The Killing 2x11

Es geht mit großen Schritten auf das Finale zu und das merkt man in der Episode Bulldog vor allem daran, dass viele Stränge zusammenlaufen, alle Handlungen langsam verknüpft werden.
In der Episode Bulldog werden die Figuren, die wir in den vergangenen Wochen so intensiv kennengelernt haben, auf die Probe gestellt. Viele der Charaktere sehen sich mit zum Teil lebensverändernden Entscheidungen konfrontiert, allen voran Darren Richmond (Bill Campbell) und Stan Larsen (Brent Sexton). Aber auch Holder (Joel Kinnaman) muss sich wieder einmal entscheiden, ob er mit Linden (Mireille Enos) geht oder sich an den offiziellen Weg hält. Gut, dass er zu Linden hält ist weder eine Überraschung noch ein Geheimnis, aber der Weg, den er Linden jetzt schon folgt, wird immer mehr zum Alleingang.
Auch Lieutenant Carlson (Mark Moses) steht ein weiteres Mal vor der Entscheidung, sich vom Bürgermeister Adams (Tom Butler) manipulieren zu lassen oder Linden und Holder Handlungsfreiheit in ihren Ermittlungen einzuräumen. Es wird immer deutlicher, dass er sich im letzten Moment immer wieder für die Polizeiarbeit und gegen die Korruption entscheidet. Was nichts daran ändert, dass er schon tief drinsteckt in dem Sumpf aus Polizei, Politik und Wirtschaft, den The Killing von Seattle zeichnet. Obwohl verwurzelt im Lager des Bösen, gibt er bei
konkreten Entscheidungen der Wahrheit trotzdem immer wieder eine Chance.
Überraschend ist die Entscheidung von Gwen (Kristin Lehman), zugunsten der Ermittlungen im Fall Rosie Larsen ihre wohl beste Karte gegen ihren Vater auszuspielen. Sie hat damit immerhin ihrem Vater gegenüber die Oberhand zurückgewonnen, die Kontrolle übernommen und man gönnt es ihr.
Abrechnung mit der Vergangenheit
Stan bekommt Besuch von Janek (Don Thompson), der ihm einen Mord befiehlt. Doch Stan hat sich für einen anderen Weg entschieden. Er hat ein neues Haus in Aussicht, Terry (Jamie Anne Allman) ist wieder fester Bestandteil der Familie, seine Söhne scheinen wieder aufzuleben. Was ihn dazu bewegt, das von Janek ausgewählte Opfer schließlich doch aufzusuchen, ist wohl weniger Angst vor Janek. Es ist auch eine Art Abschluss. Er will endlich frei sein von Janeks Mob und seiner Vergangenheit. Wieder einmal versucht er sich freizukaufen. Wie damals als Janek ihm befohlen hat, sich um Alexis Vater zu kümmern.
Doch den wahren Schluss für die Verstrickungen mit Janek bringt nicht Stan sondern Alexi (Tyler Johnston) und damit schließt der Halbwaise den Kreis. Mit seinen letzten Worten hat Janek vermutlich Recht. Es liegt nicht in Stans Natur, jemanden zu ermorden. Doch damit, dass Janek versucht hat, ihn trotzdem zum Mörder zu machen, hat er sich einen anderen Killer herangezüchtet und sein eigenes Todesurteil gesprochen. Alexi, der nun die Wahrheit darüber erfahren hat, wer den Mord an seinem Vater befohlen hat, beendet den Handlungsstrang fürs erste mit einem Schuss in Janeks Hinterkopf.
Einen anderen Weg der Abrechnung geht Darren. Von Bürgermeister Adams erpresst, entscheidet er sich für die Flucht nach vorne und gesteht in einer bewegenden Rede seinen Selbstmordversuch. Es ist eine großartige Rede, die den Zuschauer vor dem Bildschirm mitreißt und nach den Gesichtern zu urteilen auch die Zuhörer vor Ort.
Zwei Männer im Kampf um alles
In der ersten Staffel von The Killing wurde Darren als undurchsichtiger Politiker gezeichnet, der als Verdächtiger endete. Die zweite Staffel hat ihn zu einem Publikumsliebling gemacht, zum einzigen Politiker der Serie, der Prinzipien hat und aufrichtig ist.
Auch Stan hatte seine Sternstunden in der zweiten Staffel. Die erste Staffel zeigt ihn als trauernden Vater auf der Suche nach Rache, der den falschen Verdächtigen erwischt. In der zweiten Staffel gewinnt er Schritt für Schritt die Kontrolle über sein Leben zurück, während seine Frau vor der Verantwortung flüchtet. Er distanziert sich immer weiter von seiner Vergangenheit ab, sowohl der in Janeks Mob als auch dem Anschlag auf Bennet Ahmed (Brandon Jay McLaren). Es ist geradezu unmöglich, den Stan, der die Außenlampe seines Opfers repariert und mit der Waffe in der Hand zittert, mit der Brutalität des Angriffs auf Ahmed in Verbindung zu bringen.
Rache in kleinen, eindrucksvollen Dosen
Es sind die leisen, eher subtilen Szenen, in denen die Serie The Killing besonders stark ist. Gwen und Alexi sind nicht die einzigen, die sich in der Konfrontation mit ihrer Vergangenheit für Rache entscheiden. Auch Linden und Holder bekommen in drei bemerkenswerten Szenen ihren Teil der optimistischen Tendenz der Episode Bulldog.
Die unauffälligste Rache ist Holders. Er darf der Sicherheitschefin den Durchsuchungsbefehl im wortwörtlichen Sinne ins Gesicht drücken.
Holder und Lindens mussten viele, viele Rückschläge hinnehmen und der Gegenwind ist ihnen oft aus den eigenen Reihen entgegengeweht. Nun ist es ein wirklich schöner Anblick, sie endlich einmal nicht alleine zu sehen. Wie oft haben wir sie alleine aus dem Auto steigen sehen. Die zusätzlichen Autotüren, die wie Kommando mit aufgehen und die Unterstützung, mit der sie dieses Mal ins Casino kommen, entschädigt für vieles.
Doch eine wirkliche Attrakation ist Linden im Aufzug, wie sie die herausgeschmuggelte Schlüsselkarte in die Überwachungskamera hält und Nicole Jackson durch den Bildschirm ins Gesicht grinst. Es ist kein besonders kluger Schachzug, diejenigen zu warnen, die man jagt, aber dieser ist es wert.
Turning Point - as usual
Manchmal lohnt sich ein Blick auf den Titel. In diesem Fall ist die Episode, Bulldog, nach dem Hund der Larsens benannt. Stan bewundert ihn, weil er nichts bereut, niemanden in der Familie vermisst. Stans Kampf um einen Neuanfang ist selten deutlicher illustriert worden. Und dieser Neuanfang scheint wahr zu werden.
Doch wie immer - es wäre nicht The Killing ohne - gibt es einen oder mehrere alles verändernde Wendung in den letzten Sekunden der Episode. Die Überraschung, die irgendwie auch gar keine ist, ist Mitch (Michelle Forbes). Die Rückkehr der Ehefrau, Mutter und Schwester wird eine echte Herausforderung für den Heilungsprozess, den Stan, die Söhne und Terry gerade angefangen haben.
Doch in Bulldog gelingt den Autoren auch mal wieder eine Überraschung, die den Zuschauer kalt erwischt.
Während der gelähmte Darren sich zu Everybody's Darling gemausert hat, haben die Macher keine Möglichkeit ausgelassen, Bürgermeister Adams zum Klischee des korrupten, egoistischen Politikers zu stigmatisieren. Auch in dieser Episode kommt er wieder durchweg schlecht weg. Er versucht wieder einmal, Linden aus dem Spiel zu werfen, er erpresst Darren und zu allem Überfluss ist er sogar noch gemein zu seinen eigenen Mitarbeitern.
Seit Linden und Holder die Schlüsselkarte haben, war klar, dass sie zum Bürgermeister führen würde. Dass sie plötzlich wieder in der Richmond-Kampagne landen, kommt aus dem Nichts und ist sogar für The Killing eine überraschende Wendung. Doch dann denkt man zweimal drüber nach und es fällt einem wie Schuppen von den Augen: Der einzige, der kaum Einzelszenen hatte, den man nicht wirklich kennenlernen konnte, ist Jamie (Eric Ladin). Er war immer da, aber wir wussten nichts über seine Motivation, sein Vorleben.
Wenn die Spur aber wieder zurück in Richmonds Lager führt, wieso versucht Bürgermeister Adams dann wieder einmal so dringend, Linden von den Ermittlungen abzuhalten? Geklärt ist hier noch gar nichts.
Fazit
Bulldog ist eine großartige Episode voller starker Szenen, überraschender Wendungen und tiefer Einblicke. Es geht dem Ende entgegen, die Wahl und die Ermittlungen werden immer enger verbunden. Die zwölfte Episode der zweiten Staffel verspricht, auf ein spannendes Finale hinzuführen.
Sneak Peek zur Episode 'Donnie or Marie' der Serie 'The Killing' Verfasser: Serienjunkies.de am Mittwoch, 6. Juni 2012(The Killing 2x11)
Schauspieler in der Episode The Killing 2x11
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