The Blacklist 5x12

© isham Tawfiq und James Spader in âThe Blacklistâ (c) NBC / Foto: Will Hart
The Cook
Raymond Reddington (James Spader) macht unsere Taskforce um Harold Cooper (Harry Lennix) diese Woche auf einen Killer aufmerksam, der seine Opfer durch Feuer tötet. Im Gegenzug möchte Red, dass ein anderer (inhaftierter) Brandstifter - Earl Fagen (C. Thomas Howell) - die Gelegenheit erhÀlt, dem FBI beim Fall beratend zur Seite zu stehen, um seinen derzeitigen GefÀngnisaufenthalt zu reduzieren.
WĂ€hrend die Ermittlungsarbeiten zunĂ€chst in gewohnten Bahnen verlaufen, wobei das gesamte Team zum Einsatz kommt, gibt es nicht allzu viel zu berichten. In gewohnter Manier und mit der Hilfe von Earl können Ressler (Diego Klattenhoff) und Samar (Mozhan Marno) gute Fortschritte erzielen und laufen Tommy Wattles (Michael Rogers) sogar ziemlich frĂŒh ĂŒber den Weg (ohne ihn allerdings zu fassen). C. Thomas Howell macht dabei einen soliden Eindruck, sticht dabei jedoch nicht besonders hervor. Abgesehen von einer guten Nase und ein paar Tricks, die die Arbeit unserer Ermittler erleichtern, gibt es vorerst jedenfalls kaum Besonderheiten zu verbuchen. Weshalb Red ihn benötigt und auf freiem FuĂ sehen möchte, bleibt auch noch offen - es gibt lediglich den Hinweis, dass er einen Brandstifter braucht und dabei auf Earl zurĂŒckgreifen wird (der am Ende tatsĂ€chlich freigelassen wird).
Bei der Anhörung ĂŒber Earls BewĂ€hrung erhĂ€lt Ressler die Gelegenheit, seine geĂ€nderte moralische Ansicht zum Ausdruck zu bringen - was interessante Blicke von Samar gibt und vermutlich den Anlass zur BewĂ€hrung liefert. Resslers Welt ist nicht mehr in Schwarz und WeiĂ oder Gut und Böse unterteilt. Er meint, jeder könne unter den richtigen beziehungsweise falschen UmstĂ€nden Taten begehen, die mindestens fragwĂŒrdig sind, aber sollte eine zweite Chance erhalten - Ăhnliches hofft Donald vermutlich fĂŒr sich, falls eine bestimmte Untersuchung noch einmal aufgerollt wird oder Harold seinen GestĂ€ndnisbrief doch öffnen sollte. Aber das wissen wir bereits, insofern gibt es (fĂŒr uns) nicht viel Neues bei unseren Charakteren zu entdecken.

Was Tommy Wattles - den titelgebenden „Cook“ - angeht, dĂŒrfen wir uns allerdings ein paar Fragen stellen. ZunĂ€chst einmal scheint dieser Bösewicht noch nicht sehr lange aktiv zu sein - er wurde von seinem Orden erst vor einem Jahr entlassen und geht damit offensichtlich noch nicht lange seinem momentanen Handwerk nach. AuĂerdem fĂ€llt natĂŒrlich auf, dass er seine Opfer aus rein persönlichen Motiven aussucht. Er ist kein Killer, den man anheuert, um jemanden auszuschalten. Aber wie bitteschön ist Red auf den âKochâ aufmerksam geworden, wenn dieser kaum in kriminellen Kreisen bekannt sein dĂŒrfte? Hat er in der Zeitung von den BrĂ€nden gelesen? Sehr merkwĂŒrdig. Bei den sonstigen Blacklistern lieĂ sich stets vermuten, dass Red durch seine Stellung in der Unterwelt von ihnen erfuhr, aber Tommy fĂ€llt nicht in dieses Schema.
Obendrein wĂ€re Claire (Jenna Williams) das letzte Opfer von Tommy geworden - er hatte sich schon mit seinem Brandbeschleuniger ĂŒberschĂŒttet, ehe unsere EinsatzkrĂ€fte vor Ort erschienen. Es mag zwar sein, dass er den Entschluss, sich selbst zu verbrennen, erst durch Donalds und Samars Besuch in seinem Versteck gefasst hat. Aber, wie gesagt, ins Schema der anderen Blacklister passt er damit nicht. Und ein ehemaliger Priester, der den Kampf gegen âVerfĂŒhrerinnenâ aufnimmt, die in ihm Begierden erwecken, ist jetzt auch nicht gerade sonderlich interessant. Michael Rogers spielt zwar gut, aber das war es im Endeffekt auch schon. NĂ€chstes Mal bitte etwas Originelleres und wieder stimmiger mit Blick auf die Serie an sich.
Liz und Red
Sonderlich groĂe Fortschritte lassen sich an dieser Front zwar nicht verbuchen, denn im Endeffekt wird der Hinweis von letzter Woche nur durch einen neuen Hinweis am Episodenende getauscht, aber mit Tadashi Ito (Alex Shimizu) und seiner Mutter Mariko (Anzu Lawson) gibt es wenigstens zwei nette neue Nebenfiguren zu entdecken.
Besonders viele Red-Momente bringt The Cook nicht mit sich. Aber zu den Highlights gehören sicher seine Versuche, Mariko zu beeindrucken - woran er sich die ZĂ€hne auszubeiĂen scheint. Das ist amĂŒsant und sorgt schlieĂlich auch dafĂŒr, dass diese Nebenfigur ein wenig hervorsticht. Auch Tadashi, auf dessen FĂ€higkeiten Red und Liz hier angewiesen sind, hinterlĂ€sst einen durchaus brauchbaren Eindruck und darf sich in Zukunft gerne öfter blicken lassen.
Der Chip im Glasauge ist hier das Objekt, welches es zu entschlĂŒsseln gilt, und der sendet noch immer. Ăberraschenderweise ist tatsĂ€chlich Ian (Jonny Coyne) derjenige, der mit ein paar Leuten in der Wohnung der Itos auftaucht, kurz nachdem Red Liz davon ĂŒberzeugt hat, die Behausung lieber zu verlassen. Dieser Vorfall sorgt dafĂŒr, dass Liz unseren Red etwas stĂ€rker befragt als zuvor und wirklich in der Lage ist, ein wenig aus ihm herauszuholen.

So gibt Raymond zu, dass Tom (Ryan Eggold) einem Geheimnis auf der Spur war, welches mit Red zu tun hat. Geschickterweise spricht er von einem Gegenstand und erwĂ€hnt keine sterblichen Ăberreste. Das Geheimnis selbst wird entsprechend nicht gelĂŒftet, was die Vermutung bestĂ€tigt, dass es sich dabei um etwas Schwerwiegendes handeln muss. Neu ist jetzt, dass Liz einen kleinen Schritt weiter ist, was Toms Todesursache angeht und selbstverstĂ€ndlich will sie das Geheimnis lĂŒften. Ob sie das zustande bringt, wo sie doch bei den Ermittlungen auf Red angewiesen ist, steht natĂŒrlich auf einem anderen Blatt.
Ian lĂ€sst Red derweil wissen, dass er die Wahrheit kennt. „We know the truth“ lautet die Botschaft, die er Raymond am Ende hinterlĂ€sst. Aber warum jetzt erst? Liz lag fĂŒr Monate im Koma, hatte sich anschlieĂend fĂŒr lange Zeit zurĂŒckgezogen und erst jetzt lĂ€sst er Red wissen, dass er die Wahrheit kennt? Er hatte die sterblichen Ăberreste doch die ganze Zeit in seinem Besitz, sollte er da tatsĂ€chlich erst vor kurzem herausgefunden haben, zu wem sie gehören? Und weshalb hat Red so lange gewartet und nicht schon eher die FĂ€hrte von Ian aufgenommen? Irgendwie scheint das Vorgehen da an beiden Fronten recht planlos zu verlaufen, was schon ein wenig auf die Stimmung drĂŒckt. Bleibt nur zu hoffen, dass es dazu passende ErklĂ€rungen gibt.
Fazit
Eine bestenfalls durchschnittliche Folge. Der aktuelle Fall will nicht so recht zu den bisherigen FĂ€llen von The Blacklist passen, potentiell interessant ist da lediglich Earl Fagen, mit dem Red noch einiges vorhat. Lizzie erfĂ€hrt derweil, dass Reds Geheimnis einen betrĂ€chtlichen Teil zu Toms Tod beigetragen hat, aber so richtig weiter kommt sie mit der Suche nach Ian Garvey noch nicht. Insgesamt und abgesehen von ein paar Kleinigkeiten lĂ€sst sich hier von einer FĂŒllerfolge sprechen, auf die sich gröĂtenteils verzichten lieĂe - daran können auch die amĂŒsanten Szenen mit den Itos nichts Ă€ndern. Schade. Von mir gibt es diese Woche 2,5 von 5 Sternen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 1. Februar 2018The Blacklist 5x12 Trailer
(The Blacklist 5x12)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x12
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