The Expanse 3x06

The Expanse 3x06

In der Folge Immolation der US-Serie The Expanse finden mehrere Handlungsstränge einen (vorläufigen) Abschluss. Die Crew der Rocinante hat alle Hände voll zu tun und ist an gleich zwei Fronten mehr als aktiv.

Wes Chatham als Amos Burto in „The Expanse“ (c) Ryfy/Syfy
Wes Chatham als Amos Burto in „The Expanse“ (c) Ryfy/Syfy
© es Chatham als Amos Burto in „The Expanse“ (c) Ryfy/Syfy

Errinwrights Ende?

Einer der kleineren Schauplätze dieser Woche beschäftigt sich mit Anna (Elizabeth Mitchell), Errinwright (Shawn Doyle) und dem Generalsekretär Gillis (Jonathan Whittaker). Die gemeinsame Vergangenheit von Anna und Esteban, die einst zum Bruch zwischen beiden führte, wird uns erläutert. Aber der größte Fortschritt ist die Festnahme von Sadavir, dessen Machenschaften endlich ans Licht kommen.

Ein kleiner, aber nicht unbedeutender Beitrag zu Immolation. Anna darf Esteban erneut die Meinung sagen - mit Blick auf vergangene Ereignisse wohl auch bitter nötig - um anschließend ihren Trumpf auszuspielen, der Gillis in Bezug auf Errinwright die Augen öffnet. Kurze Bedenken, dieser könne Sadavir alleine zur Rede stellen und womöglich einen „Unfall“ haben, verfliegen schnell wieder. Denn während die Kamera zurückfährt, rückt Anna ins Bild - schön eingefangen.

Unsere Schlange lässt es sich nicht nehmen, trotzdem noch etwas Gift zu versprühen und sich erhobenen Hauptes abführen zu lassen. Eins muss man Errinwright aber lassen: Er steht zu seinen Handlungen und sein verdrehter Blick auf den Erde-Mars-Konflikt lässt sich irgendwo sogar nachvollziehen (von einer drastischen, rücksichtslosen Seite aus). Ob wir ihn hier zum letzten Mal gesehen haben? Vielleicht nicht, denn schließlich hat er damit rechnen müssen, dass sich das Blatt zu seinen Ungunsten wendet. Da liegt die Vermutung nahe, dass er noch einen Plan B hat.

Annas Hoffnungen, Esteban könne nun einen Schritt in die richtige Richtung machen, werden letzten Endes auch wieder gedämpft. Gillis sieht in Errinwright einen Sündenbock, dem er das eigene Versagen ankreiden kann - und ist offensichtlich viel zu sehr auf seine eigene Laufbahn fixiert, als dass er nun alle Hebel in Bewegung setzen würde, um weitere Kriegsopfer zu vermeiden. Annas Arbeit wird somit noch nicht beendet sein, wobei es aber fraglich bleibt, wie sich ihre Geschichte im politischen Geschehen weiterentwickelt.

Elizabeth Mitchell und Jonathan Whittaker in „The Expanse“
Elizabeth Mitchell und Jonathan Whittaker in „The Expanse“ - © Ryfy/Syfy

Rettung der Kinder

Bobbie (Frankie Adams), James (Steven Strait), Amos (Wes Chatham) und Prax (Terry Chen) müssen tatenlos zusehen, wie die tödlichen Raketen von Io starten. Es gelingt Alex (Cas Anvar) zwar, einige davon abzuschießen, aber die Kontrollen befinden sich an Bord der Agatha King. Somit macht sich unsere vierköpfige Bodencrew an die ursprüngliche Mission und durchsucht die Raffinerie nach den Kindern.

Mao (Francois Chau) und Strickland (Ted Atherton) entgehen die Eindringlinge nicht. Während Jules bereit ist, kampflos aufzugeben, darf Strickland einmal mehr zeigen, was für ein mieser Typ er ist. Zunächst die eigenen Leute als Kanonenfutter entsenden, als weiteres Hindernis Katoa (Jordan Dacol) ins Feld schicken und schließlich die Kinder als Schutzschild in Erwägung ziehen. Da sind Spannung und Action vorprogrammiert, ehe Prax seine Tochter in die Arme schließen darf.

Und The Expanse liefert hier ein ordentliches Spektakel ab. Die beste Actionsequenz geht an Bobbie, die es mit Katoa aufnimmt, damit die anderen zu den Kindern vordringen können. Ein schöner Zweikampf, bei dem sich gut um Bobbie bangen lässt - schließlich wissen wir, zu was die Hybriden fähig sind. Einzige Frage wäre, was Katoa da im letzten Moment abgelenkt hat - irgendeine Vermutung? Vielleicht etwas, was auf der Venus passiert?

Es gibt aber auch jede Menge kleinere tolle Momente. Als Holden Mao gefangen nimmt, ist einer davon. Treffende Bemerkung von Jules, dass Holden (und seine Crew) sich mal wieder mitten im Geschehen vorfinden - irgendwie schaffen es unsere Helden immer wieder, an vorderster Front dabei zu sein, obwohl es (mit Blick auf den Staffelbeginn) nicht deren Absicht war. Und wie James ihn mit zwei wichtigen Fragen zum Schweigen bringt? Unbezahlbar.

Ted Atherton in „The Expanse“
Ted Atherton in „The Expanse“ - © Ryfy/Syfy

Ebenso unbezahlbar sind die Prax/Amos Momente. „This is Amos. He's my best friend in the whole world.“ - wahre Worte, die nicht nur Amos bewegen. Da müssen wir auch gleich das Ende von Dr. Strickland erwähnen, der natürlich versucht, sich irgendwie aus der Situation herauszureden und dafür einer seiner Mitarbeiterinnen in den Rücken schießt. Weder Prax noch Amos können ihm da Glauben schenken, aber Amos hindert seinen Freund daran, selbst den Abzug zu betätigen. „You are not that guy.“ - und kurz darauf: „I am that guy.“ Großartig gelöst. Strickland bekommt, was er verdient (hier dürfen wir tatsächlich moralische Bedenken zur Seite legen) und gleichzeitig verhindert Amos, dass Prax zum Mörder wird.

Unterm Strich finden Vater und Tochter zusammen, während die Bösewichte eine (teils endgültige) Niederlage hinnehmen müssen. Ob Prax und Mei nun an Bord der Rocinante bleiben? Fraglich. Gut möglich, dass die beiden auf Drängen von Amos einen sicheren Hafen aufsuchen. Andererseits: Gibt es so was überhaupt? In jedem Fall wird aber ein großes Kapitel abgeschlossen.

Agatha King

Das hatte Nguyen (Byron Mann) sich bestimmt anders vorgestellt. Aber eine der von Alex getroffenen Raketen schlägt in die Agatha King ein, womit für deren Besatzung das letzte Stündlein geschlagen hat. Inklusive Cotyar (Nick E. Tarabay), der diese Woche von uns geht. Alex und Naomi (Dominique Tipper) stehen vor einem Dilemma, denn die einzige Möglichkeit, die Raketen aufzuhalten oder deren Kurs zu ändern, befindet sich an Bord der Agatha King, wo das Protomolekül um sich greift.

Es ist immer wieder faszinierend, wie es The Expanse gelingt, verschiedene Handlungsstränge zu kombinieren - und zwar, ohne dass es weit hergeholt erscheint, aber eben dennoch durchaus überraschend. In diesem Fall gelingt Cotyar - verursacht durch das Chaos und mithilfe Ensign Larsons (Sydney Meyer) - scheinbar die Flucht. Jedenfalls stehen seine Chancen nicht schlecht - Waffe und Schutzanzug geben Anlass zur Hoffnung, dass er sich irgendwie durchschlagen kann. Möglicherweise sogar zu Alex und Naomi, die auf der Brücke schließlich alles daransetzen, die Raketen aufzuhalten, während Nguyen ihnen die Ohren vollsülzt.

Aber Cotyar hat kein Glück und auf seinem Weg offenbar mehr Widerstand erhalten, als er (unbeschadet) bewerkstelligen konnte. Seine Absicht, den Reaktor der Agatha King in die Luft zu jagen - und damit auch das Protomolekül an Bord -, ist eine letzte Verzweiflungstat und führt zum Heldentod. Dummerweise wirkt er dadurch Alex und Naomi entgegen, denen somit nicht mehr genug Zeit bleibt. Eine gute Absicht verhindert eine zweite und derlei Kombinationen sind selten. Hut ab an die Autoren, dass ihnen diese kleine Besonderheit gelingt - und zwar, ohne dass wir die Figuren dafür kritisieren können.

Und jetzt? Naomi kann zwar das Tarnsystem der Raketen deaktivieren, womit sie angreifbar werden, aber die Aussicht darauf, dass sie allesamt zerstört werden, bevor sie ihr Ziel erreichen, sind dennoch minimal. Aber halt, Fred Johnson (Chad L. Coleman) hat da ja noch ein paar Raketen in der Hinterhand. Und diesmal geht Naomi die Sache richtig an, legt ihren Vorschlag den anderen vor und erhält volle Zustimmung.

Terry Chen as Prax und Wes Chatham in „The Expanse“
Terry Chen as Prax und Wes Chatham in „The Expanse“ - © Ryfy/Syfy

Mich hat sie auch überzeugt. Es wurde Zeit, dass Fred endlich auftaucht und die Belter wieder ins Spiel kommen. Und ganz nebenbei kümmert sich Immolation um die ganzen Entfernungen - angefangen mit den verzögerten Nachrichten, die die Erde erst spät erreichen, über die Standorte der Schiffe in der Nähe von Io und bis hin zur Position von Tycho Station. Da müsste man schon sehr ins Detail schauen, um (mögliche) Unstimmigkeiten zu finden.

What the fuck is that?

Also alles gut? Die Hybrid-Raketen werden doch bestimmt durch Fred aufgehalten, oder? Zumindest ist davon auszugehen, dass Mars um Haaresbreite davongekommen ist. Aber während die Happy-End-Stimmung fast überall Einzug erhält, lässt die Serie es sich nicht nehmen, uns noch einen ordentlichen Cliffhanger zu servieren.

Und der steigt von der Venusoberfläche auf. Seit der Zerlegung der Arboghast ist es ruhig um den Planeten geworden. Zumindest haben wir keine Einblicke in mögliche weitere Expeditionen bekommen oder ob da überhaupt was passiert ist (Krieg und so). Jetzt sehen wir ein riesiges, quallenartiges Protomolekül-Ungetüm vom Planeten aufsteigen. Da kommt definitiv etwas Großes auf uns zu...

Fazit

Eine perfekte Folge einer bislang sehr guten Staffel. Viel mehr lässt sich an dieser Stelle nicht schreiben. Von mir gibt es die volle Punktzahl - fünf von fünf Sternen.

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 20. Mai 2018

The Expanse 3x06 Trailer

Episode
Staffel 3, Episode 6
(The Expanse 3x06)
Deutscher Titel der Episode
Aufopferung
Titel der Episode im Original
Immolation
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 16. Mai 2018 (Amazon Prime Video)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 8. Februar 2019
Erstausstrahlung der Episode in Österreich
Freitag, 8. Februar 2019
Erstausstrahlung der Episode in der Schweiz
Freitag, 8. Februar 2019
Regisseur
Jeff Woolnough

Schauspieler in der Episode The Expanse 3x06

Darsteller
Rolle
Steven Strait
Cas Anvar
Dominique Tipper
Wes Chatham
Frankie Adams
Shawn Doyle

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