The Blacklist 5x14

© ohn Noble und David Call in âThe Blacklistâ (c) NBC/Foto: Will Hart
Mr. Raleigh Sinclair III
Der Fall der Woche um den Alibimann Mr. Raleigh Sinclair III (John Noble) wusste zu gefallen. Der Blacklister ist keiner der gewöhnlichen Auftragskiller, die wir bislang in der Serie kennenlernten und die hauptsĂ€chlich durch besondere Methoden auffallen. Nobles Figur geht nicht nur sehr prĂ€zise und vorsichtig vor, sondern verhilft seinen Kunden, die ihre Morde selbst durchfĂŒhren, zu einem Alibi durch Zeugenaussagen. Diese Art, Mörder ihrer gerechten Strafe entgehen zu lassen, ist durchaus in der RealitĂ€t vorstellbar, womit der Fall schon mal einen groĂen Pluspunkt erhĂ€lt und sich ein wenig gegenĂŒber den anderen Blacklistern hervorhebt.
Brian Barrett (David Call) benötigt diese Woche die Dienste des Alibimanns, damit er seine (Ex-)Frau (Liz Holtan) umbringen kann, wĂ€hrend ein DoppelgĂ€nger fleiĂig um Zeugen wirbt. Dabei bekommen wir einen Einblick in Sinclairs Vorgehensweise, die seinem Kunden jede Menge Geduld abfordert, aber uns durchaus zu fesseln weiĂ. Unsere Taskforce kann selbstverstĂ€ndlich ein böses Ende verhindern, was aber hauptsĂ€chlich daran liegt, dass Brian sich am Ende etwas dumm anstellt und nicht gerade ĂŒber die besten SchieĂkĂŒnste verfĂŒgt (vielleicht hĂ€tte er ein wenig ĂŒben sollen).
So richtig interessant wird es aber erst gegen Ende. Denn wĂ€hrend Donald Ressler (Diego Klattenhoff) und Samar Navabi (Mozhan Marno) ermitteln, ist Red (James Spader) einerseits hilfreich, sorgt aber andererseits auch dafĂŒr, dass sie den Blacklister nicht in die Finger bekommen. Offensichtlich hat er mit Sinclair noch einiges vor, gibt diese Woche aber keine Antwort darauf, wozu er den Alibimann benötigt. Der Dialog zwischen Red und Sinclair (der sich nebenbei bemerkt sehen lassen kann) bietet folglich Anlass zu wilden Spekulationen.
Ahnt Red womöglich, dass Liz (Megan Boone) bald ein Alibi benötigen wird, wenn sie Toms (Ryan Eggold) Killer stellt/ausschaltet? Oder benötigt er selbst einen DoppelgĂ€nger, um an zwei Orten gleichzeitig zu sein? Wobei es in dem Fall wohl recht schwer wĂ€re, vorher eine Routine zu etablieren. Denkbar wĂ€re auch, dass Red mit Sinclairs Hilfe irgendwann verschwinden will oder dieser irgendwie benötigt wird, um gegen Garvey (Jonathan Coyne) vorzugehen. Lassen wir uns ĂŒberraschen.

Raymond Reddington
Red wird uns zunehmend weicher prĂ€sentiert. Seine Entwicklung scheint in etwa kontrĂ€r zu der seiner Tochter zu verlaufen, was uns diese Woche anhand Kahil Shula (Rob Figueroa) aufgezeigt wird. Kahil war einer der DoppelgĂ€nger, die Sinclair benötigte und nach vollzogenem Job ausschaltete und verschwinden lieĂ. Eine seiner wenigen Bekanntschaften war Delores (Marcia DeBonis), der Red diese Woche nicht nur aufgrund des Falls erhöhte Aufmerksamkeit widmet. Er sorgt dafĂŒr, dass Kahil ein ordentliches BegrĂ€bnis bekommt und Delores Abschied nehmen kann.
Diese eher fĂŒrsorgliche Seite von Red bekommen wir oft nur dann zu sehen, wenn er um Liz bemĂŒht ist oder einem seiner Vertrauten helfend zur Seite steht. Hier kĂŒmmert er sich um eine völlig Fremde und obwohl er nach wie vor doppelte Spielchen spielt (wie bei den Ermittlungen), kommt doch so langsam der Verdacht auf, dass er sich zu einem besseren Menschen entwickelt und in Zukunft womöglich seine illegalen GeschĂ€fte aufgeben könnte/möchte. Ob das tatsĂ€chlich passieren wird - keine Ahnung. Aber es ist eben auffĂ€llig, dass sich sein Verhalten Ă€ndert.
Elizabeth Keen
Lizzie möchte wieder in die Reihen des FBIs aufgenommen werden und muss sich dafĂŒr mit Dr. Sharon Fulton (Martha Plimpton) auseinandersetzen. Von Fultons Bewertung hĂ€ngt es nĂ€mlich ab, ob sie wieder fit fĂŒr den Dienst ist. Wobei sich die Psychologin als ein schwerer Brocken entpuppt.
Einerseits kauft man Lizzie als Zuschauer natĂŒrlich nicht ab, was sie Fulton gegenĂŒber wieder und wieder erzĂ€hlt. Da mögen 80% Wahrheit drinstecken, aber nach Ruin wissen wir auch, wozu sie fĂ€hig ist und was Toms Killer blĂŒhen wird, sollte sie ihn finden. Insofern war es schön, dass der psychologische Test nicht einfach gestaltet war.

Andererseits - und das ĂŒberwiegt hier leider - wird uns Fulton als ziemlich engstirnig prĂ€sentiert. Offensichtlich hat sie eine vorgefertigte Meinung, die allein darauf beruht, dass Liz die Tochter von Red ist (und der Apfel bekanntlich nicht weit vom Stamm fĂ€llt). Mit Blick auf Lizzies Werdegang, der hier auch angesprochen wird, kann man Fultons Ansicht in gewisser Weise nachvollziehen. Dennoch hĂ€tte sich erwarten lassen, dass die Psychologin eine offenere Sichtweise an den Tag legt. Die Autoren hĂ€tten es fĂŒr Elizabeth auf andere Art und Weise schwer machen können - vielleicht ein Wutausbruch zum Tod von Tom oder ein tieferes ErgrĂŒnden ihrer Beziehung zu Red und welchen Einfluss er bislang auf sie hatte. Da wĂ€ren einige Ansatzpunkte vorhanden gewesen, die das Bestehen dieses Tests nicht einfach gestaltet hĂ€tten. Besser jedenfalls, als Fulton mit einer hartnĂ€ckigen Einstellung auszustatten, die kaum Raum fĂŒr ein positives Ergebnis zulĂ€sst.
Im Endeffekt wird Liz Fulton vermutlich damit ĂŒberzeugt haben, dass sie den Tochteraspekt zu ihren drei anderen EigeneinschĂ€tzungen hinzufĂŒgt (letzte Szene) - aber nach allem, was wir bis dahin zu sehen bekommen haben, sollten gerade an der Stelle die Alarmglocken bei der Psychologin losgehen (wird vermutlich nicht der Fall sein - ich wĂŒrde jedenfalls vermuten, dass Liz ihre Marke nĂ€chste Woche zurĂŒckerhĂ€lt).
Ansonsten sind die Szenen mit Red und Liz wieder gewohnt gut. Zu gefallen weiĂ auch der Austausch zwischen Fulton und Raymond, welcher die Dame direkt durchschaut und seine Abneigung gegenĂŒber ihrer Profession zum Ausdruck bringt. Typisch Red - so sind wir ihn gewohnt.
Singleton
Was Singleton (Evan Parke) angeht, wissen wir bereits, dass er in Kontakt mit Garvey steht und vermutlich keine weiĂe Weste trĂ€gt. So ganz ins Lager der Bösen lĂ€sst er sich nach dieser Folge zwar nicht stecken, denn er könnte in der Tat nichts von Garveys Machenschaften wissen und tatsĂ€chlich an Ă€hnlichen Zielen wie Liz interessiert sein. Aber kaufen wir ihm das ab, nachdem er gleich zweimal (und ohne Befugnis) bei Lizzie eingebrochen ist?
Nein. Und auch unsere Taskforce sollte nicht so unvorsichtig sein und dem Mann einen Einblick in den Deal mit Red verschaffen. Immerhin ist Singleton ânurâ ein Detective und im Grunde genommen weiĂ niemand so wirklich, was es mit ihm auf sich hat. Eine ausfĂŒhrliche Recherche wĂ€re angebracht gewesen, bevor er mit der Taskforce vertraut gemacht wird. Er bietet Liz das zwar an und wir können auch davon ausgehen, dass Aram (Amir Arison) einen Check angestellt hat. Aber die Frage ist eben, weshalb da keine Warnungen kommen. Wie gesagt, unbefugte EinbrĂŒche sind sicher kein Zeichen fĂŒr einen aufrechten Freund und Helfer - mindestens Ressler hĂ€tte Bedenken haben mĂŒssen.
Dadurch, dass Singleton jetzt eingeweiht wird, kann sicher auch Garvey einen tieferen Einblick bekommen. Und wenn man sich die aktuelle Entwicklung anschaut - immerhin lĂ€sst Garvey Singleton ĂŒberwachen, um mehr ĂŒber Liz und Red in Erfahrung zu bringen -, dann lĂ€sst sich nur Böses erahnen. Wobei ein Team-up von Liz und Singleton generell keine schlechte Idee ist - es liefert spannende Möglichkeiten (vor allem mit dem Mehrwissen des Zuschauers). Aber die Einweihung in die geheime Taskforce war irgendwie zu viel.

Sonstiges
Keine Fortschritte bei den sterblichen Ăberresten, die noch immer ĂŒber Reds Kopf schweben sollten wie ein Damokles-Schwert. Und weshalb werden Garvey und Red erst jetzt aktiv? HĂ€tten sie das nicht schon vorher tun sollen? Wie kann es sein, dass die beiden sich nicht schon vor Monaten mal in Aktion begeben haben?
Ich weiĂ, diese Frage(n) stelle ich jetzt fast jede Woche. Aber es hat kaum Sinn, dass derart viel Zeit vergangen ist, ohne dass die beiden irgendetwas unternommen haben. Zu langsam kommt hier eine Auseinandersetzung in Fahrt, die scheinbar geduldig auf Lizzies RĂŒckkehr gewartet hat. Hoffentlich gibt es da noch eine nette ErklĂ€rung, denn dieses Zögern auf beiden Seiten wirkt sonst wie eine einzige Hinhaltetaktik der Macher.
Fazit
Schöner Fall der Woche. Vor allem, weil es nicht John Nobles letzter Auftritt gewesen sein wird und wir mit Spannung darauf warten können, was Red mit seiner Figur vorhat. Lizzies Test hĂ€tte hingegen gerne anders ausfallen können - ihr GegenĂŒber wirkte zu voreingenommen und hĂ€tte anders charakterisiert werden mĂŒssen, um zu ĂŒberzeugen. Und die Entwicklung in Sachen Singleton lĂ€uft zwar in eine angenehm schwammige Richtung, birgt mit Garvey als Strippenzieher aber Grund zur Besorgnis - es war sicher leichtsinnig, Singleton in die Taskforce einzuweihen. Unterm Strich sicher ganz gut, aber nicht groĂartig. Von mir gibt es 3,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 1. MÀrz 2018The Blacklist 5x14 Trailer
(The Blacklist 5x14)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x14
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