The Good Wife 3x10

Alicia (Julianna Margulies) betreut Caitlin (Anna Camp) bei ihrem ersten eigenen Fall, einem Schiedsgerichtsverfahren um die Kündigung einer Uni-Professorin. Auf der gegnerischen Seite treffen sie ausgerechnet auf Martha (Grace Rex), welche wegen Caitlin die Stelle bei Lockhart Gardner nicht bekommen hat, obwohl Alicia ihr schon die Zusage gegeben hatte. An ihrer Seite: Ihr Mentor Louis Canning (Michael J. Fox).
Diane (Christine Baranski) legt Will (Josh Charles) erneut nahe, seine Affäre mit Alicia zu beenden, damit Peter (Chris Noth) seine Ermittlungen gegen ihn beendet. Tatsächlich scheint Peter jedoch weniger und weniger die treibende Kraft dahinter zu sein. Als Wendy Scott-Carr (Anika Noni Rose) ihr Budget für den Fall vorlegt, mahnt er sie zur Sparsamkeit an, was ihr gar nicht passt. Sie heuert auf Danas (Monica Raymund) Empfehlung hin den Privatdetektiv Andrew Wiley (Tim Guinee) an, der die Korruptionsvorwürfe gegen Will überprüfen soll.
Wie sagt der Volksmund doch: Eltern werden ist nicht schwer, Eltern sein dagegen sehr! Diese Erfahrung macht auch Alicia. Wenngleich man sich nicht ganz des Eindrucks erwehren kann, dass sie es sich allerdings auch selbst ungemein schwer macht. Parenting Made Easy beginnt damit, dass Alicia im Halbschaf die Stimme von Grace (Makenzie Vega) zu vernehmen scheint, welche sie um Hilfe ruft.
Nur kurze Zeit später droht Alicias Albtraum, Wirklichkeit zu werden: Ihre Tochter hat mehrfach versucht, sie anzurufen; sie selbst kann Grace im Gegenzug nicht mehr erreichen. Ihre Freundin Shannon (Paulina Gerzon) berichtet, dass sie zu einem Mann ins Auto gestiegen sei. Ist das ein Anlass zur Sorge? Ja, durchaus. Gerade auf dem Hintergrund, dass der mordende Neonazi, bei dessen Verurteilung Alicia in Marthas and Caitlins geholfen hat, gerade dabei ist, Zeugen beseitigen zu lassen, da kann einem als Elternteil sicherlich Angst und Bange werden, wenn die eigene Tochter auf einmal verschwindet.
Interessant bis bedenklich ist allerdings die Schlussfolgerung, welche Alicia aus diesem Ereignis zieht: Sucht sie einen anderen Job? Oder auch nur eine andere Stelle innerhalb der Firma? Eine, die sie vielleicht nicht in die Verlegenheit bringt, auf die mögliche Abschussliste durchgeknallter Neonazis zu gelangen? Familienrecht? Steuerrecht? Nein, natürlich nicht. Sie beendet stattdessen ihre Beziehung zu Will. Weil die Affäre irgendwie eine Ablenkung von ihren Aufgaben und Pflichten als Mutter ist.
Geradezu wütend wird das schwarze Negligé als Sinnbild für Alicias Sinnlichkeit und Sexualität buchstäblich in die Tonne gekloppt. Schluss ist mit der feurig-lebensfrohen Alicia, die zu Beginn der dritten Staffel zu den Klängen von Baby did a bad bad thing aus dem Aufzug trat. Jetzt scheint wieder The Good Wife angesagt zu sein. Vereint in der Sorge um Grace wird sogar Peter in die Arme geschlossen.
Nun soll an dieser Stelle keinesfalls gegen elterliche Liebe und Fürsorge angeschrieben werden. Dafür gibt es nun wahrlich zu viele Kinder, welche diese Erfahrung nie oder nur unzureichend machen.
Im Hinterkopf behalten sollte man allerdings schon, dass hier von nahezu erwachsenen Kindern die Rede ist. Und es schon geradezu absurd anmutet, dass Alicia für besagte Kinder ihr eigenes Liebes- und Lebensglück derart weit hintanstellt, während ihr Sohn Zach (Graham Phillips) mittlerweile nicht nur ein bereits ganz passabler Autofahrer, sondern der Ein-Mann-Ersatz für die IT-Abteilung von Lockhart Gardner ist. Und auch Grace ist kein kleines Mädchen mehr. Wie gesagt, man kann es sich auch schwer machen.
Ganz anders stelt sich die Situation bei Eli (Alan Cumming) dar. Ihm tut etwas elterliche Führung durch Diane offenbar ganz gut, als sie ihn dazu anhält, sich doch endlich Freunde in der Firma zu suchen.
Apropos Freunde: Kalinda (Archie Panjabi) sieht sich und handelt immer noch als Alicia Freundin. Sie spricht zwar nicht mit ihr. Dafür macht sie sich jedoch ohne zu zögern sofort auf die Suche nach Grace, als sie von deren Verschwinden hört. Keine Frage: Als Zuschauer hofft man inständig, dass dies die beiden Frauen vielleicht wieder etwas näher bringt. Doch Kalinda verzichtet darauf, den Verdienst, die neugetaufte Christin in der Kirche aufgespürt zu haben, für sich zu beanspruchen. Sie will Alicias Vergebung - aber nicht auf diese Weise. Tu Gutes und rede darüber ist ihr Motto offenbar nicht.
Fazit
Eine interessante Folge, auch wenn sie scheinbar einen Rückschritt für Alicia bedeutet. Nicht vergessen werden sollten einige sehr schöne Gastauftritte (Michael J. Fox und John Michael Higgins, Happily Divorced) - und ein ganz und gar verschwendeter (Jennifer Carpenter, Dexter).
Verfasser: Christian Junklewitz am Mittwoch, 7. Dezember 2011(The Good Wife 3x10)
Schauspieler in der Episode The Good Wife 3x10
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