The Blacklist 5x20

© mir Arison, Diego Klattenhoff, Megan Boone und Michael R. Pauley in âThe Blacklistâ (c) NBC / Foto: Scott Gries
Nicholas T. Moore
Wer sich diese Woche auf die Fortsetzung des Wettrennens zwischen Liz (Megan Boone) und Red (James Spader) gefreut hatte, bekommt einen kleinen DĂ€mpfer versetzt. Nicholas T. Moore (Bob Gunton) und sein kleiner Kult haben nĂ€mlich rein gar nichts mit der ĂŒbergeordneten Staffelhandlung zu tun, sondern dienen nur als Finte fĂŒr Liz. Somit gibt es mit Nicholas T. Moore bloĂ einen weiteren Fall der Woche. Zwar mit einem kleinen Cliffhanger, weil Samar (Mozhan Marno) sich am Ende noch immer in den HĂ€nden eines gewissen Lawrence Dean Devlin (Pruitt Taylor Vince) befindet - aber mit Blick auf den Titel der nĂ€chsten Episode bedeutet das nur, dass wir noch lĂ€nger warten mĂŒssen, ehe das Finale (hoffentlich) Aufschluss ĂŒber die Bedeutung und IdentitĂ€t der sterblichen Ăberreste gibt.
Aber Ă€hnlich wie Liz hegen auch wir anfangs den Verdacht, dass die kleine Maybelle (Austyn Johnson) etwas mit Ian Garvey (Jonathan Coyne) zu tun haben könnte oder es mindestens eine Verbindung zu Red gibt, die er geheim halten möchte. An sich wĂ€re es auch nicht schlimm, vorerst noch einen Fall der Woche zu erhalten. Nur lĂ€sst die Umsetzung hier leider sehr stark zu wĂŒnschen ĂŒbrig und das liegt in erster Linie am bearbeiteten Thema.

ZunĂ€chst einmal wird mir ĂŒberhaupt nicht klar, wie der Herr Moore es schaffen konnte, seine kleine Gruppe auf die Beine zu stellen und von seinen Ansichten zu ĂŒberzeugen. WĂ€re er eine charismatische Persönlichkeit mit etwas weniger drastischen Ansichten ĂŒber den Rest der Gesellschaft und hĂ€tte seine Ideen (oder vielmehr seinen Wahn) nach und nach prĂ€sentiert, dann hĂ€tte sich vermutlich nachvollziehen lassen, wie sein kleiner, abgeschotteter Kult erschaffen werden konnte. Aber weder zeigt Nicholas Charisma noch scheint er ĂŒberzeugende QualitĂ€ten zu besitzen. Ein buchwedelnder Aram (Amir Arison) reicht da am Ende, um die meisten seiner AnhĂ€nger von der groĂen LĂŒge zu ĂŒberzeugen. Wie soll Moore da einmal die Gruppe ins Leben gerufen haben?
Obendrein wirkt die ganze Geschichte nicht konsequent. Kontakte zur AuĂenwelt bedeuten die Gefahr der Kontamination und wie mit Leuten umgegangen wird, die sich aus der Sicherheit der Gruppe entfernt haben, wird uns sehr eindeutig vor Augen gefĂŒhrt. Trotzdem wusste Maybelles Vater ĂŒber die medizinischen Möglichkeiten der AuĂenwelt Bescheid. Woher? Und weshalb ist Moore daran interessiert, Maybelle durch Lawrence zurĂŒckzuholen? In seinen Augen muss das doch ein enormes Risiko sein, schlieĂlich könnte seine Gruppe sowohl durch Maybelle als auch durch Lawrence infiziert werden. Das ergibt genauso wenig Sinn, wie einen Teil der Gruppe mit Gasmasken auszustatten und einen anderen Teil nicht.
Versteht mich nicht falsch, grundsĂ€tzlich steckt da durchaus Potential in der vorgestellten PrĂ€misse. Man kann sich auch gut vorstellen, dass Personen, die in eine solche Gruppe hineingeboren werden, Moores Geschichten ĂŒber die AuĂenwelt von klein auf zu hören kriegen und folglich nie etwas anderes kennengelernt haben, ihre Lebensweise entsprechend nach „The Age of Contagion“ ausrichten. Aber wenn man sich schon dem Thema solcher ominöser Gemeinschaften widmet, dann bitte durchdachter und ohne die obigen WidersprĂŒche. Als Zuschauer wird man schlieĂlich am besten von einer Geschichte gefesselt, wenn man sich in sĂ€mtliche Protagonisten hineinversetzen und sie nachvollziehen kann - was hier leider (von wenigen Ausnahmen wie Maybelle abgesehen) nicht einmal ansatzweise der Fall ist.
Aram und Samar
Ungleich letzter Woche gibt es dieses Mal aber wieder mehr Drama innerhalb unserer Taskforce. Das betrifft natĂŒrlich Aram, denn als Lawrence sich Maybelle schnappt, nimmt er auch gleich Samar mit. Somit starten fĂŒr unseren Computerspezialisten einige bange Stunden, die auch nach dem Ende der Folge noch nicht vorbei sind.
Was genau Lawrence mit Samar vorhat, bleibt vorerst ungewiss. Der erste Auftritt von Pruitt Taylor Vince in der Episode lieĂ aber schon vermuten, dass seine Rolle etwas gröĂer ausfallen könnte - schlieĂlich ist er nicht nur in der Serienwelt ein bekanntes Gesicht. Hoffen wir mal, dass man ihn nĂ€chste Woche besser einzusetzen weiĂ als Bob Gunton diese Woche.

Die Sorgen um Samar dominieren jedenfalls Arams Gedanken und lassen ihn im Schlussakt sogar die Initiative ergreifen, um Moores Gruppe zur Aufgabe zu bewegen. Emotional können wir uns dabei prima in die Figur hineinversetzen, auch wenn seine Aktion natĂŒrlich risikoreich und - fĂŒr seine VerhĂ€ltnisse - dumm ausfĂ€llt. Nachvollziehbar ist es aber allemal, insofern sollten wir eher Donald (Diego Klattenhoff) und Liz fragen, weshalb sie ihn nicht zurĂŒckhalten - schlieĂlich ist abzusehen, dass Aram nicht einfach nur zuschauen wird.
Raymond Reddington
WĂ€hrend das FBI - wie von Red gewĂŒnscht - dem aktuellen Fall nachgeht, sucht dieser einen Weg, um an die Tasche heranzukommen. ErwartungsgemÀà ist Jennifer (Fiona Dourif) hier seine nĂ€chste Anlaufstelle. Aber, um irgendwelche Informationen zu bekommen, die ihn weiterbringen, muss er zunĂ€chst einmal ihr Vertrauen gewinnen - mit Blick auf letzte Woche keine leichte Aufgabe.
Doch Red wĂ€re nicht Red, wenn er nicht die passenden Worte finden wĂŒrde. Wieder einmal ist es faszinierend, Spader in seiner Rolle zuzuschauen. Obendrein geben ihm die Autoren erneut viele stimmige Zeilen Redegewandtheit mit auf den Weg. Sein GesprĂ€ch mit Jennifer und wie er sie schlieĂlich ĂŒberzeugt, ihn zu Naomi (Mary-Louise Parker) zu bringen, ist jedenfalls ein kleines Highlight der Folge.
Ferner erwartet uns und ihn wenig spĂ€ter eine unangenehme Ăberraschung, denn Naomi ist seit ihrem letzten Auftritt in der Serie unter der Erde gelandet und es ist offensichtlich, wem Jennifer die Schuld dafĂŒr gibt. So viel zu seinem Plan, Frau und Kind zu schĂŒtzen, indem er sie verlĂ€sst. Eine bittere Erkenntnis, zumal ihm Jennifer noch zu verstehen gibt, dass es keine Chance mehr zum Flicken des Vater-Tochter-VerhĂ€ltnisses gibt - die Wege der beiden trennen sich somit wieder (dieses Mal vermutlich fĂŒr immer).

Abgesehen von diesen Offenbarungen erweisen sich sowohl Jennifer als auch Naomi als Sackgassen in Bezug auf die begehrte Tasche. Eine neue Spur fĂŒhrt nun nach Costa Rica, aber bevor irgendjemand die Reise dahin antreten wird, muss Samar noch gerettet werden. Erst dann kann der Wettlauf zwischen Liz und Red wieder an Fahrt aufnehmen.
Fazit
The Blacklist gerĂ€t nach dem aufgenommenen Endspurt von letzter Woche ins Straucheln und wird durch einen Fall der Woche gebremst. An sich nicht tragisch, doch die Geschichte von Nicholas T. Moore weiĂ leider kaum zu ĂŒberzeugen und verschenkt jede Menge Potential einer grundsĂ€tzlich interessanten Idee. Gewohnt gut ist hingegen Raymonds Handlungsstrang und mit Aram lĂ€sst sich gut mitfĂŒhlen. Von mir gibt es diese Woche 2,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 3. Mai 2018The Blacklist 5x20 Trailer
(The Blacklist 5x20)
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