The Flash 3x09

The Flash 3x09

Bevor sich The Flash in die Winterpause zurĂŒckzieht, bekommen wir in The Present ein paar lang ersehnte Antworten sowie ein herzerwĂ€rmendes Weihnachtsfest serviert. Schade, dass alte Fehler trotzdem nicht auszumerzen sind.

Grant Gustin als Barry Allen in „The Flash“ / (c) The CW
Grant Gustin als Barry Allen in „The Flash“ / (c) The CW
© rant Gustin als Barry Allen in „The Flash“ / (c) The CW

Nachdem sich mein werter Kollege Felix Böhme derzeit in seinem wohl verdienten Urlaub von dem vierfachen DC-Crossover erholt, darf ich diese Woche die erste HÀlfte der dritten Staffel The Flash sicher in ihre Winterpause geleiten. Dabei setzt die Folge, passend zur Jahreszeit, auf familiÀre Festtagsstimmung. Sie serviert jedoch gleichzeitig ein paar lÀngst erwartete Antworten und Auflösungen, wenngleich vor allem ein Charakterzug Barrys (Grant Gustin) wieder etwas negativ auffÀllt.

Julian Albert und der Stein der Weisen

ZunĂ€chst werden wir jedoch in der Episode The Present durch eine kleine RĂŒckblende begrĂŒĂŸt, die uns zeigt, wie Julian (Tom Felton) vier Jahre zuvor an einer archĂ€ologischen Expedition teilnahm und dabei eine sagenumwobene, dennoch relativ leicht zu entdeckende, steinerne Box findet, die wahrlich magische KrĂ€fte in sich birgt. Auch Team Flash ist mit Hilfe von Iris (Candice Patton) auf dieses Artefakt gestoßen, welches sich ihm in Form eines Artikels von Julian darbietet.

Die besagte Kiste stellt sich als „Philosopher's Stone“ heraus, der somit neben dem Darsteller Tom Felton ein weiteres Relikt darstellt, das man bereits aus dem „Harry-Potter“-Universum kennt. Und wie in dem gleichnamigen ersten Potter-Band tritt der Gegenstand auch in The Flash mit so manch besonderer Zauberkraft in Erscheinung. So hat er nicht nur die Kraft, Metas zu „erwecken“, sondern kann anscheinend auch Savitar herbeirufen. Wie jedoch die Verbindung zwischen dem Oberschurken und der geheimen Kiste genau aussieht, wird nicht erklĂ€rt.

Szenenfoto aus „The Flash“
Szenenfoto aus „The Flash“ - © The CW

Barry stattet derweil dem Flash von Earth-3, Jay Garrick (John Wesley Shipp), einen Besuch ab, der nebenbei noch den optisch sehr gelungenen Trickster (Mark Hamill) eintĂŒtet und sich gleich mit auf den Weg zu Barrys Erde macht, um ein paar wichtige Infos zu geben. So erfahren wir, dass Savitar wohl der erste Speedster ĂŒberhaupt war und zu einem Gott aufstieg und dass Jay zwar von ihm gehört, ihn jedoch nie gesehen hat.

Es kommt zu einer kleinen Reiberei mit Alchemy und Savitar, im Zuge derer Barry vor allem den ihm noch unbekannten MaskentrĂ€ger dingfest machen kann und dessen GeheimidentitĂ€t offenbart. Mag Julians komplettes Abblocken sĂ€mtlicher VorwĂŒrfe zunĂ€chst noch wie der verzweifelte Versuch wirken, seine Unschuld zu beweisen, so zeigt sich anschließend aber, dass er wirklich nichts von seinem bösen Alter Ego weiß. Stattdessen verschwindet sein eigenes Bewusstsein in bester Jekyll-and-Hyde-Manier und macht Platz fĂŒr Alchemy.

Doch damit nicht genug. Es stellt sich nĂ€mlich auch heraus, dass es eigentlich gar keinen Alchemy gibt, sondern dieser stattdessen eine von Savitar gelenkte Marionette darstellt. Letzterer hat anscheinend die FĂ€higkeit, verschiedene Formen anzunehmen. Er gebraucht diese Kraft unter anderem, um Cisco (Carlos Valdes) mit seinem verstorbenen Bruder Dante (Nicholas Gonzalez) zu „vereinen“, nutzt jedoch diesen Wunschgedanken, um damit - ebenfalls in bester Harry-Potter-Manier - den Stein der Weisen zu öffnen.

Szenenfoto aus „The Flash“
Szenenfoto aus „The Flash“ - © The CW

Kommunikation ist Kapitulation

Mit diesen neuen Erkenntnissen setzt Team Flash nun alles daran, das gefĂ€hrliche Relikt zu beseitigen und kommt dabei auf die Idee, es am besten in der sagenumwobenen und sĂ€mtlichen Plot-LĂŒcken dienenden Speed-Force zu versenken. Doch nachdem diese Mission glĂŒckt, landet Barry das erste Mal nicht in der Vergangenheit, sondern fĂŒnf Monate in der Zukunft und wird dabei Zeuge, wie Savitar nicht nur weiterhin lebt, sondern auch noch Iris das Leben nimmt.

ZurĂŒck in der Gegenwart diskutiert er mit Jay die möglichen Konsequenzen dieses Besuchs. Er entscheidet sich dann dafĂŒr, auf diese potentielle Zukunft - die ebenfalls durch Andeutungen wie einen Toten und einen VerrĂ€ter innerhalb des Teams bereichert wird - nicht weiter einzugehen, sondern stattdessen in bester „Carpe-Diem“-Manier die familiĂ€ren Festlichkeiten zu genießen. Und wieder einmal kann ich nicht anders, als mich zu fragen, warum eigentlich niemand in The Flash einmal seiner Intuition folgt und gewisse Informationen teilt.

Stattdessen behĂ€lt Barry wieder sĂ€mtliche Informationen fĂŒr sich, sodass wir sicherlich nach der Winterpause dabei zusehen dĂŒrfen, wie sich diese Entscheidung als Fehler entpuppt, jedoch einen Konflikt ĂŒber mehrere Folgen aufbaut, der wesentlich schneller hĂ€tte gelöst werden können. Es tut mir leid, aber die unnötigen GeheimniskrĂ€mereien, aus denen niemand bei The Flash lernen darf, gehören zu einer der grĂ¶ĂŸten narrativen Schwachstellen der Serie.

Some traditions are multiversal.

Zum Ende der Episode geht es zurĂŒck ins Eggnog-ĂŒberzogene FamilienglĂŒck des Weihnachtsfestes, zu dem nicht nur das frischste Team-Mitglied Julian von Caitlin (Danielle Panabaker) eingeladen wird, sondern auch Joes (Jesse L. Martin) neue Flamme Cecile (Danielle Nicolet). Das Geschenke-Highlight, das sicherlich auch der Episode ihren Titel gibt, ist jedoch das „Kid-Flash“-KostĂŒm fĂŒr Wally (Keiynan Lonsdale), mit dem dieser nun offiziell als Speedster mit gegen die Schurken rennen darf. Doch irgendwie kommt mir dieser Schritt ganz schön hastig vor, wenn man davon ausgeht, dass sich vor allem Joe und Iris in der gleichen Folge noch stark gegen Wally als Kid Flash ausgesprochen haben.

Das zweite titelgebende Geschenk stellt zuletzt jedoch noch das Haus dar, mit dem Barry Iris ĂŒberrascht. Soll dieses sicherlich auch ihr BeziehungsglĂŒck und Barrys Fokussierung auf die Gegenwart verdeutlichen, so fĂ€llt fĂŒr mich leider auch diese Szene in die Kategorie der von Barry verdrĂ€ngten, dystopischen Zukunftsperspektive. Dennoch kann auch ich mich der besonderen HerdenwĂ€rme nicht entziehen, die am Ende der Episode ausgestrahlt wird - und ich erfreue mich natĂŒrlich auch am Ă€ußerst vorhersehbaren Killer-Frost-Schnee.

Szenenfoto aus „The Flash“
Szenenfoto aus „The Flash“ - © The CW

Fazit

In dem Mid-Season-Finale der 3,The Flash,dritten Staffel von The Flash werden einmal wieder alle Register gezogen, um den Zuschauer voller Erwartung und Spannung in die Feiertage zu entlassen, wenngleich auch der familiĂ€re Zusammenhalt erneut ein zentrales Element darstellt. WĂ€hrend dabei vor allem das Zusammenspiel von Schließen alter und Aufzeigen neuer RĂ€tsellĂŒcken funktioniert, so sind es dennoch erneut alte SchwĂ€chen, die zum Vorschein kommen.

Neben der etwas ĂŒberfĂŒllten Abarbeitung verschiedener Charaktere wie etwa Wallys Anerkennung als Speedster, der Kuss zwischen Joe und Cecile und der schnell noch eingestreute Gast-Auftritt Mark Hamills ist es jedoch vor allem die sich stĂ€ndig wiederholende GeheimiskrĂ€merei, die mir immer wieder negativ auffĂ€llt. Ja, Barry hat durch Flashpoint gelernt, etwas vorsichtiger zu sein, dennoch sollte man vielleicht einmal als erste Regel des Team Flashs festlegen, sich gegenseitig zu informieren...

Verfasser: Henning Harder am Mittwoch, 7. Dezember 2016

The Flash 3x09 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 9
(The Flash 3x09)
Deutscher Titel der Episode
Der Stein der Weisen
Titel der Episode im Original
The Present
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 6. Dezember 2016 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 11. Mai 2017
Regisseur
Rachel Talalay

Schauspieler in der Episode The Flash 3x09

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?