The Expanse Staffel 4 Episodenguide: Alle Folgen im Überblick!

The Expanse Staffel 4

The Expanse Staffel 4 Episodenguide

Review zu The Expanse Staffel 4

Nein!

Nein - um die Frage aus dem Einleitungstext zu beantworten. Bereits in den ersten Minuten der vierten Staffel der The Expanse-Episode New Terra sehen wir, wie zahlreiche Schiffe der Belter abgeschossen und daran gehindert werden, den Ring zu durchfliegen. Flüchtlinge, die sich in der neuen Welt ein zu Hause aufbauen wollen und - zumindest, was die Barbapicola angeht - zuvor an zahlreichen, vermeintlich sicheren Häfen in der Heimat Erde oder Mars abgewiesen wurden. Die Barbapicola hat Glück und schafft den Sprung nach „New Terra“ oder „Ilus“, wie der ressourcenreiche Planet von den Beltern genannt wird. Und was die Siedler dort vorfinden, ist mehr oder weniger das große Thema der vierten Staffel.

Unsereins ist von diesen ersten Minuten des Staffelauftakts nicht sehr begeistert gewesen. Neue Welten laden doch geradezu zur Erkundung ein und wenn man schon - aus welchen Gründen auch immer - den Beltern diesen Zugriff verwehren will, dann doch bitte nicht mit Waffengewalt. Hatten wir da nicht gerade erst ein Bündnis? Wo bleibt das, wenn wir Schiffe versenken, die eine Expedition ins Unbekannte starten wollen? Zumal es gerade dieses Unbekannte ist, was mit Sicherheit die Neugierde aller Zuschauer der Serie schürt.

Vorwort

Ich weiß, ein Vorwort gibt man normalerweise zu Beginn einer Kritik von sich. Dreist ist es, wenn man dies später macht und erstmal seinen Unmut über die ersten Szenen preisgibt. Aber diese ersten Szenen sind es, die bei mir für Unverständnis gesorgt haben - weil die Welt da draußen einfach so groß ist, dass meine Erwartungen (auch mit Blick auf Staffel drei) quasi durch die Decke gingen und (im Nachhinein) nicht so ganz erfüllt werden konnten.

Aber zunächst mal sorry, dass dieses Review so lange gedauert hat. Ich bin auch nur ein Mensch, schaue viele Serien und die Tatsache, dass Amazon die ganze Staffel am Stück rausgehauen hat, passte mal so überhaupt nicht in meinen Zeitplan. Musste mich echt anstrengen, damit ich heute dieses Review abliefern kann. Keine Arbeit, sondern Hobby, aber doch irgendwo Pflicht, damit es zu einem Austausch über die neue Staffel von The Expanse hier kommen kann. Wobei mir eine wöchentliche Besprechung der einzelnen (leider nur zehn) Episoden wesentlich lieber wäre, als nun lediglich eine Zusammenfassung abzuliefern, die natürlich nicht großartig ins Detail gehen wird.

Der Wechsel zu Amazon

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Amazon Prime Video - © Amazon Prime Video

Amazon hat The Expanse gerettet und dafür gesorgt, dass wir überhaupt eine vierte Staffel bekamen. Staffel fünf wurde ebenfalls bereits geordert, so dass wir Serienjunkies sehr beruhigt dem nächsten Kapitel entgegenblicken können. Aber wie hat sich der Wechsel von Syfy zu Amazon innerhalb der Serie bemerkbar gemacht?

Nun, zuallererst fällt auf, dass das Budget aufgestockt wurde. Es gibt zahlreiche Szenen - im Weltraum, von Schiffen und auch deren Innenräumen, aber ebenso auf Ilus - die nicht gerade billig aussehen. Die Anzahl der Sets scheint auch gestiegen zu sein. Auf Syfy hätte man diverse Szenen bestimmt abgedunkelt, um das kleinere Budget zu kaschieren oder manche Szene gar gestrichen. Insofern schön, dass die gesamte Produktion hochwertiger ausschaut. Als kleineren Kritikpunkt am Rande möchte ich allerdings anmerken, dass mir da einiges zu „sauber“ aussieht. Gerade bei den Außenaufnahmen erinnert der Look teilweise an Videospiele und es fehlen die Macken und Schrammen - kleinere Details eben, die der sonst auf eine realistische Darstellung bedachten Reihe in der neuen Staffel fehlen.

Ferner macht sich durch den Wechsel der Gebrauch eines bestimmten Schimpfwortes bemerkbar, von dem Avasarala (Shohreh Aghdashloo) geradezu begeistert scheint. Aber auch andere Figuren geben öfter mal ein kleines „fuck“ von sich, wobei der Gebrauch von Schimpfwörtern nicht stört. Unsereins hält es nur für realistisch, wenn Figuren fluchen dürfen und dazu auch auf bestimmte Wörter nicht verzichtet wird. In Sachen Freizügigkeit ist mir derweil nur einmal kurz die Poritze von Chandra Wei (Jess Salgueiro) aufgefallen, als sie sich Ende der zweiten Folge mit Amos (Wes Chatham) vergnügt. Es hätte auch nicht zur Serie gepasst, wenn plötzlich verstärkt auf nackte Haut gesetzt wird.

Charaktere

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Ein enormer Vorteil der vierten Staffel sind die zahlreichen, bereits etablierten Figuren, deren Verhaltensweisen und Motive wir kennen. Es lässt sich leicht wieder in die Welt eintauchen, die wir zuletzt vor gut anderthalb Jahren gesehen haben und selbst der kleine Zeitsprung stellt kein Problem dar. Ob wir nun der Crew der Rocinante mit Jim Holden (Steven Strait), Naomi Nagata (Dominique Tripper), Amos Burton und Alex Kamal (Cas Anvar) folgen, wie sie nach New Terra aufbrechen, auf der Erde dem politischen Geschehen um Chrisjen Avasarala und ihren Mann Arjun (Michael Benyaer) beiwohnen, die durch Nancy Gao (Lily Gao) Konkurrenz bekommen, auf dem Mars dem weiteren Werdegang von Bobbie Draper (Frankie Adams) folgen oder zusehen, wie Camina Drummer (Cara Gee) und Klaes Ashford (David Strathairn) versuchen, das Bündnis der Belter aufrecht zu erhalten. Stets haben wir eine sehr gute darstellerische Basis mit bekannten Gesichtern, die jeden Handlungsstrang mit ihrem Spiel interessant, spannend und vergnüglich gestalten. Meine Lieblingsfigur bleibt dabei Amos - und bei euch?

Aber die neue Staffel bringt auch neue Gesichter mit sich. Figuren, die wir noch nicht kennen und zunächst vorgestellt werden müssen. Typisch für die Serie gelingt es hier, die meisten Neuzugänge ebenso vielschichtig darzustellen wie unsere bekannten Hauptfiguren und das ist ein Pluspunkt, der sich nicht von der Hand weisen lässt. Hervorheben möchte ich dabei Adolphus Murtry (Burn Gorman), der eindeutig ins Lager der Bösewichte fällt und den Beltern auf Ilus zusetzt, womit er auch mit Holdens Crew aneinandergerät. Aber Murtry ist keine Schablone eines Gegenspielers, erhält bereits durch seinen ersten Auftritt die nötige Motivation für seine weitere Vorgehensweise und bleibt somit ein nachvollziehbarer Bösewicht - auch wenn seine Methoden jedweder Rechtfertigung entbehren. Sein Einfluss auf Chandra Wei gestaltet mitunter auch deren Beziehung zu Amos sehr spannend und unvorhersehbar. Überhaupt bleibt es auf Ilus spannend wie faszinierend, was die Entwicklung des Konflikts mit den Beltern wie das Figurengeflecht an sich betrifft. Es gibt kein schwarz und kein weiß, sondern lediglich Grauzonen bei den Charakteren, die mal heller und mal dunkler erscheinen. Lucia (Rosa Gilmore), welche selbst nicht ganz unschuldig an Murtrys Entwicklung ist, ist ein weiteres Beispiel dafür.

Natürlich gibt es auch in den anderen Handlungssträngen neue Figuren. So bekommen Drummer und Ashford es mit Marco Inaros (Keon Alexander) zu tun, dessen vergangene Beziehung zu Naomi mitsamt gemeinsamen Sohn Felip (Jasai Chase Owens) für charakterliches Fleisch auf den Knochen sorgt. Aber Marco kann mit seinen Taten und Motiven weit weniger überzeugen, während die im Verlauf der Staffel enthüllte Verbindung zum Mars schon interessanter ist und auch in die Geschehnisse um Bobbie und Neuzugang Esai Martin (Paul Schulze) hineinspielt.

Man könnte sicherlich noch eine ganze Reihe neuer Figuren erwähnen und alle viel näher beleuchten, aber dazu fehlt mir hier die Zeit. Unterm Strich bin ich sehr zufrieden mit den neuen Gesichtern und wie sie in die jeweiligen Handlungen eingebaut werden. Die eine oder andere Figur hätte vielleicht etwas mehr Screentime oder Hintergrund verdient, aber bei einem derart großen und guten Ensemble lässt sich kaum meckern.

Handlungen

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Das Hauptaugenmerk der vierten Staffel liegt auf New Terra, den aufkommenden Konflikt mit den Siedlern und den riesigen, 1,5 Milliarden Jahre alten Artefakten, die durch Holdens Eingriff (von Miller (Thomas Jane) ausgelöst) plötzlich wieder aktiv werden. Ich hätte mir zwar noch ein paar Planeten mehr gewünscht, die hinterm Ring aufgesucht werden, aber bemängeln lässt sich eigentlich nichts am Geschehen auf Ilus. Wie üblich treiben unsere Figuren die verschiedenen Handlungen voran, steuern sicher wie unsicher durch die Herausforderungen der neuen Welt und lassen das Abenteuer zu einem spannenden Science-Fiction Vergnügen werden, wie man es nur selten zu sehen bekommt. So kleine Details wie Naomis Problem mit der Schwerkraft des Planeten zeigen des Weiteren auf, dass die Macher ihren Blick verstärkt auf „Science“ statt „Fiction“ legen - noch immer eine Ausnahme bei dieser Art von Serien.

Als Nebenschauplätze dienen derweil die Erde, der Mars sowie die Handlungen um Drummer und Ashford. Somit gibt es gleich drei Nebenhandlungen, die ohne unsere bekannten Gesichter vermutlich eher müßig zu betrachten wären - schließlich wecken die Ereignisse auf New Terra die Neugierde des Zuschauers am meisten. Doch jede dieser drei Nebenhandlungen ist wichtig, um die Situation in unserem Sonnensystem nach dem letzten Staffelfinale zu erfassen und zu verstehen. The Expanse erzählt schließlich eine große Geschichte, die weit über die Abenteuer einer einzelnen Crew - wie die der Rocinante - hinausgeht. Schade ist lediglich, dass die verschiedenen Handlungsorte und Figuren in dieser Staffel doch stärker von einander getrennt sind als sonst und Überschneidungen - ob figurentechnisch oder anderweitig - marginal ausfallen. Eine stärkere Vernetzung der verschiedenen Plots tritt erst gegen Ende der Staffel ein. Das bereitet zwar Vorfreude auf das nächste Kapitel, welches definitiv vorbereitet wird, lässt aber die gegenwärtige Staffel unter ihrem Potenzial erscheinen.

Von den drei Nebenhandlungen hat mir derweil die Geschichte um Bobbie, Esai und den Mars am meisten zugesagt. Bobbies Werdegang wird trotz aller Bemühungen ihrerseits - als Sympathieträgerin muss sie einige schwerwiegende Entscheidungen fällen - in eine bestimmte Richtung gelenkt, die unvermeidbar erscheint. Da ist es sehr spannend zu sehen, ob sie auf diesem Weg ins Wanken gerät oder weiterhin an ihren Werten festhält.

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Auf Platz zwei landet bei mir währenddessen die Situation um Drummer und Ashford, welche natürlich nicht ohne ein paar Reibereien zwischen den beiden auskommt. Die Lage der Belter steht nämlich auf wackeligen Füßen und ist durch die Handlungen von Extremisten wie Marco Inaros sehr angespannt. Das Bündnis ist stellenweise arg am Bröckeln, da fällt es selbst Drummer und Ashford nicht leicht, die richtigen Entscheidungen zu fällen. Schade übrigens, dass Ashford das Finale nicht überlebt - der wird in der fünften Staffel garantiert vermisst werden.

Auf Platz drei und somit auf dem letzten Platz sehe ich derweil Avasaralas Handlungsstrang. Mit ein paar guten politischen Intrigen wäre hier vielleicht mehr drin gewesen, denn die fehlen im Vergleich zu den vorherigen Staffeln doch sehr. Hinzu kommt noch, dass ich ihre Haltung mit der Blockade nicht wirklich nachvollziehen kann und daher Nancy Gao ihren Sieg gönne. Ja, das Protomolekül und mögliche außerirdische Spezies stellen ein beträchtliches Risiko dar und die menschliche Geschichte in Sachen Erkundung neuer Welten hat auch ohne die Beteiligung von außerirdischen Mächten mehrfach aufgezeigt, dass sie nicht gerade friedlich verläuft. Aber deshalb das Unbekannte meiden? Wer weiß denn schon, ob nicht längst eine neue Gefahr im Anmarsch ist und gerade dieses Zögern dazu führt, dass man erneut unangenehm überrascht wird? Nichtsdestotrotz soll das jetzt nicht heißen, dass ich diesen Plot schlecht fand - das geht bei Avasaralas Präsenz gar nicht. Aber im direkten Vergleich zu den restlichen Handlungen steht er doch ein wenig hinten an.

Fazit

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The Expanse weiß auch mit der vierten Staffel zu überzeugen, kann das hohe Niveau der dritten aber nicht ganz halten. Während es an Cast und Crew kaum etwas auszusetzen gibt und auch die Neuzugänge einen guten Job verrichten, rücken vielmehr ein paar handlungstechnische Entscheidungen leicht negativ ins Licht. Der Wechsel von Syfy zu Amazon ist derweil gut gelungen und macht sich unterm Strich positiv bemerkbar. Von mir gibt es vier von fünf Sternen für die vierte Staffel. Und von euch?

Hier ein Trailer zur vierten Staffel:

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