The Flash 1x07

The Flash 1x07

Barry aka The Flash bekommt es in Power Outage mit einem schwerwiegenden Problem zu tun, das auch bei Wells für zahlreiche Sorgenfalten sorgt. Erwähnenswert ist diese Woche aber vor allem der erfrischende Aufbau der Episode, die uns gleich zwei interessante Bösewichte präsentiert.

Barry aka The Flash (Grant Gustin) tritt Farooq aka Blackout (Michael Reventar) entgegen. / (c) The CW
Barry aka The Flash (Grant Gustin) tritt Farooq aka Blackout (Michael Reventar) entgegen. / (c) The CW

Noch bevor es zum großen Crossoverevent zwischen den beiden The CW-Formaten The Flash und Arrow in der nächsten Woche kommt, dürfen wir uns als Zuschauer noch über eine sehr gelungene Einzelepisode über den schnellsten Mann der Welt freuen. Sie treibt die kontinuierliche Entwicklung unserer Hauptfigur voran und wirft einige spannende Fragen hinsichtlich der Absichten von Wells auf.

Dabei folgt man wie so oft bisher der klassischen „Villain of the Week“-Struktur, jedoch beehren uns diese Woche gleich zwei Schurken, was sich aus Sicht der Autoren als ein gewagtes Unterfangen herausstellt, jedoch letztendlich sehr gut aufgeht. So kommt es immer wieder zu interessanten Überschneidungen dieser beiden Handlungsbögen, die parallel zueinander verlaufen und Barry in seiner Charakterzeichnung neue Aspekte geben.

Ordinary problems

Am interessantesten ist dabei wohl, wie sehr sich Barry (Grant Gustin) nun schon mehr als zehn Monate nach seinem fatalen Unfall und den damit einhergehenden neuen Fähigkeiten an diese gewöhnt hat und sie um keinen Preis mehr missen möchte. Wie uns gewohnt spielerisch anhand einer Art Logbucheintrag von Wells (Tom Cavanagh) gezeigt wird, hat Barry seine einzigartigen Kräfte nun immer besser im Griff. Er meistert seinen Alltag problemlos und lässt sich auch immer wieder zu kleineren Heldentaten hinreißen, da eine hilfsbereite und heroische Ader nun einmal durch Barrys Körper fließt.

Umso heftiger trifft den jungen Forensiker dann die neueste Entwicklung in Power Outage, als er nach dem Aufeinandertreffen mit einem weiteren metahuman seine Kräfte verliert und in vielen Situationen einfach nur noch machtlos ist. Barrys (und Wells') Ziel ist es natürlich, seine Fähigkeiten zurückzugewinnen, was alles andere als einfach ist. Gleichzeitig muss er erneut reflektieren, was seine Kräfte für eine Verantwortung mit sich bringen und wie er mit diesem Machtverlust richtig umzugehen hat, während die Menschen, die ihm nahestehen, sich in Gefahr befinden. Eine spannende Prämisse, die eine neue Seite des Formats offenbart und Spannung generiert.

Dabei muss sich Barry zuallererst aber auch klar darüber werden, dass er seine Talente nicht nur für Heldentaten nutzen sollte. Er muss ebenso Hand in Hand mit Wells arbeiten, um die Veränderungen in seinem Körper zu erforschen und damit vielleicht anderen Menschen, die unter schweren Krankheiten leiden, zu helfen. Dafür muss er seine Grenzen austesten und sich weiterentwickeln. Erst die schlussendliche Wiedererlangung seiner Kräfte führt Barry vor Augen, wie gewaltig diese sind und dass er sie nicht nur aus Spaß und aus einer persönlichen Agenda heraus für sich benutzen sollte.

Michael Reventar als der gefährliche Farooq in %26bdquo;Power Outage%26ldquo; © The CW
Michael Reventar als der gefährliche Farooq in %26bdquo;Power Outage%26ldquo; © The CW

Power vampire

Der Stein des Anstoßes für diesen sehr wichtigen Schritt in der Charakterentwicklung von Barry stellt, wie bereits erwähnt, ein weiterer metahuman namens Farooq (Michael Reventar) dar. Dieser erlebte das Unglück um die Teilchenbeschleunigung live mit und erhielt infolgedessen die Fähigkeit, seiner Umgebung oder auch Menschen die Energie zu entziehen. Diese benötigt er wiederum, um selbst nicht das Zeitliche zu segnen. Da er im Zuge dieser Veränderung seines Körpers zwei sehr gute Freunde verlor, projeziert er nun seine Trauer und die damit verbundene Wut auf Wells, den er für die folgenschwere Explosion des Teilchenbeschleunigers verantwortlich macht.

So entzieht Farooq Barry bei ihrem ersten Aufeinandertreffen in einem Umspannwerk die Kräfte und steigt minütlich zu einer immer größeren Gefahr auf. Hier gefällt mir die Darbietung von Gastdarsteller Reventar: Die Art und Weise, wie er seinen Schmerz und senen Zorn rüberbringt, ist authentisch und kraftvoll. Auch wenn dieser am Ende verstirbt, da er sich an der enormen Energie Barrys wortwörtlich überfressen hat - dieser Bösewicht hat einen guten Eindruck hinterlassen, da er nicht nur Barrys Entwicklung, sondern auch der von Wells diente.

Done being noble

Wells beobachtet weiterhin mit Argusaugen das Treiben seines Protegés. Dabei wird er durchaus panisch, nachdem er aufgrund Barrys Verlust seiner Kräfte in seiner Zeitung aus der Zukunft nichts vom Flash oder einem Barry Allen lesen kann. Wells verfolgt weiter im Geheimen seine eigenen Pläne, womit man dem Charakter vieles nicht richtig abkaufen kann. Und auch Barry steigt langsam hinter den zwielichtigen Wissenschaftler, der nur an sich denkt und sogar bereitwillig den eingesperrten Tony (Greg Finley) opfert, um Team Flash Zeit im Kampf gegen Farooq zu verschaffen.

Für Barry ist dies ein Schritt zu viel, auch wenn Tony sein langjähriger Peiniger gewesen ist. Wells gibt ungeniert zu, dass ihm viele Menschen schlichtweg egal sind und sich Barry andererseits vielleicht zu viel um andere kümmert. Doch eine kleine Wendung am Ende offenbart, dass der Tod vieler unschuldiger Menschen aufgrund des Fiaskos um den Teilchenbeschleuniger schwer auf Wells' Gewissen lastet. Cavanagh transportiert diese Szene stark und verpasst seiner Figur so einen neuen Aspekt. Dass Wells mit diesem reuevollen Schuldbekenntnis Barry erneut auf seine Seite ziehen kann, mag gespieltes Kalkül des Doktors sein, der Moment an sich funktioniert jedoch prächtig.

Generell muss man nach sieben Folgen des Serienneustarts festhalten, dass man bei der Auswahl der Darsteller größtenteils ganze Arbeit geleistet hat und dafür jetzt mit sehenswerten schauspielerischen Leistungen belohnt wird. Allein die Interaktion zwischen Grant Gustin und Danielle Panabaker birgt sehr viel emotionale Tiefe. Generell gibt es viele kleine Charaktermomente, die einfach charmant inszeniert und stimmig sind.

Der Clock King ist zurück: Robert Knepper in %26bdquo;Power Outage%26ldquo;. © The CW
Der Clock King ist zurück: Robert Knepper in %26bdquo;Power Outage%26ldquo;. © The CW

Killing time

Die Handlung um Barry, Wells und den scheinbar unaufhaltsamen Farooq ist bis auf ein paar kleinere Wackler (zum Beispiel ist Tonys Motivation, sein Leben aufs Spiel zu setzen, doch recht simpel, genauso wie sein Tod im wahrsten Sinne zweckdienlich ist) sehr ansprechend. Dennoch schleichen sich in der parallelen Handlung um Joe (Jesse L. Martin), Iris (Candice Patton), Eddie (Rick Cosnett) und einen alten Bekannten aus Arrow ein paar seltsame Momente ein, die diesen Teil der Episoden aber nur bedingt abschwächen.

Letztendlich überzeugt mich auch dieser Handlungsbogen, da Barry mal eben nicht flugs zur Rettung eilen kann. Er überzeugt auch, weil sich mit Robert Kneppers William Tockman aka Clock King einer meiner favorisierten Bösewichte aus „Arrow“ die Ehre gibt.

Dieser soll allem Anschein nach nach Iron Heights überführt werden, was Joe übernimmt. Doch der clevere Tockman nutzt einen durch Farooq verursachten Stromausfall sowie seine filigranen Uhrmacherhände geschickt aus, um sich zu befreien und kurzerhand eine blutige Geiselsituation im Polizeirevier zu versursachen. Bei der Figur des Clock King entscheidet der Geschmack des einzelnen Zuschauers: Ich kann voll und ganz nachvollziehen, wenn einem diese Figur zu comicesk und überzeichnet ist. Ich für meinen Teil habe jedoch großen Spaß an Kneppers wunderbar übertriebenem Schauspiel sowie dessen überzeugende Darstellung des manischen Schurken.

Great leap

Jedoch stellt man sich auch die Frage, warum Eddie den Geiselnehmer nicht bei der erstbesten Gelegenheit ausschaltet beziehungsweise warum Joe Eddie ein Zeichen gibt. Eddie ist nämlich - von Tockman unbemerkt - auf dem Revier und ihm wird der Rücken zugedreht. Ebenso lässt sich der aufstrebende Detective sehr leicht von Tockman überrumpeln, auch wenn dessen kugelsichere Weste sicherlich überrascht. Letztendlich benötigt man den niedergeschossenen Eddie, um die Handlung zu einem Ende zu bringen. Vielleicht fühlen sich auch gerade deshalb einige Momente dieser Geschichte ein wenig erzwungen an.

Spannung kann man diesen Szenen jedoch nicht absprechen und auch die letztendliche Auflösung gefällt. Iris, die von Tockman als Sicherheit mitgenommen wird und sich zuvor noch vom blutenden Eddie verabschieden durfte, zieht wenig überraschend eine Waffe gegen den Kriminellen, die sie vorher Eddie abgenommen hatte. Ein verhängnisvoller Schuss soll dann kurz für die Befürchtung sorgen, dass Iris von Tockman erwischt wurde. Jedoch wird dieser, wie erwartet, am Ende der Folge von der Polizei abgeführt, während Iris zur Erleichterung Joes wohlauf ist.

Not just about me

Währenddessen setzt Barry nach einer kleinen Starthilfe neue, ungeahnte Kräfte frei, da er endlich ohne viel nachzudenken an seine Fähigkeiten glaubt und so Farooq besiegen sowie Wells (in einer visuell ansprechenden Sequenz) retten kann. Mit sorgenvoller Miene flitzt er dann zum Polizeirevier, wo sich die Situation glücklicherweise beruhigt hat. Während ein mit Schmerzmitteln vollgepumpter Eddie nicht wirklich weiß, wo oben oder unten ist und ob Barry gerade tatsächlich eine Blumenvase vor ihrem Zerbersten aufgefangen hat, sucht The Flash noch einmal das Gespräch mit Iris. Diese war ausnahmsweise mal nicht auf die Hilfe des Helden angewiesen und befreite sich eigenhändig aus ihrer Misere - ein durchaus feministisch angehauchtes Statement, dass der Figur Iris guttut.

Gleichzeitig wird uns noch einmal vor Augen geführt, dass Barry nicht nur mehr Vertrauen in seine Fähigkeiten und sich selbst haben sollte, sondern vor allem auch in die Menschen, die ihm etwas bedeuten. Diese Beziehungen machen ihn stark, wie Wells treffend festhält. Doch, so wie man ihm Großes zutraut, muss er auch seinen Freunden und den wichtigen Personen in seinem Leben zutrauen, dass sie auch ohne ihn und seine außergewöhnlichen Fähigkeiten Hindernisse überwältigen und schwierige Situationen meistern können.

Wells (Tom Cavanagh) stellt sich seiner Schuld gegenüber Farooq (Michael Reventar). © The CW
Wells (Tom Cavanagh) stellt sich seiner Schuld gegenüber Farooq (Michael Reventar). © The CW

Ein wenig geläutert beginnt er dann seine Zusammenarbeit mit Wells, dessen unheilvolle Blicke mit der finalen Szene einhergehen, in der er dem verstorbenen Farooq etwas Blut abnimmt. In den Comics ist Farooq das Alter Ego von Blackout, der in einem von Professor Zoom aka Reverse-Flash erschaffenen Alternativuniversum ohne The Flash zum Superheld aufsteigt. Dass Wells nun interessiert an den Fähigkeiten Farooqs ist, nährt die Spekulationen, inwiefern Wells etwas mit dem man in yellow und den Ereignissen um den Flash in der Zukunft zu tun hat. Nun hat er nämlich eine Möglichkeit gefunden, Barry seiner Kräfte zu berauben.

Fazit

Power Outage markiert eine sehenswerte Episode von The Flash, die mir persönlich etwas besser als die Folgen aus den beiden Wochen zuvor gefällt. Das liegt vor allem an der neuerlichen Herausforderung für unseren Hauptcharakter, die sich ihm nach dem Verlust seiner so lieb gewonnen Kräfte stellt. Darüber hinaus sagt mir die Struktur der Episode zu, die viel zu bieten hat, aber sich alles andere als überladen anfühlt. Vielmehr stellt sie erneut eine äußerst runde Angelegenheit dar.

Auch der gelegentliche Fokus auf Wells sagt mir zu, da das ihn umgebende Mysterium nun mal das mitunter spannendste Rätsel des Formats ist. Einige kleinere Unzulänglichkeiten wurden angesprochen, können aber den rundum positiven Gesamteindruck von „Power Outage“ nur ein wenig mindern. So kann das Crossover zwischen „The Flash“ und „Arrow“ gerne kommen.

Verfasser: Felix Böhme am Mittwoch, 26. November 2014

The Flash 1x07 Trailer

Episode
Staffel 1, Episode 7
(The Flash 1x07)
Deutscher Titel der Episode
Unter Strom
Titel der Episode im Original
Power Outage
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Dienstag, 25. November 2014 (The CW)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Donnerstag, 5. März 2015
Autoren
Alison Schapker, Grainne Godfree
Regisseur
Larry Shaw

Schauspieler in der Episode The Flash 1x07

Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei Episodenführern?