The Originals 1x18

The Originals 1x18

Ein bisschen fühlt es sich an, als wenn wir die Episode The Big Uneasy schon einmal gesehen hätten: Unter anderem kehren die Hexen und Marcel zu alten Plänen zurück, während Ereignisse der jüngeren Vergangenheit bereits in Vergessenheit geraten sind.

Hat sich schick gemacht für seine große Rede: Klaus (Joseph Morgan) in der Serie „The Originals“. / (c) The CW
Hat sich schick gemacht für seine große Rede: Klaus (Joseph Morgan) in der Serie „The Originals“. / (c) The CW

Das Beste an der Episode The Big Uneasy ist wieder einmal Elijah (Daniel Gillies). Er hat sich verändert seit seiner Ankunft in New Orleans. Er ist immer noch edel, adrett anzusehen in seinem makellosen Anzug, findet immer die richtigen Worte, doch die sind mittlerweile andere als noch zu Beginn der Serie The Originals.

Der Mann im Anzug

Er ist nicht mehr derjenige, der in erster Linie seine Familie zusammenhalten will. Das ergibt Sinn, denn von der Familie ist ja seit Rebekahs Abgang nur noch Klaus (Joseph Morgan) übrig, und der ist nicht unbedingt schutzbedürftig. Zu Beginn dieser Episode versucht Elijah den Frieden im French Quarter zu erhalten beziehungsweise erst einmal einen stabilen Frieden herzustellen. Doch seine Pläne gehen in Schall und Rauch auf, seine Party wird zum Massaker und am Ende ist Elijah nicht mehr derselbe.

Mit seiner noblen Art hat er bisher keines seiner Ziele erreicht, was ihn offenbar dazu bringt, von nun an andere Töne anzuschlagen. Im Gespräch mit Klaus sagt er einen Satz, der besser zu seinem Bruder passt als zu ihm: „If I want something, I'll take it!“ ( „Wenn ich etwas will, dann nehme ich es mir!“) Vom ehrenvollen Vampir, der immer auf Frieden aus war und Gewalt nur im Sinne dieses Zieles angewandt hat, ist er zu einem zweiten Klaus geworden, der seine Bedürfnisse durchsetzen will. Welche Bedürfnisse das genau sind, bleibt unklar. Seine Zuneigung für Hayley (Phoebe Tonkin) wird in dem Gespräch mit Klaus endlich ausgesprochen. Der Verlauf des Gesprächs erweckt den Eindruck, dass Elijah nun nicht mehr für andere zurückstecken werde. Dennoch bleibt er auf Abstand mit Hayley, beobachtet sie aus der Ferne, wie er es auch vorher getan hat.

Elijahs Veränderung ist sicher auch durch Rebekah (Claire Holt) und Celeste (Raney Branch) beeinflusst worden, doch das lassen die The Originals-Autoren in der Episode außen vor. Keine Rede mehr von der bösartigen Überhexe, nur eine kurze Erwähnung der Schwester. Dieser Umstand illustriert das Problem der Serie ziemlich gut: Immer wieder werden Handlungsstränge liegen gelassen, scheinbar vergessen und andere, zusammenhanglose Dinge geschehen, auf die man sich nur schwer einlassen kann, weil sie nicht wirklich in die Geschichte eingeflochten werden. So zum Beispiel die Tatsache, dass Monique (Yasmine Al Bustami) und Genevieve (Elyse Levesque) über Nacht zu großen Figuren geworden sind - wir kennen sie nach wie vor kaum.

Die Neuen

Was ist eigentlich mit Genevieve los? Erst hat sie eine Affäre mit Klaus, die schon aus dem Zusammenhang gerissen schien und jetzt zeigt sie sich als eine der miesesten Gegnerinnen, die der Hybrid je hatte. Der Plan, einen unfähigen Gefährten zu Klaus zu schicken mit der Instruktion, die Bücher der Mikaelson-Mutter zu stehlen, grenzt an Fahrlässigkeit. Verglichen damit hatte ja sogar der vor Hass blinde Tyler (Michael Trevino) bessere Pläne, und das will schon was heißen.

Einen noch schlechteren Plan hat in der Episode Josh (Steven Krueger), der auf die Party kommt, mit der Davina (Danielle Campbell) geehrt wird, obwohl er sich ja ziemlich einfach ausrechnen kann, dass Klaus ihn dort finden wird. Es würde ja noch als herzergreifend durchgehen, wenn die The Originals-Autoren uns das Gefühl geben würden, dieser Tag würde Davina wirklich etwas bedeuten. Aber sie sitzt hauptsächlich teilnahmslos auf ihrem Thron herum und wirkt, als wenn sie überall anders gerade lieber wäre. Wieso sollte Josh also das Risiko auf sich nehmen, wenn es eigentlich nichts so richtig zu feiern gibt, bleibt rätselhaft und wohl ausschließlich dem Plot geschuldet.

Ebenfalls seltsam in seiner Herangehensweise an jüngste Probleme ist Marcel (Charles Michael Davis). Er will die Macht zurückerobern, ist jetzt also wieder der Gegner seines ehemaligen Ziehvaters. Das ist erstens ziemlich lahm, weil wir es schon mehrfach gesehen haben, und wird zweitens auch nur enttäuschend in die Geschichte eingeführt. Dabei hätte man mit dem Verlust von Rebekah doch eine so schöne Erklärung an der Hand, die nur ein bisschen Politur benötigt hätte.

Es grenzt schon an Faulheit, was die The Originals-Autoren in dieser Episode in die Marcel-Geschichte stecken. Die Erklärung, warum er einst den Ring aufgehoben hat, ist noch das Beste an der Sache, aber auch eigentlich schon im Vorfeld selbsterklärend gewesen. Doch sein Plan ist geradezu lächerlich. Wie kommt er auf die Idee, er müsste nur genügend Lärm machen und die Originals würden schon verschwinden? Das widerspricht jeder Erfahrung, die wir und er mit dem Clan bisher gemacht haben. Ist auch nur einer von ihnen jemals geflohen, weil es zu laut wurde?

Diese Erklärung ist auch deswegen so schwach, weil die Aktion eigentlich interessant ist. Marcel und Elijah haben sich immer wieder als die verständnisvolleren Anführer gezeigt. Doch nun, nach allem, was ihnen widerfahren ist, sind sie auf dem Kriegspfad. Sie sind Klaus ähnlicher als er sich selbst im Moment ist. Die Veränderung an sich, die Entwicklung der beiden ist spannend, aber wieso wird so wenig an die Gründe angeknüpft, die sie zu diesen Monstern gemacht haben?

Zurück zum Alten

Nun sind Marcel und Klaus also wieder Feinde. In erster Linie mal wieder wegen Cami (Leah Pipes). Das ist ja nicht die cleverste Idee. Und die Art, wie Klaus es erfährt ist ebenfalls bemerkenswert. Ein Kommentar von Genevieve und er sieht rot. Für ein kriminelles Mastermind ist Klaus erstaunlich einfach zu manipulieren.

Auch die Hexen machen einen Rückschritt und gehen zurück zu einem alten Plan. Die Vorfahren befehlen ihnen, das Baby zu töten. Das ist nicht nur ein alter Hut, sondern auch generell seltsam. Wenn Figuren und ganze Gruppierungen ihre Ziele durch mysteriöse Eingebungen diktiert bekommen, dann macht das als Zuschauer nur wenig Spaß. Wir wissen nicht, was die Vorfahren wollen, wir wissen nicht einmal sicher, ob es überhaupt die Vorfahren sind, die Monique befallen haben. Vielleicht steckt ja doch Celeste dahinter. Das würde immerhin endlich einen Kreis schließen, statt immer wieder neue, unzusammenhängende Ereignisse aufzuwerfen.

Monique als Figur kann wohl auch kaum jemanden hinter dem Ofen hervorlocken. In der Episode The Big Uneasy wird sie von Neid und Missgunst befallen und hat Eingebungen. Doch hinter all den Kriegstreibereien, mit denen sie sich beschäftigt, ist kein Charakter zu erkennen.

Rebekah ist fort und Sophie (Daniella Pineda) ist tot, Davina hat als Figur abgebaut, Cami hat nur noch einen einzigen Satz drauf („Rettet meinen Onkel!“) und die neuen Frauen bleiben blass. Die logische Konsequenz ist also, Hayley als führende weibliche Kraft in Stellung zu bringen. Sie wird zur Königin und hat als Anführerin der Werwölfe endlich etwas zu tun. Das tut sowohl der Figur als auch der Geschichte gut.

Fazit

Die Episode The Big Uneasy ist nicht schlecht, es sind gute Ideen vorhanden, doch alles fühlt sich ein bisschen zu abgeschnitten an. Die jüngste Vergangenheit um Celeste und Rebekah scheint vergessen, was die aktuellen Ereignisse unzusammenhängend erscheinen lässt. Doch das könnte sich bald ändern, wenn die The Originals-Autoren es schaffen, mit einer der nächsten Episoden diese zusammenlaufen zu lassen.

Trailer zu „The Originals“ (1x19):

Verfasser: Serienjunkies.de am Donnerstag, 17. April 2014

The Originals 1x18 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 18
(The Originals 1x18)
Titel der Episode im Original
The Big Uneasy
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 15. April 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 28. November 2014
Autoren
Marguerite MacIntyre, Michael Russo
Regisseur
Leslie Libman

Schauspieler in der Episode The Originals 1x18

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