The Blacklist 5x15

The Blacklist 5x15

In der Folge Pattie Sue Edwards der US-Serie The Blacklist konzentriert sich unsere Task Force auf eine Frau, die hinter einem Virenausbruch steckt. Liz kommt mit Singletons Hilfe in ihren Ermittlungen weiter und bei Red klopft die Steuerprüfung an der Tür.

Regina Taylor, Diego Klattenhoff und Mozhan Marnò in „The Blacklist“ (c) Virginia Sherwood/ NBC
Regina Taylor, Diego Klattenhoff und Mozhan Marnò in „The Blacklist“ (c) Virginia Sherwood/ NBC
© egina Taylor, Diego Klattenhoff und Mozhan Marnò in „The Blacklist“ (c) Virginia Sherwood/ NBC

Pattie Sue Edwards

The Blacklist präsentiert uns mit Pattie Sue Edwards mal wieder einen der hanebücheneren Fälle der Serie. Schon bei den Eröffnungsszenen darf man da gewaltig mit der Stirn runzeln und sich drüber wundern, wie schnell das mutwillig verbreitete Virus zuschlägt und wie schnell die Leute vom CDC vor Ort sind, um eine Ausbreitung zu verhindern. Eine Inkubationszeit von quasi Null muss hier ebenso geschluckt werden wie die Reaktionszeit der Profis. Aber damit hört es noch nicht auf. Auch das Computervirus und dessen Implementierung strotzt nicht gerade vor Glaubwürdigkeit und die Fähigkeiten der Blacklisterin Pattie Sue Edwards (Liza J. Bennett) stehen noch auf einem ganz anderen, noch weiter hergeholten Blatt.

Offensichtlich setzen die Macher einmal mehr auf einen spektakulären Fall höchster Bedrohlichkeit, ohne sich tatsächlich bewusst zu sein, wie sie es angehen müssten. Es gibt zwar zahlreiche Erklärungen, die uns zum Folgengeschehen an den Kopf geworfen werden, aber naja, mich haben sie nicht überzeugt.

Das gesagt und wenn man einen möglichen Bezug zur Realität weitestgehend ausblendet, bleibt aber dennoch ein Abenteuer zurück, welches durch die Figuren und Twists wieder jede Menge Spaß macht und auch auf dramatischer Ebene nicht schlecht abschneidet. Und ja, ich bin da noch immer beim Fall der Woche und Pattie Sue Edwards. Letztere bekommt nämlich eine tragische Geschichte serviert, die sich bis zu einem gewissen Grad nachfühlen lässt. Ihr Motiv, den verstorbenen Ehemann zu rehabilitieren, ist nachvollziehbar und es war schön, dass sie am Ende richtigstellen kann, was damals falsch gelaufen ist. Die Risiken, die sie dafür in Kauf nimmt, waren es aber nicht - wie schnell hätte sich das Virus verbreiten können? Schön und gut, dass sie am Krankenhaus das Gegenmittel platziert, aber was, wenn auch nur einer der Infizierten entkommen (oder in ein anderes Krankenhaus geliefert worden) wäre? Weltweite Epidemie wäre die Antwort. Und weshalb muss man das Gegenmittel überhaupt wiederholt mit einem Inhalator zu sich nehmen und kann dennoch infiziert werden, wenn man die Benutzung auslässt? So funktioniert doch kein Gegenmittel. Aber halt, wir wollten die Glaubwürdigkeit ein wenig beiseitelegen.

Liza J. Bennett in „The Blacklist“
Liza J. Bennett in „The Blacklist“ - © Virginia Sherwood/ NBC

Besser zu gefallen wusste jedenfalls die Integration unseres Teams in den Fall. Abgesehen von den üblichen, gemeinsamen Anstrengungen, stechen da zwei Momente besonders hervor. Einmal Samar (Mozhan Marno) und Aram (Amir Arison), als Aram sich in den Schutzanzug begibt. Die Beziehung der beiden weiß jedenfalls nach wie vor zu gefallen und bei Arams Abenteuer konnte man gut mitfiebern - auch wenn die Frage aufkommt, weshalb die Schutzanzüge nur kurzen Sauerstoffvorrat haben. Zweiter Moment wäre Donald Ressler (Diego Klattenhoff) gegen Ende der Episode. Der hätte Cronin (Dennis Flanagan) nämlich sterben lassen, falls dieser nicht doch noch die gewünschte Antwort geliefert hätte. Ein solches Vorgehen wäre bei Donald in den ersten Staffeln nie möglich gewesen - hier fühlt er mit einer Missetäterin mit und riskiert dafür Cronins Leben. Nicht gerade korrekt für den oft so korrekten Ressler, aber eben ein Zeichen dafür, dass diese Figur sich weiterentwickelt hat (ob gut oder schlecht liegt im Auge des Betrachters).

Unterm Strich war der Fall sicher nicht verkehrt, bringt aber leider einige Mängel an Glaubwürdigkeit mit sich, die das Geschehen unterminieren. Das geht sicher besser, wie auch einige Folgen bereits gezeigt haben.

Elizabeth Keen

Für Lizzie (Megan Boone) hat noch immer Toms (Ryan Eggold) Mörder höchste Priorität. Und da gibt es diese Woche überraschenderweise einen großen Fortschritt zu verzeichnen. Denn sie weiß jetzt, dass es Ian Garvey (Jonathan Coyne) war, der Tom wiederholt die Klinge in den Leib stieß. Diese Erkenntnis kommt mit dem Ableben von Singleton (Evan Parke) zu uns, was ebenfalls leicht überraschend war. Denn ganz ehrlich, wirklich große Fortschritte hätten sich hier erst gegen Ende der Staffel erwarten lassen.

Gegenüber Singleton muss ich hier übrigens eine kleine Entschuldigung loswerden. Ganz offensichtlich wusste er nicht, was es mit Ian auf sich hatte und war tatsächlich daran interessiert, diesem Übeltäter auf die Spur zu kommen. Befürchtungen, Singletons Methoden (wie der zweifache Einbruch bei Liz) wären eine Anzeige dafür, dass er auch (mindestens ein wenig) korrupt ist, haben sich nicht bestätigt. Da schmerzt es einmal mehr, dass die Figur diese Woche von der Bühne gehen musste. Irgendwo auch schade, denn sein Wissen um das Bündnis der Task Force mit Raymond Reddington (James Spader) hätte durchaus noch interessant werden können. In beiden Fällen. Hätte er mit Ian gemeinsame Sache gemacht, wäre es spannend gewesen, weil unser Team einen Maulwurf hat. Hätte er weiterhin versucht, Ian zu überführen, während Liz da vielleicht ein Ableben von Toms Mörder im Kopf hat, hätten sich ebenfalls spannende Situationen ergeben. Insofern wirklich schade, dass Singleton diese Woche über die Klinge springen musste.

Was Lizzie angeht, sind wir jetzt einen großen Schritt weiter. Sie erkennt Garvey am Ende der Episode, womit auch wieder die sterblichen Überreste in den Fokus rücken werden. Denn es kann sicher nicht lange dauern, bis sie Ian auf die Pelle rückt und mehr erfahren wird. Da wird es an Red liegen, einiges zu verhindern und wie er das anstellen möchte, ist doch sehr fraglich. Normalerweise würde mich das zu der Frage bringen, weshalb Red nicht schon vorher mal bei Ian vorbeigeschaut hat, die Bedrohung ernst nahm oder so. Aber wir wollen keine alten Geschichten aufgreifen - da haben beide Seiten offensichtlich auf die Rückkehr von Liz gewartet. Nicht ganz verständlich, zumindest bei Red, aber nun ja, so ist es eben.

Regina Taylor, Diego Klattenhoff und Mozhan Marnò in „The Blacklist“
Regina Taylor, Diego Klattenhoff und Mozhan Marnò in „The Blacklist“ - © Virginia Sherwood/ NBC

Raymond Reddington

Nachdem Red den Fall der Woche (ganz annehmbar erklärt) beim FBI abgeliefert hat, geht es für ihn hauptsächlich um eine steuerliche Prüfung, die seine Geldwäschetätigkeiten auffliegen lassen könnte. Da kommt dann auch Earl Fagen (C. Thomas Howell) zum Einsatz, der uns seit The Cook) ein Begriff ist. Aber wir wissen zunächst nicht, wie er zum Einsatz kommen wird, was ein netter Pluspunkt ist.

Der Handlungsstrang um Red weiß jedenfalls mal wieder zu punkten. Sein Umfeld zeigt sich besorgt und ahnt das Schlimmste, während Raymond bloß Plan A gegen Plan B abwägt und schließlich eine Entscheidung trifft. Dabei ist gerade dieser Weg zur Entscheidungsfindung wieder verdammt gut inszeniert, denn Red setzt hier viele Hebel in Bewegung und kann sein Ziel scheinbar nicht ohne große Probleme erreichen. Aber eben nur scheinbar, weil er doch auf alles vorbereitet ist.

Und Hut ab, Spader macht seine Sache mal wieder toll, legt einen unbeschwerten Red an den Tag und kann am Ende genau den passenden Twist bringen. Auch, dass Earl Fagen weiterhin dabei sein wird, stimmt positiv. Mal schauen, wie Reds Pläne für einen gewissen Sinclair III (John Noble) aussehen werden. Und dann ist da noch die Frage, wie er Lizzie davon abbringen will, das Geheimnis um die sterblichen Überreste zu lüften. Dahingehend dürfte die Luft auch langsam eng werden. Insofern war Reds Abenteuer diese Woche erneut sehr humorvoll und gelungen, wirft aber gleichzeitig jede Menge Fragen zu seiner zukünftigen Planung auf. Sehr schön.

Fazit

So wirklich zu schaffen macht einem nur der Fall der Woche, der ein wenig unglaubwürdig überdramatisiert wird und eine etwas bessere Vorgehensweise verdient hätte. Dennoch lässt sich da aber was abgewinnen und die Handlungen um Liz und Red waren ebenfalls gut gelungen. Ich würde 4 von 5 Sternen springen lassen. Und Ihr?

Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 8. März 2018

The Blacklist 5x15 Trailer

Episode
Staffel 5, Episode 15
(The Blacklist 5x15)
Deutscher Titel der Episode
Pattie Sue Edwards (Nr. 68)
Titel der Episode im Original
Pattie Sue Edwards
Erstausstrahlung der Episode in den USA
Mittwoch, 7. März 2018 (NBC)
Erstausstrahlung der Episode in Deutschland
Dienstag, 22. Mai 2018
Autor
Carla Kettner
Regisseur
Donald E. Thorin Jr.

Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x15

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