die entschlossene Politikerin. Während Nora die Diagnose- und Quarantäneprozesse erheblich beschleunigt, erweisen sich Fet und Dutch als schlagkräftige Kampfkumpane für die Säuberungstruppen.

Gemeinsam erlegen sie einen Kindervampir, der sich in der Wand versteckt hat und mich sofort an diesen nichtlustigen Herrn erinnerte. Das Duo Fet und Dutch (oder Fet und Set, oder Fet plus x) mit seiner Schlagfertigkeit und dem gutgelaunten Augenzwinkern macht in dieser Staffel bisher am meisten Spaß. Kein Wunder, dass sie so gut mit dem Anführer der Vampirbekämpfungstruppe harmonieren. Wie die euphorischen Monsterkiller sich gegenseitig aushelfen, ist überaus sehenswert.

Wie immer überhaupt nicht sehenswert ist die Geschichte um Eph (Corey Stoll), der sich in dieser Episode endlich - eeeeendlich - dieses grausamen Toupets entledigen darf. Weil das Autorenteam von The Strain aber immer noch nicht herausgefunden hat, welchen Ton es in seiner Serie anschlagen will, wird daraus eine kaum erträgliche Montage gemacht, in der Eph zum 3768. Mal selbstmitleidig und besoffen in sein Spiegelbild starren darf. Zuvor hat ihm Nora bedeutet, dass er ohne sie und Zach nach Washington, D.C. reisen soll, um dort für sein Antivampirmittel zu werben.

It seems so normal

Zunächst besteht er in der Diskussion stur darauf, Zach nicht alleine lassen zu wollen, obwohl er das in vergangenen Episoden ständig getan hat. Das ist schlicht schlampige Charakterarbeit. Wenigstens darf sich Nora in der Diskussion ein wenig davon entfernen, den ach-so-tollen Eph grenzenlos anzuhimmeln. Er zieht also alleine los, um nachfolgend seinen ehemaligen CDC-Direktor (oder wer war das nochmal?) Barnes (Daniel Kash) aus dem Zug zu werfen, um unentdeckt zu bleiben. Ob Corey Stoll hier Rache übt für das Frank-Underwood-Treatment, das ihm einst in House of Cards widerfuhr?

Es bleibt jedenfalls weiterhin unklar, was wann und wo passiert. In Chelsea toben noch Parties in hoffnungslos überzeichneten Schwulenclubs, wo man sich offenbar gefälschte CDC-Ausweise bei einem hoffnungslos überzeichneten Hacker besorgen kann. Dort kümmert sich offenbar keiner um die Menschenfresser, während ein paar Kilometer weiter am Bahnhof helle Aufregung herrscht. Auch im Handlungsbogen von Set (David Bradley) herrscht business as usual. Er macht sich unter Einsatz seines Schwerts bei Marlo Stanfield (Jamie Hector) auf die Suche nach dem Occido Lumen und bekommt am Ende mit Fitz (Roger R. Cross) doch noch den Mitstreiter, den er sich in der letzten Episode gewünscht hatte.

Warum Fitz seinem neuen Partner erst unter einer dicken Kapuze verborgen hinterherschleichen muss, bleibt sein Geheimnis. Genauso bleibt es das Geheimnis von Coco Marchand (Lizzie Brochere), was sie von Palmer (Jonathan Hyde) will. Der Handlungsbogen interessiert mich derzeit nullkommagarnicht, wobei ich zu jedem erdenklichen Überwesen bete, dass sich die beiden nicht vor meinen Augen noch weiter annähern - die Chemie zwischen ihren Schauspielern ist nämlich beinahe so grausig wie die zwischen Stoll und Maestro.

Überall werden Fragezeichen aufgeworfen, überall fehlen kohärente Erklärungen. Statt in dieser Episode die Geschichte von Gus (Miguel Gomez) und dem „Silver Angel“ (Joaquin Cosio) weiterzuerzählen, wird am Ende schon wieder eine neue Figur eingeführt. Der rätselhafte Knochenmann (es war doch ein Knochen, den er als Waffe auf dem Rücken trug?) ist Buchlesern bestimmt bekannt. Hoffen wir darauf, dass er nicht so schnell verheizt wird wie Vaun (Stephen McHattie) und die übrigen Vampirkiller. Genau diesen Satz hatte ich am Schluss meiner Rezension zu The Silver Angel stehen, was kein gutes Licht auf den Handlungsfortschritt von Quick and Painless wirft.

Verfasser: Axel Schmitt am Dienstag, 11. August 2015
Episode
Staffel 2, Episode 5
(The Strain 2x05)
Deutscher Titel der Episode
Kurz und schmerzlos
Titel der Episode im Original
Quick and Painless
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Sonntag, 9. August 2015 (FX)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 15. Oktober 2015
Autor
Elizabeth Ann Phang
Regisseur
J. Miles Dale

Schauspieler in der Episode The Strain 2x05

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