The Flash 3x12

The Flash 3x12

Untouchable stellt eine solide „Metahuman der Woche“-Episode dar, in der mehrfach Klartext gesprochen wird. Den mitunter seltsamen wissenschaftlichen ErklĂ€rungen zwischendurch sollte man derweil um des Unterhaltungswertes Willen nicht allzu viel Aufmerksamkeit schenken.

The Flash (Grant Gustin) und Kid Flash (Keiynan Lonsdale) in „Untouchable“ / (c) The CW
The Flash (Grant Gustin) und Kid Flash (Keiynan Lonsdale) in „Untouchable“ / (c) The CW
© he Flash (Grant Gustin) und Kid Flash (Keiynan Lonsdale) in „Untouchable“ / (c) The CW

The Flash schiebt mit der Episode Untouchable in dieser Woche eine sehr klassische „Metahuman der Woche“-Geschichte ein, die insgesamt nicht besonders viel verkehrt macht, aber auch nicht wirklich nachhaltig Eindruck hinterlĂ€sst. Wie so oft bei solchen ErzĂ€hlungen steht und fĂ€llt das Ganze mit dem zentralen Schurken der Episode, der hier mal wieder als Charakter nicht richtig ausgearbeitet ist und einfach fĂŒr etwas Chaos sorgt, wĂ€hrend unser Team den Angreifer abwehren und gleichzeitig ein paar interne, sehr persönliche Differenzen aus dem Weg rĂ€umen muss.

Die ErzĂ€hlformel ist bekannt und könnte hier und da eine kleine Frischzellenkur gebrauchen. Der Metahumanteil der Folge fĂŒhlt sich nĂ€mlich tatsĂ€chlich etwas irrelevant an, auch wenn die FĂ€higkeiten des Fieslings Clive Yorkin (er kann durch eine BerĂŒhrung alles und jeden zersetzen und desintegrieren) durchaus ausgefallen und die visuelle Umsetzung (speziell die Maskenarbeit, siehe Yorkins Opfer) sehenswert ist. Letztlich interessieren aber vor allem die Probleme unsere Freundesgruppe, unter denen es gleich mehrfach zu diversen Aussprachen kommt. Am wichtigsten ist hier wohl, dass auch endlich Joe (Jesse L. Martin) eingeweiht wird, was denn in wenigen Monaten seiner geliebten Tochter Iris (Candice Patton) widerfahren wird.

Start your engines

Und, wer hĂ€tte es gedacht, der Ärger und die Wut sind bei Joe gewaltig, wurde er doch als einziger außen vor gelassen. Dabei geht es dem Ermittler in erster Linie nicht einmal darum, dass er von diesen Informationen ausgeschlossen wurde. Es fĂŒhlt sich fĂŒr Joe wie ein sehr persönlicher Vertrauensbruch vonseiten seiner Liebsten und NĂ€chsten an und ich kann seinen Frust und die EnttĂ€uschung ob dieser unsinnigen GeheimniskrĂ€merei durch Barry (Grant Gustin) und Iris absolut nachvollziehen.

Vor allem letztere wollte ihren Vater schĂŒtzen, der sich gerade in einer Lebensphase befindet, in der er sehr glĂŒcklich ist, sei es ĂŒber die Beziehung von Barry und Iris, dem persönlichen Wachstum von Sohnemann Wally (Keiynan Lonsdale) oder aber aufgrund seiner Beziehung zu Cecile (Danielle Nicolet), die immer weiter wĂ€chst und gedeiht.

Lose control

Jetzt, angesichts der großen Sorge von Iris, ihrem Vater könnte etwas zustoßen, da er zur Zielscheibe des Metahumans wird, werden die Karten aber offen auf den Tisch gelegt. Dieser dramatische Moment, so zumindest die Intention der Serienmacher, mag bei mir aber nicht so recht zĂŒnden, da genau diese Entwicklung zu erwarten war und man in „The Flash“ solche Dinge so oder so Ă€hnlich bereits mehrfach zu sehen bekommen hat. Da können sich die Verantwortlichen glĂŒcklich schĂ€tzen, dass sie sich nach wie vor auf die sehr gute Darstellerriege verlassen können, die aus dementsprechend einfach konstruierten und vorhersehbaren Konflikten noch das Meiste macht.

Ohnehin holen in „Untouchable“ die Schauspieler und Schauspielerinnen so einiges aus den recht simplen Charaktermomenten heraus, in denen das Rad mit Sicherheit nicht neu erfunden wird und manch Zuschauer sich eventuell daran erinnert, dass wir in „The Flash“ derartige Szenen schon zuhauf prĂ€sentiert bekommen haben. Die Rechnung geht aber dennoch auf, weil der Cast eben so gut miteinander harmoniert. Das zeigt sich zum Beispiel auch gleich zu Beginn der Episode, als Barry und Wally gemeinsam trainieren, damit letzterer noch schneller wird und schließlich sogar Barry hinter sich lĂ€sst, um fĂŒr Savitar gewappnet zu sein.

The CW
The CW - © The CW

A real hero

Mir persönlich gefĂ€llt es immer besser, dass Keiynan Lonsdale so wunderbar in seiner neuen Rolle als Superheld Kid Flash und als wie ausgewechselter Wally aufgeht. Vorbei sind die nervigen Zeiten, als er nur am Schmollen war und irrational unfair mit Barry umgegangen ist. Jetzt entspinnt sich eine Art Lehrer-SchĂŒler-VerhĂ€ltnis zwischen ihm und Barry, fĂŒr den die Rolle als Mentor eine neue Herausforderung ist, welche sich ihm bisher noch nicht gestellt hatte. Unser Titelheld hat sich schon sehr oft in der Rolle des Lernenden wiedergefunden - nun muss er sein Wissen mit Wally teilen, um diesen weiterzuentwickeln, was jedoch leichter gesagt als getan ist.

Es dauert ein Weilchen, bis Wally den Trick mit dem „Phasen“ raushat, was selbst Barry nicht so richtig erklĂ€ren kann. Er muss halt einfach an sich selbst glauben, dann bekommt das der junge Superheld schon hin. Wenn es aber darum geht, sich VorwĂŒrfe zu machen und in Selbstmitleid zu versinken, dann ist Wally ein sehr guter SchĂŒler Barrys, wie eine spĂ€tere Szene zeigt, nachdem er es nicht fertiggebracht hat, seine Schwester Iris vor Yorkin zu beschĂŒtzen. Dieser kleine Seitenhieb sei mir verziehen, alles in Allem bin ich von der Entwicklung um Wally und Barry als dessen Lehrmeister aber durchaus angetan, weil beide eben noch nicht so wirklich wissen, was ihre neuen Rollen von ihnen verlangen und beide erst in diese hineinwachsen mĂŒssen. Ein Prozess, der gerade erst begonnen hat.

Touch of death

Ebenfalls positiv fĂ€llt mir abermals das Zusammenspiel zwischen Caitlin und Julian auf, die sich bereits vor wenigen Folgen gefunden haben. Jetzt treten sie in Untouchable gemeinsam im Labor als „CSI Flash“-Einheit in Erscheinung, um den gesuchten Metahuman nicht nur aufzuspĂŒren, sondern letztlich auch ein Mittel gegen ihn und seine KrĂ€fte zu finden. Tom Felton brillierte in der letzten Episode noch mit zahlreichen perfekt getimten, komödiantischen EinsĂ€tzen, in denen sein trockener britischer Humor hervorragend zur Geltung kam. Jetzt geht es wieder ernster zu, doch auch dieser Facette kann man einiges abgewinnen, was auch an den Darbietungen von Danielle Panabaker und Tom Felton liegt.

All is not lost

Es dauert nicht lange, da erkennt Julian, dass er als Alchemy den schurkischen Metahuman Clive Yorkin ins Leben gerufen hat, weshalb er sich große VorwĂŒrfe macht. Caitlin kann seine Situation nachvollziehen, musste sie sich in der Vergangenheit doch auch schon oft der Verantwortung fĂŒr ihre gefĂ€hrlichen KrĂ€fte und den Konsequenzen des Missbrauchs ihrer FĂ€higkeiten stellen.

Anfangs kriselt es noch ein wenig zwischen den beiden, was vor allem an Julian liegt, der nicht nur ein sehr spezieller Laborpartner mit eigenwilligen Charakter ist, sondern auch jedwedes FeingefĂŒhl bei zwischenmenschlichen Interaktionen vermissen lĂ€sst. Es ist aber schön zu sehen, wie der reservierte, auf sich selbst fokussierte Julian langsam von Caitlin aufgetaut wird („Oh the irony!“), die zu ihm durchdringt und Julian hilft, seine vergangenen Missetaten zu verarbeiten und vielleicht normal weiterleben zu können.

Die Macher gehen hier abermals sehr behutsam vor und bauen in aller Ruhe eine wertige Beziehung zwischen den beiden auf, die schon ein wenig nach einer baldigen Romanze schreit, was ich persönlich aber gar nicht so verkehrt finden wĂŒrde. Die beiden Charaktere passen gut zueinander und ergĂ€nzen sich. Panabaker und Felton harmonieren ebenfalls auf einem sehr ordentlichen Niveau, gleichzeitig verzichtet man auf die Brechstange und gibt dieser Nebenhandlung Zeit, sich zu entfalten sowie das Innenleben der Charaktere zu beleuchten. Dieser Ansatz gefĂ€llt mir gut und so freue ich mich schon ein wenig mit Julian, der mit einem LĂ€cheln im Gesicht das Angebot von Caitlin annimmt, gemeinsam bei einem Drink den Arbeitstag ausklingen zu lassen.

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The CW - © The CW

Decay

Zuvor hat Team Flash Clive Yorkin in gewohnter Manier Einhalt geboten, wobei sich mir in diesem Handlungsstrang um den Metahuman schon einige Fragen stellen. Die Freunde kommen relativ schnell darauf, dass es sich bei Yorkin um einen Metahuman handelt, der seine KrĂ€fte aus der alternativen Flashpoint-Zeitline zieht, in der er von der Polizei dingfest gemacht wurde. Jetzt möchte er sich an den DoppelgĂ€ngern der GesetzeshĂŒter rĂ€chen, die ihn in Flashpoint geschnappt haben.

Um Yorkin zuvorzukommen, „vibed“ sich Cisco (Carlos Valdes) zwischendurch ĂŒber Barrys Erinnerungen in die Flashpoint-Zeitline, um das nĂ€chste Ziel von Yorkin herauszufinden. In der Flashpoint-Zeitline konnte Yorkin ĂŒbrigens allem Anschein nach problemlos geschnappt und mit einfachen Handfesseln im Zaum gehalten werden, seine FĂ€higkeiten setzt er hier zumindest nicht ein.

Wie bereits erwĂ€hnt ist die Nebengeschichte um Metahuman Yorkin jetzt nicht wahnsinnig spannend erzĂ€hlt. Mehr als ein banales Rachemotiv kommt bei der Charakterisierung der Figur nicht herum, weshalb der von Gastdarsteller Matthew Kevin Anderson gespielte Schurke eher blass bleibt. Sein Angriff auf Iris (ebenfalls völlig vorhersehbar, aber niemand im Team Flash scheint so weit gedacht zu haben) schlĂ€gt da noch die grĂ¶ĂŸten Wellen, da die Reporterin dadurch kurz mit dem Leben ringt und nur durch die eisigen KrĂ€fte von Caitlin vor Schlimmerem bewahrt werden kann.

Caitlin selbst wagt sich auf einen Drahtseilakt. Doch so, wie sie Julian Vertrauen entgegengebracht und Mut zugesprochen hat, erinnert dieser sie nun an ihre StÀrke und motiviert sie, nicht die Kontrolle zu verlieren.

Neutralized

Yorkin setzt dann noch einmal zum Großangriff an, indem er einen Zug attackiert, in dem sich sein letztes Opfer befindet. Barry bringt den Zug jedoch dermaßen in Schwingungen, dass das gesamte GefĂ€hrt durch einen Haufen Geröll „phasen“ kann. Eine interessante Lösung, jedoch wundere ich mich schon ein wenig, wie das so einfach funktionieren kann.

Das „Phasing“ hatte ich etwas komplizierter im Kopf, da es hier vor allem um die strukturelle IntegritĂ€t und Zusammensetzung der Objekte geht, die in diesen Vorgang involviert sind. Ein Zug aus den unterschiedlichsten Baustoffen mit vielen Menschen an Bord einfach so durch eine Barrikade aus Schutt gleiten zu lassen, ist gewagt. Aber gut, vielleicht denke ich hier etwas zu wissenschaftlich, wo eigentlich gar keine richtige Wissenschaft notwendig ist, da diese Szene nur als Ahamoment fĂŒr Wally dienen soll.

Dieser tut sich mit dem „Phasing“ ja bekanntermaßen noch etwas schwer, Barrys strahlendes Vorbild, einfach an sich selbst zu glauben, gibt dann aber den Ausschlag fĂŒr den Erfolg. Wally saust durch Yorkin hindurch und hinterlĂ€sst dabei sein Blut in dem Metahuman, was dessen KrĂ€fte neutralisiert. Logisch, denn die SelbstheilungskrĂ€fte der Speedster und die schnelle Zellenregeneration stellen das perfekte Gegenmittel dar. Nun, auch dies scheint mir etwas sehr an den Haaren herbeigezogen. Ein Heilmittel fĂŒr Iris ist dann auch noch fix gefunden, nachdem Yorkins Zellen analysiert werden konnten. All diese Zweckdienlichkeiten ignoriert man am besten, auch wenn es die Serienmacher in Untouchable gelegentlich ein bisschen zu bunt treiben.

Fazit

Nicht außerordentlich gut und auch nicht außerordentlich schlecht: Die The Flash-Episode Untouchable spielt solide ihren Stiefel runter und glĂ€nzt vor allem aufgrund guter schauspielerischer Leistungen und der starken Chemie zwischen den verschiedenen Darstellern.

Insgesamt fehlt der Geschichte aber etwas der Biss, was grĂ¶ĂŸtenteils an der altbekannten ErzĂ€hlstruktur um einen Metahuman der Woche liegt, welcher letzten Endes von keiner grĂ¶ĂŸeren Bedeutung ist. Am Ende der Folge wirft man uns aber noch einen netten Happen hin, der uns einen ganz kleinen Vorgeschmack auf die nahe Zukunft geben soll. Eine panische Jesse Quick (Violett Beane) stattet Earth-1 nĂ€mlich einen Besuch ab und hat eine finstere Botschaft im GepĂ€ck: Gorilla Grodd ist zurĂŒck. Und er hat ihren Vater nach Gorilla City entfĂŒhrt.

Trailer zu der „The Flash“-Episode 3x13, „Attack on Gorilla City“:

Verfasser: Felix Böhme am Mittwoch, 8. Februar 2017

The Flash 3x12 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 12
(The Flash 3x12)
Deutscher Titel der Episode
Tödliche BerĂŒhrung
Titel der Episode im Original
Untouchable
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 7. Februar 2017 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 8. Juni 2017
Autoren
Brooke Roberts, Judalina Neira
Regisseur
Rob Hardy

Schauspieler in der Episode The Flash 3x12

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