The Blacklist 6x10

© zenenfoto aus der âThe Blacklistâ-Folge âThe Cryptobankerâ (c) NBC
The Cryptobanker
Matt Pierson (Korey Jackson) betreibt ein Unternehmen, welches Herzschrittmacher herstellt, die sich aus der Ferne ĂŒberwachen, warten und auch manipulieren lassen. Zu den etwa 200.000 Kunden, die ein solches Implantat tragen, gehört auch Matts Tochter Jamie (Mia Mei Williamson), deren Leben zunĂ€chst auf dem Spiel steht, als der Hacker Oleg (Chris Petrovski) einen Weg findet, die Schrittmacher zu kontrollieren und Pierson erpresst. Das Lösegeld wird in Bitcoins transferiert, die Foley (David Gautreaux) von einem Banker (Matthew Jaeger) - die eigentliche Zielperson, die geschnappt werden soll - waschen lĂ€sst.
Soviel zur Ausgangslage der The Blacklist-Folge The Cryptobanker. Durch Raymond (James Spader) wird unsere Taskforce auf den Fall aufmerksam gemacht und setzt anschlieĂend alles daran, den Verbrechern auf die Spur zu kommen. In Sachen GlaubwĂŒrdigkeit lĂ€sst sich nur schwer beurteilen, wie gelungen das Szenario ist. Die Technik ist tatsĂ€chlich so weit, dass TrĂ€ger von Herzschrittmachern ihre eigenen GerĂ€te und Daten per App auslesen können oder Ărzte im unmittelbaren Nahbereich die Schrittmacher drahtlos programmieren können, was neuerdings auch ĂŒber Mobilfunk- oder WLAN-Verbindungen möglich ist (siehe dazu beispielsweise hier). Insofern erscheint das prĂ€sentierte Horrorszenario, welches im Folgenverlauf noch durch Ransomware gesteigert wird, durchaus plausibel. Ich wĂŒrde allerdings davon ausgehen, dass die entsprechenden Hersteller-Netzwerke besser gesichert und Olegs Eingriffe, obwohl ebenfalls plausibel dargestellt, nicht ohne weiteres von auĂen möglich sind. Es gibt zwar einige Berichte zu möglichen AnfĂ€lligkeiten bei Herzschrittmachern, aber bislang nicht einen gemeldeten Fall, bei dem tatsĂ€chlich ein GerĂ€t von einem Hacker manipuliert wurde (jedenfalls keinen, den ich finden konnte).
Aber unabhĂ€ngig davon, ob das Geschehen nun möglich ist oder hier und dort ein wenig ĂŒbertrieben wird, ergibt sich eine spannende Geschichte. Vor allem Aram (Amir Arison) ist da gefragt, der offenbar gut mit Kindern umgehen kann, als er fĂŒr Jamie einen Faraday'schen KĂ€fig bastelt und am Ende sogar im Feldeinsatz seine Waffe abfeuert. Gastfigur Pierson begeht im Handlungsverlauf zwar einen schwerwiegenden Fehler (der Oleg dazu animiert, seine Bedrohlichkeit auszuweiten), kommt aber Ă€uĂerst sympathisch rĂŒber und steht - wo immer er kann - helfend zur Seite.
Verwundert hat mich am Ende lediglich, dass statt des Bankers der angeschossene Foley von Liz (Megan Boone) befragt wird. WÀscht der Banker nicht das Geld und lÀsst es seinen Kunden, von denen Foley vermutlich nur einer ist, zukommen?
Raymond Reddington

Oha, jetzt wird es aber eng fĂŒr Red. Bereits zu Episodenbeginn wird er von Sima (Ken Leung), der den ImmunitĂ€tsdeal offenlegen und auch die Taskforce mit in die Anklage hineinziehen will, dazu gezwungen, sich schuldig zu bekennen. Jedenfalls, wenn er unsere Ermittler schĂŒtzen will, was natĂŒrlich auch Liz betrifft. Folglich muss er seinen Zeitplan anpassen und unternimmt einen gewagten Schritt, der daraufsetzt, dass er sehr bald aus dem GefĂ€ngnis ausbricht.
Red setzt dabei alles auf eine Karte und unternimmt gar nicht erst den Versuch, die Jury von einem milden Urteil zu ĂŒberzeugen und statt der Todesstrafe vielleicht nur einer lebenslĂ€nglichen Haft entgegenzublicken. Das lĂ€sst der Zeitplan fĂŒr den Ausbruch an der Stelle auch nicht mehr zu. Wir können daher nur mit Spannung beobachten, wie Red aus dem GefĂ€ngnis entkommen möchte und fragen uns Ă€hnlich wie Vontae (Coy Stewart) und Vega (Javier Molina), wie er das anstellen wird.
In der Tat ist der Plan nicht schlecht und hat - typisch Red eben - jede Menge Stil. Da wird kein Tunnel gegraben oder (ĂŒbermĂ€Ăig) Gewalt angewendet, sondern gemĂŒtlich als GefĂ€ngnisdirektor Warden (Mike Boland) verkleidet durch die GĂ€nge marschiert. Köstlich mitanzusehen und gleichzeitig spannend, weil nur ein genauer Blick der WĂ€rter ausreichen kann, um die Tarnung auffliegen zu lassen und den Ausbruch vorzeitig zu beenden.
Elizabeth Keen

Dass die Flucht knapp scheitert, ist am Ende Liz zu verdanken und fĂŒhrt uns zum Aufreger der Woche. Die macht es uns Zuschauern nĂ€mlich weiterhin schwer, Sympathien zu entwickeln. Ihre kleine Rede vor Gericht, in der sie die Jury um ein gnĂ€diges Urteil bittet, kann daran nichts Ă€ndern. Hat sie tatsĂ€chlich nicht begriffen, was Red ihr durch die Blume die ganze Zeit zu verstehen gibt? Weshalb sollte sie wohl irgendwelche Reservierungen vornehmen, wenn keine Chance besteht, dass Reddington vor Gericht freigesprochen wird? Sie hĂ€tte da bloĂ eins und eins zusammenzĂ€hlen mĂŒssen und ihre Nase im entscheidenden Zeitpunkt nicht in seine Angelegenheiten stecken dĂŒrfen. Nur einmal die FĂŒĂe stillhalten und darauf vertrauen, dass seine PlĂ€ne zu einem guten Ende fĂŒhren werden.
Jetzt hat sie Red ein weiteres Mal der Todesstrafe nĂ€hergebracht. GlĂŒcklicherweise scheint er mit der Verbindung des Cryptobankers noch einen Plan B in der Hinterhand zu haben. Aber fĂŒr diesen Plan muss er sich nun auf Liz verlassen, womit die Aussichten auf Erfolg nicht gerade hoch sind. Ihre BemĂŒhungen sind zwar sichtbar, als sie Foley befragt und ja, es lĂ€sst sich durchaus erkennen, dass sie Red nicht ĂŒber die Klinge springenlassen will. Aber da sie fĂŒr den ganzen Schlamassel verantwortlich ist und erst dafĂŒr gesorgt hat, dass Raymond im Knast landete, wird es ein langer, beschwerlicher Weg werden, ehe sie bei uns auch nur den Hauch von Sympathie erhĂ€lt.
AuĂerdem ist es der blanke Hohn, dass Red sich bei ihr fĂŒr den Einsatz vor Gericht bedankt. Wenn er bloĂ wĂŒsste, wer ihn da reingeritten hat. Hoffentlich bricht Dembe (Hisham Tawfiq) noch sein Schweigen, denn ich wĂ€re auf Reds Reaktion gespannt.
Ebenso gespannt wĂ€re ich auf die Reaktionen von Cooper (Harry Lennix), Aram und Samar (Mozhan Marno), wenn die erfahren, was Ressler (Diego Klattenhoff) bereits weiĂ. Ich kann mir kaum vorstellen, dass die Ă€hnlich wie Donald im Team Liz landen werden. Selbst dann nicht, wenn es ihr tatsĂ€chlich gelingen sollte, Red aus der Todeszelle wieder herauszuholen.
Fazit
Es bleibt weiterhin spannend und am Ende ist die Lage um Red aussichtsloser denn je. Verantwortlich dafĂŒr ist erneut Liz, die es weiterhin schwer hat, wieder auf einen grĂŒnen Zweig bei den Zuschauern zu kommen. Der Fall der Woche war in Ordnung und hat zumindest bei mir eine kleine Recherche zum Thema Herzschrittmacher bewirkt. Wertungstechnisch vergebe ich vier von fĂŒnf Sternen. Und ihr?
Trailer zur Episode Bastien Moreau der Serie The Blacklist (6x11):
Verfasser: Christian SchÀfer am Sonntag, 10. MÀrz 2019The Blacklist 6x10 Trailer
(The Blacklist 6x10)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 6x10
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?