The Blacklist 8x15

© ames Spader als Raymond Reddington in der US-Serie The Blacklist (c) NBC
The Russian Knot
Bereits zum dritten Mal in Folge erwartet uns kein Blacklister und auch keine Nummer im Episodentitel. Der ist dieser Woche dem angeblichen Namen einer sowjetischen Chiffriermaschine vergönnt, die vom Aussehen her der sogenannten Fialka ähnelt. Raymond Reddington (James Spader) gibt vor, dass Liz (Megan Boone) und Neville Townsend (Reg Rogers) mit Hilfe dieser Maschine miteinander kommunizieren und Cooper (Harry Lennix) zur Entschlüsselung der Nachrichten ebenfalls einen Russian Knot benötigt. Ein Museum in Minsk hat das letzte Gerät in seinem Besitz, womit diese Woche ein Heist ansteht, bei dem unsere Taskforce die Diebe mimt.
Elizabeth Keen wird derweil zu Townsend gerufen und muss sich für das Scheitern der letzten Woche verantworten. Nach einer sehr graphischen Einleitung, die uns aufzeigt, wie wahnsinnig Townsend ist, erhält Liz eine weitere Chance. Sie soll Beweise dafür liefern, dass Red N-13 ist und begibt sich zusammen mit ihrem Team ebenfalls nach Minsk. Katarina (Laila Robins) hat ihr eine Reihe verschlüsselter Nachrichten von Raymond hinterlassen, die sich nur mit dem Russian Knot entschlüsseln lassen.
Raymond Reddington und Dembe (Hisham Tawfiq) werden von Paula (Marylouise Burke) kontaktiert, die in Glens (Clark Middleton) Hinterlassenschaften ein interessantes Schriftstück gefunden hat und jetzt drüber im Bilde ist, welche Art von Arbeit Glen für Dembe und Red erledigt hat. Hier entsteht eine neue Partnerschaft, die Red die Gelegenheit gibt, Annes (LaChanze) Tochter Emma (Folami Williams) aufzusuchen.
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Der größere Fokus der Episode ist auf den (doppelten) Heist gerichtet und konfrontiert den Zuschauer mit der Frage, welche Absichten die jeweilige Partei wirklich im Schilde führt. Ressler (Diego Klattenhoff) sitzt hier zwischen den Stühlen, ist aber eine Schlüsselfigur, mit deren Hilfe wir erleben, wie die Zusammenhänge tatsächlich gestaltet sind. Ob seine Kollegen ihre Ansichten noch ändern werden, bleibt abzuwarten. Aber Liz kann am Ende einen wichtigen Fortschritt in Sachen Reds Geheimidentität erzielen. Sicher nur einen kleinen, aber der reicht vorerst, um Neville einen weiteren Besuch abzustatten.
Taskforce
Fangen wir doch mit Cooper und seinem Team an, welches sich von Red an der Nase herumführen lässt und diverse Offensichtlichkeiten übersieht. Unsereins empfand es schon merkwürdig, dass Cooper sich nicht über Reds Vorschlag - einfach mal eine Chiffriermaschine aus einem Museum in Minsk stehlen - beschwert. Denn es ist ein gewaltiger Unterschied, ob man innerhalb des eigenen Landes auf Verbrecherjagd geht oder in Belarus ein Museum beklaut. Bei internationalen Einsätzen sollte außerdem mit den dortigen Behörden kooperiert werden, denn trotz des von Red relativ geschickt eingefädelten Auftritts mitsamt aller Plausibilitäten bleibt die Angelegenheit unglaubwürdig. Dabei wäre es einfach gewesen, die Maschine von Beginn an in einem amerikanischen Museum zu platzieren, wo das FBI tatsächlich Zuständigkeit gehabt hätte. Aber das nur am Rande.
Kaufen wir das Szenario ab, erhalten wir aber eine spannende Geschichte, bei denen alle Figuren unseres Teams zum Einsatz kommen. Aram (Amir Arison) erhält die besten und amüsantesten Szenen (Stichwort: Peanut), um den anderen den Diebstahl zu ermöglichen. Agent Park (Laura Sohn) darf sich im Zweikampf mit Liz üben, Donald sorgt bei seiner anschließenden Konfrontation mit Liz dafür, dass der Russian Knot nicht in ihre Hände fällt und Cooper darf die Direktorin des Museums (Julia Aku) ablenken. Solche Teameinsätze sind immer gerne gesehen und die Heranführung an die große Überraschung, dass Coopers Team nicht allein vor Ort ist (die Blicke durchs Loch, nachdem der Sprengsatz von Max (Dikran Tulaine) zündete, waren unbezahlbar), würde ich ebenfalls als gelungen bezeichnen.
Hinterher hätte sich unser Team aber fragen müssen, weshalb Liz es auf die gleiche Maschine abgesehen hat. Da werden die falschen Schlüsse gezogen, obwohl es offensichtlich sein sollte, dass sie den Apparat zur Entschlüsselung von Reds Botschaften verwenden will. Kurz mal auf die Fakten schauen, hätte Cooper schon eingangs weiterhelfen können. Eine sowjetische Chiffriermaschine, die angeblich von Townsend und Liz zur Kommunikation benutzt wird? Mensch Harold, wen kennst du denn, der angeblich ein russischer Spion sein soll, sich perfekt mit dem Gerät auskennt und bei allen Plänen stets eine eigene Agenda verfolgt und schützt?
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Was aber noch störender wirkt, ist die Spaltung des Teams, nachdem es gerade einen waghalsigen Einsatz erfolgreich absolvieren konnte. Park ist ohnehin noch ein Risikofaktor, weil Red sie jederzeit um einen weiteren „Gefallen“ bitten kann. Jetzt kommt Ressler als Buhmann hinzu, weil er Liz helfen und ihr eine weitere Chance geben möchte - etwas, was selbst Cooper vor nicht allzu langer Zeit in Erwägung gezogen hat.
Ich glaube kaum, dass ich jetzt Donald verteidige, der mir in der Vergangenheit und in Bezug auf Liz immer ein bisschen treudoof vorgekommen ist. Aber hier liegt er richtig, während Cooper und der Rest sich viel zu leichtgläubig von Red um den Finger wickeln lassen. Schon vergessen, was vor ein paar Wochen mit Rakitin (Seth Numrich) passiert ist? Unser Team sollte sich schnell mal an einen Tisch setzen und ernsthaft miteinander austauschen.
Elizabeth Keen
Wie gefährlich die Partnerschaft mit Townsend ist, konnte Liz diese Woche aus erster Hand erfahren. Sie kann es sich nicht leisten, am Ende dieser Episode mit leeren Händen dazustehen und ist gezwungen, Resultate abzuliefern. Und tatsächlich gelingt es ihr mit Donalds Hilfe, eine offenbar aktuelle Nachricht zwischen Red und dem Freund im Osten (David E. Harrison) zu entschlüsseln:
„ITSTIMEMOBILIZEASSETS“.
Wobei ich direkt anmerken möchte, dass meine Sympathien für Liz diese Woche nur leicht gestiegen sind. Der (jetzt bestätigte) Tod von Anne lastet da schwer und ist unverzeihlich. Komischerweise befasst sich Liz überhaupt nicht damit, während wir Red in der Nebenhandlung zum Thema folgen. Auch das Ende mit dem Besuch bei Townsend, dem sie nun für ein paar Momente die Luft nimmt, ist nicht gerade glücklich gewählt. Schließlich begibt sie sich hier auf sein Level, was ein schlechtes Zeichen ist.
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Allerdings gibt es auch positive Aspekte zu vermerken. Das kleine Team mit Max, Esi Jackson (Kecia Lewis), Jax (Chloe Freeman) und Rocco (Clinton Brandhagen) mag noch etwas blass wirken, ist aber trotzdem eine kleine Bereicherung. Vor allem natürlich Max, dem wieder ein paar gute Einsätze vergönnt sind und der sich offenbar von seiner Behandlung durch Townsend erholt hat. Als kleines Highlight würde ich außerdem bezeichnen, wie Liz nach dem Treffen mit Donald ihren Häschern entkommen kann. Schön vorbereitet und ausgeführt.
Die Fortschritte in Sachen Red und N-13 sind derweil ebenfalls willkommen. Schließlich will nicht nur Liz den verbleibenden Geheimnissen näherkommen, sondern auch wir. Was die kryptische Nachricht betrifft, würde ich aber zunächst abwarten, was dahintersteckt. Also, welche „Assets“ da mobilisiert werden sollen und wofür. Red hatte vor ein paar Wochen auch mal was von seinem Endgame gesagt, welches nun vielleicht eingeleitet wird. Aber wie das aussieht, ob Red tatsächlich ein russischer Spion ist oder nicht und welches Ziel erlangt werden muss, bleibt offen bis vage (was wir von der Serie mittlerweile gewohnt sind).
Raymond Reddington
Weniger vage bleiben die Sympathien, die Red nach wie vor bei uns hat. Dass er Cooper und die anderen an der Nase herumführt, gehört seit Beginn der Serie dazu. Wie immer will Red seine eigenen Ziele durchsetzen und schützen, was ihm diese Woche nicht ganz gelingt, denn Liz und Donald sind seinen Plänen ein Stück nähergekommen.
Wo Red aber durchweg punkten kann, ist sein Umgang mit Paula und später auch mit Emma. In diesen beiden Nebenhandlungen darf Raymond sich herzlich geben und seine menschliche Seite dominieren lassen. Ich persönlich finde gut, dass Glen Carter mit seinen „Memoiren“ abermals und von jenseits des Grabes zuschlagen kann. So bleibt er unvergessen und dass Paula jetzt an seine Stelle tritt, passt perfekt ins Bild. Sie wirkt dabei durchweg sympathisch, was sich direkt bei ihrer mehr als bescheidenen „Erpressung“ bemerkbar macht. Weitere Auftritte nehme ich gerne mit.
Von Emma werden wir vermutlich weniger zu sehen bekommen, aber das passt schon. Es war auf jeden Fall wichtig, dass Red nach dem Tod von Anne nicht direkt zum Alltag übergeht und sich obendrein noch um ihre Tochter kümmert. Im Gespräch der beiden wird auch deutlich, dass Red sich mindestens eine Teilschuld an Annes Tod gibt, wenn nicht gar die volle Schuld auf sich nimmt. Er schiebt den tödlichen Unfall also nicht auf Liz ab, obwohl das leicht denkbar wäre. Ob Emma den Nachlass wohl angenommen hat?
Fazit
Der (doppelte) Heist hat Spaß gemacht, auch wenn das Szenario von Beginn an recht unglaubwürdig daherkommt. Liz soll zusammen mit Donald tatsächlich ein paar Fortschritte erzielen und die Vermutung liegt nahe, dass es in dieser Richtung weitergeht. Diskrepanzen und falsche Schlüsse im Team FBI sorgen derweil für Verwunderung, Liz hat noch einen weiten Weg vor sich, um neue Sympathiepunkte zu sammeln und Red darf sich in der Nebenhandlung abermals von seiner menschlichen Seite zeigen. Von mir gibt es diese Woche 3,5 von 5 Sternen. Und von euch?
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The Blacklist 8x16 Serientrailer
Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 2. Mai 2021The Blacklist 8x15 Trailer
(The Blacklist 8x15)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 8x15
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