The Blacklist 7x13

© zenenfoto aus der The-Blacklist-Folge Newton Purcell (c) NBC/Sony TV
Newton Purcell
Der Blacklister der Woche - Newton Purcell (Bryce Pinkham) - gehört zu den Gegenspielern der ungewöhnlichen Sorte. Seine Angriffe auf die Server der „Optimus Data Company“ scheinen zunächst die Absicht zu haben, an heikle Informationen zu gelangen - schließlich liegen auch Daten des Verteidigungsministeriums auf deren Servern. Da der Fall - wie so oft - von Raymond (James Spader) kommt, lässt sich außerdem annehmen, dass Red es ebenfalls auf bestimmte Dateien abgesehen haben könnte und im weiteren Verlauf wieder einer eigenen Agenda nachgeht, unbemerkt von unserem Team.
Doch es läuft vieles diese Woche anders ab, als wir es gewohnt sind. So hat Red keinerlei Interesse an irgendwelchen Dateien und ist ohnehin anderweitig beschäftigt. Newton Purcell ist derweil ein Gegenspieler, der mir mit jeder Wendung weniger gefällt. Wobei ich jetzt das Thema Lärm oder „Noise Pollution“ nicht unbedingt schlecht finde - wie schon vor zwei Wochen geschrieben, gefällt es mir, wenn aktuelle, reale Themen in Episoden eingebaut werden. Aber mit Lärm verbinde ich jetzt nicht unbedingt Serverfarmen und deren summende Geräusche, da denke ich eher an Verkehrslärm von Flugzeugen, Zügen, Straßenbahnen oder Autobahnen. Anhaltende Summgeräusche würde ich Elektrizitätswerken oder Oberleitungen zuschreiben, während Server nicht im Freien stehen, sondern in geschlossenen Räumen - da wird doch höchstens der Mitarbeiter verrückt, der sich pausenlos im Serverraum aufhalten muss. Von daher kann ich Purcell schonmal nicht wirklich folgen.
Mit seinen besonderen Hör- beziehungsweise Nichthörgeräten bekommt Purcell zwar ein Merkmal, was sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Aber als Bösewicht mit ausschließlich niedrigen (Rache-)Motiven steht er bei mir am unteren Ende der Gegenspieler. Der Mann ist schlicht wahnsinnig, da kann auch seine besondere Mordmethode nicht drüber hinwegtäuschen. Und wozu brauchte er überhaupt die Daten, hätte eine schlichte Google-Suche nicht auch gereicht, um die Namen Ryan Healy (Jonathan Rayson) und Libby Bishop (Angela Pierce) auszuspucken?
Nee, ich bin da vom Fall der Woche nicht besonders angetan. Selbst die Verfolgung von Newton und die Frage, ob Libby überleben wird, laden nicht so gut zum Mitfiebern ein wie sonst. Als interessanten Aspekt würde ich allerdings Alinas (Laura Sohn) Zweikampf anführen, der beinahe in der Ermordung Newtons endet. Da wird wieder auf das Geheimnis ihrer Vergangenheit angespielt, welches Liz (Megan Boone) bereits kennt, aber uns noch nähergebracht werden muss.
Eye of the Tiger

Für diesen Abschnitt empfehle ich folgende Hintergrundmusik:
Ich werde dieses Lied wohl nie wieder hören, ohne dabei Glen Carter (Clark Middleton) vor Augen zu haben. Der steckt diese Woche nämlich in der Klemme, weil der von Red importierte Wagen samt Schmuggellieferung im Wert von zwölf Millionen US-Dollar nicht in Houston angekommen ist. Glen beichtet Red den Fehler und verspricht, sich um die Angelegenheit zu kümmern - der Auftakt zum besten Teil der Episode.
Für Red und Dembe (Hisham Tawfiq) steht dabei einiges auf dem Spiel und als Autor Noah Schechter mit dem Wettbewerb um die Ecke kommt, ist sofort klar, dass die Aussichten für Glen nicht gerade rosig sind. Außerdem werden die Käufer mit fortschreitendem Verlauf der Episode immer unruhiger, erst recht, als Red zum zweiten Mal den Übergabetermin verschieben lässt. Ein erhöhtes Polizeiaufgebot am Ort des Wettbewerbs macht es zudem schwer für Red, in das Geschehen einzugreifen. Letzten Endes macht er einem von Glens Konkurrenten zwar ein großzügiges Angebot, damit dieser aus dem Wettkampf ausscheidet, aber ob Pastor Ritzen (Bill Timoney) das tatsächlich annimmt, bleibt ungewiss.
Ich für meinen Teil nehme an, dass Glen den Wettbewerb regulär gewonnen hat. Gönnen würde ich es ihm allemal, genau wie ich ihm diese Episode gönne, in der er sich mit seiner typischen Art endlich mal richtig austoben darf. Jede einzelne Szene weiß da zu gefallen, wobei die Highlights sicher Reds Ansprache über seinen „besten Mann“ sowie die längere Sequenz zu den Klängen von „Eye of the Tiger“ sind. Das nenne ich mal eine Abwechslung, die ich gerne mitnehme und die sicher noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Aram und Elodie

Die Nebenhandlung um Aram (Amir Arison) und Elodie (Elizabeth Bogush) läuft derweil Gefahr, mich vollends zu verlieren. Den Skydiving-Ausflug würde ich als nett und amüsant beschreiben, während Arams Sorgen, ob Elodie die richtige für ihn ist, von aufrichtigen Zweifeln begleitet werden. Dass nun gerade Liz da einen wertvollen Tipp gibt, nehme ich auch gerne mit. Aber anschließend überschlagen sich die Ereignisse dermaßen, dass letztlich nur noch das Gefühl zurückbleibt, einer (schlechten) Seifenoper zu folgen.
Mir ist da jedenfalls mindestens eine Wendung zu viel drin, wobei der Tod von Charles (Rich Mollo) für mich schon zu plötzlich kommt. Zur Erinnerung: Charles hatte erst in Victoria Fenberg einen Herzinfarkt, was bei Aram zu Gewissensbissen führte. Jetzt wird Charles aus der Gleichung genommen, ohne dass Elodie und Aram Gelegenheit erhalten, ihre Beziehung in seiner Anwesenheit und nach dem scheinbar aufrichtigen Gespräch beider weiter auszuloten. Sicher, der Zustand von Charles deutete nicht gerade auf eine hohe Lebenserwartung hin, aber ihn jetzt offscreen rauszuschreiben, wirkt relativ billig.
Wirklich entsetzt bin ich aber über den Ehevertrag, den Aram zufällig während der Trauerfeier findet. Denn bislang ließ sich annehmen, dass Elodie ihr Mitgefühl für ihren Ehemann nicht vortäuscht. Sie ist diese Woche drauf und dran, mit Aram schlusszumachen, sprang vor zwei Wochen direkt auf, als Charles seinen Herzinfarkt hatte. Und jetzt wird angedeutet, dass sie nur auf den Tod ihres Mannes gewartet hat, um an die zehn Millionen Nachlass zu kommen? Passt nicht zusammen.
Recherche

Eine weitere Nebenhandlung, die Cooper (Harry Lennix) am Rande wahrnimmt, sind Lizzies Recherchen außerhalb des aktuellen Falles. Sie sucht nach einem „Mister X“ und setzt dafür einige Hebel in Bewegung, die schließlich dazu führen, dass sie eine relativ zwielichtige Privatdetektivin (Kecia Lewis) engagiert.
Die gesuchte Person wird uns als Ilya Koslov (Brett Cullen) offenbart - aktuell eine der wenigen Personen, die Reds wahre Identität kennen. Somit kann Liz es nicht lassen, dem Geheimnis weiter nachzugehen, was mir sogleich ein Augenrollen beschert hat. Klar, früher oder später würde ich schon gerne erfahren, wer dieser Raymond Reddington wirklich einmal war. Aber Liz sollte es mittlerweile besser wissen und wenn sie schon nicht direkt bei Raymond die gewünschte Information erhält, doch zumindest auf ihre Kollegen beim FBI setzen - im Idealfall stünde ihr da ein Team beiseite, welches Woche für Woche in Windeseile Informationen sammeln kann. Dazu braucht es keine privaten Ermittler und vor allem keine große Geheimniskrämerei.
Fazit

Glen Carter ist mein Held der Woche, denn er rettet diese Folge vor einer negativen Wertung. Der Fall um Newton Purcell konnte jedenfalls nur in einigen Ansätzen überzeugen und die Nebenhandlungen um Aram und Liz lösen bei mir auch nicht gerade Begeisterungsstürme aus. Von meiner Seite sind da - mit beiden Augen auf Glen - dreieinhalb von fünf Sternen drin, aber sicher nicht mehr. Und von euch?
Der Serientrailer zur Episode Gordon Kemp der Serie The Blacklist (7x15):
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Verfasser: Christian Schäfer am Samstag, 4. April 2020The Blacklist 7x13 Trailer
(The Blacklist 7x13)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 7x13
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