The Blacklist 5x11

© ames Spader, Nathan Lane und Matthew Lawler in âThe Blacklistâ (c) Will Hart/ NBC
Schatzsuche
Raymond Reddington (James Spader) ist diese Woche einem legendĂ€ren Geldschatz auf der Spur, dessen Aufenthaltsort sich in einem Code verbergen soll, der sich auf vier Penny-MĂŒnzen befindet, die im Jahr 1943 geprĂ€gt wurden. In der Eröffnungsszene wird Red seines Pennys beraubt, womit uns direkt Abraham Stern (Nathan Lane) vorgestellt wird, der seinerseits nach dem Schatz sucht.
Abraham Stern ist die 100. Episode der Serie und bedient sich eines eher klassischen Szenarios, welches an diverse Abenteuerfilme erinnert. Wer sich fĂŒr die seltene Penny-PrĂ€gung interessiert, wird auch schnell bei Wikipedia fündig. Aber die Legende, die uns in dieser Folge prĂ€sentiert wird, ist sicher frei erfunden. Den Unterhaltungsfaktor stört das aber keineswegs, denn auch wenn sich Parallelen zu Ă€hnlichen Schatzsuchen finden lassen, erhĂ€lt das klassische Szenario doch einen guten Blacklist-Anstrich.
Diese Woche benötigt Red mehrfach Hilfe, um am Ende das Vermögen einzuheimsen. ZunĂ€chst klopft er bei Harold (Harry Lennix) an, denn Abraham Stern ist - neben vielen anderen Dingen - ein Verbrecher, der aus dem Verkehr gezogen gehört. SpĂ€ter wird dann auch Liz (Megan Boone) um Hilfe gebeten, wobei uns hier noch eine gröĂere und sehr gelungene Ăberraschung erwartet.
Red geht mal wieder sehr pragmatisch vor, um die jeweiligen Figuren, mit denen er zu tun hat, zu dem zu bewegen, was er gerne möchte. Das fĂ€ngt schon beim anfĂ€nglichen Dialog mit Dembe (Hisham Tawfiq) im Wagen an und zieht sich durch die gesamte Episode. Als kleinere Highlights lassen sich Arams (Amir Arison) Begeisterung (welche Cooper nicht teilt) fĂŒr die Schatzsuche nennen oder auch die kleine Geschichte, die Red Abraham wĂ€hrend eines GesprĂ€chs entlockt. Denn der Vater des Blacklisters hat eine besondere Rolle bei der Legende, vermachte er die wertvollen MĂŒnzen, die die (von ihm selbst erstellte) Schatzkarte enthalten, doch seinem Sohn, der sie fĂŒr SĂŒĂigkeiten ausgab und Jahrzehnte benötigte, um sie wieder in seine Finger zu bekommen.
Zudem gibt es ein Wiedersehen mit Hawkins (Aida Turturro), die den Deal, den Red mit Abraham eingeht und der einen Heist involviert, Ă€uĂerst skeptisch betrachtet. Keine Ăberraschung hier ĂŒbrigens, dass Red Vorbereitungen getroffen hat, sollte Abraham ihn hintergehen (was dieser natĂŒrlich auch macht).
Auf sehr viel Realismus sollte man in diesem Handlungsbogen nicht setzen, denn es gibt mehr als einen Moment, wo wir uns fragen können, ob das Gezeigte tatsĂ€chlich in der Form funktionieren wĂŒrde (ich sage nur âStaubsaugerâ). Aber den Realismus kann man in dieser JubilĂ€umsfolge auch getrost links liegen lassen, denn dafĂŒr gibt es jede Menge Red und damit auch jede Menge SpaĂ. AuĂerdem tat es zur Abwechslung mal ganz gut, einen eher seichten Fall zu bekommen, der keinen Superverbrecher involviert und (zumindest bei Red) ohne groĂes Drama auskommt.

Der Apfel fÀllt nicht weit ...
Elizabeth Keen findet sich derweil nach dem Kampf mit Navarro (Happy Anderson) in einer eher misslichen Lage wieder. Sie hat jetzt eine Leiche am Hals und der Vermieter hat auch schon aufgrund des lautstarken KampfgetĂŒmmels die Polizei gerufen, welche Liz nicht viel Zeit lĂ€sst, um schon mal die gröbsten Spuren zu kaschieren.
Hier hĂ€tte sich vielleicht etwas mehr Realismus angeboten, denn der Handlungsstrang um Lizzie bietet zwar gröĂere Spannung als die Schatzsuche (deren Ergebnis sich direkt erahnen lieĂ), krankt dafĂŒr aber an anderen Dingen. Dass sie den blutigen Lappen zurĂŒcklĂ€sst, bringt zwar erst die Handlung voran, lĂ€sst sich aber nur als grob fahrlĂ€ssig bezeichnen (zumal sie sich mit dem Rest der Wohnung sehr viel MĂŒhe gegeben hat). Ăhnlich dumm ist es von Singleton (Evan Parke), ihr den Fund unter die Nase zu reiben, statt erstmal das Ergebnis der Analyse abzuwarten. Und wie konnte Elizabeth unbemerkt Navarros Leiche von A nach B schaffen? Schon bei der Verfrachtung des Brockens in den Kofferraum hĂ€tte sie bestimmt Hilfe benötigt, ganz zu schweigen davon, dass das am helllichten Tage passiert sein muss. Das soll jetzt kein Nitpicking sein. Vielmehr ein paar Dinge, die auffĂ€llig sind und/oder stattfinden mussten, aber nicht so recht schmecken wollen.

Mehr zu gefallen wusste da sicherlich, wie Liz die Leiche entsorgt. Dabei auf die Episode The Stewmaker (1x04) zurĂŒckzugreifen, passte gerade fĂŒr eine JubilĂ€umsfolge ins Bild und lieferte uns im Vorfeld ein paar kurze Szenen mit Liz und Aram, der sich glĂŒcklicherweise nicht fĂŒr die Akte interessiert, die sie da gerade abfotografiert hat. Hier wird auch noch einmal verdeutlicht, dass Lizzie weiterhin alleine unterwegs sein wird, um die Mörder von Tom (Ryan Eggold) zur Rechenschaft zu ziehen.
Vom dunklen Pfad weicht sie nicht ab. Vielmehr zeigt sich, dass sie von Red viel gelernt hat und das ĂŒberdeckt doch die kleineren Schwachstellen. ZunĂ€chst sei an dieser Stelle der Gastauftritt von Glen Carter (Clark Middleton) erwĂ€hnt, der ohnehin jede Folge ein bisschen aufwertet. Der kleine Kerl weiĂ jedes Mal zu ĂŒberzeugen, auch wenn es nur wenige Szenen mit ihm gibt. Der Clou ist aber, dass die Entwendung des Pennys aus der Asservatenkammer - womit sie eigentlich Red helfen sollte - von ihr angeleiert wurde, um Singletons FundstĂŒck zu entsorgen. Der Apfel fĂ€llt hier in der Tat nicht weit vom Stamm, denn Lizzie hat letzten Endes Red manipuliert, um ihr Ziel zu erreichen. Da ist ein Kompliment durchaus in Ordnung.
Und Red? Dem geht am Ende natĂŒrlich ein Licht auf und anfangs drĂŒckt er auch Besorgnis ĂŒber ihren eingeschlagenen Pfad aus. Aber irgendwie ist er auch stolz auf seine Tochter. Mal schauen, wohin sie jetzt das Glasauge von Navarro fĂŒhren wird. Wobei weiterhin diverse Fragen im Raum stehen, die uns nun schon einige Episoden beschĂ€ftigen. Diese Fragen betreffen natĂŒrlich die geheimnisvollen Ăberreste, um die es in den letzten Folgen erstaunlich still geworden ist. Da mĂŒssen wir uns wohl noch in Geduld ĂŒben. FrĂŒher oder spĂ€ter sollte Liz allerdings so weit sein, dass sie Garvey (Jonathan Coyne) findet und spĂ€testens dann wird auch die Leiche, die Red da im Keller, Ă€h, Koffer hatte, wieder hervorgeholt werden. Abwarten.

Zuletzt sei noch angemerkt, dass die musikalische Untermalung verschiedener Szenen mal wieder toll gelungen ist. Das ist zwar fast jede Woche der Fall und mittlerweile nur schwer wegzudenken (also, dass es nicht mindestens ein Lied am Ende gibt, welches die passende Stimmung vermittelt), aber dieses Mal fĂ€llt es besonders auf. Von daher ein groĂes Kompliment an die Macher dafĂŒr. So ganz generell kann man doch einige Songs in der Serie noch einmal neu entdecken.
Fazit
Ein vergnĂŒgliches JubilĂ€um mit sehr viel Spader, der sich als Red diese Woche auf erfolgreiche Schatzsuche begibt und wie so oft in der Rolle glĂ€nzt. WĂ€hrend Raymonds Handlungsstrang locker und humorreich angegangen wird, kam bei Liz mehr Spannung auf. Zwar gilt es hier nur, Spuren vom Kampf der letzten Woche zu beseitigen - wobei es durchaus einige Schwachstellen zu vermerken gibt -, aber sie behĂ€lt die eingeschlagene charakterliche Richtung bei und bedient sich ĂŒberraschenderweise sogar der manipulativen Mittel, die wir sonst nur von Red kennen. Ich lasse diese Woche vier von fĂŒnf Sternen dafĂŒr springen.
Verfasser: Christian SchÀfer am Donnerstag, 18. Januar 2018The Blacklist 5x11 Trailer
(The Blacklist 5x11)
Schauspieler in der Episode The Blacklist 5x11
Was bedeutet eigentlich „TBA“ in der Anzeige bei EpisodenfĂŒhrern?