The Originals 2x19

The Originals 2x19

Die Episode When the Levee Breaks zeigt, wie man in New Orleans glücklich werden kann: indem man flieht. Das heißt, man muss es natürlich erst einmal an den ganzen Psychopathen vorbeischaffen, die die Stadt so bevölkern. Sonst heißt es vorzeitig: game over.

Aiden (Colin Woodell) und Josh (Steven Krueger) in der Serie „The Originals“ / (c) The CW
Aiden (Colin Woodell) und Josh (Steven Krueger) in der Serie „The Originals“ / (c) The CW

Crying won't help you, praying won't do you no good“ - das ist eine Textzeile aus dem Song When the Levee Breaks, der für diese The Originals-Episode Pate steht. Der Song wurde 1929 von dem Ehepaar Kansas Joe McCoy und Memphis Minnie als Reaktion auf die große Mississippiflut von 1927 geschrieben. 1971 nahmen Led Zepplin ihn für ihr Album „Led Zepplin IV“ neu auf und verpassten ihm einen neuen Anstrich.

When the levee breaks, mama, you got to move

Mutter Hayley (Phoebe Tonkin) und Jackson (Nathan Parsons) sehen keine Zukunft in New Orleans und versuchen schon seit der letzten Episode sich abzusetzen. Sie sind damit nicht die einzigen, die einen Ausweg aus der kranken Gesellschaft suchen, auch Josh (Steven Krueger) und Aiden (Colin Woodell) wollen abbauen. Eins wird in der Episode When the Levee Breaks deutlich: diejenigen, die das Glück gefunden haben, versuchen, es zu bewahren und das ist zwangsläufig mit einer Flucht verbunden. In dieser Umgebung kann niemand sein persönliches Glück lange genießen.

Diese The Originals-Episode bringt die beiden entgegengesetzten Möglichkeiten: diejenigen, die es schaffen, zu fliehen und diejenigen, die es nicht schaffen. Hayley und Jackson gelingt es, mit Baby Hope in die Sümpfe zu entkommen, Aiden und Josh können ihren großen Traum von einem ruhigen Leben nicht verwirklichen.

Es gibt deutliche Unterschiede zwischen den beiden. Aiden hat als Doppelagent gearbeitet, was ihn in den Augen einer dritten Kriegspartei zum perfekten Ziel gemacht hat. Doch er hat auch etwas anderes falsch gemacht: Er wollte zu viel. Hayley hat alles hinter das Wohl ihrer Familie - der engeren als auch der weiteren - angestellt. Sie hat ihre Liebe zu Elijah (Daniel Gillies) aufgegeben, um die Wölfe zu retten, die sie als Armee für den Schutz ihrer Tochter braucht. Aiden wollte die Liebe mit Josh leben, die Loyalität zu Jackson erhalten, das beides wäre noch gegangen. Doch er hat sich von Klaus (Joseph Morgan) bei seiner Eitelkeit packen lassen und das war sein Todesurteil. Machtanspruch und echte Gefühle haben sich in der Serie The Originals noch nie besonders gut vertragen.

When the levee breaks I'll have no place to stay

Es ist nicht zwangsläufig die Flucht. Das Ende der Episode When the Levee Breaks zeigt, was das eigentliche Problem der Glücklichen in New Orleans ist: Klaus. Rebekah (Maisie Richardson-Sellers) und Marcel (Charles Michael Davis) haben es schon gut hundert Jahre zuvor erkannt: Wenn sie als Paar bestehen wollen, muss der Psychopath entfernt werden. Damals ist der Plan mit Mikael (Sebastian Roche) nach hinten losgegangen, nun scheinen die Voraussetzungen besser zu sein.

Klaus' schlimmste Paranoia wird wahr in der Abschlussszene. Sein Bruder, den er noch in dieser Episode als seinen engsten Verbündeten bezeichnet, sticht ihm einen Dolch ins Herz, nachdem er der Mutter seines Kindes bei der Flucht geholfen hat. Seine geliebte Schwester und seine verhasste Schwester schauen tatenlos und offenbar informiert zu, wie Klaus versteinert. Was muss dabei mehr wehtun: die Erkenntnis, dass Rebekah mit den Verschwörern unter einer Decke steckt oder die Tatsache, dass alle diejenigen, denen er vertraut hat, sich für Freya (Riley Voelkel) entschieden haben? Dieser Moment wird in die Geschichte der Mikaelsons eingehen als der Tag, an dem Klaus das letzte Fünkchen Menschlichkeit verloren hat.

Über die letzten Episoden hat er gezeigt, dass er zu Vertrauen und Zuneigung durchaus fähig ist, dass er nicht ausschließlich an sich und seinen Machterhalt denkt. Seine kleine Tochter Hope hat ihm endlich einen Grund gegeben, die Macht an sich zu reißen. Alles Geld und alle Vorteile der Welt sind ja nur richtig etwas wert, wenn man sie mit geliebten Menschen teilen kann, behaupten zumindest Milliardäre gerne auf ihrem Totenbett.

Und, was Klaus noch gar nicht weiß, ist welchen Weg der berüchtigte Dolch zurückgelegt hat, bis er an sein Ziel gelangt ist. Auch Marcel steht offenbar hinter dem Plan - von Davina ganz zu schweigen.

Klaus hat es geschafft, alle zu verspielen, bis auf Cami (Leah Pipes). Die emotionale Szene zwischen den beiden am Ende der Episode When the Levee Breaks verliert etwas an Glanz für alle Zuschauer, die die Originals bereits seit ihren Tagen in der Serie The Vampire Diaries begleiten. Einerseits ist es schon ergreifend zu hören, dass auch Klaus sich nichts mehr als einen schönen Nachmittag mit Cami wünscht. Er ist vielleicht derjenige, den die anderen eliminieren müssen, um ihren Plan demokratisch durchzusetzen, doch er ist nicht der Urheber des Leids - das ist die ältere Generation der Mikaelsons, Esther, Mikael und schließlich Dahlia ( Claudia Black). Auch er würde am liebsten fliehen und glücklich sein.

Egal, ob das stimmt - denn wir haben ja auch gesehen, dass Klaus jede Möglichkeit, die nicht mit Kämpfen auf Leben und Tod verbracht wird, nutzt, um seine Macht auszubauen. Aber, was noch viel störender ist als diese Frage, ist die Tatsache, dass Klaus hier kaum ein einzigartiges, emotionales Gespräch führt - er zieht eine Show durch, die wir schon einmal gesehen haben. Zumindest diejenigen, die sich an Klaus' Abschied aus Mystic Falls erinnern, als er Caroline (Candice Accola) gesagt hat, dass es nicht die Zeit für die beiden ist. Sie solle ruhig Tyler (Michael Trevino) lieben - stattdessen lässt er sie wissen, dass er beabsichtigt, wiederzukommen und ihre letzte Liebe zu sein.

Die Mache mit der Zukunftsliebe, mit der Idylle, die in einer anderen Zeit, an einem anderen Ort stattfinden kann, ist damals bei Caroline wohl auf große Rührung gestoßen. Doch wie viele Frauen will Klaus sich eigentlich warmhalten für die Ewigkeit? Sicher, er sagt Cami, dass er nicht der Mann ist, der das kann, aber, hey - wenn Menschen immer sofort akzeptieren würden, dass geliebte Menschen sich nicht ändern können, dann würde die Scheidungsrate sich wohl mal eben halbieren. Stattdessen gibt Klaus mit seinem farbenfrohen Zukunftsszenario jeden Anlass zu glauben, dass er genau dieser Mann werden kann, tief drinnen vielleicht sogar schon ist.

Fazit

Die Episode When the Levee Breaks bringt uns den Abschied von einer Figur, die wir weniger für sich selbst geliebt haben als vielmehr für ihre Verbundenheit mit Josh. Wir waren dabei, als er im Krieg zwischen Klaus und Marcel fast gestorben wäre und haben beobachtet, wie er sich seitdem entwickelt hat. Ihm darf man Glück wünschen wie kaum einer anderen The Originals-Figur. Aiden kannten wir kaum, aber er schien eine gute Wahl zu sein. Die emotionale Szene zwischen den beiden kündigt allerdings bereits an, dass diese Sache nicht gut ausgehen wird.

Der andere Schocker der Episode, die Verschwörung gegen Klaus, kommt überraschend, weil alle Beteiligten dem Hybriden schon so einiges durchgehen ließen. Oft hat Klaus Recht gehabt mit seinem Misstrauen anderen gegenüber. Doch letztendlich hat seine Paranoia ihn in eine sich selbst erfüllende Prophezeiung getrieben.

Der Trailer zur nächsten Episode, „City Beneath the Sea“ (2x20), der US-Serie „The Originals“:

Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 21. April 2015

The Originals 2x19 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 19
(The Originals 2x19)
Deutscher Titel der Episode
Wenn der Damm bricht
Titel der Episode im Original
When the Levee Breaks
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Montag, 20. April 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 25. September 2015
Autor
Marguerite MacIntyre
Regisseur
Bethany Rooney

Schauspieler in der Episode The Originals 2x19

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