The Killing 2x12

Linden (Mireille Enos) und Holder (Joel Kinnaman) sind endlich mal wieder mit Ermittlungsarbeit am Fall beschäftigt. Sie befragen, sichten Videos und versuchen, die Hinweise zusammen zu fügen. Leider hetzen sie dabei von Hinweis zu Hinweis und hinterlassen nichts als Verwirrung. „Donnie or Marie“, fragt Holder. Eins oder das andere. Und genau so fühlt es sich auch an. Eine Tür tut sich auf und es ist ein Hinweis, der gegen Gwen (Kristin Lehman) spricht, eine andere öffnet sich und gibt den Blick auf Jamie (Eric Ladin) als möglichen Mörder preis.
Auffällige Handlungen beider Verdächtiger bringt die Episode Donnie or Marie im Überfluss. Gwen bekommt eine Verbindung zum Casino. Sie beantragte eine neue Schlüsselkarte. Jamie hatte in der Mordnacht keine Schlüsselkarte. Außerdem unterstützt er Ames' Unternehmen, wodurch er - soweit wir bisher wissen - gegen die Richmond-Kampagne arbeitet. Beide werden unabhängig voneinander als Fahrer des versenkten Kampagnen-Wagens in der Mordnacht überführt.
Andere Verdächtige gibt es nicht, es scheint unter den beiden ausgemacht zu werden. Doch wenn wir in fast zwei Staffeln The Killing eins gelernt haben, dann dieses: So einfach ist es nicht.
Er oder Sie oder beide?
Diese Wagenladung unzusammenhängender Hinweise auf Jamie und Gwen lässt eines außen vor: Welche Motivation könnten die beiden gehabt haben, Rosie Larsen zu ermorden?
Gwens Verhalten wird immer undurchsichtiger, mittlerweile scheint wieder alles möglich. Aber einen Entlastungsmoment werden die Autoren schwer entkräften können: Gwen hat die Arbeit der beiden Polizisten im Casino und den Fund der Schlüsselkarte erst möglich gemacht. Und das aus komplett freien Stücken. Sogar gegen ihren Vater ist sie gegangen, hat ihren größten Trumpf gegen ihn dafür ausgespielt.
Nach einer knappen Dreiviertelstunde bleibt dann auch Jamie als Verdächtiger Nummer Eins stehen. Er war in der Mordnacht mit Chief Jackson (Claudia Ferri), Michael Ames (Barclay Hope) und natürlich Rosie in der zehnten Etage des Casinos.
Geht man von der bisherigen Dynamik der Serie aus, schließt sein Erscheinen in den letzten Szenen der Episode seine Täterschaft aber schon wieder aus. Denn, dass es noch einen oder gar mehrere Twists in der letzten Episode der zweiten Staffel geben wird, davon darf man ausgehen. Der Fingerzeig ist zu plakativ, als dass damit das letzte Wort gesprochen sein könnte. Oder vielleicht wollen die Autoren den Zuschauer genau damit täuschen? Paranoide Züge zeigen sich langsam nicht mehr nur bei Linden.
Der neue Mann
Eine Randbemerkung gewinnt mit der letzten Szene an überragender Bedeutung: Jamies Großvater gibt Jamie vor Holder ein Alibi für die Mordnacht. Man beachtet es kaum weiter, die Befragung wird nicht gezeigt, Holder teilt Linden das Alibi am Telefon mit und schon sind die beiden wieder woanders mit ihren Ermittlungen.
Und dann, plötzlich, eine Stunde vor dem Ende der Staffel, vor der Auflösung des Mords, tritt eine bis dahin unbekannte Figur auf, Jamies Großvater. Ganz neu ist er dennoch nicht, in den vergangenen Episoden haben wir schon von ihm gehört. Immer und immer wieder hat Richmond (Bill Campbell) die Geschichte des Mannes in die TV-Kameras gesprochen und wie ein Mantra vor sich hergetragen. Nun, die Geschichte, oder das, was er dafür hielt, was Jamie ihm erzählt hatte.
Die Verwirrung hätte kaum größer sein können. Wir dachten, wir kennen sie alle. Die Einführung einer völlig neuen Figur, die dann eventuell auch noch mit dem Fall in Verbindung steht, hätte Wut auf Seiten der Zuschauer nach sich gezogen. Hätten die Autoren damit doch einen arg einfachen Weg gewählt, aus der Sache herauszukommen.
Und doch haben sie es geschafft, einen neuen Charakter sozusagen durch die Hintertür rein zu schmuggeln. Der Zuschauer sieht ihn zum ersten Mal und hat doch das Gefühl, schon viel über ihn zu wissen. Und weiß, dass er viel über eine bis dahin seltsam blass gebliebene Figur erzählen kann, seinen Enkel.
Polizeiarbeit
Darren hat es stets abgelehnt, aber Linden hat kein großes Problem damit, einen Hinterzimmerdeal einzugehen. Sie lässt das von Bürgermeister Adams gefälschte Foto verschwinden, um den Fall zu lösen. Sie opfert für das zweite Staffelfinale die ganze erste Staffel.
Doch neben den Ermittlungen fällt vor allem auf, wie sehr sich Linden verändert hat. Die offensichtlichste Umstellung ist ihr Rauchverhalten. Hat sie vor ihrem Klinikaufenthalt nur unter Stress geraucht, tut sie dies jetzt durchgehend. Und wirkt dabei entspannter als jemals zuvor. Sie sitzt bei Holder auf dem Sofa am Laptop und unterhält sich. Vor wenigen Tagen hat sie ihren Sohn noch ohne ersichtlichen Grund aus Holders Wohnung gezerrt um sich wieder in ihrem kalten Motelzimmer einzufinden. Oder sogar ganze Nächte im Auto zu verbringen.
Hat die Klinik ihr geholfen oder fühlt sie auch, dass der Fall dem Ende entgegengeht? Wie auch immer, es ist schön zu sehen, wie Linden und Holder sogar gemeinsam lachen können.
Etwas weniger entspannt ist Linden jedoch im Gespräch mit der Sicherheitschefin des Casinos, der sie vorwirft, das Bild an ihre Kühlschranktür gehangen zu haben. Ergibt das Sinn? Ist das Paranoia oder wird so wirklich, im Vorbeigehen, das Rätsel um das Bild aufgelöst?
Die Opferfamilie
Mitch (Michelle Forbes) ist zurück und auch wenn es zunächst so aussieht, als wenn Stan (Brent Sexton) sie herzlich willkommen heißt, fangen die Probleme jetzt erst an. Es ist der Konflikt, den sie lange hinausgeschoben haben. Stan will weitermachen, von vorne anfangen. Mitch will sich erinnern. Über diesen Konflikt zeigt Stan endlich seine Gefühle über Mitchs Flucht.
Mitchs Rückkehr ist eine weitere Zerreißprobe für die Familie. Es bleibt nur noch eine Episode. Wie wird die Familie auf den Mörder der Tochter reagieren? Ein richtiges Happy End wäre ungewöhnlich für die Serie The Killing. Aber einen Abschluss mit Hoffnungsschimmer wünscht man sich für die Larsens schon.
Fazit
Einiges wurde in der Episode Donnie or Marie abgeschlossen. Der Erzählstrang mit Janek (Don Thompson) scheint zu Ende zu sein, nachdem Stan im Radio von seinem Tod erfährt. Der Zuschauer weiß, dass Alexi (Tyler Johnston) seine Rache bekommen hat. Von dieser Seite sind keine weiteren Konflikte zu erwarten.
Zum Ende der Staffel ist die Richmond-Kampagne wieder in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Auch Bauunternehmer Ames wird wieder relevant.
Der erste Teil des Staffelfinales ist unbefriedigend. Nach dem Drama und den großen Gefühlen der letzten Episoden plätschert es seicht vor sich hin. Hoffentlich ist es die Ruhe vor dem Sturm.
Promo zur Episode 'What I know' der Serie 'The Killing'[videosj=TheKilling2x13Promo]
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 12. Juni 2012(The Killing 2x12)
Schauspieler in der Episode The Killing 2x12
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