The Flash 5x15

The Flash 5x15

Battle of the Beasts in The Flash: In der Superheldenserie kommt es in der neuesten Folge zum Duell zwischen den beiden Antagonisten King Shark und Gorilla Grodd. Dahinter steckt natürlich mehr, insgesamt lässt man aber ordentlich Federn und präsentiert eine Episode, die leider viel zu wenig Biss hat.

„The Flash“ (c) The CW
„The Flash“ (c) The CW
© ??The Flash“ (c) The CW

King Shark vs. Gorilla Grodd. Ein mutierter Haimensch gegen einen telepathischen Super-Gorilla. Das klingt auf dem Papier doch schon mal nach großem Superheldenkino, oder? Aber sind wir mal ganz ehrlich, die The Flash-Folgen um diese beiden Erzfeinde des schnellsten Mannes der Welt haben schon immer die Gemüter gespalten. Die einen wissen diese wilden, oftmals trashig-charmanten Abstecher, basierend auf ein paar speziellen Comicvorlagen, zu schätzen. Andere streichen frühzeitig die Segel und lehnend dankend ab, weil es manchmal nicht nur total meschugge ist, was die Verantwortlichen im Rahmen solcher Geschichten abziehen, sondern, weil auch die technische Umsetzung, formulieren wir es mal so, arg „gewöhnungsbedürftig“ ist.

Ich würde mich eher zu der Gruppe von Zuschauern zählen, die durchaus etwas mit diesen außergewöhnlichen Eventfolgen anfangen können. Die Autoren sollen sich ruhig ab und an etwas austoben. Es handelt sich immerhin um ein Format, das auf einer bekannten Figur von DC basiert, warum also dann nicht mal volle Kanne freidrehen und bizarre Comicpanels Fernsehwirklichkeit werden lassen? Daher war ich schon ein wenig gespannt, inwiefern sich all das letztlich in „King Shark vs. Gorilla Grodd“ darstellen würde. Doch leider macht sich bei mir nach der Folge etwas Enttäuschung breit. Es ist eine interessante Idee, einen etwas anderen Weg zu gehen, als es sonst der Fall ist, wenn King Shark oder Gorilla Grodd auf den Plan treten. An einer gelungenen Umsetzung hapert es jedoch.

The will of Grodd

In „King Shark vs. Gorilla Grodd“ wird der vermeintliche Fiesling King Shark wortwörtlich vermenschlicht und uns Zuschauern aufgezeigt, dass eigentlich ein gutes Herz in dem fischigen Zweibeiner steckt. Sein aggressives Äußeres mag einen anderen Eindruck vermitteln, doch die Meeresbiologin Tanya Lamden (Zibby Allen), deren toter Ehemann Shay der Doppelgänger des Shay Lamden aka King Shark von Earth-2 ist, forscht für A.R.G.U.S., ob man dem Metahuman nicht irgendwie helfen kann. Team Flash kann dieses Unterfangen wiederum mit ihrem Metahuman-Heilmittel unterstützen, was Shay die Chance auf sein altes Leben geben könnte. Gleichzeitig geht eine Gefahr von Gorilla Grodd aus, der aus seinem A.R.G.U.S.-Gefängnis ausbrechen kann und mithilfe einer „telepathischen Krone“, die Tanya für ihre Arbeit mit King Shark nutzt, die gesamte Stadt unterjochen will.

Good shark, bad shark

Auch wenn es in den letzten Zügen der Episode zum großen „Kaiju-Kampf“ kommt, wie Cisco (Carlos Valdes) es freudig bezeichnet, steht hier eine ganz andere Sache im Zentrum des Geschehens: Team Flash, allen voran Barry (Grant Gustin), und auch uns Zuschauern wird gelehrt, über bestimmte Vorurteile hinwegzusehen und Personen, die in der Vergangenheit eher negativ aufgefallen sind, eine zweite Chance zu geben, um zu beweisen, dass sie besser sein können. An und für sich eine schöne, wenngleich sehr einfache Botschaft, die man auf King Shark wie auch auf Staffelschurke Cicada anwenden kann, was Barry letzten Endes auch tun will. So richtig entfaltet diese Art der Erzählung aber nie ihre Wirkung.

Ein Grund dafür ist das eher unausgegorene, ungleichmäßige Pacing, wodurch man immer wieder Probleme hat, sich emotional in die Geschichte zu involvieren. Die kleine, „Shape of Water“-mäßige Romanze zwischen Tanya und Shay ist vielleicht ganz nett, aber eben auch furchtbar melodramatisch. Nach dem Motto „Auch ein Monster wie King Shark hat Gefühle!“ möchte man uns in diesen unerwarteten Handlungsbogen einspannen, doch der Funke will einfach nicht überspringen. Nicht wirklich hilfreich ist darüber hinaus, dass das pseudowissenschaftliche Gebrabbel aller Beteiligten in dieser Folge zu oft Überhand nimmt und fast schon eine Art Stimmungskiller darstellt. Zu oft erwischt man sich dabei, wie man in diesen Szenen gedanklich komplett abschaltet. Und, da sich solche langatmigen Momente in „King Shark vs. Gorilla Grodd“ häufen, entsteht selten ein stimmiger Flow, worunter die gesamte Erzählung leidet.

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The CW
The CW - © The CW

King of beasts

Es mischt sich aber auch etwas persönliche Frustration in den enttäuschenden Gesamteindruck dieser Episode mit rein. Auf der Verpackung mag zwar King Shark vs. Gorilla Grodd draufstehen, innen drin steckt aber eine vor sich hin lahmende Geschichte, deren Unterhaltungswert sehr überschaubar ist. Ja, im großen Finale hauen sich Gorilla und Hai - übrigens perfekt von Cisco über diese Szene aus The Simpsons bebildert - die Rübe ein, doch das Gerangel zwischen den zwei Superwesen gestaltet sich nie wirklich wuchtig, sondern eher erschreckend handzahm. Bei der technischen Umsetzung fällt indes auf, dass sehr viele Szenen im Dunkeln stattfinden, um gegebenenfalls ein paar unschöne Effekte besser kaschieren zu können. Das war bereits in der Vergangenheit zu beobachten und fällt bei dieser CGI-lastigen Folge besonders auf.

Man probiert sich an einem Kontrastprogramm, um diese vermeintliche Highlightfolge anders zu gestalten, doch die komplexen Emotionen, die man bespielen möchte oder die teaminternen Konflikte, die sich aufgrund moralischer Differenzen plötzlich ergeben, strahlen schlichtweg zu wenig Reiz aus, um die Zuschauer bei der Stange zu halten. Sherloques (Tom Cavanagh) Mithilfe, Tanya von ihrer Zuneigung und Liebe für Shay zu überzeugen, ist zwar ganz charmant. Es kommt einem zwischenzeitlich aber auch so vor, als wäre man mitten in eine artenübergreifende Seifenoper katapultiert worden. Barrys Alleingang, das Metahuman-Heilmittel ohne das Einverständnis der betroffenen Person einzusetzen, generiert indes simples Drama, dessen Auflösung am Ende niemanden überrascht.

Time to bend

Es ensteht der Eindruck, dass man es sich zu einfach macht, während die Verantwortlichen gleichzeitig glauben, eine besondere emotionale Fallhöhe zu schaffen, die jedoch nie wirklich spürbar ist. Wie gesagt: Ich kann den Ansatz, die Prämisse „King Shark gegen Gorilla Grodd“ etwas anders anzupacken, durchaus respektieren. Dann muss man aber auch einen besseren Bezug zu Charakteren wie Shay und Tanya herstellen. Die Nebenhandlung der Episode um Iris (Candice Patton), die nach dem direkten Kontakt mit Cicada Angst um ihre Nächsten hat, und Joe, der sich seiner Tochter und ihrer Sorgen annimmt, fällt indes in die Kategorie „grundsolide“.

Es ist schön, dass Jesse L. Martin seine gesundheitlichen Probleme wohl überwunden hat und sogleich wieder in seine väterliche Rolle als Fels in der Brandung schlüpfen darf. Doch Iris' neuerliche Angstzustände sind auch ziemlich schnell wieder überwunden und man könnte fast meinen, dass die Autoren diesen Weg einzig und allein gegangen sind, um einen unkomplizierten B-Plot für die Episode zu haben. Die Ängste und Sorgen von Iris sind völlig legitim, dass diese jedoch im Schnelldurchlauf abgehandelt und im Gröbsten ad acta gelegt werden, mutet dann doch ein wenig eigenartig an. Auch hier zeigt sich das Problem, dass man nur zu gerne auf eine charakterzentrierte Erzählung bauen möchte, es aber an den Mitteln, der Konsequenz und Überzeugung fehlt, dieses Feld überzeugend zu bespielen. Schade, denn die Möglichkeiten und Ideen sind definitiv zu erkennen. Die Umsetzung ist es aber mal wieder, die den Machern einen Strich durch die Rechnung macht.

Fazit

Der The Flash-Episode King Shark vs. Gorilla Grodd gelingt es leider zu selten, das zu liefern, was man als Fan solcher ungewöhnlicher Geschichten gerne sehen möchte. Wie so oft passt die grundsätzliche Idee, doch am Ende wird aus dieser nicht genug gemacht, so dass sich die Erzählung viel zu inkonsequent und zaghaft anfühlt. Man möchte anscheinend sowohl packendes Monsterspektakel als auch große Emotionen präsentieren, übernimmt sich bei diesem Balanceakt jedoch mal wieder und bietet uns schlussendlich eine oftmals langweilige Folge an, die weder Fisch noch Fleisch ist. Schade.

Hier abschließend noch der Trailer zur nächsten Episode der US-Serie The Flash, Failure Is an Orphan (5x16):

Verfasser: Felix Böhme am Mittwoch, 6. März 2019

The Flash 5x15 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 15
(The Flash 5x15)
Titel der Episode im Original
King Shark vs. Gorilla Grodd
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 5. März 2019 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 18. Juli 2019
Autoren
Eric Wallace, Lauren Certo
Regisseur
Stefan Pleszczynski

Schauspieler in der Episode The Flash 5x15

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