The Killing 2x13

Die Frage nach Rosies Mörder steht seit 26 Episoden The Killing im Raum, mal schien die Auflösung in greifbare Nähe zu rücken, dann wieder sahen Linden (Mireille Enos) und Holder (Joel Kinnaman) alle bisher gesammelten Hinweise durch ihre Finger rinnen. Und natürlich war die Frage nach dem Mörder die Frage, die alle angetrieben hat, auch die Zuschauer. Nun ist sie beantwortet.
Oft ist der Serie vorgeworfen worden, falsche Fährten zu legen, die sich dann als billige Ablenkungsmanöver herausgestellt haben. Viele Zuschauer haben die Serienmacher für die Masse der Red Herrings verflucht. Bestimmt sind auch nicht wenige abgesprungen. Der erste Teil des Finales hat Jamie (Eric Ladin) als Verdächtigen Nummer Eins zurückgelassen. Und nach fast zwei Staffeln an der Seite von Linden und Holder erschien das wie ein untrügliches Zeichen, dass er es nicht gewesen sein kann.
Mörder Nummer Eins
Doch dann überrascht die Finalepisode What I know schon in den ersten zehn Minuten mit einer eher lahmen Entlarvung von Jamie als denjenigen, der Rosie im Casino entdeckt und in den Kofferraum sperrt.
Zunächst ist sie sogar noch ein bisschen ergreifend, die Szene, in der Jamie Richmond (Bill Campbell) von der Nacht erzählt, in der Rosie starb. Aber dann wird es schnell schal. Der Mörder wird durch einen betrunkenen Großvater entlarvt? Schließlich tötet er sich selbst indem er vor Polizisten eine Waffe zieht?
Schnell macht sich Enttäuschung und Verwirrung breit. Was soll denn jetzt noch passieren? Man stellt sich auf dreißig lange Minuten ein, in denen Familie Larsen durch die Entlarvung des Mörders einen Abschluss für eine quälende Zeit findet. In der Linden nicht loslassen kann und vielleicht ein weiteres Mal mit ihrer Paranoia konfrontiert wird.
Aber die Charaktere, die Charaktere!
Die Charakterstudie „The Killing“ hat schon so manche Episode gerettet, die die Krimiserie „The Killing“ in den Sand gefahren hat. Weitergucken und wenn es nur ist, um zu sehen, ob Mitch (Michelle Forbes) in den Schoß der Familie zurückkehrt oder um herauszufinden, was sich hinter Lindens seltsamer Vergangenheit verbirgt. Oder ganz einfach, um Joel Kinnaman rauchen zu sehen.
Und auch im Staffelfinale kann man sich immerhin darauf verlassen. Es ist schön zu sehen, wie Stan (Brent Sexton) und Mitch einen Weg finden, gemeinsam mit der Tragödie umzugehen. Es ist spannend zu verfolgen, wie Darren sich nach der Wahl und Jamies Tod vom Saubermann zum Hinterzimmerpolitiker verändert. Welches der beiden Ereignisse hat ihn dazu getrieben? Wieder einmal Platz für eigene Gedanken.
Gwen (Kristin Lehman) bleibt am Ende alleine, und das tut wirklich weh zu sehen. Sie hat viel für Darren und seine Kampagne gegeben. Sie hat an ihn geglaubt und sieht ihn jetzt von sich entfremdet.
Linden und Holder treten in den Hintergrund. Keine persönlichen Affären, keine verlorenen Kinder, keine Krankenhausaufenthalte mehr. Sie machen Platz für den Fall. Und das passt auch sehr gut.
Der letzte Twist
Denn der Fall ist noch nicht zu Ende. Die wirkliche Auflösung ist ein echter Schock. Tante Terry (Jamie Anne Allman) ist es gewesen. Unwissend, dass es ihre Nichte ist, lässt sie das Auto mit einem Menschen in den See fahren. Sie wird zur Mörderin aus Angst, Michael Ames (Barclay Hope) zu verlieren. Und verliert ihn am Ende doch.
Der große Komplott löst sich in die Tragödie einer einsamen, verzweifelten Frau auf. Die Intrigen in den hohen Kreisen aus Politik und Wirtschaft haben den Mord ausgebeutet. Doch niemand von denen, die an den Intrigen spinnen, hat den Mord begangen. Jamie ist in Panik, Ames ist direkt klar, dass sie die Sache reinwaschen müssen. Nicole Jackson (Claudia Ferri) ist an dem Mord nicht beteiligt.
Das Figureninventar ist begrenzt und sicher ist dem ein oder anderen schon der Gedanke gekommen, dass Terry an dem Mord beteiligt sein könnte. Vor allem mangels Alternativen. Doch das wirklich Schockierende an der Auflösung ist eigentlich nicht der Name der Mörderin, sondern die Szene der Selbstentlarvung vor den Ermittlern, aber auch vor Rosies Eltern.
Wir haben viel Zeit mit ihnen verbracht in den vergangenen zwei Staffeln, aber dass die Erkenntnis so schmerzvoll sein würde, das konnte man kaum kommen sehen. Und es hat auch vor dem Bildschirm wirklich wehgetan.
Fazit
Nun wissen wir es. Jamie hat eine schlechte Entscheidung getroffen, Terry eine um Längen schlechtere. Am Ende sind sie alle Verlierer. Jamie hat sein Leben verloren. Terry ihre Familie, ihre Unschuld, ihre Freiheit und wohl ihren Seelenfrieden. Darren hat seinen Idealismus und seine Beine verloren. Gwen hat den Glauben an Darren verloren. Stan und Mitch haben ihre Tochter und mit Belko (Brendan Sexton III) einen Familienfreund verloren.
Die einzigen, die etwas gewonnen haben, sind Linden und Holder. Linden hat mit der Auflösung des Falles ihre Freiheit zurückgewonnen, Holder hat eine Freundin gewonnen.
Hat The Killing eine dritte Staffel verdient? Eine weitere Staffel würde ja vermutlich nur Linden und Holder umfassen. Vielleicht noch einige andere Polizisten, eventuell Darren, Michael Ames und Chief Jackson als Personen des öffentlichen Lebens in Seattle. Mit What I know hat der Kreis sich fürs Erste zufriedenstellend geschlossen.
Verfasser: Serienjunkies.de am Dienstag, 19. Juni 2012(The Killing 2x13)
Schauspieler in der Episode The Killing 2x13
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