The Originals 2x22

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Die zweite Staffel der Serie The Originals hatte einige Schwächen: Zu starke Gegner, die dann unspektakulär abgetreten sind, kein roter Faden und ein unaufhörliches Wechselspiel der Liebenden sind nur einige davon. Doch das Staffelfinale Ashes To Ashes bringt einige der zentralen Plots zu einem runden Abschluss. Das Wichtigste daran ist, dass das große Thema nicht aus den Augen verloren wird: Es geht um die Familie, im Guten wie im Schlechten.
We have a long history of doing whatever it takes to win the war!
Als sie in der Episode Ashes To Ashes herausfinden, dass sie Esther (Alice Evans) von den Toten erwecken müssen, um Dahlia (Claudia Black) zu besiegen, kann man schon mal kurz die Augen verdrehen. Die The Originals-Autoren haben in zwei Staffeln geschafft, wofür man bei The Vampire Diaries noch fast vier brauchte: Sie haben den Tod irrelevant werden lassen, jeder kann mit dem richtigen Zauberspruch von den Toten zurückkehren, ein Abschied ist nie endgültig, manchmal muss man sich nur an ein neues Gesicht gewöhnen.
Doch dann kommt sie und steht ihrer Schwester gegenüber. Mit dem großen Showdown zwischen Dahlia und Esther wird die Story dieser Staffel dann doch mehr als zufriedenstellend aufgelöst. Die beiden größten Bedrohungen gehen zurück an die Wurzel ihres Schmerzes, zumindest teilweise. Die Ursünde der Familie Mikaelson ist der Deal, den Dahlia und Esther eingegangen sind. Die Ursünde ist der Grund, weshalb es die Geschwister überhaupt gibt. Und sie wird fast zu ihrem Todesurteil.
Das Bezaubernde an der Geschichte ist, dass sie uns das übergeordnete Thema der Serie eindringlich vor Augen führt: Familie ist für immer, was im Fall von übernatürlichen Wesen wortwörtlich zu verstehen ist. Man kann sich nicht entkommen, wie man es mit Freunden tun kann. In dieser langen Zeit, die man miteinander verbringt, verändern sich die Konstellationen, die Beziehungen. Es kann Streit geben, die Machtgefüge können sich verändern, neue Mitglieder können dazukommen.
Wir kennen Dahlia und auch Esther im Grunde nur als rachsüchtige Frauen, die ihre ganz eigenen Lehren aus ihrem Leben gezogen haben. Es ist das Schicksal der Nachgeborenen, dass sie die Vorgeschichte der Älteren höchstens aus Erzählungen kennen. Doch, wenn man genau hinhört, dann kann man erkennen, dass sie damals manchmal ganz andere Charaktere waren. Der Betrug der Schwester hat Dahlias Leben bestimmt wie auch die Aufgabe der Erstgeborenen einen großen Beitrag zu Esthers persönlichem Wahnsinn war. Doch am Ende bekommen die beiden eine Gelegenheit, die nicht allen vergönnt ist: Sie können ihr Problem aus dem Weg räumen, sprechen sich aus, entschuldigen sich und letztendlich verzeihen sie sich.
Esther sagt, dass der Umgang ihrer Kinder miteinander sie dazu gebracht hat, sich zu verändern. Sie hat gesehen, wie Klaus und Elijah streiten und wie sie trotzdem zusammenhalten, wenn es drauf ankommt. Lange hat Esther erzählt, dass ihre Kinder auf sie hören sollten, dass sie ihr Vampirsein ablegen sollen, um wieder menschlich zu werden und das Glück zu erlangen. Doch sie hat sich getäuscht, ihre Kinder haben längst einen eigenen Weg gefunden, glücklich zu sein. Oder zumindest so glücklich wie angesichts der Umstände möglich: Und dieser Weg besteht aus Familienzusammenhalt.
Die beiden größten Bedrohungen der Staffel lösen sich gegenseitig auf, es ist der richtige Zeitpunkt, der richtige Ort, dass die beiden aufeinandertreffen.
I finally have the freedom I always wanted!
Hinter diesem legendären Schwestertreffen bleiben die Streitereien der anderen zurück. Doch zwischen den Zeilen können wir schon erahnen, wer wem im Grunde schon verziehen hat. Elijah (Daniel Gillies) ist wütend, er hat zwei Liebschaften geknüpft seit seiner Ankunft in New Orleans und Klaus (Joseph Morgan) hat sie ihm beide genommen. Gia (Nishi Munshi) auf Dauer und Hayley (Phoebe Tonkin) wohl nur auf Zeit. Marcel (Charles Michael Davis) hingegen hat seine romantische Abschiedsszene mit Rebekah (Claire Holt) bekommen und wird seinem Mentor wohl auch dieses Mal wieder nachsehen.
Hayley selbst scheint ebenfalls nicht so versessen auf Rache zu sein, sie bleibt ganz entspannt. Dass Klaus nicht der einzige Einfluss auf Hope sein soll, das hätte sie wohl auch zu Zeiten verlangt, als die beiden sich ziemlich einig waren. Auch Rebekah gibt sich versöhnlich. Immerhin haben sie Klaus, den Paranoiker, ja auch verraten und betrogen. Dass seine Rache nur für Gia das endgültige Aus bedeutet, zeugt schon fast von Altersmilde. Einst hat er Rebekah für kleinere Vergehen noch jahrzehntelang im Sarg gelassen.
Das bedeutendste Ereignis ist die Veränderung, die Klaus mit Blick auf Freya (Riley Voelkel) zu erkennen gibt. Am Ende malt er sich sein Happy End so aus, dass er Hope mit seinen Schwestern großzieht. Freya musste leiden und sich mehrfach beweisen, doch nun hat sie es endlich auch in den inneren Zirkel des misstrauischen Klaus geschafft.
Er gewinnt eine neue Freundin, aber auch eine neue Gegnerin. Wobei: So neu ist Davinas Feindschaft zu Klaus eigentlich nicht, das geht schon eine Weile so. Aber nun haben die Geschwister sie wieder einmal um ihre Liebe gebracht und das, während sie in einer mächtigen Position ist. Davina (Danielle Campbell) ist lange unterschätzt worden, vielleicht darf sie die dritte Staffel nutzen, um zu zeigen, was sie kann.
Während Davina wieder einmal alleine dasteht, rückt ihre Freundin Cami (Leah Pipes) den Mikaelsons näher, indem sie zum ersten Mal zugibt, dass sie Gefühle für Klaus hat. Cami ist am besten, wenn sie die Geschichte ihrer Familie nutzt, um im Mächtespiel New Orleans mitzumischen. Am schwächsten ist sie, wenn sie zu einem love interest für Klaus verkümmert. Es war nicht ihre Staffel und auch der Schluss tut ihr nichts Gutes. Leider.
Dafür sehen wir Rebekah wieder, die das Körperwechselspiel ad absurdum führt. Nun hat sie dank Freya zwei Körper zur Auswahl und kann sich das Gesicht quasi passend zur Handtasche aussuchen. Kol kam in seinem aktuellen Körper in die neue Story und Finn hat als Charakter enttäuscht, dafür aber Vincent mitgebracht. Bei Rebekah ist der Körpertausch vor allem enttäuschend und scheint nicht der Geschichte, sondern vor allem äußeren Einflüssen geschuldet zu sein.
Die Figur ist so eng mit Darstellerin Claire Holt verbunden, dass jede Nachfolgerin es schwer hat. Maisie Richardson-Sellers hat keinen schlechten Job abgeliefert, aber ihre Vorgängerin kann sie nicht komplett ersetzen. Und jetzt zieht Rebekah auch schon wieder fort aus New Orleans, warum auch immer. Die Figur war über die erste Staffel eine große Bereicherung für die Serie The Originals. Dass die Macher sich seit einer Staffel nun nicht entscheiden können, ob sie die Figur in der Geschichte halten wollen oder nicht, nervt dementsprechend stark.
Fazit
Einige der angefangenen Handlungsstränge werden im Staffelfinale galant unter den Teppich gekehrt, doch das stört nur wenig, denn das, was erzählt wird, läuft immerhin spannend und emotional zusammen. Die beiden großen Feindinnen treffen aufeinander und führen uns und auch den Figuren vor Augen, was Familienleben auch bedeutet. Es ist nicht immer schön, aber es ist erst mit dem endgültigen Tod zu Ende.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 12. Mai 2015The Originals 2x22 Trailer
(The Originals 2x22)
Schauspieler in der Episode The Originals 2x22
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