The Flash 2x05

The Flash 2x05

The Darkness and the Light bringt einen alten Bekannten zurück ins Spiel, der fortan Team Flash unterstützen wird. Oder verfolgt er doch seine eigenen Ziele? Die Episode von The Flash wirft einige Fragen auf und gestaltet sich nebenbei als eine sehr leichte Folge mit interessanten Details.

Cisco Ramon (Carlos Valdes) und Barry Allen (Grant Gustin) in „The Darkness and the Light“ / (c) The CW
Cisco Ramon (Carlos Valdes) und Barry Allen (Grant Gustin) in „The Darkness and the Light“ / (c) The CW

Mit der Ankunft von Harrison Wells (Tom Cavanagh) aus Earth-Two auf der Erde von Barry (Grant Gustin) und seinen Freunden in der letzten Episode (The Fury of Firestorm) setzte man in der Vorwoche einen spannenden Schlusspunkt, der zum Spekulieren einlud. Warum rettete Wells The Flash vor dem gefährlichen King Shark? Was treibt den zwielichtigen Wissenschaftler überhaupt an? Die Serienmacher versprachen im Vorfeld der neuesten Folge Antworten, die wir in The Darkness and the Light teilweise auch bekommen. Andererseits stellen sich uns nach der fünften Episode der zweiten Staffel von The Flash nicht weniger neue Fragen, wie es mit Barry, Wells und dem Kampf gegen Zoom weitergehen wird.

The Darkness and the Light“ dient indes vor allem dazu, weiter etwas Spannung zu generieren und uns langsam auf die Auseinandersetzung mit dem unheilvollen Speedster Zoom vorzubereiten. Einige Storyelemente gestalten sich dabei vielleicht etwas zu vorhersehbar. Doch im Großen und Ganzen gelingt dies gut, was unter anderem an der Rückkehr von Tom Cavanagh liegt, der sich von einer neuen Seite präsentieren darf.

Während der Metahuman-der-Woche-Aspekt dieses Mal insgesamt etwas besser gefällt, nehmen sich die Autoren auch etwas Zeit für die zwischenmenschliche Komponente der Serie. Hierbei präsentiert man uns eine Handvoll Charaktermomente, die ein Teil der Zuschauer eventuell als zu charmant, wenn nicht gar zu klamaukig empfinden könnte. Meiner Meinung nach dürfen sich die Serienmacher solche Nebenhandlungen wie zwischen Barry und Patty (Shantel VanSanten) jedoch gerne mal erlauben, vermögen die sympathischen Darstellerinnen und Darsteller es doch, solche Szenen zu tragen.

Smooth

Die Episode probiert sich so an einem Spagat zwischen düsterem foreshadowing und lockerleichten Nebengeschichten, in denen wir einige der Figuren bei der Bewältigung (beziehungsweise Wiedererweckung) ihrer Liebesleben beobachten. Der tonale Unterschied zwischen diesen beiden Aspekten der Folge ist ziemlich gewaltig. Doch die Wechsel zwischen den thematisch verschiedenartigen Handlungssträngen gehen auf und fühlen sich fließend an. Hauptgrund dafür dürften die Charaktere und ihre Schauspieler sein, denen man schlichtweg gerne bei ihrer Tätigkeit zusieht.

Nehmen wir das Date zwischen Barry und Polizistin Patty als Beispiel. Die Scharade, die Barry und Cisco (Carlos Valdes) sich aufgrund von Barrys kurzzeitiger Erblindung nach dem Aufeinandertreffen mit Schurkin Dr. Light ausgedacht haben, scheint zunächst unnötig kompliziert und wie ein reines comic relief-Element. Ich persönlich fühlte mich aber gut unterhalten, wie der junge Forensiker gehandicapt durch das Restaurant manövriert und dank Cisco zumindest ein paar Informationen bezüglich der furchtbar charmanten Patty erhält. Dass diese letzten Endes Barry durchschaut und beide einen wunderbaren Abend verbringen - inszenierter Klamauk hin oder her -, weckt ein zufriedenstellendes Gefühl in mir. Beide Charaktere stellen sich bisweilen wahnsinnig ungelenk an, was sie jedoch extrem sympathisch macht. Gustin und VanSanten wissen einfach, wie sie ihre Rollen spielen müssen, um uns eine sehr angenehme Dynamik zu präsentieren.

Shantel VanSanten und Grant Gustin in %26bdquo;The Darkness and the Light%26ldquo; © The CW
Shantel VanSanten und Grant Gustin in %26bdquo;The Darkness and the Light%26ldquo; © The CW

Watch and learn

Auch Cisco, der als Knopf im Ohr und als „Augen“ des geblendeten Barrys zunächst vor allem durch schnippische Kommentare auffällt, wird in gewisser Weise eingebunden. Letztlich merkt man ihm aber an, dass er Freude an dem Date von Barry und Patty hat, womöglich weil genau so etwas wie zwischen Barry und Patty gerade in seinem mitunter sehr verwirrenden Leben fehlt. Man darf nicht vergessen, dass es sich bei den Charakteren nach wie vor um menschliche Lebewesen handelt, die Dinge wie Zuneigung, Nähe und Wärme brauchen. Aus diesem Grund finde ich es absolut nachvollziehbar, den Figuren nun in dieser Richtung mal wieder etwas Raum zur Entfaltung zu geben.

Wie es schlussendlich zwischen Cisco und seiner neuen Bekanntschaft, einer gewissen Kendra Saunders (Ciara Renee), weitergehen wird, bleibt offen. Man gönnt dem Technikexperten nach den letzten belastenden Wochen aber einfach, dass es nicht wieder in einer Enttäuschung endet. Gleichzeitig wird recht geschickt der nächste Charakter für die Spin-off-Serie Legends of Tomorrow eingeführt, wird in dieser doch Kendra Saunders aka Hawkgirl (die bereits im Finale der ersten Staffel von „The Flash“ zu sehen war) eine Rolle übernehmen. Eventuell bekommen wir ja hier bereits einen kleinen Vorgeschmack auf ihre Figur.

Towards danger

Während mir die Nebengeschichten um Barry und Cisco gut gefallen, bin ich bei Caitlin nach wie vor etwas zwiegespalten. Auch diese hat natürlich ein Recht auf eine Beziehung, die ihr nach dem tragischen Verlust von Ronnie Halt geben könnte. Sie bandelt weiter mit Jay an, der selbst durch eine schwierige Phase geht, doch dazu gleich mehr. So richtig mag hier der Funke zwischen den beiden aber noch nicht überspringen - woran das genau liegt, kann ich aber nicht wirklich festmachen. Die kleine Anspielung auf einen guten Freund Jays, der in dem kleinen Örtchen Atlantis beheimatet ist, zaubert mir wiederum ein Lächeln ins Gesicht. Fakt ist aber leider, dass Danielle Panabaker und Teddy Sears ihren Kolleginnen und Kollegen derzeit etwas hinterherlaufen.

Der Charakter von Teddy Sears bekommt in The Darkness and the Light ohnehin ganz schön sein Fett weg, was vor allem mit dem Auftritt von Harrison Wells aus Earth-Two zusammenhängt. Dass der gute Jay eine Woche lang ausgesetzt hat, wird zunächst getrost unter den Tisch fallengelassen. Der eigentliche Konflikt mit Wells hat es dann in sich und zur Folge, dass sich Jay wieder aus dem Team Flash verabschiedet, kann er sich doch nicht mit den aggressiven Plänen von Wells anfreunden.

Do your job

Die Folge stellt den „Konflikt der Mentoren“ prominent in den Mittelpunkt (der Episodentitel „The Darkness and the Light“ ist nicht nur in dieser Hinsicht vielsagend), was einige hochinteressante Szenen nach sich zieht. Wells und Garrick waren sich bereits in Earth-Two nicht besonders grün, wie wir zu Beginn der Episode erfahren. Während Wells als gefeierter Wissenschaftler Unternehmer Jay öffentlich in die Pflicht nahm, argumentierte dieser, dass Wells sich erst an die eigene Nase fassen sollte, war er doch für das Unglück verantwortlich, das neben unzähligen Metahumans auch Zoom erschuf.

Wells wiederum beschimpfte den Flash als Feigling und bleibt auch auf Earth-One dabei, dass Jay sein Universum im Kampf gegen Zoom im Stich gelassen hat. Wo Jay aus großer Angst Vorsicht walten lässt und Barry ausgiebig vorbereiten will, ist Wells viel bestimmter und sicher, dass Barry bereits jetzt ein schnellerer, stärkerer sowie besserer Flash ist, als es Jay jemals war. Es kollidieren nicht nur zwei Charaktere, sondern auch zwei Welten miteinander, wobei Jay deutlich den Kürzeren zieht. Der Wells aus Earth-Two ist eine ganz andere Persönlichkeit als der Wells beziehungsweise Eobard Thawne, der Barry und seine Freunde für lange Zeit hinters Licht geführt hatte.

Ciara Renee in %26bdquo;The Darkness and the Light%26ldquo; © The CW
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Under influence

Darsteller Tom Cavanagh geht dabei auch in dieser neuen Rolle großartig auf. Er gibt seiner Figur nicht nur eine Selbstsicherheit, die mehrfach in pure Arroganz umschwingt, sondern auch eine überzeugende Bestimmtheit, der Jay nicht viel entgegensetzen kann. Zusätzlich bemerkt man auch die Parallelen zu dem Wells, der in Staffel eins so viel Schaden angerichtet hatte. Zum Beispiel die extrem manipulative Ader, die sich in vielen Aktionen zeigt. Seine Antwort auf die Frage, warum er Barry helfen will (nur, um Zoom zu stellen), hinterfragt man als Zuschauer sofort. Denn dieser Wells macht ebenfalls einen extrem nebulösen ersten Eindruck.

Es entspinnt sich so eine hochspannende Situation, die den Mitgliedern von Team Flash nahegeht, allen voran Barry selbst. Er soll nun der Person vertrauen, die genau so aussieht wie der Mann, der unter anderem seine Mutter umgebracht hat? Natürlich handelt es sich um zwei ganz verschiedene Personen, auf der einen Seite Eobard Thawne im Körper von Harrison Wells, auf der anderen Harrison Wells aus Earth-Two, doch es ist für mich sehr verständlich, wie schwierig es für alle Beteiligten sein muss, nach den vergangenen Vorkommnissen wieder gemeinsame Sache mit Harrison Wells machen zu müssen. Joes (Jesse L. Martin) Reaktion (mehrere Schüsse auf Wells) ist dabei wohl am extremsten. Wer mag es ihm verübeln?

Plague

Wells proaktive Einstellung in Sachen Zoom setzt sich schließlich gegen Jays zurückhaltende Vorgehensweise durch, auch weil letztere Barry unnötig in Gefahr bringt, als dieser sich um den Metahuman Dr. Light kümmert, eine weitere Abgesandte von Zoom. Hier wagt man sich erstmals an die Doppelgängerthematik, wenn es um neue Widersacher von Barry geht, deren Earth-One-Versionen dieser nur zu gut kennt. Ein interessanter Kniff, der mir persönlich gut gefällt. So erkennt manch einer bereits beim ersten kurzen Auftritt von Dr. Light, die das Licht und die Energie der Sterne als Waffe nutzen kann, dass sich unter dem Helm Linda Park (Malese Jow) verbirgt, die Exfreundin von Barry und derzeitige Arbeitskollegin von Iris (Candice Patton) - die, nebenbei bemerkt, ganz nach ihrem Vater kommt.

Die Idee, Zoom Doppelgänger von Barrys Nächsten entsenden zu lassen, um ihn aus dem Konzept zu bringen, ist spannend. Andererseits läuft dieser Handlungsstrang nicht immer ganz rund ab. Warum sollte Zoom zum Beispiel Dr. Light auf Barry ansetzen, wenn diese eigentlich nur eine Diebin und keine Auftragskillerin ist? Könnte sie sich tatsächlich so einfach vor dem finsteren Speedster verstecken, wenn sie ihren Doppelgänger auf Earth-One beseitigen und deren Platz einnehmen würde?

Wirklich befriedigende Antworten auf Fragen wie diese fallen mir nicht ein, dafür überzeugt aber der Kampf zwischen The Flash und der Antagonistin, bei dem Barry die Technik der speed mirage einsetzt, worauf ihn Wells bringt. Aber halt, woher kennt der diese Fähigkeit? Nicht nur Cisco guckt etwas stutzig drein, während wir uns daran erinnern, dass Eobard Thawne im Körper von Harrison Wells diese Technik in Staffel eins von The Flash einsetzte. Weiß Wells, dass ein Speedster eine speed mirage mit ausreichend Geschwindigkeit (die Jay nie erreichte) erzeugen kann?

Vibes

Wells macht sich dadurch etwas verdächtig. Doch zuvor ist er noch verantwortlich dafür, dass Ciscos geheime Metahumankräfte vor dessen Freunden enthüllt werden. Wells' Erfindung eines Metahumandetektors, mit dem er die übernatürlichen Individuen aufspüren kann, mutet dabei ein wenig verwerflich an. Ich verstehe, dass man so Metahumans, die nichts Gutes im Schilde führen, früher entgegenwirken kann. Auf der anderen Seite ist nach einer solchen Erfindung die Katalogisierung von andersartigen Lebewesen nicht mehr weit entfernt, wie man zum Beispiel im Marvel-Universum (Stichwort Inhumans oder X-Men) sehen kann. Cisco (aka Vibe) nimmt seine neuen Kräfte jetzt zumindest wahr, wobei nach wie vor nicht geklärt ist, wie die Visionen ausgelöst werden. Eventuell durch die Freisetzung bestimmter Emotionen? Hier besteht definitiv noch Klärungsbedarf.

Teddy Sears in %26bdquo;The Darkness and the Light%26ldquo; © The CW
Teddy Sears in %26bdquo;The Darkness and the Light%26ldquo; © The CW

Blindspot

Am Ende streicht Jay die Segel und der neue Wells hat seinen Platz im Team Flash sicher, was wiederum vielleicht etwas zu voreilig von Barry und Co ist. Ja, Jays Methoden waren nicht von Erfolg gekrönt und seine Figur wird regelrecht entmystifiziert, was sein ehemaliges Dasein als The Flash von Earth-Two betrifft. Sein wir mal ehrlich: Die Autoren machen ihn zu einem pessimistischen Hasenfuß, der auf ganzer Linie gegen Wells abstinkt. Aber Jays mahnende Worte sollten dennoch Gehör finden. Denn auch wenn Wells nicht der Wells ist, der Barry und dem Team einst so zusetzte - der Wissenschaftler aus Earth-Two hat nicht weniger Geheimnisse als sein Doppelgänger, was sich in den letzten Zügen der Episode noch einmal sehr deutlich zeigt.

Wie wir nämlich erfahren, hat Zoom die Tochter von Wells entführt und besitzt somit ein Druckmittel ihm gegenüber. Deshalb schleust sich Wells wohl nun in den inneren Kreis von Barry ein, um letzten Endes doch Zooms Ziel, The Flash um die Ecke zu bringen, zu verwirklichen. Der Zuschauer ist mal wieder etwas schlauer als die Protagonisten und erahnt bereits, dass Jay mit großer Wahrscheinlichkeit in naher Zukunft zurückkehren wird, um Team Flash aus der Bredouille zu helfen.

Was mich wiederum etwas stört, ist, dass man Wells' Motivation bereits jetzt schon enthüllt hat. Wäre es der Spannung halber nicht vielleicht sinnvoller gewesen, noch nicht zu verraten, welche Absichten der Harrison Wells aus Earth-Two wirklich verfolgt? Andererseits können die Macher jetzt mit diesem Element spielen, dass der Zuschauer eingeweiht ist. Und vielleicht offenbart sich ja noch ein ganz anderes Motiv von Wells, da dieser sich ja vor der Entführung seiner Tochter eindeutig gegen das personifizierte Übel Zoom ausgesprochen hatte. Wir werden es sehen.

Fazit

The Darkness and the Light bietet uns zwei sehr verschiedene Seiten der Superheldenserie an und schlägt sich dabei sehr ordentlich. Die ganz großen Momente bleiben zwar aus, die allgemeine Spannung wird aber dennoch hochgehalten. Nicht alle Aspekte der Episode können vollends überzeugen, ein paar Entwicklungen sind recht vorhersehbar und manche Entscheidungen der Autoren hätten vielleicht anders gestaltet werden können.

Insgesamt schafft man aber eine kurzweilige Episode, die sich aufgrund vieler charmanter kleinerer Szenen, den Charakteren sowie den Darstellern und Darstellerinnen eine gute Wertung verdient. Vor allem Tom Cavanagh kann man hier herausheben, aber auch ein Grant Gustin, Carlos Valdes und die unheimlich sympathische Shantel VanSanten sollten nicht unerwähnt bleiben. Jay-Garrick-Fans müssen derweil stark sein, wird der Ur-Flash doch ordentlich untergebuttert. Doch Helden kehren ja bekanntermaßen immer dann zurück, wenn sie am dringendsten gebraucht werden...

Trailer zur „The Flash“-Episode 2x06 „Enter Zoom“:

Verfasser: Felix Böhme am Mittwoch, 4. November 2015

The Flash 2x05 Trailer

Episode
Staffel 2, Episode 5
(The Flash 2x05)
Deutscher Titel der Episode
Licht in der Dunkelheit
Titel der Episode im Original
The Darkness and the Light
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 3. November 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 7. April 2016
Autoren
Ben Sokolowski, Grainne Godfree
Regisseur
Steve Shill

Schauspieler in der Episode The Flash 2x05

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