The Flash 1x14

The Flash 1x14

Fallout bringt die in der Vorwoche begonnene Geschichte um Firestorm zu einem starken vorzeitigen Ende. Die Episode glänzt dabei mal wieder durch turbulente Actionsequenzen, dramatische und amüsante Zwischentöne sowie durch ein Ende, das eine zentrale Frage klärt und verheißungsvoll stimmt.

Die beiden „Bestandteile“ von Firestorm: Ronnie (Robbie Amell) und Martin Stein (Victor Garber) in „Fallout“ / (c) The CW
Die beiden „Bestandteile“ von Firestorm: Ronnie (Robbie Amell) und Martin Stein (Victor Garber) in „Fallout“ / (c) The CW

Nach der sehr überzeugenden Episode The Nuclear Man aus der letzten Woche wird die Handlung um Ronnie Raymond (Robbie Amell) und Prof. Martin Stein (Victor Garber) in Fallout konsequent weitergeführt. Dabei ist der Episodetitel durchaus Programm, denn unsere Figuren müssen sich den Konsequenzen der neuesten Entwicklungen stellen und sich auf das vorbereiten, was ihnen in naher Zukunft noch alles blühen könnte. Recht gekonnt lassen die Macher verschiedene Handlugsstränge parallel zueinander verlaufen, ohne jedoch den Blick auf das Wesentliche zu verlieren.

Den Kern der Folge stellt unzweifelhaft das „Firestorm“-Thema dar, jedoch erfüllen auch die Nebengeschichten in „Fallout“ ihren Zweck und bereichern somit das Gesamtbild.

Zu Beginn der Episode scheint es noch so, als würden die Autoren das Tempo ein wenig herunterfahren wollen. Viele leichte und amüsante Szenen wechseln sich mit gefühlvollen Momentaufnahmen ab. Letzten Endes nimmt „Fallout“ dann doch noch gehörig an Fahrt auf und kann uns neben sehenswerten Effekten ein spannendes Finale sowie eine hochinteressante Endsequenz bieten, die eines der zentralen Mysterien des Formats unmissverständlich auflöst. Gleichzeitig spannt man uns dann noch weiter unangenehm auf die Folter, wird doch abermals der baldige Auftritt eines der ikonischsten Flash-Antagonisten aus den Comics angedeutet.

Coming home

Wie bereits erwähnt, gestaltet sich der Anfang von „Fallout“ eher ruhig und besonnen. Wobei, der direkte Einstieg in die Episode könnte gewaltiger nicht sein, setzen wir doch genau an der Stelle an, wo wir letzte Woche aufgehört hatten. Barry (Grant Gustin) flitzt nämlich mit Caitlin (Danielle Panabaker) in seinen Armen von der gigantischen Explosion weg, die durch die versuchte Trennung von Ronnie und Stein entsteht. Visuell leistet man hier ganze Arbeit, auch für die Auswahl der Kulisse, die einem verlassenen Steinbruch ähnelt, habe ich erneut nur lobende Worte. Aufnahmen wie diese stellen eine willkommene Abwechslung zu der eher städtischen Szenerie dar, die wir zumeist in „The Flash“ zu sehen bekommen.

Entgegen der Annahme von Team Flash, dass Ronnie und Stein bei der Detonation ums Leben gekommen sind, war die Auflösung deren Bundes ein voller Erfolg. Nicht einmal radioaktive Strahlung ist zu messen, beide sind zwar ein wenig ramponiert, jedoch wohlauf. Caitlin ist natürlich überglücklich und auch wenn einige der Szenen zwischen ihr und ihrem Verlobten gelegentlich an der Grenze zum Soapgenre kratzen (ein gängiges Problem, unter anderem auch bei Arrow), nimmt man den beiden ihre innige Beziehung ab. Dies liegt mitunter an den Darstellern, aber auch an der guten Vorarbeit der Serienmacher, die uns zuvor ein glaubhaftes Beziehungsbild konstruiert hatten. Auch Stein fällt wenig später in die Arme seiner Frau, die ihre Freudentränen ebenfalls nicht zurückhalten kann.

Wieder vereint: Caitlin (Danielle Panabaker) und Ronnie (Robbie Amell) in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW
Wieder vereint: Caitlin (Danielle Panabaker) und Ronnie (Robbie Amell) in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW

Fresh start

Szenen wie diese sind eher leichte Kost, jedoch können die einzelnen Charaktermomente solcher Art schon ein wenig ans Herz gehen. Darüber hinaus bekommt man neben viel Herz auch ein paar ordentliche Lacher geboten, welche zum Großteil von Technikaficionado Cisco (Carlos Valdes) ausgehen. Der junge Wissenschaftler hat so einige Glanzmomente, in denen die Komik des Formats zum Tragen kommt und man von dem oftmals sehr charmanten Witz der Serie ein Lächeln auf die Lippen gezaubert bekommt.

So löst man zum Beispiel die Erklärung von Zeitreisen und die Probleme, die solche in sich birgen, wunderbar spielerisch, indem Cisco das Thema dem unwissenden Joe (Jesse L. Martin) - Platzhalter für die Zuschauer, die wohl ähnlich wie der erfahrene Polizist bei den wissenschaftlichen Ausführungen von Wells ein wenig auf dem Schlauch stehen - über ein paar bekannte Filme ein wenig näherbringt. „Terminator“, „Zurück in die Zukunft“, so leicht verständlich kann popular science gemacht werden.

Just another tuesday

Neben all diesen kulturellen Referenzen (selbst auf Game of Thrones wird angespielt), die nicht nur einen sehr auflockernden Effekt haben, sondern auch zeigen, dass sich die Serie nah am Puls der Zeit bewegt, vollziehen wir in Fallout zusätzlich auch ein paar entscheidende dramaturgische Schritte nach vorne. Einen von diesen umfasst das bereits erwähnte Thema Zeitreisen, welches nun endlich offen von allen Beteiligten diskutiert wird. Im Gespräch mit Experte Stein erfährt Barry nämlich, dass die Reise zurück in die Vergangenheit oder eben in die Zukunft durchaus möglich ist, insbesondere für ihn, da seine Fähigkeiten es ihm möglich machen könnten, das Raum-Zeit-Kontinuum zu durchbrechen.

Somit wäre auch Barrys Anwesendheit während des Mords an seiner Mutter vor mehr als 15 Jahren erklärt. Joe weiht seine Ziehsohn in die neuesten Erkenntnisse von Cisco und ihm ein. Es geht darum, dass Barry als Erwachsener während des tragischen Vorfalls um seine Mutter vor Ort gewesen ist und sich anscheinend als Flash dem gelben Speedster entgegenstellte, um seine Mutter zu retten. Jedoch scheint Barry versagt zu haben, da sie letztendlich doch ums Leben kam.

Dies wiegt natürlich schwer auf Barrys Gewissen, der sich letztendlich aber zum Ziel setzt, die Vergangenheit vergessen zu machen, die Konfrontation mit dem „Reverse-Flash“ zu suchen und den Tod seiner Mutter zu verhindern. Diese Aussicht scheint eine starke Motivation für ihn zu sein, da er siegessicher einem eher nachdenklichen Joe von seinem neuen Plan berichtet. Dass Barrys Eingreifen in den Lauf der Zeit ungeahnte Konsequenzen haben könnte, scheint ihm noch nicht weiter bewusst. Dem nuancenreichen Spiel von Jesse L. Martin zufolge macht Joe da schon einen viel vorsichtigeren Eindruck. Gustin und Martin beweisen darüber hinaus hier erneut, wie gut sie als Duo funktionieren.

Barry (Grant Gustin) aka The Flash in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW
Barry (Grant Gustin) aka The Flash in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW

No normal life

Dieser Teil der Handlung dient vor allem dem weiteren Verlauf der Staffel und sorgt dafür, dass die Spannung hinsichtlich der übergeordneten Handlung des Formats nicht allzu sehr abflacht. Mit dem neuen Handlungsstrang von Iris (Candice Patton) zielt man auf einen ähnlichen Effekt ab, was im Großen und Ganzen auch gelingt. Diese wird nun von ihrem Arbeitskollegen Mason Bridge (Roger Howarth) dafür rekrutiert, sich die geheimnisvollen S.T.A.R. Labs mal ein wenig genauer anzuschauen. Iris ist anfangs noch eher skeptisch, jedoch bringen sie ihre Nachforschungen bezüglich „Firestorm“ auf eine spannende Fährte.

Auch wenn diese Art der Nebengeschichte eher klassischer Natur ist: Iris bekommt durch ihre neue Aufgabe eine bessere Daseinberechtigung (nicht abwertend gemeint) anstatt, dass sie sich zum Beispiel in einem einfachen Liebesdreieck zwischen ihr, Barry und Linda Park (Malese Jow) wiederfindet.

Dass nun langsam wirklich jeder weiß, dass Barry der Flash ist und nur noch Iris im Ungewissen herumtappt, mutet schon ein wenig seltsam an. Die Idee der Autoren dahinter ist recht deutlich erkennbar, eine dramatische Enthüllung wird früher oder später unvermeidbar sein. Da sie durch ihre Tätigkeit als investigative Reporterin jedoch noch so einige dunkle Geheimnisse um Wells und die S.T.A.R. Labs ans Tageslicht befördern könnte, gefällt sie mir in dieser Funktion jedoch besser als zuvor, als sie eine Art on-off love interest für Barry darstellte.

Side effects

Am interessantesten gestaltet sich in Fallout jedoch, wie bereits erwähnt, die Haupthandlung, in der wir uns erneut „Firestorm“ widmen. Nach der Trennung von Ronnie und Stein sind diese natürlich heilfroh, wieder Herr über ihre eigenen Sinne beziehungsweise Körper zu sein. Es entspinnt sich gar eine interessante Debatte zwischen diesen beiden Charakteren, die deren Dilemma, in einem Körper gefangen und miteinander verschmolzen gewesen zu sein, gut illustriert. Jedoch stellen sie auch bald schon fest, dass ihre unfreiwillige Vereinigung ungeahnte Folgen hat und zusätzlich eine neue Gefahr heraufbeschwört.

Stings, doesn't it?

Diese hört auf den Namen Eiling (Clancy Brown), der finstere General in Diensten der US-Army, welcher sich die „Firestorm“-Formel zu eigen machen will, um die feurigen Superkräfte zu mächtigen Waffen in der modernen Kriegsführung zu machen und Supersoldaten heranzuzüchten. Bisweilen schwingt in den Ausführungen Eilings der pure Größenwahn mit, der sich stets Feindbilder gesucht hat, die seiner geliebten Heimatnation Schaden zufügen hätten können. Ein wenig versteckte Militärkritik lassen sich die Autoren hier nicht durch die Lappen gehen, was auch durchaus angebracht ist.

Eiling stellt sich letztendlich als extrem gefährlich heraus, selbst für den blitzschnellen Flash. Nicht nur, dass er dessen wahre Identität kennt, diverse Gadgets stellen sowohl Barry als auch „Firestorm“ vor harte und vor allem schmerzvolle Herausforderungen. Clancy Brown merkt man dabei durchaus an, dass er Gefallen an seiner kompromisslosen Figur hat.

Um an die Informationen zu gelangen, die er für seine Supersoldaten benötigt, foltet er gar kaltblütig den gefangen genommenen Stein, der glücklicherweise rechtzeitig von Barry gerettet werden kann. Dank der nach wie vor starken Verbindung zwischen Stein und Ronnie ist dies erst möglich. Um jedoch Eiling wirklich Einhalt zu gebieten, müssen sie sich erneut miteinander verbinden. Dieses Mal jedoch nicht widerwillig, sondern auf Grundlage beidseitiger Akzeptanz.

Second chances

Die Konsequenz könnte jedoch sein, dass beide sich danach nie wieder voneinander trennen könnten. Diese Sorge stellt sich zur Erleichterung Caitlins (und sicherlich auch vonseiten Steins Ehefrau) als unbegründet heraus. Gemeinsam fackeln sie im wahrsten Sinne des Wortes ein Feuerwerk ab. Das Effektteam darf sich austoben und so bekommen wir ein paar sehr ansehnliche Actionszenen mit „Firestorm“ und Flash zu sehen. Die Umsetzung mit Stein als innere, rationale Stimme und Ronnie als impulsiver, aber unerschrockener Vollstrecker der gemeinsamen Gedanken ist ebenfalls sehr gut gelungen.

Schlussendlich müssen wir uns dann aber schon wieder von „Firestorm“ verabschieden, was ein wenig schade, in gewisser Weise aber auch verständlich ist. Gerade Ronnie gab im Gespräch mit Caitlin zuvor schon zu verstehen, dass ein wenig Abstand vielleicht ganz gut wäre, da die letzten Monate für ihn äußerst turbulent gewesen sind. Künstliches Drama bleibt uns hier jedoch erspart, was ich von dem umsichtigen Autorenteam jedoch auch nicht erwartet hatte. Denn Caitlin zeigt Verständnis für ihre große Liebe und erfreut sich schlichtweg an dem Gedanken, dass er doch noch am Leben ist.

Mit der Hilfe von einem guten Freund Steins ist vielleicht sogar eine Lösung von deren Problem möglich. Der „Firestorm“-Handlungsbogen wird somit sehr zufriendenstellend zu einem Abschluss gebracht, so genretypisch man hier auch vorgeht. Die Tür für die bekannte DC-Figur bleibt offen, weitere Auftritte des sehr soliden Robbie Amell und Victor Garber, dessen Erfahrenheit als Darsteller sich oft auf seine Figur überträgt, sind mehr als wahrscheinlich.

Clancy Brown als General Wade Eiling in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW
Clancy Brown als General Wade Eiling in %26bdquo;Fallout%26ldquo; © The CW

An old friend

Die eigentliche Bombe lassen die Macher jedoch - wie so oft - am Ende ihrer Episode platzen. Bis dahin gefiel mir „Fallout“ als sehr ordentliche Folge, der eventuell noch das gewisse Etwas abhandenging, trotz der bereits aufgezählten Pluspunkte. Die letzten Minuten der Episode sorgen jedoch für diesen besonderen Moment, der vorher noch nicht aufzufinden war. So enthüllt man nämlich ein für alle Mal Harrison Wells (Tom Cavanagh) (der zuvor noch Eiling zuarbeitete und gegenüber seinen Mitstreitern den Unschuldigen mimte) als „Reverse-Flash“. Natürlich, die Hinweise zuvor waren klar und deutlich - Wells jedoch definitiv im gelben Anzug zu sehen, verleiht den mehr oder minder offensichtlichen Andeutungen gleich noch etwas mehr Gewicht.

Wie er jedoch genau in den Mordfall um Barrys Mutter sowie den komplizierten Aspekt des Themas Zeitreisen passt, ist nach wie vor offen. Ähnlich offen bleibt die Frage, wie sich der erste Auftritt von Grodd darstellen wird. Eiling, der nun anscheinend einen Schritt zu weit gegangen ist und so Wells' Zorn auf sich gezogen hat, wird dem hochintelligenten Gorilla hier nämlich von Wells auf dem Silbertablett präsentiert. Der gewaltige Silberrücken wird sicher nicht vergessen haben, was Eiling ihm einst angetan hat...

Fazit

Der Schlusspunkt von Fallout ist von den Machern erneut perfekt gesetzt und macht das Warten auf die nächste Folge (aufgrund der Sweeps erst wieder am 17. März) nur noch schwerer. Wells hat nach wie vor einen sehr guten Stand bei Barry und Co, die endgültige Bestätigung, dass er der „Reverse-Flash“ ist, treibt die Spannung ob der weiteren Entwicklungen der ersten Staffel von The Flash weiter in die Höhe.

Der „Firestorm“-Handlungsbogen stellt ingesamt ein abwechslungsreiches Zwischenkapitel des Formats dar. Selbst wenn sich hier und da ein paar kleinere Kritikpunkte finden lassen können, technisch und inhaltlich macht der The CW-Serienneustart weiterhin eine ganze Menge Laune. Der Unterhaltungswert passt einfach und somit bleibt oftmals am Ende der Episode nicht besonders viel zu wünschen übrig.

Trailer zur „The Flash“-Episode „Out of Time“:

Verfasser: Felix Böhme am Mittwoch, 18. Februar 2015

The Flash 1x14 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 14
(The Flash 1x14)
Titel der Episode im Original
Fallout
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 17. Februar 2015 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 25. Juni 2015
Autoren
Keto Shimizu, Ben Sokolowski
Regisseur
Stephen Surjik

Schauspieler in der Episode The Flash 1x14

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