The Expanse 3x03

© ominique Tipper als Naomi Nagata in „The Expanse“ (c) Syfy
Jules-Pierre Mao
Auf Io zeigen die Experimente von Dr. Strickland (Ted Atherton) erste, vielversprechende Erfolge bei Katoa (Jaeden Noel). Mao (Francois Chau) lernt derweil Mei (Leah Madison Jung) besser kennen, womit Mengs (Terry Chen) Tochter einen bedeutsamen Stellenwert bei ihm erreicht und vielleicht sogar Vatergefühle wecken kann.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell eine Figur in The Expanse von unsympathisch zu sympathisch wechseln kann. In diesem Fall betrifft das natürlich Jules-Pierre Mao, der zuvor Stricklands Experimente an den Kindern gebilligt hat, diese Woche aber letztlich den Stecker zieht. Die Unterschiede zwischen Mao und Strickland werden uns schon zuvor aufgezeigt. Während Jules es gut findet, dass die Kinder miteinander spielen dürfen, erklärt der kaltherzige Forscher das mit niedrigen Cortisol-Leveln und einer besseren Protomolekülaufnahme. Strickland interessiert sich nicht für das Wohl der Kinder, sondern ist einzig auf den Erfolg der Experimente aus. Mao hingegen, der selbst Familie hat, kommt nicht umhin, emotionale Bindungen aufzubauen. Entsprechend mitgenommen ist er von Katoas Anfall, der ihm erst vor Augen führt, wo er da überhaupt zugestimmt hat. Was Strickland als einen (kleineren) Rückschlag verbucht, veranlasst Mao zur Einstellung der Kinderversuche - und das, obwohl er unter einem gewaltigen Druck seitens Errinwright (Shawn Doyle) steht.
Ist es nun also vorbei mit den Experimenten? Vermutlich nicht. Irgendwie bin ich mir sicher, dass Dr. Strickland sich mit ein paar Kindern davonmachen wird oder einen anderen Weg findet, die Versuche fortzusetzen. Bis zur Ankunft unserer Crew kann da noch einiges passieren.

Cotyar
Das Schicksal von Cotyar (Nick E. Tarabay) und Theo (David Tompa) wird diese Woche aufgelöst. Sie haben überlebt und ihr Notsignal erreicht die Agatha King, die von Admiral Souther (Martin Roach) kommandiert wird. Die Neuigkeit ruft allerdings Admiral Nguyen (Byron Mann) auf den Plan, der strikte Anweisungen zum Umgang mit den Überlebenden gibt und schließlich persönlich an Bord kommt.
Armer Theo. Es ist zwar klar, dass Cotyar nicht riskieren konnte, dass er sich verplappert (was er sicher gemacht hätte). Aber die ganzen Ereignisse des Staffelauftakts überleben, um schließlich bei der Aussicht auf Rettung umgebracht zu werden, hat er nicht verdient. Da kann Cotyar sich noch so viel entschuldigen - sein Sympathiekonto verbucht diese Woche große Verluste.
An Bord der Agatha King wird derweil die Neugier von Souther geweckt, der - wie wir wissen - Befehle durchaus hinterfragt und nicht blind Folge leistet. Nguyen bringt währenddessen die Anschuldigungen mit, die Sadavir bezüglich Avasarala (Shohreh Aghdashloo) bei Gillis (Jonathan Whittaker) vorgebracht hat und folgt wie gewohnt einer harten Linie (ob er tatsächlich mit Errinwright unter einer Decke steckt, wäre ich mir aber noch nicht sicher). Cotyar kommt somit vom Regen in die Traufe, schlägt sich beim Verhör erwartungsgemäß gut und sucht sich mit Souther die richtige Person aus, um schließlich mit der Wahrheit herauszurücken.
Die Angelegenheiten an Bord der Agatha King versprechen noch interessant zu werden. Schließlich ist Nguyen nicht auf den Kopf gefallen und zieht schnell den richtigen Schluss, was die Stromausfälle und Souther angeht - auch wenn er es nicht beweisen kann. Da werden Cotyar und Souther es nicht leicht haben, irgendwie die Oberhand zu gewinnen, um den nächsten Schritt zu unternehmen.

Verlustreiches Manöver
Eine der beiden Haupthandlungen dreht sich um Gillis, der eine bedeutende Entscheidung treffen muss. Soll er Errinwrights Vorschlag Folge leisten und die marsianischen Plattformen zerstören lassen oder ist das Risiko dafür zu groß?
Sadavir ist und bleibt eine Schlange. Auch diese Woche gelingt es ihm wieder, Gillis zu manipulieren. Und nachdem das Manöver zwei Millionen Menschenleben fordert, kann er die Schuld dafür sogar dem Zögern des Generalsekretärs in die Schuhe schieben. Für meinen Geschmack lehnt er sich da Anna (Elizabeth Mitchell) gegenüber am Ende zwar etwas weit aus dem Fenster und unterschätzt sie. Aber einerseits passt das zu ihm und andererseits ist Anna jetzt vorgewarnt, was Sadavirs Ambitionen angeht.
Gillis können wir übrigens zu Gute halten, dass er zögert und sich bei Anna Rat holt. Er ist keine Marionette, die nach Errinwrights Pfeife tanzt, sondern hinterfragt die Aktion. Hopfen und Malz ist da noch nicht verloren - auch wenn er diese Woche die falsche Entscheidung trifft - aber er wird gewaltig aufpassen müssen, wenn er sein Amt auf Dauer behalten will.
Insgesamt ein spannender Plot und ich freue mich schon auf die weiteren Auseinandersetzungen zwischen Sadavir und Anna und welche Folgen sich da für Gillis ergeben werden. Eine Sache hat mich aber gewaltig gestört und die betrifft Sadavirs Argumentation bezüglich der irdischen Streitkräfte, deren zahlenmäßige Überlegenheit am Schwinden ist. Denn seit Ausbruch des Krieges sind gerade mal ein paar Tage vergangen - wie kann das Blatt da schon jetzt im Begriff sein, sich zu wenden? Als Zuschauer hat man ohnehin noch keinen großen Eindruck vom Krieg bekommen. Der läuft fast ausschließlich im Hintergrund ab und das ist nicht gut. Statt uns die Ausmaße der Auseinandersetzungen zu zeigen (vielleicht anhand einiger neuer Nebenfiguren an der Front?), sind wir da auf verbale Ausführungen der Charaktere und Punkte auf Monitoren angewiesen. Wir nehmen da eine ähnliche Beobachterrolle wie Gillis und Errinwright nach Starten der Raketen ein. Das ist zwar auch spannend, aber zum echten Mitfiebern braucht es Figuren, die sich mitten im Kampfgetümmel befinden.
Rocinante
Die Neuankömmlinge Bobbie (Frankie Adams) und Chrisjen sorgen diese Woche erwartungsgemäß für viel Unruhe an Bord der Rocinante. Dennoch bleibt die Handlung vergleichsweise ruhig und besteht hauptsächlich aus einem gegenseitigen Beschnuppern sowie Erklärungen zu den einzelnen Standpunkten und dem bisherigen Geschehen.

Größtenteils ist das alles sehr gut inszeniert. Jeder Konflikt - sei es in der Gruppe oder von Angesicht zu Angesicht - hat seine Berechtigung, wobei mir besonders gut die Gespräche zwischen Holden (Steven Strait) und Avasarala sowie der gegenseitige Austausch zwischen Naomi (Dominique Tipper) und Chrisjen gefallen haben. Bloß Meng kommt diese Woche zu kurz, denn gerade bei ihm ließ sich erwarten, dass er sich mehr in die Diskussionen einbringt - immerhin wurde der Kurs auf Io seinetwegen gesetzt.
Ansonsten hätte ich in Zukunft gerne ein paar Rückblicke zu Amos (Wes Chatham), der diese Woche eine gute Portion Humor in die angespannte Situation einbringt. Sein „Tod“ in Baltimore oder seine frühere Arbeit (in Pumps) machen nicht nur Prax und Chrisjen neugierig…
Unterm Strich jedenfalls ein gut gestrickter Handlungsstrang, bei dem die Figuren gekonnt eingesetzt werden. Etwas überraschend vielleicht, dass der Kurs auf Io beibehalten wird, obwohl die Priorität bei Chrisjen sein sollte, Sadavirs Machenschaften aufzudecken. Aber mit Blick auf die aktuelle Lage und die einzelnen Standpunkte der Figuren durchaus angemessen.
Fazit
Weniger spannend als letzte Woche und mit gedrosseltem Tempo setzt Assured Destruction hauptsächlich auf die Figuren und hat kleinere Überraschungen an Bord. Von Langeweile ist die Episode dabei weit entfernt und liefert in allen Handlungssträngen gute Entwicklungen. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 29. April 2018The Expanse 3x03 Trailer
(The Expanse 3x03)
Schauspieler in der Episode The Expanse 3x03
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