The Blacklist 7x14

The Blacklist 7x14

In der Folge Twamie Ullulaq der US-Serie The Blacklist untersucht unser Team das sogenannte Alaska-Dreieck, wo Red kürzlich wertvolle Waren verloren hat. Für Agent Park ergibt sich eine persönliche Reise in und um ihre Vergangenheit. Aram nimmt Elodie unter die Lupe.

Szenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Twamie Ullulaq (c) NBC/Sony TV
Szenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Twamie Ullulaq (c) NBC/Sony TV
© zenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Twamie Ullulaq (c) NBC/Sony TV

Twamie Ullulaq

Für The Blacklist scheint die siebte Staffel die Staffel der ungewöhnlichen Folgen zu sein. So stehen diese Woche Alina Park (Laura Sohn) und Aram (Amir Arison) im Fokus, während der aktuelle Blacklister Twamie Ullulaq (Michael Horse) vielmehr Mittel zum Zweck ist. Allerdings ein geschicktes Mittel, denn das „Alaska-Dreieck“ ist keinesfalls frei erfunden und es lassen sich schnell Artikel wie dieser finden, die von 16.000 Vermissten seit 1988 sprechen und den prominenten Fall von Hale Boggs aus dem Jahre 1972 anführen, welcher zu einer der größten Suchaktionen der US-Geschichte führte - ohne eine Spur vom Politiker oder dem Flugzeug, in dem er von Anchorage nach Juneau unterwegs war, zu finden. Somit erfüllt der Fall der Woche schonmal bei mir seinen Zweck und lädt zur weiteren Auseinandersetzung mit dem mysteriösen Dreieck ein. Da lassen sich übrigens ein paar interessante Theorien zum großen Warum finden.

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Was nun Twamie und seine illegalen Geschäfte angeht, versucht Autor Daniel Cerone diese gegen Ende mit diversen Werdegängen unserer Figuren zu verbinden, was nur begrenzt gelingt. Ungleich dessen, ob an der Geschichte vom Kalten Krieg - also, den Versprechungen der US-Regierung an die Einheimischen Alaskas - etwas dran ist oder nicht (da habe ich nicht großartig recherchiert, sorry), lassen Lizzies (Megan Boone) Ausführungen im Gespräch mit Cooper (Harry Lennix) am Ende der Episode darauf schließen, dass wir Twamies Motive verstehen sollen. Mehr noch, wir sollen Empathie für ihn empfinden und da komme ich nicht mit. Sein Werdegang mag von den nicht erfüllten Versprechungen initiiert worden sein, quasi aus der Not geboren. Aber er hat diesen Weg über Jahre beibehalten und das war seine Entscheidung, genau wie die ganzen Missetaten, von denen wir soeben Zeugen wurden. Da fällt es schwer - nach dem Feuergefecht, nach der Gefangennahme und Behandlung von Edward Lussier (Gideon Emery) oder später Alina - auch nur ansatzweise seine Handlungen nachzuvollziehen. Schon allein die „verschwundenen“ LKW-Fahrer von Red (James Spader) sagen mir, dass der Mann hinter Gitter gehört.

Alina Park

Als es für unser Team nach Anchorage geht, lag irgendwie schon auf der Hand, dass Alina und ihr Geheimnis eine größere Rolle spielen würden. Was anfangs noch wie ein relativ normaler Fall wirkt, der die üblichen Recherchen unseres Teams zeigt, während Red auf seine Weise seiner verlorenen Ware nachgeht (der Besuch bei Rossi (Pedro Carmo) war dufte), entwickelt sich spätestens mit dem (zunächst arg zufällig wirkenden) Treffen von Lussier zu einer Reise in ihre Vergangenheit.

Was uns da im Folgenverlauf zu Alinas Vergangenheit geliefert wird, ist schon harter Tobak. Gerade die Rückblicke zu ihrer siebenjährigen Version (Avril Lena Wei) und ihrer heroinabhängigen Mutter (Kasey Marr) verdeutlichen das und die größte Spannung wird daraus generiert, wie sie nach gelungener Flucht mit Lussier umgeht. Zumal der eben noch damit drohte, ihr Geheimnis und die damit verbundene Abneigung des FBI-Büros in Anchorage ihr gegenüber, zu offenbaren. Vor dem Hintergrund, der uns präsentiert wurde und mit Blick auf ihre „kurze Lunte“ von letzter Woche, als sie Newton Purcell (Bryce Pinkham) fast umgebracht hätte, ist es ein enormer Schritt für Alina, die Situation mit der Bärenfalle nicht auszunutzen. Übrigens genau die Aktion, die ihren Werdegang von dem von Twamie unterscheidet. Denn sie holt Hilfe, auch wenn das mit Risiken verbunden ist und später beichtet sie Cooper sogar noch die ganze Geschichte. In diesem Fall bin ich da auch ganz der Meinung von Liz, dass Cooper hier den „benefit of the doubt“ geben sollte.

Laura Sohn spielt das Ganze übrigens verdammt gut und ihre Alina Park fügt sich jetzt sehr gut in unser Team ein, welches nicht gerade von weißen Westen geprägt ist. Spätestens mit dieser Folge ist sie jedenfalls ein gutes Stückchen mehr Teil unseres Teams geworden, welches sich ohnehin in Grauzonen bewegt.

Ganz ohne Kritik geht es aber auch nicht. So wird mir nicht klar, weshalb sie Liz zuvor eingeweiht hat und die anderen nicht. Denn eine besondere Bindung zu Liz ist mir bislang noch nicht aufgefallen. Mit Blick auf diverse Episoden, würde ich eher meinen, dass sie Donald (Diego Klattenhoff) hätte an Bord holen müssen oder gar Red. Letzterer hat übrigens aktiv nach Lussier gesucht, um Alina mit ihm zu konfrontieren (womit der arge Zufall von oben kein Zufall mehr ist - zum Glück). Ziel erreicht, würde ich meinen. Aber mich wundert schon ein wenig, dass Red diesen Weg geht und nicht eine persönlichere Variante, für die wir ihn kennen.

Aram und Elodie

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Aram hat letzte Woche herausgefunden, dass es einen Heiratsvertrag gab, der Elodie (Elizabeth Bogush) um zehn Millionen US-Dollar reicher macht, falls sie Charles (Rich Mollo) überlebt und sich zuvor nicht von ihm trennt. Da liegt es nahe zu vermuten, dass der Tod von Charles nicht ohne „Hilfestellung“ ihrerseits eingetreten ist - und Aram ist drauf und dran, diese Vermutung zu beweisen. Mit Hilfe von Red.

Uff. Alinas Offenbarungen sind schon heftig und überschatten alles, was sonst noch diese Woche passiert. Arams Dilemma scheint da auf den ersten Blick weniger relevant, aber dürfte unserem liebgewonnenen Charakter trotzdem sehr zu schaffen machen. Verdient hat er sich den Ausgang sicherlich nicht, im Gegenteil, er ist die letzte Figur der Serie, der man nicht ein wenig Liebesglück gönnen würde. Und dann kommt der Tritt in den Magen, der Elodie als weit berechnender herausstellt, als sich annehmen ließ.

Ganz ehrlich, dieser Handlungsstrang hat mir keine Freude bereitet. Es wirkt einfach zu konstruiert und unglaubwürdig, wenn Wilbur Eaton (James Leo Ryan) diese Woche wieder dabei ist - zuletzt gesichtet in Les Fleurs du Mal - und offenbar mit Elodie unter einer Decke steckte, um Charles ans Leder zu gehen. Versteht mich nicht falsch, ich mag es, wenn Geheimnisse ans Licht kommen und einen WTF-Moment kreieren, denn davon lebt die Serie mehr oder weniger. Aber jetzt soll schon das erste Treffen zwischen Aram und Elodie kein Zufall gewesen sein und ihr Todeskampf aus der dritten Folge dieser Staffel zum größeren Spiel gehören? Nee, diese Schallplatte werde ich nicht kaufen, sie ist zerkratzt.

Positiv sehe ich allerdings, dass das Kapitel Elodie nun (hoffentlich?) abgeschlossen wurde. Bei Aram wird das zwar Spuren verlassen, aber letzten Endes ist er seinem Charakter doch noch treugeblieben und hat weitergegraben, wo andere vielleicht nicht so genau hingeschaut hätten. Ob er dazu unbedingt Reds Hilfe gebraucht hätte, bleibt zwar fraglich, aber immerhin hat er die Bestätigung erhalten, nach der er gesucht hat und unternimmt anschließend den einzig richtigen Schritt.

Ich hoffe derweil, dass er nach Samar (Mozhan Marno) und Elodie nicht allzu lange warten muss, ehe Amor erneut an seine Tür klopft. Dann aber hoffentlich in Form einer gleichermaßen liebenswürdigen Figur wie ihn und ohne Hintergedanken. Aram verdient einfach ein glückliches Privatleben.

Sonstiges

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Raymond Reddington ist diese Woche zwar dabei und hat seine Finger im Spiel, aber die Bühne überlässt er (von wenigen Ausnahmen abgesehen) anderen Figuren. Eine gute Abwechslung, auch wenn er schon letzte Woche nur dabei statt mittendrin war. Bei Liz sieht es ähnlich aus. Sie ist ebenfalls dabei, direkt im Fall involviert und liefert durch die Unterredung mit Cooper am Ende einen teils wertvollen Blickwinkel (was Park betrifft). Ihre Suche nach Ilya Koslov (Brett Cullen) pausiert aber diese Woche und siehe da, wenn sie sich auf den Fall und ihre Kollegen konzentriert, fügt sie sich viel besser ins Geschehen ein. An Harolds Stelle würde ich ihr aber trotzdem noch etwas auf die Finger klopfen - für das verschwiegene Geheimnis von Alina.

Bleibt noch Ressler übrig, der diese Woche mehrere Anrufe von „Trouble“ wegdrückt. Hinter dem Anrufer steckt sein Bruder, und der vergebene Name sagt viel über das aus, was Donald erwarten könnte, sobald er den Anruf entgegennimmt. Vermutlich ist er nun der nächste, der eine Nebenhandlung abseits der üblichen Fälle erhält und so ein bisschen gespannt darauf, was dahintersteckt, bin ich schon.

Fazit

Alinas Geheimnis wird gelüftet, der Fall der Woche lädt zum Nachforschen ein und das Kapitel Elodie scheint ein Ende zu finden. Red und Liz stehen dabei weniger im Vordergrund, was aber nicht besonders schlimm ist. Am Ende passt zwar nicht alles zusammen, aber doch wirkt es diese Woche wesentlich runder als letzte. Von meiner Seite sind vier von fünf Sternen drin. Und von Euch?

Vorschau auf die The Blacklist-Episode Gordon Kemp (7x15):

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Verfasser: Christian Schäfer am Sonntag, 12. April 2020
Episode
Staffel 7, Episode 14
(The Blacklist 7x14)
Titel der Episode im Original
Twamie Ullulaq
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Freitag, 10. April 2020 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Freitag, 26. Juni 2020
Autor
Daniel Cerone
Regisseur
Victor Nelli Jr.

Schauspieler in der Episode The Blacklist 7x14

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