The Blacklist 5x13

© enny Venito, Hisham Tawfiq und James Spaderin in „The Blacklist“ (c) Foto: Eric Leibowitz / NBC
The Invisible Hand
Der aktuelle Fall, den Reddington (James Spader) unserer Taskforce präsentiert, dreht sich um eine Gruppe von Freunden, die zusammen aufgewachsen sind und tödliche Selbstjustiz an denen verüben, die für großes Leid verantwortlich, aber gesetzlich nicht greifbar sind. Damit wird uns ein moralisches Dilemma aufgezeigt, welches den Fall der Woche in The Blacklist recht interessant macht - ganz abgesehen davon, dass Red hier noch ganz andere Intentionen hat.
Zunächst einmal sei gesagt, dass man dem Anführer der Truppe (Steven Boyer) und auch jedem Mitglied in Sachen Motivation sehr gut folgen kann. Ihnen und ihren Familien wurde sehr übel mitgespielt und die Missetäter kamen davon. Auch die Ausführungen dazu, dass zunächst legale Mittel verfolgt wurden, aber ultimativ nur die Selbstjustiz eine Option darstellte, sind ein guter Punkt. Die Missetäter lebendig zu begraben - selbst bei Anna Hopkins (Patricia Kalember), die sich danach bemühte, ihre Taten durch eine andere Vorgehensweise zumindest teilweise zu revidieren -, ist natürlich wieder etwas anderes. Aber der Ansatzpunkt, dem die kriminellen Selbstjustizler nachgehen, hat etwas für sich. Ein schwieriges Thema eben, welches nicht so ganz unähnlich ist, wie die Option, mit einem bekannten Kriminellen (Red) zusammenzuarbeiten, der andere Bösewichte ans Messer der Justiz liefert...
Während wir allerdings die moralischen Verstrickungen der „unsichtbaren Hand“ verfolgen und uns fragen, wie weit ihre Vorgehensweise gerechtfertigt ist, reflektiert unser Agent Donald Ressler (Diego Klattenhoff) sein moralisches Dilemma wenig bis gar nicht auf den aktuellen Fall. Hier hätte sich mehr angeboten, vielleicht im Dialog mit Samar (Mozhan Marno) oder gar mit Cooper (Harry Lennix), dem er bereits sein kleines Briefchen übergeben hat. Auf der anderen Seite ist es aber sehr schön, dass Aram (Amir Arison) mehr bei den Ermittlungen zu tun hat. Seine Genialität liefert wichtige Ermittlungspunkte und man kann den Moment feiern, als Samar und Donald sich über ihn (und die Beziehung) unterhalten. Sehr schöne Einlage.

Was Red betrifft, gibt es noch eine kleine Überraschung am Ende. Anfangs sieht es nämlich so aus, als wenn er den Fall „aus dem Hut“ zaubern würde (durch die Nachrichten, die er offensichtlich verfolgt). Aber seine größere Absicht, die Identität des „Toymakers“ (Tony Torn) zu erfahren, hat natürlich mit Blick auf die größere Handlung Sinn. Zwischenzeitlich fragen wir uns noch, was denn nun aus der Entdeckung der letzten Folge wird. Hier bekommen wir am Ende eine Antwort und erkennen die größere Absicht (für Red) hinter dem Fall. Schöner Kniff und sehr überraschend, dass er Liz (Megan Boone) bei der Befragung des Toymakers im Schlepptau hat.
Raymond Reddington
Eine Beurteilung von Red und seiner Vorgehensweise ist und bleibt schwierig. Auf der einen Seite ist er schon interessiert daran, seiner Tochter zu helfen und Toms (Ryan Eggold) Mörder zu finden. Auf der anderen Seite will er aber nicht, dass Liz das große Geheimnis lüftet, welches uns in Form der Überreste (wessen auch immer) gezeigt wurde. Wohin die Reise geht und wie er verhindern will, dass Lizzie alles erfährt, bleibt abzuwarten.
Sicher ist aber, dass Red auf der Spur von Ian Garvey (Jonathan Coyne) ist und den Mann zur Strecke bringen will. Seine Unterredung mit Big Willie (Kevin Mambo), der ihm dabei helfen soll, gegen das Nash Syndikat vorzugehen, ist da schon sehr eindeutig. Womit wir auch gleich zum nächsten Thema kommen, welches Tony (Lenny Venito) involviert.
So ganz viel von Tony haben wir bislang zwar noch nicht gesehen, aber Red kümmert sich hier in großartiger Weise um seinen Angestellten. Also, abgesehen davon, dass er irrtümlicherweise auf ihn schießt, als ein Besuch bei Big Willie außer Kontrolle gerät. Red ist aber sichtlich bemüht um Tony, was man unserem Protagonisten nicht unbedingt zugetraut hätte. Er hat da am Ende sogar mehr in die Wege geleitet als „nur“ eine lebensrettende Operation - womit uns Red etwas weicher präsentiert wird, als wir es gewohnt sind. Andererseits gilt es natürlich, uns Raymond als sympathisch zu verkaufen, was wieder einmal gelingt. Überhaupt sind Reds Geschichten wieder kleine Highlights, die die gesamte Folge aufwerten.
Elizabeth Keen
Es gibt an dieser Front einige Dinge, die sich so nicht erwarten lassen. Eines davon sind Toms Hinterlassenschaften, zu denen Lizzie diese Woche im wahrsten Sinne des Wortes der Schlüssel von Singleton (Evan Parke) überreicht wird. Das Stichwort ist hier „Oleander“ (Brian Dennehy) aka Dom, dem Elizabeth einen Besuch abstattet.
Die Krux dabei ist, dass wir nicht so wirklich im Bild über das Verhältnis zwischen Dom und Red sind. Die beiden kennen sich und Dom bewahrt hier so einiges vor Liz, aber an sich wissen wir nicht, weshalb er das tut, wo er Red doch größtenteils verachtet und sauer auf ihn ist. Es bleibt jedenfalls fraglich, weshalb Dom sich Liz gegenüber nicht als ihr Großvater preisgibt und so gar nichts über Red erzählen möchte. Das hat vielleicht mit dem großen Geheimnis zu tun, welches sich in den Händen von Ian Garvey befindet. Vielleicht aber auch nicht.
Ein interessanter Aspekt ist trotzdem, dass Lizzies Mutter noch leben könnte. Mehr Lügen von Red? Gut möglich. Der Punkt ist aber, dass Liz hier einen großen Schritt nach vorne vollziehen kann, ohne es wirklich zu wissen. Als Zuschauer haben wir jedenfalls mehr von den Szenen zwischen ihr und Dom. Anlass für Spekulationen? Lasst es mich in den Kommentaren wissen.

Überdeutlich bleibt aber, dass Liz von ihrer Jagd nach Toms Killern und Reds Geheimnis nicht ablässt. Wie Red ihre Spurensuche beeinträchtigen möchte? Fraglich, wobei er aber sicher einen Plan hat. Was Liz angeht, wissen wir aber, dass sie nicht lockerlässt. Garvey gehört zur Polizei (vielleicht sogar mehr, dem Abzeichen nach?) und ist damit ein dicker Brocken, der sich nur schwerlich überführen lässt. Das bringt Lizzie dazu, bei Cooper vorzusprechen und wieder Mitglied des Teams werden zu wollen. Weil die FBI-Marke nötig ist. Aus Coopers Sicht könnte er hier mehr Skepsis zeigen. Lizzies On-/off-Geschichte in Sachen FBI sollte jedenfalls gute Begründungen erfordern und nicht als ein simples „Welcome back“ abgefeiert werden. Da sollte sie schon bessere Argumente liefern können, auch wenn unser Team eine eingespielte Sache sein sollte.
Letzter Punkt auf der Agenda: Singleton wird hier als ein Lakai von Garvey geoutet. Netter Twist, weil überraschend. Aber es passt nicht wirklich ins Bild. Singleton hatte was von einem aufrechten Cop, der einer Kuriosität nachgeht und sich nicht bequatschen lässt. Interessanter Faktor, der Liz noch einige Probleme bereiten könnte. Jetzt wird er aber zu einem Mitstreiter von Garvey erklärt und somit direkt in die kriminelle Schublade gesteckt. Schade.
Fazit
Es lässt sich ein durchaus positives Auge auf die unsichtbare Hand werfen (Reds Worte!). Der Fall der Woche ist mindestens gut und liefert Grund zum drüber Sinnieren. Lizzies Fortschritte sind überraschend, auch wenn eine Gastfigur sich hier schweigsamer gibt, als es nötig wäre. Red hingegen ist interessiert daran, Ian zur Strecke zu bringen, wobei aber unklar bleibt, wie er sein Geheimnis gegenüber Liz bewahren will. Würde meinen, das war eine gute Folge, aber ohne größere Kicks. Sagen wir: 3,5 von 5 Sternen?
Verfasser: Christian Schäfer am Donnerstag, 8. Februar 2018The Blacklist 5x13 Trailer
(The Blacklist 5x13)
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