The Expanse 3x05

© ild aus der Episode „Triple Point“ der Serie „The Expanse“ (c) Rafy/ Syfy
Soon Work Finished
Mao (Francois Chau) und Dr. Strickland (Ted Atherton) sind diese Woche ausschließlich mit dem Katoa-Hybriden (Jordan Dacol übernimmt für Jaeden Noel) beschäftigt. Katoa fungiert als Sprachrohr des Protomoleküls, kann aber nur bruchstückhafte Aussagen machen, ehe seine Sprachfähigkeiten dahin sind.
Das Protomolekül hat also einen Plan, eine bestimmte Absicht. Und die „Arbeit“ daran ist fast beendet. Wobei diverse Geschehnisse miteinander verknüpft sind, wie Katoa auf Nachfrage zu den Ereignissen auf der Venus bestätigt. Worum es sich genau bei dieser Arbeit handelt, bleibt aber vorerst offen. Mit Blick auf das Szenario schwant einem hier nichts Gutes.
Maos Neugier bleibt jedenfalls trotz der Gefahr, der er sich mit Strickland da kurzzeitig gegenübersieht, ungebrochen. Er zögert nur kurz, als Strickland den nächsten Kandidaten für weitere Experimente vorschlägt: Mei Meng (Leah Madison Jung) - deren Zeit somit abläuft. Mao setzt also seinen herzlosen, kalten Kurs fort und ist bereit, Mei für die mögliche Aussicht auf mehr Informationen zu opfern. Jegliche Sympathien hat Jules damit verloren.

Für Prax (Terry Chen) beginnt somit ein Wettlauf gegen die Zeit, wenn Mei noch gerettet werden soll. Ein Wettlauf, über den er noch nicht einmal Bescheid weiß. Spannende Sache, die nächste Woche sicher fortgesetzt wird. Zum Glück ist unsere Crew bereits auf Io eingetroffen und schon dabei, in die Raffinerie einzudringen. Dennoch lässt sich nur schwer vorhersehen, wie die Geschichte weitergeht und ob Vater und Tochter sich in die Arme schließen werden.
Rocinante
Alex (Cas Anvar) hat einen Kurs ausgetüftelt, mit dem die Rocinante unbemerkt und am Krieg vorbei nach Io vordringen kann. Unsere Crew bereitet sich somit auf den Einsatz vor. Kleinere Dialoge bestimmen das Geschehen. Leider fügt sich diese Woche nicht alles so gut wie gewohnt in die Handlung ein.
Da hätten wir Naomi (Dominique Tipper) und James (Steven Strait), deren Verhältnis nach wie vor angeschlagen ist. Naomi gibt hier eine Geschichte aus ihrer Vergangenheit zum Besten (toll gespielt von Tipper), aber irgendwie fehlt mir da die Relevanz. Ich sehe jedenfalls nicht, wie das ihre Tat rechtfertigen soll. Außerdem kommt dieses Stückchen Charakterhintergrund aus dem Nichts. Da darf man sich ähnlich wie Holden fragen, weshalb sie vorher nicht schon damit um die Ecke kam. Wobei mit Blick auf die letzten Hintergründe, wie der Tatsache, dass die Erde kein Protomolekül besitzt, die Wogen zwischen James und Naomi schon ein bisschen geglättet werden. Dass sie das Protomolekül den Beltern zukommen ließ, wird auch gar nicht mehr großartig kritisiert - nur eben, wie sie es gemacht hat (hinter dem Rücken der anderen).
Vom Himmel fällt derweil auch eine Nachricht für Alex von seinem Sohn Melas (Chris River). Schön für Alex, dass sein Sohn in seine Fußstapfen treten möchte und seinem Vater Verständnis entgegenbringt. Aber abgesehen von ein bisschen Figurenentwicklung fehlt diesen Nachrichten bislang noch eine größere Bedeutung, was sie eher als Füllmaterial wirken lässt. Gut möglich allerdings, dass hier in Kürze (und mit Blick auf die gestarteten Raketen von Io) noch deutlich wird, weshalb Alex' Familie ein wenig in den Vordergrund rückt.
Besser zum Geschehen und zur anstehenden Mission passen die Szenen mit Chrisjen (Shohreh Aghdashloo) und Bobbie (Frankie Adams). Avasarala missfällt erwartungsgemäß der Alternativplan, Io zu bombardieren - und somit das Protomolekül zu verlieren. Wobei sie nicht auf mögliche Waffen pocht, sondern auf Forschung und ganz nebenbei noch einen Zusammenhalt der Spezies Mensch anführt. Ob sie ihre Meinung ändern würde, wenn sie wüsste, wie die Forschung da gerade auf Io ausschaut? Bobbie scheint derweil entschlossen, eine Protomolekül-Probe mitzubringen und dafür auch notfalls in einen Kampf mit einem Hybriden einzusteigen. Ob es noch dazu kommt, ist aber ungewiss.
Zu guter Letzt seien noch Amos (Wes Chatham) und Prax erwähnt, die sich ebenfalls auf die Mission vorbereiten. Da blickt nicht nur Amos sorgenvoll drein, wenn Prax mehr auf Rache als auf die mögliche Rettung von Mei fixiert ist. Bleibt tatsächlich nur zu hoffen, dass er nicht zu spät bei Mei eintrifft, denn andernfalls könnte der Charakter eine Entwicklung ins Negative vollziehen - letzte Woche stieß er bereits eine Leiche achtlos zur Seite, was Amos mit einem ähnlich sorgenvollen Blick wie hier beäugte.

Hammurabi
Ein Großteil der Handlung findet diese Woche auf der Hammurabi und der Agatha King statt, während das politische Lager eine Auszeit nimmt. An Bord der Hammurabi hält Ensign Sinopoli (Atticus Mitchell) Wort, setzt Captain Kirino (Krista Bridges) und ihren ersten Offizier Durant (Matthew Bennett) über die Erlebnisse der letzten Woche in Kenntnis und übergibt die Nachricht, die an Admiral Souther (Martin Roach) weitergeleitet werden soll.
Obwohl wir die meisten Figuren nicht oder kaum kennen, lässt sich die Handlung auf der Hammurabi (und der Agatha King) gespannt verfolgen. Dabei haben Kirino und Durant unterschiedliche Ansichten, was die Nachricht betrifft. Wenig verwunderlich, denn die Geschichte, die Sinopoli erzählt, lässt sich kaum glauben und die Echtheit der Botschaft bezweifeln. Aber kann man es sich leisten, die Chance auf Echtheit zu missachten? Kirino ist gewillt, ein Risiko einzugehen und lässt Kurs auf die Agatha King nehmen, die wiederum Io als Ziel hat.
Das Spannungsmoment ist in allen Szenen verdammt gut eingefangen. Kirinos Entscheidungen lassen sich nachvollziehen, wobei sie stets ein gutes Händchen hat. Selbst als die Situation auf der Agatha King eskaliert und kurze Zeit später das Chaos losbricht, bewahrt sie einen kühlen Kopf. Am Ende kann auch kein Zweifel mehr an der Echtheit der Botschaft bestehen, womit zumindest die marsianischen Truppen im Bilde über die wahre Kriegsursache sein sollten und womöglich von weiteren Angriffen absehen.
Sofern sie nicht aufs Korn genommen werden, versteht sich. Denn das Unbehagen ist bei den zahlreichen Raketenstarts am Ende doch groß. Da könnte Nguyen (Byron Mann) durch seine Aktion mögliche diplomatische Bemühungen wieder im Keim erstickt haben.
Agatha King
Dass Souther und Nguyen sich nicht grün sind und früher oder später aneinandergeraten werden, ist seit Assured Destruction absehbar. Mancuso (Morgan Kelly) und Shaffer (Natalie Lisinska) geben ihrem Admiral bereits im Vorfeld zu verstehen, dass sie zu einer Meuterei bereit wären - eine Option, von der Souther zunächst noch nichts wissen will. Erst als ihn das Video von Errinwright (Shawn Doyle) erreicht und er es sich durch Cotyar (Nick E. Tarabay) bestätigen lässt, ist er zu allem bereit.
Über Actionarmut darf man sich diese Woche sicher nicht beschweren. Eher über die Unachtsamkeit von Southers Leuten, die sich im entscheidenden Moment von Nguyens Truppen überwältigen lassen. Andererseits wäre es aber auch zu einfach gewesen, wenn die Auseinandersetzung damit erledigt gewesen wäre. Das anschließende Chaos ließ sich aber nicht vorhersehen. Was für ein Durcheinander!
The Expanse zeigt einmal mehr, dass sie sich vor Eskalationen nicht scheut und von jetzt auf gleich mehrere Figuren aus dem Spiel genommen werden können. Souther erwischt es als ersten, aber auch Mancuso und Shaffer überleben die Episode nicht. Nguyen schlägt derweil den Weg des Wahnsinns ein, als ihm die restlichen Truppen nicht allesamt Folge leisten. Eigentlich müsste er mit dem Rücken zur Wand stehen und aufgeben - stattdessen nimmt er die Jimenez unter Beschuss, woraufhin sich die irdischen Schiffe gegenseitig aufs Korn nehmen. Und seine Antwort auf das Hilfsangebot von Kirino? Ein Cliffhanger, der sich sehenlassen kann. Wahnsinn.

Fazit
Triple Point fängt ruhig an und endet in einer Eskalation. Die wichtigsten Handlungen finden auf der Hammurabi und der Agatha King statt. Auf beiden Schiffen ist die Spannung durchgehend spürbar und die (größtenteils neuen) Figuren wissen bis hin zum Cliffhanger zu überzeugen. Auf der Rocinante, die diese Woche Io erreicht, weiß leider nicht alles zu gefallen. Manche Gespräche fallen geradezu vom Himmel und müssen erst noch eine größere Bedeutung erlangen - was durchaus möglich ist, aber vorerst doch etwas stört. Im Gegensatz zu den letzten Folgen empfand ich die Handlung hier weniger stimmig. Und spannend wird es ohnehin erst nächste Woche, wenn unsere Crew in die Raffinerie auf Io eindringt. Von mir gibt es diese Woche 4 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 13. Mai 2018The Expanse 3x05 Trailer
(The Expanse 3x05)
Schauspieler in der Episode The Expanse 3x05
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